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Beim Bloc Identitaire in Orange: Strukturen (Teil2)

Posted in Kubitschek on Januar 12, 2013 by androsch

Im Saal selbst (über dessen geradezu groteske Häßlichkeit Lichtmesz berichtet) war es nie wirklich voll, ständig standen Teile der Besucher im Foyer oder im Freien – eine Form der Disziplinlosigkeit und des mangelnden Respekts, die von einem französischen Pärchen dezidiert angesprochen wurde: Respekt sei, demjenigen zuzuhören, der sich vorbereitet hat – eine Haltung, die wir für unsere eigenen Veranstaltungen in Berlin, Schnellroda und anderswo stets einfordern und durchsetzen.

Überhaupt: dieses Pärchen. Martin sprach sie an, nachdem ich ihn auf Cordhose (Mann) und langen Rock (Frau) aufmerksam gemacht hatte. Und tatsächlich: Das waren Leute, die unter „Identität“ jene Übertragung einer Überzeugung auf das eigene Leben verstanden, die mir die frühen Grünen so sympathisch machten: bei sich beginnen, nicht vor allem gegen, sondern für etwas sein, regional und ökologisch denken, die Dinge anfassen und nicht nur theoretisch vorbeihuschen am Eigenen, Eigentlichen, undsoweiter. – Eine Minderheit auch in der neurechten Szene Frankreichs, ich machte unter den älteren Teilnehmern ein paar ähnlich gestrickte Figuren aus, und es wunderte mich nicht, daß einer von ihnen in einer Pause zur Gitarre griff …

Was war das, optisch, atmosphärisch? Es war eine Einschwörungsveranstaltung, keine Theorietagung; die Redner forderten die Zuhörer zu kollektiven Äußerungen heraus, es gab Parolen, es gab Rede und Antwort, es gab Fahnen im Vortragssaal und vor jeder neuen Rede einen emotionalisierenden Film.

An den Büchertischen: ein reiches Angebot an Plakaten, Musik, Karten und Büchern – jedoch nicht so durchgestaltet, daß eine Art Bloc-Design zu erkennen wäre. Das sind Gehversuche, stilistisch und strukturell sind unsere Verlage und Zeitschriften deutlich weiter, und entsprechenden Eindruck machten Antaios und Sezession dann auch auf diejenigen, denen an der Theorie hinter der Aktion gelegen ist.

Interessant: eine Art Identitäres Lexikon, das ein anderer Kopf, Phillipe Vardon, verfaßt hat – etwas ganz anderes als das Staatspolitische Handbuch, aber sehr reizvoll in seinem pop-kulturellen Zugriff. Lichtmesz skizziert bereits eine deutsche Variante …

Die Zeit reichte nicht hin, um in Lyon oder Nimes eines der identitären Hausprojekte zu besuchen. Von der alljährlichen Sommerakademie (mit Theoriearbeit, Selbstverteidigung, Organisationsschulung und Aktionstraining) ließ ich mir ausführlich berichten. Cattin sprach eine Einladung aus – man solle sich das einmal vor Ort anschauen, und außerdem läge ihm viel daran, mögliche deutsche Identitäre aus der Nähe kennenzulernen und ihre Zuverlässigkeit und Disziplin zu prüfen.

Das ist nichts mehr für mich, für Lichtmesz auch nicht, aber vielleicht etwas für die Wiener Gruppe, mit der wir uns lange und intensiv unterhielten oder für eine mögliche deutsche Sektion, von der wir in der Tat noch nichts wissen. Die Tanzerei in Frankfurt war ja bloß ein Minimal-Zeichen.

Seiten: 1 2

Veröffentlicht: Freitag, 9. November 2012, 13:47
Kategorie(n): Ereignis, Heute, Tage und Taten, Wir
Schlagwörter: Bloc Identitaire, Orange
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31 Kommentare zu „Beim Bloc Identitaire in Orange: Strukturen“

FdF!
Freitag, 9. November 2012, 14:57 (URL) | Kurz-URL
Alles noch nicht ganz ausgereift, aber interessant und sympathisch. Eine Parallelbewegung in deutschen Landen wäre wünschenswert und ist ja auch im Enstehen.
Bemerkenswert, dass auf den anfänglichen Reinigungsprozess hingewiesen wurde. Dies hängt mit den Wurzeln der französischen Identitären zusammen (Unité Radicale etc.), ein recht krudes Gemisch aus Nationalbolschewismus und sonstiger Revolutionsromantik. Immerhin hat man das hinter sich gelassen.
Eine gesunde Kompromisslosigkeit wäre auch so mancher deutschen Gruppierung zu wünschen. Aus Personalknappheit heraus, wird alles mitgeschleppt, was laufen kann. So läuft es eben gerade nicht!
Ein Fremder aus Elea
Freitag, 9. November 2012, 16:03 (URL) | Kurz-URL
Hat also nicht viel, aber etwas gebracht.
Nun, ich wünsche Lichtmesz gutes Gelingen.
Habe mich zuletzt mehr mit der Situation in Amerika befaßt. Es schien mir fast, daß Obamas Worte „We are, and forever will be, the United States of America“ als Drohung gemeint waren. Weit ist es mit der Einheit nicht mehr hin, Ron Paul hatte vor vier Jahren vielleicht 10% der Republikaner auf seiner Linie, heute sind es wahrscheinlich 30%. Das geht noch weiter, und das wird auch andernorts zu spüren sein.
In den Staaten wenigstens nimmt es zunehmend die Form an, daß auf der einen Seite die stehen, welche sich aufgegeben haben und auf der anderen die, welche es noch nicht getan haben. Die ganze linke Hirnverkleisterung ist wahrscheinlich schon in vier weiteren Jahren intellektuell tot, es wird zwar viel gejammert, aber nur weil es Aktivisten nicht schnell genug geht, heißt es nicht, daß es nicht voran geht.
Wird interessant sein, was man dann aus Europa zu hören kriegt. Nun, wenn nicht bis dahin andere Dinge geschehen.
PB
Freitag, 9. November 2012, 16:25 (URL) | Kurz-URL
Die Machtausüber haben sich jedenfalls schon mal positioniert:
„Es bleibt also zu hoffen, dass auch dieses Phänomen so schnell wieder verschwindet, wie es aufgetaucht ist.“
http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/die-identit%C3%A4ren-ein-ernstzunehmendes-neues-ph%C3%A4nomen-oder-nur-nebellichter-8149
Weltversteher
Freitag, 9. November 2012, 17:42 (URL) | Kurz-URL
Ich bin gespannt auf jeden Hinweis, was an dieser Bewegung nun tatsächlich eigenständig sein wird. Es müßte doch schon zu erkennen gewesen sein, welche Indentität hervorgehoben werden soll: Die der weißen Rasse, die der „Europäer“, der Franzosen?
Vermutlich wird längst die Falle gestellt, sie irgendwann erkennen zu lassen: Was habt ihr nur, ihr dürft doch „ihr“ sein? Was habt ihr denn besonderes, was euch von anderen unterscheidet und ein wichtiges Gut wäre?
Die erblickten „Trachtler“ hätte man hier unter der Überschrift „Völkische“ zusammengefaßt. Die gibt es schon lange, und sie sind wohl gegenwärtig die einzigen, die versuchen, eine nationale Identität zu beleben.
Allerdings treten sie nicht öffentlich in Erscheinung.
Vermutlich schließt das einander aus, jedenfalls in den einzelnen Menschen: Suche nach dem Eigenen, Inneren, und der Kampf gegen dessen Bedrohung.
Was uns eigentlich noch fehlt, ist eine Sturmtruppe, und als solche tut sich diese Bewegung bislang hervor.
Der Klaus
Freitag, 9. November 2012, 18:19 (URL) | Kurz-URL
Natürlich, und man erkennt die Nervösität in der verwendung des Wortes „hoffen“. Die alten Strassenkämpfer erinnern sich an Ihren Aufstieg zur Macht und wissen das es auch andersherum geht.
Dieter Urchblicker
Freitag, 9. November 2012, 18:41 (URL) | Kurz-URL
Ob die Identitären ein stabiler Ast aus neurechtem Stamm sind scheint mir fraglich. Es gibt viele Gemeinsamkeiten in der Zielsetzung, was die Bewegung „unter der Haube“ antreibt scheint mir aber eher vage.
Ich kann bisher – dieser Artikel bildet keine Ausnahme – keine direkte Bezugnahme zur Neuen Rechten erkennen, Versatzstücke, sicherlich, das war es dann aber derzeit schon.
Man scheint zu lavieren, will sich nicht festelegen, prescht vorraus und macht Boden gut – Ungestümheit der Jugend? Das ist wünschenswert und respektabel, aber wie wird das aussehen wenn die Bewegung die Schwelle der Nichtbeachtung überschreitet und sich positionieren muß?
Als Vergleich vielleicht die Piraten: Jung, frisch, dynamsich… auch sie preschten in Windeseile vorraus, je konkreter es wurde, je mehr Farbe sie bekennen mussten, desto blasser wurde ihr Nimbus.
Es ist meiner Meinung nach zu früh für eine Einordnung. Ich bin ungeduldigt, will mehr wissen, bin daher etwas enttäuscht von dem Ergebnis (was nicht dem Autor anzulasten ist). Vielleicht warte ich auf etwas, das so nie kommen wird. Vielleicht ist es besser die eigenen Mittel einzusetzen um die Bewegung in Deutschland mit formen zu helfen statt zu warten was vom frz. Original zu uns herüberschwappt.
Dem steht gegenüber dass es vielleicht gerade das Unkonkrete ist, dass die Bewegung attraktiv macht und man ihr durch Einflußnahme Chancen verbaut.
Soll man aufbauen, soll man prägen oder soll man besser abwarten? Wir haben schon viel zu oft & lang gewartet, vielleicht noch dieses eine, letzte mal?
Asenkrieger
Freitag, 9. November 2012, 19:11 (URL) | Kurz-URL
Da die Realität immer weniger mit der medialen Simulation übereinstimmt, wird es früher oder später zu einer Bewegung dagegen kommen.
Ob es dann noch Diskussionen über Abgrenzungen und Distanzierungen geben wird, wage ich zu bezweifeln.
Wenn es soweit ist, wird es nur noch zwei Seiten geben.
Sixty
Freitag, 9. November 2012, 19:34 (URL) | Kurz-URL
Zitat aus dem „Netz gegen Nazis“:
„Die Parole „100 % Identität – 0% Rassismus“ klingt erst einmal unverfänglich. Dass die Parole nur als Deckmantel für antimuslimischen Rassismus dient, wird in der weiteren Beschreibung erst auf den zweiten Blick deutlich. Man muss es schon bis zum Ende der Beschreibung schaffen, um die typischen Schlagworte zu entdecken: „Wir wollen das Überleben unseres Volkes und aller Völker Europas und den Schutz unseres Kontinents vor Überfremdung Massenzuwanderung und Islamsierung!“ (Fehler im Original). Das Thema „Volkstod“ wird gut verdeckt und ist trotzdem ein eindeutiger Verweis auf die Nazi-Inhalte.“
Soweit. Einmal mehr entlarvt sich der links-liberale, pro-islamische, „antirassistische“ schaumschlägerische „Antifaschismus“ als ein wesentliches Instrument, um die antinationale bzw. anti-identitäre „politisch korrekte“ Gleichschaltung in Deutschland im Sinne der Bundestags-Kartellparteien voranzutreiben.
Daß historisch gesehen Nazis und Muslime bzw. Islamisten durchaus Freunde waren und auch heute (siehe z.B. Iran) bisweilen noch sind, bleibt dabei (bewußt?) unerwähnt.
Dies klarzustellen, heißt keineswegs, à la PI-News oder „Achse des Guten“ USA- oder Israel-Freund zu sein.
Alexander
Freitag, 9. November 2012, 20:57 (URL) | Kurz-URL
Dieter Urchblicker,
die Antwort muß ganz klar lauten: (mit)aufbauen & prägen!
Meine Zeit des stillen Beobachtens & Abwartens ist jedenfalls vorbei …
Wagen wir den Sprung!
Toni Roidl
Freitag, 9. November 2012, 21:31 (URL) | Kurz-URL
Danke, dass Sie vor Ort waren und für den Bericht. Mich erfüllt das mit Hoffnung. Ich meine, jede Initiative, die den kruden linken Thesen Widerstand bietet, verdient erstmal Anerkennung. Natürlich waren die bisherigen Aktionen noch nicht der große Wurf, aber die Leute haben den Rechner verlassen und etwas GETAN. Und der Stil ist zeitgemäß. Wer über die Tanz-Flashmobs elitär die Nase rümpft, soll etwas Besseres vorweisen. Und wenn so etwas jeden Monat, jede Woche passiert, kann das eine Eigendynamik entfalten. Ich bin gespannt.
Martin Höfer
Freitag, 9. November 2012, 21:52 (URL) | Kurz-URL
Daß aus deutscher bei Betrachtung einer identitär-französischen Bewegung ein fader Beigeschmack bleibt, überrascht mich nicht. Alles andere wäre merkwürdig, wissen gerade wir Konservativen doch gerade um die Eigenheiten eines jeden Volkes, die es erst schützenswert erscheinen lassen. Gerade hier sind eklatante Unterschiede in Herangehensweise und Richtung also zu erwarten. Aus diesem Grunde halte ich wenig davon, fast wie im Vormärz manisch westwärts zu starren und dankbar jeden Brocken aufzuheben, der uns vor die Füße geschmissen wird. Die Identitärennummer ist allein ein französisches Programm, das für ein vollkommen romanisiertes Volk funktioniert, bei uns hingegen muß es scheitern. Nur die Idee ist transfomierbar. Ziehen wir unsere Lehren, indem wir etwas EIGENES erschaffen, mit eigenen Symbolen, eigenen Begriffen und eigenem Stil. Was soll dieses Lambdazeichen uns schon sagen? KSA als Anknüpfung, neuer Name neues Symbol, urdeutsch und neu, poparttauglich, aggressiv und intelligent, in der tumblr-Küche ist schon einiges zu finden. Mein Kopf raucht, haut rein!
Info
Freitag, 9. November 2012, 22:00 (URL) | Kurz-URL
Auf Youtube findet man ein kurzes Video zu der erwähnten Sommerakademie:

Außerdem eine Reportage des französischen (öffentlich-rechtlichen) Fernsehsenders France 2:
Info
Freitag, 9. November 2012, 22:03 (URL) | Kurz-URL
Da gab es wohl einen kleinen Fehler.
Reportage des französischen (öffentlich-rechtlichen) Fernsehsenders France 2:

ABC
Freitag, 9. November 2012, 22:10 (URL) | Kurz-URL
Die Machtausüber haben sich jedenfalls schon mal positioniert:
„Es bleibt also zu hoffen, dass auch dieses Phänomen so schnell wieder verschwindet, wie es aufgetaucht ist.“
Diese Hoffnung wird wohl schon deswegen enttäuscht werden, weil JETZT die Generation da ist, die sich vor der Wirklichkeit – ihrer Wirklichkeit – nicht mehr drücken kann. Für weiße Franzosen in den genau wie bei uns oder in England oder sonstwo überfremdeten Städten ihres(?) Landes … gibt es keine Nischen mehr, in die sie sich vor der Wirklichkeit zurückziehen könnten. Daher: Das ‚Phänomen‘ wird nicht verschwinden! Weil die Situation, auf die es die Reaktion darstellt, nicht verschwinden wird.
S. Wunder
Samstag, 10. November 2012, 0:04 (URL) | Kurz-URL
Die „Identitäre Bewegung Deutschland“ agiert bislang m.E. recht klug, und Akteure dieser Bewegung werden wohl auf der einen oder anderen Akademie des IfS ihren Impuls zur Tat gewonnen haben. Was daraus wird, ist noch offen, aber durch die Schwerpunktsetzung auf positiven Botschaften und Verzicht auf vergangenheitsbezogene Nebenkriegsschauplätze hat man bereits einen deutlichen Schritt nach vorne getan. Ich war skeptisch, weil der gewählte Ansatz verwundbar für Unterwanderung aus verschiedenen Richtungen ist, aber bislang hat man hier stets disziplinierend eingewirkt, wenn solche Versuche erkennbar wurden. Das Anliegen („Verteidigung des Eigenen“) hat man in Anlehnung an Lichtmesz klar formuliert, und alles, worauf es jetzt ankommt, ist die Tat. Hier wären weitere Impulse erforderlich: Was können einzelne Gruppen tun, die jeweils vielleicht ein Dutzend Personen umfassen?
Dr. Schneider
Samstag, 10. November 2012, 8:39 (URL) | Kurz-URL
@ Sixty:
Genau solche Fragen stelle ich mir auch und sie scheinen mir bei den Identitären wie auch hier in dieser Diskussion etwas zu kurz zu kommen. Die Herangehensweise ist doch schon sehr technokratisch. Man tut so, also wollten alle irgendwie das gleiche und als ginge es nur noch um Fragen der Strategie und der Inszