Beim Bloc Identitaire in Orange: Massnahmen (Teil2)

+ Kontakt aufnehmen zu allen Gruppen, Internetseiten, virtuellen Initiativen, die sich in irgendeiner Form als „identitär“ verstehen; prüfen, wer sich dahinter verbirgt.
+ Eine Organisationsgruppe bilden, die den virtuellen Raum und den „Maskentanzball“ verläßt.
+ Inhaltliche und formale Richtlinien festlegen, die für jeden Teilnehmer an einer Veranstaltung oder Aktion zwingend verpflichtend sind (hinein bis in Fragen der Kleidung, der Symbolik usf.).
+ Formulierung eines Manifests (Manifeste sind derzeit wieder „in“), dabei konstruktive Auseinandersetzung mit den Richtlinien, die beispielsweise die Junge Freiheit zum Erscheinen ihrer 1000. Ausgabe formulierte oder die Blaue Narzisse in ihrem nächsten Thesenanschlag.
+ Mit der Organisationsgruppe ein Großtreffen organisieren, das als eine Art Gründungsveranstaltung einer deutschen Identitären Bewegung ausgerufen wird. Inhalte: Grundsatzvortrag über die Notwendigkeit; Grundsatzvortrag über das inhaltliche und formale Konzept; Grundsatzvortrag über die Organisationsform; Erweiterung der Organisationsgruppe um einige brauchbare regionale Führungsköpfe. – Unmittelbar in kleinem Kreis: Planung einer ersten großen Aktion, abgestimmt auf die deutsche Situation, den richtigen Gegner, die eigenen Möglichkeiten, die verwertbaren Bilder.
+ Kontakt zu den „Milieumedien“ (JF, Sezession, BN, Zuerst usf.) aufnehmen, mit Vorschlägen zur medialen Begleitung und mit Bitte um strukturelle Unterstützung.
+ Für einen extrem raschen Aufwuchs des eigenen Projekts und die damit verbundene Sog-Entwicklung sorgen, die es möglichen identitären Konkurrenten nahelegt, sich einzuordnen oder zu verschwinden. Dies bedeutet, die Zügel in die Hand zu nehmen, nicht auf basisdemokratische Führungsmodelle reinzufallen, sondern andersherum: unterhalb einer straffen Organisation regionale Kreativität zuzulassen und zu fördern, ohne sich in generelle Streitereien zu verwickeln und Runde Tische zu bilden.
+ Agieren, agieren, agieren: Aktion verbindet, Reden trennt.
+ Sich klar darüber sein, daß das – ernsthaft betrieben – zwei Semester Studium kostet (wie bei Dieter Stein, wie bei mir) und daß man mit dem Kopf durch die Wand muß, soll daraus eine Lebensperspektive entstehen.
+ Sich klar darüber sein, daß es schiefgehen kann, daß der eigene Name danach so oder so einen Stempel trägt und daß es kein Mitleid für gescheiterte „Nazis“ gibt (zumindest in Deutschland nicht). Über diese möglichen Konsequenzen gründlich nachdenken und lieber gleich sagen: Das ist nichts für mich.

Soweit. Natürlich stellte ich Cattin noch einige Fragen zum theoretischen Hintergrund des Blocs. Aber die Sprachbarrieren waren für einen differenzierten Austausch zu hoch. Klar ist mir, daß der Bloc bereits Gefahr läuft, seine Anziehungskraft nicht aus einem „Wofür“, sondern aus einem zentralen „Dagegen“ zu holen: Der antiislamische Affekt hat die meiste Aufregung hervorgerufen, aber das kann die Frage nach der Identität nicht im geringsten beantworten. Martin Lichtmesz wird sich dieser Frage in seinem nächsten Tagebuch-Eintrag annehmen.

Seiten: 1 2

Veröffentlicht: Dienstag, 13. November 2012, 11:14
Kategorie(n): Tage und Taten, Wir
Schlagwörter: Bloc Identitaire, Neue Rechte
Kurz-URL | Drucker-Version | Artikel per E-Post versenden
Alle Beiträge von Götz Kubitschek (323)
Kommentieren | Pingen ist nicht möglich. | RSS-Feed

Möglicherweise verwandte Artikel:
51 – Götz Kubitschek: Beim Bloc Identitaire in Orange: Strukturen – Nov. 12 – 31 Kommentare
43 – Martin Lichtmesz: Beim Bloc Identitaire in Orange: Ideen – Nov. 12 – 59 Kommentare
41 – Götz Kubitschek: Warum Lichtmesz und ich nach Orange fahren – Okt. 12 – 44 Kommentare
41 Kommentare zu „Beim Bloc Identitaire in Orange: Maßnahmen“

Ernstfall
Dienstag, 13. November 2012, 12:23 (URL) | Kurz-URL
Ich habe in einem früheren Fall die berufliche Ächtung nur mit Glück vermeiden können, und das für ein Anliegen, bei dem ich dieses Risiko aus reiner Sturheit eingegangen bin, ohne das es irgendetwas gebracht hätte, wenn dieses Anliegen erfolgreich gewesen wäre. Ich kenne einige mittlerweile beruflich und gesellschaftlich einigermaßen etablierte Personen, die solche Risiken unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht bzw. nicht mehr eingehen würden, aber durchaus etwas beizutragen hätten. Sie würden die Risiken vermutlich auf sich nehmen, wenn das Vorhaben durch straffe Führung sicherstellen würde, daß Provokateure jeder Art ferngehalten werden und es bei aller provokativen Deutlichkeit in der Positionierung absolut seriös bleibt. Die erwähnten „inhaltlichen und formalen Richtlinien“ wären ein Mittel dazu. Ich werde diese Anregung praktisch aufnehmen und den Identitären entsprechende Erfahrungen aus dem Bereich der strategischen Kommunikation anbieten.
Weltversteher
Dienstag, 13. November 2012, 12:52 (URL) | Kurz-URL
Die vorgeschlagenen Maßnahmen scheinen zwar naheliegend, aber, wie ich fürchte, nicht originell genug.
Unter den herrschenden Verhältnissen wäre eine Entwicklung abzusehen wie bei Piraten und NPD zusammen. Jede verbindliche Vereinigung unterliegt heutzutage wohl Vorschriften über „Offenheit, Transparenz und Demokratie“. Das muß doch zur Durchspitzelung führen. Es macht auch die Mitgliederkontrolle schwer. Doch immerhin kann dann nicht jeder Provokateur behaupten, im Namen dieser Bewegung gehandelt zu haben.
Ich halte es für zweifelhaft, wenn Menschen, deren Einsatz für diese Bewegung auch noch so hoch sein mag, wirtschaftlich von ihr abhängig werden. Das klang hier an. Wohin das führt, ist doch klar (siehe Apfel u.a. einerseits, BRD-Verwaltung andererseits). Es gibt durchaus Bereiche, in denen man seinen Lebensunterhalt verdienen kann und doch nicht zwangsläufig wegen Mißliebigkeit angreifbar ist.
Insofern sollte die Lebensperspektive gerade nicht darin liegen.
Was noch nicht erwähnt wurde: Verdichten, was unter „identitär“ zu verstehen sein soll! Bisher erscheint es mir wie eine verklemmte Ausrede. Der Name läßt eine Definition durch Gegnerschaft gar nicht zu. Es ist schon grenzwertig, darunter hauptsächlich Aktionen gegenüber unseren Bedrängern durchzuführen.
Ich denke, die passenden deutschen Wörter hat mancher im Hinterkopf. Wenn sich die Gegner mit dem schwammigen Fremdwort vernebeln lassen, wenigstens was! Wir werden dann an den Früchten sehen, was darunter verstanden wird. (Die armen Franzosen, die auf solche Wörter angewiesen sind!)
An Kubitschek: Ich habe noch nichts gefunden, was eine Beteiligung von Männern über 30 ausschließt?
Inselbauer
Dienstag, 13. November 2012, 13:22 (URL) | Kurz-URL
Es ist ein schönes Foto, das zwei Deutsche zeigt, die schnell vom Kinderspielplatz weg wollen (…) und auch ihre Bärte sind noch gar nicht so lang. Solange Sie noch nicht 45 sind, gibt es keine Ausreden! Wie Lichtenberg sagt: „Mit dem 45. Lebensjahr erwirbt der Mensch das Recht, eine Gesellschaft zu verlassen und im Nebenzimmer ruhig seinen Humpen und allein zu leeren“.
Azo
Dienstag, 13. November 2012, 13:23 (URL) | Kurz-URL
Wenn man ehrlich ist, besteht Identität doch zu einem nicht geringen Teil aus: „Dagegen !“, bzw. „Nicht das !“ Unser deutsches Nationalbewusstsein hat sich aus einer Opposition gegenüber dem Napoleonischen Frankreich entwickelt.
Und das Abendland ist aus der Geschichtsperspektive der nicht-mohammedanische – übriggebliebene Teil – der christlichen Welt. Die Moscheebesetzung in Poitiers („732 !“) war genau die richtige, identitäre, Initialaktion des Bloc.
F451
Dienstag, 13. November 2012, 14:07 (URL) | Kurz-URL
Die Identitären brauchen weder einen Haider noch einen Strache. Für deren Aktionskonzept brauchen sie einen Gianluca Iannone. An der Frage ob sie so eine Person finden oder nicht, wird sich entscheiden ob das ganze mehr wird als ein Sturm im virtuellen Wasserglas.
Rumpelstilzchen
Dienstag, 13. November 2012, 14:13 (URL) | Kurz-URL
Solange die Neue Rechte nicht endlich mal eine geistige Hürde übersteigt, wird sie zwangsläufig immer wieder in die Nähe der Alten Rechten rückbar. So verquast muß sie sich definieren. Identitär ist ein ideologischer Begriff. Identität hat man.
Dazu gehört im Abendland nun mal auch das Christentum. Hier sollte sich die Neue Rechte endlich mal klar positionieren. Hat man grundsätzlich was gegen das Christentum und wenn ja warum ? Oder nur gegen bestimmte Ausprägungen des Christentums und gegen welche.
Wenn die Linie schon klar gezogen ist, im Sinne eines Heidentums, dann ist die neue Rechte auch die Alte.
Problem dabei: Die göttliche Linke kann die Moral weiter für sich pachten. Und sie wird genüßlich aufzeigen können, dass die Neue Rechte die Alte ist. Und das kann noch Jahre so gehen.
Soll endlich ein geistiger Durchbruch kommen, müssen die rechten christlichen Denker m.E. neu endeckt werden, solche, die einer Gesinnungsethik eine Tugendethik entgegensetzen und das Moralmonopol der Linken knacken. Christliche Nichtlinke mit radikaler Kapitalismuskritik, die die globale Ausbeutung von Menschen anprangern und die Zerstörung der Kulturen und Völker. Die gibt es . Da gibt es sogar Ideen für Europa jenseits von Staatenbund und Bubdesstaat.
Man muß nicht warten, bis man alt wird und dann katholisch werden wie Ernst Jünger. Es geht nicht um ein reaktionäres Christentum der Piusbrüder, wo Latein und Brimborium kultiviert werden, sondern um eine geistige Erneuerung der europäischen Identität. Wer hat Ideen?
Nihil
Dienstag, 13. November 2012, 14:38 (URL) | Kurz-URL
@Azo: Wenn dem so ist, dass die Deutschen und die Europäer ihre Identität (nur mehr) aus einer Negativität beziehen, dann läuft etwas gewaltig falsch. Und da ist es mir auch egal, wie lange das schon läuft. Dann müssen wir eben kompromisslos an einer Identität bauen, es gibt reichlich Material. Alles andere hat was von Aasfresserei.
Gottfried
Dienstag, 13. November 2012, 14:42 (URL) | Kurz-URL
@ Azo
„Dagegen!“ – Stömmt. Identität ist alles das, was man EIGENtlich nicht erklärt.
Eigen-tuom (mittelhochdeutsch), der eigene Machtbereich. Wer erfolgreich tümeln will, ist im Besitz der unmißverständlichen Zeichen, die Dominanz kann von Fremden gelesen werden, ohne das Worte fallen müssen. Das lernen fünfjährige Steppkes schon auf dem Spielplatz.
Die Frauenbewegung der 70er hat „Schwanz ab“ gekeift. Die positive Selbsterklärung:“Ich bin ein Mann“ ist weibisch, albern. Das SELBSTverständliche darzulegen ist ein wenig so, wie einen ganz einfachen Witz zu erklären.
Identität hat nichts mit dem Intellekt zu tun. Es ist ein Herzensband. Außerhalb der Kampffront, im Hinterzimmer, kann man sicher a posteriori Überlegungen anstellen. Diese laufen darauf hinaus, daß es vielleicht an der Oberfläche um „Kultur“ und sonstige Joghurts geht, aber die tiefste Grundlage liegt in der Biologie.
Keineswegs „O Prozent ****“, sondern mindestens „90 Prozent ***“ sind entscheidend (die „Menschen“ voneinander scheidend), und dann kommt der pöhse Subspeciecismus, der hierzulande … und das vor dem Hintergrund unserer deutschen Gesch …. und wenn sie nicht gestorben sind.
Dieter Urchblicker
Dienstag, 13. November 2012, 14:55 (URL) | Kurz-URL
Pkt.1: Der Ernstfall ist bereits eingetreten, es gibt One-Man-Shows die in „Wir“-Form schreiben
Pkt.2: Gegenvorschlag: Vielleicht sollte sich die Gruppe im realen Raum bilden und ggf. erst später den virtuellen betreten – würde die Wahrscheinlichkeit der Durchspitzelung verringern
Pkt.3: Bedarf einer straffen Führung. Was soll Delinquenten davon abhalten eine eigene Filliale aufzumachen?
Pkt.4: Erst wenn Pkt. 1-3 geklärt sind
Pkt.5: Im Optimalfall noch vor der BuTaWa‘13 – das wird eng
Pkt.6: Siehe Pkt. 3 – wie die „Markenrechte“ sicherstellen?
Pkt.7: Zustimmung, es eilt, siehe Pkt.5
Pkt.8: Lebensperspektive – finde ich eine Nummer zu groß (siehe auch Einleitung zur „Parteigründung von rechts“)
Pkt.9: Das ist der springende Punkt, alles auf eine Karte ohne Fangnetz.
@Weltversteher
Ich bin in den Dreissigern, welche Bereiche meinen Sie und wie kommt man an sie heran bzw. kann im Zweifel (Pkt.9) dorthin wechseln?
Andersherum: Ich scheitere bereits daran aus meinem pers. Umfeld (Pkt. 2) auch nur 5 geeignete Kanidaten zu benennen. Gründe: Karriere, Kinder, Abstottern des Eigenheims, Rückzug ins Private – so ist das in den Dreissigern.
Die Gründung auch nur einer regionalen Filliale kann nur aus von Personen ausgehen die genügend Auswahl an geeigneten Mitgliedern haben. Diese müssen tatkräftig, ein Stück weit wütend und wirtschaftlich noch nicht mit dem System verflochten sein. Es bleiben im Prinzip nur Universitäten, im geringeren Umfang Schulen und Vereine.
Ich verstehe Kubitscheck so, dass er eine Gründung von oben im Auge hat. Als Ogranisationsstruktur wohl das effizienteste, aber woher sollen die Mitglieder kommen, wenn nicht „von unten“?
„Wir“, die wir in der Masse wohl nicht zu Zielgruppe gehören, können Strukturen und Schützenhilfe anbieten, ggf. auch finanziell (Anwälte, Strafen) – das Heft des Handels selbst in die Hand nehmen können wir aber kaum. Wir können nur unterstützen was sich aus sich selbst heraus gebildet hat, wir können es nicht selbst schaffen.
Es gibt bereits ein Projekt für eine Art identitäres Facebook: http://identitaer.info
Beinhaltet derzeit nur Fake-Accounts, der Betreiber war Zwischentagsbesucher und ist redlich, kann bei Gefallen Kontakt vermitteln.
Ein Fremder aus Elea
Dienstag, 13. November 2012, 15:10 (URL) | Kurz-URL
Eine deutsche Variante des so genannten „Infowar’s“ wäre wahrscheinlich sinnvoller. Diese Sendung hier im besonderen ist hochgradig clever („Strategic Relocation“): http://www.youtube.com/watch?v=jzjm9MJFSA8
Ist ein schönes Beispiel dafür, wie man Leute auf Gedanken bringen kann, ich will dazu gar nichts weiter sagen.
Rumpelstilzchen
Dienstag, 13. November 2012, 15:24 (URL) | Kurz-URL
„Sinkende Zeit macht immer traurig; aber besonders tief liegt die Schwermut über einem Leben, das dem Untergang geweiht ist, und von dem man fühlt, es gehört zu uns. Da versinken eben Möglichkeiten zu leben…
Die unbedenkliche Selbstgenügsamkeit des Europäers ist erschüttert. Das Selbstbewußtsein des Orientalen erwacht. Haltung und Leistung des einzelnen Volkes rückt ins Licht einer Kritik aus dem Ganzen her.“
Aus Romano Guardini „Briefe vom Comer See“ 1926
Azo
Dienstag, 13. November 2012, 16:22 (URL) | Kurz-URL
@Nhil
Nicht nur die Deutschen/ Europäer, alle „Wirs“ beziehen ihre Identität zum größten Teil aus dem „Ihr“. Frag mal die selbstbewussten Moslems nach den „Ungläubigen“, die ja Schweinefleisch essen. Diese Speisegesetze/ -verbote z.B sind ein kongeniales Instrument der Identitätsbildung durch Selbstabgrenzung zu „den anderen“.
Ein „Wir“ spielt ohne „Ihr“ keine Rolle. Wenn diese Grenze erstmal gezogen ist, kann man zu den weiteren Details des Eigenen übergehen, aber sie ist konstitutiv für menschliche Identität.
Martin
Dienstag, 13. November 2012, 17:32 (URL) | Kurz-URL
Denke einen Gedanken zu Ende – und du vermagst die Welt zu verwandeln. Doch nimm ihn zurück, und er ist nicht geschehen, ist weniger als der Schatten eines Traumes. Die Tat jedoch – sie ist klar und eindeutig, aber unwiderruflich (Vicki Baum, Feme).
Darum geht es doch – um die Tat.
In Deutschland braucht man dazu mehr Mumm, dass ist evident. Um so mehr sollten auch die vermeintlich „alten“, die ihren Weg schon gegangen sind, mit in die Bresche springen. Rekurrieren auf das Alter der Protagonisten ist daher abwegig – alle sind aufgefordert und das Ganze als Jugendbewegung hilft nicht weiter, führt eher zu Verpuffungen. Die Entscheidungen, die das Land bestimmen, werden von der Altersgruppe 45 -65 bestimmt, dass zeigt bspw. der nicht abschwindende Erfolg der Grünen mehr als deutlich, obwohl diese immer noch so tun, als seien sie eine Jugendbewegung. In Wahrheit sitzt dort das Establishment der eben genannten Altersgruppe.
Lasst mal die „Jugend“ machen, ist das Falscheste überhaupt. Vernetzung über Altersgrenzen hinweg, der bessere Weg.
Weltversteher
Dienstag, 13. November 2012, 19:03 (URL) | Kurz-URL
Auf die Frage nach einer unabhängigen wirtschaftlichen Existenz:
Ich glaube, die meisten aus unseren Kreisen, die nicht ganz dumm sind, neigen dazu, nach Anstellungen zu streben, die mit geistiger Qualifikation verbunden sind. Man lasse a) Anstellung oder b) Qualifikation weg und es geht schon leichter. Man sollte allerdings die Weichen dafür recht früh im Leben stellen.
Auf der Universität herumdümpeln hat heute (mangels eigener Universitäten) eh schon wenig Sinn. Man stellt auch dort eher Weichen für eine Karrierere, als daß man dort fürs eigene Leben lernte.
Daher Bauunternehmer, Handwerker, Klauenschneider (echt!) usw., da kann man sich schon eine Menge erlauben.
Fred
Dienstag, 13. November 2012, 19:46 (URL) | Kurz-URL
Nun, der Plan ist klar umrissen. Kommentar überflüssig. Einschließlich diesem 😉
113Kilo
Dienstag, 13. November 2012, 20:00 (URL) | Kurz-URL
Zum Stichwort „Beruf und Engagement“: Durch Jahre der Selbstkasteiung in der Nähe bundesdeutscher Eliten sitzend, darf ich diesen für wenig Geld nun zuarbeiten. Die Schizophrenie an der ganzen Geschichte ist, dass ich auf das herrschende System keinen Pfifferling mehr setzen würde, da die Widersprüche ebenso wie das Ausmaß des Verrats einfach viel zu groß sind. Dennoch halte ich natürlich brav meinen Mund. Schließlich will man mal Frau, Kind und den ganzen Rest. Da könnten die eigenen Positionen tausendmal richtig sein, es ändert nichts daran, dass von Oben andere Parolen ausgegeben werden.
Und hier ist das eigentliche Problem für angeblich „Rechte“: Die bürgerliche Karriere ist in dem Moment beendet, in dem man es wagt das auszusprechen, was im Grunde ohnehin jeder mit ein wenig gesundem Menschenverstand weiß. Erschreckend, aber wahr. Deswegen passiert auch nichts, und deswegen haben andere trotz wirklich hanebüchenen Ideen freie Bahn. Weil man die machen lässt, andere nicht. Solange das System noch Posten vergeben kann, wird sich daran auch nichts Wesentliches ändern, Metapolitik und neue Logos hin oder her. Deshalb: Meine Hochachtung, aber ich könnt‘ es mir nicht leisten.
Sixty
Dienstag, 13. November 2012, 21:07 (URL) | Kurz-URL
„2. eine knallharte, per se provokante ns-nahe Kameradschaftsszene, die mit ihren Strukturen absorbiere, was eigentlich identitär ansprechbar wäre;“
Diese Szene ((NPD, „Sache des Volkes“, „Freie Kameradschaft Süd“ usw.) absorbiert nicht nur die „identitäre“, sondern erst recht die „nationale“ Sache.
Diese Elemente nutzen mit ihrem Extremismus nur dem antinationalen und anti-identitären linken/linksliberalen Mainstream. In ihrer sektenhaften Verblendung ist ihnen das natürlich nicht bewußt.
„Klar ist mir, daß der Bloc bereits Gefahr läuft, seine Anziehungskraft nicht aus einem „Wofür“, sondern aus einem zentralen „Dagegen“ zu holen: Der antiislamische Affekt hat die meiste Aufregung hervorgerufen, aber das kann die Frage nach der Identität nicht im geringsten beantworten.“´
Bei aller berechtigten Kritik am Islam und erst recht am Islamismus darf man sich keinesfalls auf das platte und eindimensionale Niveau von PI-News, Wilders, Strache usw. begeben.
cromagnon
Dienstag, 13. November 2012, 21:27 (URL) | Kurz-URL
Was tut man gegen Infiltration durch den Verfassungsschutz?
antwort kubitschek:
diese frage muß einem im großen und ganzen wurscht sein.
Th.R.
Dienstag, 13. November 2012, 21:45 (URL) | Kurz-URL
Das Thema, das hier angeschnitten wurde, ist so umfangreich und weitläufig, dass es unmöglich in einem einzigen Debattenlauf abschließend abgehandelt werden kann.
Von mir nur soviel:
Der Erfolg wird sich letztendlich nur insoweit einstellen, wie es gelingen wird, unsere Ideen als eine alternative Vorstellung effektiv in die Vorstellungswelt der Masse zu bringen.
Ja, unser „Produkt“ ist eine aus klassischen rechten Ideen abgeleitete Vorstellungswelt, die dem durchschnittlichen Intellekt des Durchschnittsdeutschen in Form und Inhalt angepaßt sein muß, und das bedeutet leider auch, dass bei der `Gestaltung dieser Vorstellung´ Abstriche inhaltlicher und stilistischer Art unumgänglich sein werden. `Vorstellung´ also als ein von den Kernideen heruntergebrochener, inhaltlich verwässerter, aber geistig leicht verdaulicher Anschauungsunterricht für die exoterische Masse ausserhalb des Kreises.
Idee und Vorstellung zusammengesehen gleichen, bildhaft gesprochen, hiernach einem Trichter, der auf dem Kopf steht: Oben, wo die enge spitze Öffnung ist, da steht die inhaltlich hochkonzentrierte Idee, und die verallgemeinert sich weiter nach unten zum Boden, zur Masse hin immer weiter. Und der Bereich zwischen Idee und Masse, das ist die `Vorstellung´, die beide verbindet. Und dabei geht der Weg einerseits inhaltlich absteigend von oben nach unten, als auch andersherum von unten nach oben inhaltlich aufsteigend zur puren Idee hin.
Die Frage muß uns hier umtreiben, welche die, hinsichtlich Inhalt und Form, effektivste Gestaltung wäre, um damit eine möglichst maximale Durchdringungskraft einer solchen `Vorstellung´ sicherzustellen.
Das dazu. Außerdem möchte ich hier noch den Gedanken in die Runde werfen, ob es denn nicht möglich wäre, so etwas wie ein rechtes Internetradio in Angriff zu nehmen? Selbstverständlich nicht ohne sich vorher über dieses neue Medium schlau gemacht, geplant und gerechnet zu haben. Im Netz hat sich nämlich über die letzten Jahre hinweg eine ganz beachtliche Szene kleiner und kleinster Internetradios entwickelt. Wegen ihrer niedrigen Betriebskosten und aufgrund des relativ beherrschbaren technischen Aufwandes dürften sie wohl zum nächsten kommenden Schreckgespenst für den etablierten Medienbetrieb heranwachsen.
Übrigens, aus gegebenen Anlass möchte ich das Glas erheben:
Ein Hoch auf den Untergang der roten Frankfurter Rundschau! Mögen SPIEGEL, SZ und taz ihr alsbald folgen! Prost.
Inselbauer
Dienstag, 13. November 2012, 21:57 (URL) | Kurz-URL
Ja, auf die Insolvenz der Frankfurter Rundschau mach ich jetzt einen Roten auf! Das war doch ein ganz schäbiges Dreckblatt (…)
Rumpelstilzchen
Dienstag, 13. November 2012, 22:09 (URL) | Kurz-URL
In einer globalen Konsumwelt gibt es keine Ihrs und keine Wirs mehr. Der einzelne steht unvermittelt der globalen Welt gegenüber. Ohne kulturellen Schutz eines Kollektivs. Völlig ohne Identität. Identität geschieht nur noch über Konsum. Ich konsumiere, also bin ich. Wer dies nicht tut oder tun kann, ist strukturell überflüssig. Hier ist auch die Linke am Ende.
Das Proletariat hatte noch eine Funktion. Der Hartz 4 Empfänger, der Arbeitsmigrant ist letztendlich strukturell überflüssig. Ebenso die Alten und die Kinder. Schwule Kulturen sind dagegen Superkonsumenten. Haben eine Riesenlobby.
Identität kann es nur geben, wenn die Definition menschlichen Seins nicht mehr ausschließlich über das Konsumieren erfolgt.
Ganz banal: wir haben unsere Seelen verkauft. Auch die „Islamisierung Europas“ ist keine Übernahme durch eine stärkere Kultur, sondern eher das Einströmen von wirtschaftlich Schwachen in eine übersatte hohle Konsumgesellschaft. Was daraus entsteht, ist noch offen.
Ulfric
Dienstag, 13. November 2012, 22:22 (URL) | Kurz-URL
Aufgabe der Indentitären muss es ebenso sein, den Jugendlichen in dieser dekadenten und entwurzelten Gesellschaft ihre eigene Identität wieder finden zu lassen. Christentum und Aufklärung, Volkstum und Moderne müssen im rechten Sinne wieder in Einklang gebracht werden. Da hat Kommentator Rumpelstilzchen Recht, da spielt das Christentum eine wichtige Rolle. Es muss klar sein, im Alltag, aber auch in der Politik, haben wir die Antworten, nicht die Linken, Gutmenschen, Kulturrelativisten, Egomanen und Verräter. Und auch nicht der Islam als scheinbarer Halt gegenüber dem hedonistischen Westen.
Und natürlich müssen unbedingt die Älteren sich auch mit in die Waagschale werfen! Die europäischen Völker haben einen schweren Stand und viel steht auf dem Spiel. Die Jugend von heute hat es noch schwerer als die Generation davor! Dabei ist klar, jeder bringt nur das ein, was er mit sich selbst vereinbaren kann, aber grundsätzlich, nur wegen dem Alter sollte sich niemand raushalten. Jeder wird gebraucht(Wobei natürlich klar ist, Klasse > Masse).
FdF!
Dienstag, 13. November 2012, 22:35 (URL) | Kurz-URL
Ja, ja jetzt wird es richtig schwierig. Wir sind am Punkt angekommen. Jeder will sein Einfamilienhaus samt Familie und Zubehör. Ist ja auch in Ordnung so. Natürlich wollen wir auch politisch etwas tun oder bewirken. Der ein oder andere hat es sicher schon versucht. Der Klassiker waren zu meiner Zeit die Republikaner, kaum einer meiner Bekannten war dort nicht ab und an Mitglied. Mankönnte jetzt viele Geschichten erzählen, aber ein bischen vorwärts kommen wollen wir schon.
Ich erwarte von G.K. nicht, dass er eine identitäre Bewegung ausbrütet. Er hat aber die Adressen und kann ein Forum bieten. Facebook ist nicht meine Welt und ich kann zudem nicht beurteilen, was dort an realem Strukturausbau wirklich läuft. Die „Bewegung“ sollte aber synchronisiert werden.
Wir sollten uns nicht so viele Gedanken machen. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, glücklicherweise nicht immer persönlich. Wer soll uns sonst ein Forum bieten. Ich würde es als sehr entäuschend empfinden, wenn sich das IfS hier vornehm zurückhält. Treffen wir uns doch mal in Sachsen-Anhalt. Dort wird man nur wenig abgelenkt.
Johann t’Serclaes von Tilly
Dienstag, 13. November 2012, 23:53 (URL) | Kurz-URL
Das liest sich wie das Gründungsmanifest eines Kleingartenvereins.
Die französische Bewegung hat den Vorteil, dass sie charmant ist, im Gegensatz zum teutschen Militarismus. Sie zeigen weiterhin, wie aktuelle Themen besetzt werden, die von den etablierten Parteien geschnitten werden-wie z.b. die Rentenlüge. Es muss intellektuell der Finger in die Wunden des Liberalismus gelegt werden, anstatt Begriffsdefinitionen umzuformulieren.
Ernstfall
Mittwoch, 14. November 2012, 1:05 (URL) | Kurz-URL
@113Kilo
Ihre Situation kommt mir bekannt vor. Sie sind nicht zufällig Mitarbeiter eines Bundestagssabgeordneten? Sie wären nicht der Einzige, den grundsätzliche Zweifel bewegen. Sie sind nicht so alleine, wie Sie vielleicht meinen. Nutzen Sie ggf. ein Pseudonym. Mir selbst ist das schwergefallen, weil man als Konservativer ja prinzipiell gradlienig ist, aber die gegenwärtige Lage erfordert eine bewisse Beweglichkeit. Auch wenn Sie Ihren Klarnamen ebensowenig einsetzen können wie ich meinen einsetzen kann: Für Ihre Fähigkeiten gäbe es eine Verwendung, wenn Sie es wollen. Melden Sie sich, wenn Sie es ernst meinen.
F451
Mittwoch, 14. November 2012, 2:02 (URL) | Kurz-URL
Ich habe immer noch Probleme damit mir vorzustellen, daß sich die Identitären hierzulande, in nennenswerter Zahl, aus dem virtuellen Raum hinaus in die Realität bewegen. Das aber wird notwendig sein! Wie hätte die Aktion in Poitiers ausgesehen, wenn da nur 3-5 Leute auf dem Dach gestanden hätte? Lächerlich! Wie viele Leute waren auf der letzten Blocco Demo in Rom?
Woher soll die „Manpower“ kommen? Im Moment muß man wohl davon ausgehen, das sich der VS geführte NW dieses Label unter den Nagel reißt, da sie die einzigen sind, welche über gewisse personelle Kapazitäten und Aktionsfähigkeit verfügen. Außerdem hat der Staat natürlich ein Interesse daran, so eine neue Entwicklung sofort wieder in die alte NS Richtung zu manövrieren.
Ein Fremder aus Elea
Mittwoch, 14. November 2012, 8:00 (URL) | Kurz-URL
Th.R.
Es wäre schön, wenn man zu diesem Zweck positive Anknüpfungspunkte hätte, also Dinge, welche typisch deutsch sind und beliebt, aber da gibt es zu wenig, um etwas auf die Beine zu stellen.
Aus Liebe zur eigenen Küche, zu den eigenen Festen und Tänzen, Liedern, nun, aus Liebe dazu wird man nichts Verwertbares gebastelt bekommen.
Selbst Kinderlieder werden massenhaft falsch, quasi wie Trauermärsche, gesungen.
Das Problem in dieser Beziehung ist mehr ein zivilisatorisches, denn ein politisches. Alle Deutschen, gleich welcher politischen Ausrichtung, haben verinnerlicht, daß die Menschlichkeit für den Erfolg zu opfern ist, daß alles andere schwach wäre, lächerliche Sentimentalität.
Das Land hat die Dogmen des Materialismusses verinnerlicht, unsere Beziehung zur Welt ist die zwischen Herrscher und Beherrschtem.
Freilich wird diese Überzeugung von einem Jammerschwall begleitet, aber das ist sozusagen der Schweiß, welchen der angestrengte Körper ausschwitzt.
Den Trend gibt es weltweit, aber Deutschland ist mit Vorreiter.
Ich denke, man könnte mit einem solchen Projekt, Internetradio, nur Erfolg haben, wenn man knallhart die Bedeutung des politischen Geschehens im langfristigen Rahmen thematisiert und dabei auch über alles redet und über alles spekuliert, und entsprechend auch unterschiedliche Sichtweisen vorstellt.
Alleine schon durch diesen Ton, daß man nicht moralisiert, sondern schlicht Risiken und Chancen abwägt, würde man die gewünschte Wirkung haben.
Moralisierung ist ein Herrschaftsinstrument, das sollte man immer wieder an Beispielen verdeutlichen. Letztlich weiß es auch jeder, aber es wichtig zu zeigen, daß man Willens ist, dieses schmutzige kleine Geheimnis immer wieder ans Tageslicht zu zerren.
Festlegung auf etwas typisch Deutsches wäre ein Fehler, über das typisch Deutsche sollte man spekulieren. Letztlich besitzt jede Gruppe, welche sich auch nur über irgendetwas einig ist, etwas typisches. Aber da man Einigkeit in bestimmten Punkten ja erst herstellen will, sollte man mit der Feststellung des Typischen warten, bis die Gruppe existiert.
Die Selbstfestlegung sollte die der Stimme einer das Leben kennenden Vernunft sein, angetreten gegen die Stimme einer täuschenden, phrasendreschenden Vernunft.
Dazu muß man dann aber auch mal politisch zurückstehen. Wenn die Leute in Baden-Württemberg jetzt massig in Solarzellen investieren, sollte man das nicht blödsinnig nennen, sondern typisch schwäbisch, lieber das Geld für die eigene Solaranlage ausgeben als für den nächsten Urlaub. Schaffe, schaffe, Häusle baue.
So als Charakterisierung, wie so etwas funktionieren kann.
Hard Talk. Gibt es in Deutschland nicht, wird es auch nicht geben, es sei denn, Konservative nähmen sich der Sache an.
So… ich tue das selbst ja nicht wirklich, gerade zuletzt war ich doch recht sentimental, aber es macht einen großen Unterschied, ob man in die Tiefe oder in die Breite wirken will. Politik ist immer Breitenwirkung, darum geht es mir nicht, viel kann ich mit den Massen heute nicht anfangen.
Luise Werner
Mittwoch, 14. November 2012, 8:14 (URL) | Kurz-URL
Man sollte sich das Beispiel der Grünen durchaus vor Augen halten. Zunächst ging diese Bewegung aus diversen Bürgerinitiativen hervor, die Umwelt- und Naturschutz und Anti-AKW zum Ziel hatte. Es war sowohl eine „Gegen-etwas“- als auch „Für-etwas“ -Bewegung. Die Eskalationen bei Anti-AKW-Demos hatten ganz sicher initialzündenden Charakter, vor allem wenn die Staatsmacht als knüppelnder Sieger vom Platz ging.
Eine identitäre Bewegung muss m.E. von unten kommen. Dazu bedarf es eines Leidensdruckes der Jugend, der scheinbar noch nicht da ist. Aber dort, wo er da ist, müssen lokal „Ansprechpartner“ bzw. „Initiatoren“ da sein, um den Druck in AKTIONEN zu kanalisieren. So etwas kann nur von unten kommen, darf aber aufgefangen und angeleitet werden.
Und der Gegner muss irgendwann klar benannt werden. Es ist nicht der Moslem und es ist nicht der Zigeuner. Der Gegner ist das Konglomerat aus deutscher (europäischer) Politik, Medien und Großkapital, welches den Massenzustrom fremder und unkompatibler Kultur nach Deutschland (Europa) ermöglicht.
Dr Schneider
Mittwoch, 14. November 2012, 8:42 (URL) | Kurz-URL
Jean-David Cattin trifft mit seinen drei Gründen voll ins Schwarze, wobei Punkt 2 und 3 eigentlich einer sind:
Eben weil jeder, der im öffentlichen Dienst beschäftigt ist, mit der Vernichtung seiner Existenz zu rechnen hat, sobald er sich auch nur innerhalb des Rahmens dessen, was der Verfassungsschutz erlaubt bzw. nicht überwachen darf, „rechts“ positioniert (Punkt 3), eben deshalb bekennen sich abgesehen von einigen wenigen Glücklichen, die geerbt haben oder denen es gelungen ist, ihr Brot im Lager zu finden, nur diejenigen zu rechten Ideen, die nichts mehr zu verlieren haben (Punkt 2).
Müßten der Lehrer, der Professor, der Verwaltungsbeamte, der Richter, der Diplomat und der Polizist nichts fürchten, wenn sie sich im rechten Lager engagieren, würde der Bodensatz der rechten Bewegung, den es in jeder gesellschaftlichen Bewegung gibt, nicht so sehr auffallen und dominieren.
Daß diese Situation durchaus gewünscht ist, dürfte jedem klar sein. Ich halte es nun allerdings für wenig hilfreich – 113Kilo wird mir sicher zustimmen – einen paränetischen Ton anzustimmen und all denen, die sich bedeckt halten, mehr oder weniger zwischen den Zeilen Feigheit vorzuwerfen. Appelle an übermenschliche Opfer waren schon immer hohl.
Stattdessen sollte man grundsätzlichen Respekt gegenüber denen aufbringen, die ihre Identität schützen und nicht ihre ganze Existenz aufs Spiel setzen wollen. Vor allem aber sollte man nach neuen Formen a n o n y m e n Engagements suchen. Dem Internet an sich haben wir schon viel zu verdanken. Hier bläst auch der linken Presse, sobald sie ihre Artikel für den Kommentar freischaltet, ein scharfer Wind entgegen. (Auf den Untergang der FR stoße ich auch mit an.)
Ein Hauptproblem der Rechten ist, daß sie sich im richtigen Leben überhaupt nicht erkennen, weil niemand traut, sich zu offenbaren. Ich habe erst nach vier Jahren erfahren, daß mein Vorgesetzter die Junge Freiheit liest! Wo aber Menschen nicht zueinander finden, da entsteht keine Dynamik. Das Internet überwindet in der Anonymität diese Barrieren, und ich habe den Verdacht, daß die Möglichkeiten dieses Mediums noch lange nicht ausgeschöpft sind.
Wolf
Mittwoch, 14. November 2012, 8:57 (URL) | Kurz-URL
Noch vor dem Einstieg in die befreiende Tat ist die Diskussion hier geprägt von bürgerlichen Ängsten und Besorgnissen. Angetreten, unser Land zu verändern, sorgen sich die Protagonisten um so wichtige Dinge wie zwei verlorene Semester an der Universität oder auch davor, hinkünftig mit dem Stigmata des bösen Radikalen leben zu müssen.
Wenn die Sache schon so beginnt, dann sollte man die Aktion vielleicht doch lieber denen überlassen, die etwas davon verstehen und die nicht vor persönlichen Risiken zurückschrecken: Den Schmuddelkindern des Widerstandes aus den freien Gruppen und Strukturen.
Toni Roidl
Mittwoch, 14. November 2012, 9:01 (URL) | Kurz-URL
Das Wichtigste ist Vernetzung! Der GK hat doch ein Werkzeug dafür bereitgestellt: https://www.zwischentag.de/kontaktborse/vernetzungskartei/
Vor einem Jahr waren wir in meiner Stadt zu zweit, jetzt sind wir zwei Dutzend gute Leute und haben Kontakte in andere Regionen. Das ist es, was die Linken besser können und wir kopieren müssen.
Rumpelstilzchen
Mittwoch, 14. November 2012, 11:22 (URL) | Kurz-URL
Mit der Solarzelle auf dem Dach ist Deutschland nicht zu retten. Das wird auch der biederste Schwabe noch merken.
Woisch, es ist typisch deutsch zu jammern.
Man muß schon ein paar Federn lassen, wenn es Spass machen soll.
Geht wandern, singt Lieder, lest Gedichte sucht euch einen Schatz statt öder Beziehungskisten, bildet Parallelgesellschaften….verweigert euch denen, die eure Seele wollen!
FFlecken
Mittwoch, 14. November 2012, 13:43 (URL) | Kurz-URL
Die Berichte und Schlußfolgerungen zum Besuch in Orange hören sich allesamt recht interessant an. Jene Identitäre Bewegung könnte auch hierzulande eine wichtige Facette samt popkulturellem Einschlag (ohne den es, möglicher Zeigefinger hin oder her, kaum mehr gehen wird) auf Seiten der ns-fernen Rechten werden. Bezüglich der Franzosen stellt sich mir jedoch die Frage, wo sich die Initiatoren in ihrer nationalen politischen Parteienlandschaft in etwa parteipolitisch verorten. In der Tendenz Richtung UMP, oder eher FN? Oder lässt man sich diesbezüglich alle Freiheiten, je nach Thematik? So oder so, auf jeden Fall fungiert man bisher wohl recht erfolgreich als nicht-linker, medienwirksamer und junger politischer Resonanzboden. Allemal ein wichtiger Kontrapunkt zu den manischen Selbstzerstörern auf der jugednbewegten Linken.
Alexander
Mittwoch, 14. November 2012, 16:17 (URL) | Kurz-URL
Toni Roidl,
zwei Dutzend dank Vernetzungskartei? Ich habe leider noch keine Nachricht bekommen.
An die Macher:
Vernetzt die Kartei denn schon?
Michael Schlenger
Mittwoch, 14. November 2012, 23:10 (URL) | Kurz-URL
Unsere französischen Nachbarn in Ehren, aber für unsere Situation liefern sie weder Vorbild noch Lösung. Sie sind eben keine Deutschen, was als Kompliment wie auch als Distanzierung zu verstehen ist.
Schauen wir uns doch mal an, was die Neue Rechte in heutzutage maßgeblichen Medien zu sagen hat. Geben wir den Namen eines der führenden konservativen Intellektuellen bei youtube.com ein. Statt einer wohlüberlegten Selbstdarstellung eines klugen Kopfes in neutralem Weiß erleben wir einen kahlrasierten Schädel im Schwarzhemd:
„Das Deutschland, in dem ich leben möchte, ist das …. äh… das Land, in dem die Deutschen leben.“
Entschuldigung, bei allem Respekt für Ihre organisatorischen und intellektuellen Leistungen, Herr Kubitschek, die ich als Nationalliberaler bewundere, aber bei dieser banalen Botschaft können Sie es doch unmöglich belassen wollen.
Also: Wer ist denn das „Ich“ in Ihrer Aussage, wenn das politisch irgendetwas wert sein soll? Das sind doch „wir“, das sind doch Hunderttausende, vermutlich Millionen, vielleicht sogar die „schweigende Mehrheit“. Wenn Sie das meinen, dann sagen Sie das doch auch so bei passender Gelegenheit.
Und wer sind denn diese Deutschen? Sind das nur die Ewiggestrigen, die frustrierten Kriegsverlierer, die unfreiwillig Holocaust-Schuldigen, die Nicht-Anglophonen, die Nicht-Doktoranden, die Nicht-Audi-Besitzer, die materiell Zukurzgekommenen? Nein, es sind auch die dank deutscher Tugenden – der Tugenden von Protestanten, Katholiken, Freidenkern und Agnostikern – Selbstbewussten und Erfolgreichen, Nachdenklichen und Bescheidenen, Eloquenten und Stillen deutscher Zunge und deutschen Geistes.
Dies ist doch das Band, das uns verbindet, uns Deutsche, die Sprache und die in deutscher Sprache verfassten Märchen und Lieder, Romane und Opern, Sprichwörter und Scherze, Tugenden und Untugenden, ganz gleich, wann und wo und vom wem wir sie verinnerlicht haben.
Lächerlich ist die Vorstellung, dass das ausschließlich etwas mit Abstammung im Sinne von Rasse zu tun habe. Es hat etwas mit Abstammung im Sinne von Erziehung, Schulung und Vorbild zu tun.
Der Japaner, der Koreaner, der – wenn auch mit Mühen – deutsches Gedanken- und Kulturgut versteht, ausdrücken und interpretieren kann, ist mir nahe, er ist einer von uns. Der Frankfurter Prolet, der nur Äbbelwoi und Würstchen, Heinz Schenk und die Kastelruther Spatzen kennt, der ist es trotz bestem Hessisch nicht.
Herr Kubitschek, was fehlt, ist meines Erachtens ein klares Verständnis davon, was deutsch ist, warum es wertvoll ist und wer es vermitteln soll. Das kann aus meiner Sicht ruhig elitär sein und bleiben, da halte ich es mit Ernst Jünger. Das Deutsche braucht nicht mehrheitsfähig zu sein , im Gegenteil: So wie Grimmelshausens Simplicissimus für heutige Wikipedia-geschulte Abiturienten kryptisch ist, so wie Bachs Fugen und Beethovens späte Klaviersonaten für die MP3-geschädigte Masse unerträglich sind, so wie Hölderlin, Nietzsche und Mann für den von der Frankfurter Schule verstörten Akademiker zu wenig kritisch sind, so wenig hat das Deutsche heute hierzulande eine Chance. Aber vielleicht später, woanders, in einer anderen Sphäre.
Was liegt uns an der Unmöglichkeit des großen Erfolgs, des breiten Durchbruchs, des überwältigenden Siegs, solange das Deutsche nicht gänzlich verlorengeht? Beschäftigen Sie sich mit dem Überleben des Wissens und der Erkenntnisse der antiken Schriftsteller, Dichter und Denker über das Mittelalter. Eine hauchdünne Überlieferung verbindet uns über zwei und mehr Jahrtausende mit ihnen. Vielleicht ist es uns unsere Aufgabe, bloß Bewahrer der Flamme zu sein, während um uns herum alles in Schutt und Asche fällt.
Ich glaube, mit Ihrem Traum von einem baldigen Wiedererwachens Deutschlands sind Sie auf dem Holzweg, doch Ihr Wunsch nach einer Renaissance deutschen Geistes mag irgendwann in Erfüllung gehen. Daran lassen Sie uns arbeiten, auch auf youtube!
Beste Grüße
Michael Schlenger, Bad Nauheim
P.S. Das ängstliche Verbergen der eigenen Identität ist einfach jämmerlich, unmännlich und unsoldatisch, wenn das einigen Herrschaften und ängstlichen Hypothekenschuldnern etwas sagt. Das würde ich als Erstes abstellen.
Totentanz
Donnerstag, 15. November 2012, 12:02 (URL) | Kurz-URL
Es ist interessant, wie man sich innerhalb „der Rechten“ immer wieder durch Separation das eigene Licht ausknipst.
Einerseits fabuliert man davon, dass (partiell faulende und heutzutage durchaus kaum noch attraktive) Christentum in den Fokus der Betrachtungen zu rücken.
Andererseits schließt man kategorisch politische Flügel aus. Einen wirklichen Nutzen? Weit gefehlt – man verliert lediglich an Strahl- und Schlagkraft.
Antihunkebunk
Donnerstag, 15. November 2012, 14:08 (URL) | Kurz-URL
Gerade als Sympathisant tut es meinem Auge doppelt weh, wenn dieser mein Sympathieträger juvenil-blödsinnig (oder modern-links?) mit dem Hintern auf der Banklehne und den mehr oder weniger dreckigen Stiefeln auf der Banksitzfläche lümmelt.
Und ich sage jedem solchen Hunkebunken: Runter!
antwort kubitschek:
was Sie nicht sehen ist, daß wir vorher die ganzen spritzen von der bank getreten haben – anfassen wollten wir das zeug nicht. nachher haben wirs aufgefegt und kindersicher entsorgt.
Rumpelstilzchen
Freitag, 16. November 2012, 11:34 (URL) | Kurz-URL
Zunächst danke, dass die Diskussion hier so hart geführt werden kann.
Mir gefällt der Beitrag von Michael Schlenger sehr, auch und gerade, weil isch die Frankforder Äbbelwoi Prolls liebe!
Als alter Katholik trifft es mich schon, wenn hier Neurechte vom Balkensepp sprechen. Das kann ich aushalten, wissend , daß die erste in der Kunstgeschichte bekannte Kreuzesdarstellung einen gekreuzigten Esel zeigt, und das schon im 4. Jahrhundert, wenn ich mich recht entsinne.
Andere der Rechten Wohlgesonnene haben sicher mehr Probleme damit, wenn ihr Allerheiligstes verunglimpft wird.
Es zeugt allerdings von einer ungeheuren Ignoranz, wenn man nur auf das zugegebenermaßen widerliche rotgrünbunte Gutmenschenchristentum fokussiert, und dabei ganz wesentliche im besten Sinne konservative christliche Ansätze negiert.
Diese Ignoranz provoziert natürlich dazu, die geistige „rechte Elite“ zu ärgern. Gelinde gesagt.
Das kann ein christlicher Rechter besser als ein pseudochristlicher Linker.
Soweit so gut, lasst heftige Diskussionen zu, dann kann als nächstes MSM Organ der „Stern“ dichtmachen, der ja auch von der Zerstrittenheit unter der Rechten profitiert. Siehe Beitrag über die Identitären.
Sixty
Freitag, 16. November 2012, 18:44 (URL) | Kurz-URL
„Dichtmachen“ wird der „Stern“ wohl kaum, dazu ist er zu „populär“ bzw. populistisch. Diese Art von „Linkspopulismus“ geht freilich mit einer ungeheuren Plattheit und Oberflächlichkeit einher, was auch in diesem plumpen Geschreibsel zu Tage tritt.
Wieder einmal erweist sich der „Stern“ von allen linksliberalen Mainstream-Medien als die unappetitlichste Postille.
Und keines ist so tief gesunken, verglichen mit den 60ern oder 70ern, wo einmal ein Sebastian Haffner dort leitartikelte, und selbst noch mit den 80er oder 90er Jahren.
Waldemar Wolkenbruch
Dienstag, 20. November 2012, 20:02 (URL) | Kurz-URL
Ich habe den Eindruck dass sich hier mehrere „Gretchenfragen“ stellen, unter anderem aufgrund des Beitrags von Herrn Schlenger: 1) Beruhen kulturelle Besonderheiten nur auf Tradition oder auch auf Abstammung ? Darwin legt letzteres nahe, wer sie nur auf Tradition zurückführt, geht allerdings kein Risiko ein, seinen Namen zu nennen. 2) Ist der Untergang des Abendlandes aufzuhalten ? Oder kann man nur Überlieferung für andere Kulturen konservieren ? Hier hat Herr Schlenger, befürchte ich, Recht. – Allerdings ist immer noch die Frage, ob man wenigstens lebenswerte Parallelgesellschaften bilden und bewahren kann, als Rückzugsort.
Wifman
Freitag, 14. Dezember 2012, 17:27 (URL) | Kurz-URL
Es kann doch wohl nicht sein, daß wir uns auf das „Bilden von Parallelgesellschaften“ beschränken wollen?! In die wir uns verkriechen können? Fragt einmal die Kopten, wie gut das geklappt hat. Auch sie haben versucht, die Moslems von ihrem römischen Erbe zu überzeugen. Der fabelhafte Reichtum an Übersetzungen griechisch-römischer Bildungsliteratur ins Arabische war vor allem den Christen zu verdanken, die hofften, so ihre Welt retten zu können (Mohammed and Charlemagne – Revisited, Emett Scott).
Worum es gehen muß ist, einen glaubwürdigen Gegenentwurf zu der islamischen Besatzung zu liefern – auch für zweifelnde Moslems. Denn die Moslems können ja nichts. Die moslemischen Länder gehören weltweit zu den Ärmsten. Wo die Moslems eine Minderheit bilden, ist ihr Durchschnittseinkommen unter dem der Mehrheit.
Dem Islam fehlt die Fähigkeit, eine prosperierende Welt aufzubauen – im Gegensatz zum Christentum, das gerade im Sub-Sahara-Afrika Wunder tut mit 10% Wachstum und sinkender Kindersterblichkeit – bald unter der im reichen Saudi-Arabien.
Das sehen auch viele Moslems, wie zum Beispiel die „Free Minds“ Gruppe in Münster. Diese aus rassischen Überlegungen auszuschließen halte ich für moralisch, menschlich UND strategisch dämlich. Diese können genauso Deutsche werden wie die Kubitcheks unter uns.
Es ist aber nicht genug, den Mangel des Islams aufzutun, den die Bevölkerung weitestgehend wahrnimmt. Es braucht auch ein Ziel! In welchem Deutschland wollen wir denn leben?
Die größte Kugel, die sich hier die Identitäre Bewegung und andere „Rechte“ in den Fuß schießen ist hierbei der Antikapitalismus – Österreicher lesen dringend empfohlen (Mises, Hayek, Rothbard, Friedman).
Nur der freie Markt bringt freie Bürger! Alles andere ist linkes Geschwätz! Und keiner will in Armut leben in diesem neuen Deutschland, das glaub aber!
Die nächste Frage ist nun, was macht die Deutschen a) so erfolgreich und b) so angenehm? Diese Fragen müssen beantwortet und zu einer koherenten Zukunftsversion verknüpft werden. Die Jugend ist konservativ wie schon lange nicht mehr. Sie will Kinder, die im Herbstlaub spielen. Einen Garten, wo die Schaukel stehen kann. Laternelaufen, Nikolauslaufen, Kastanientiere basteln. Wenn die Masse bewegt werden soll, dann muß sich die Identitäre Bewegung vor allem überlegen, wie sie dies Realität werden lassen kann. Sonst krepiert sie im Rohr.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: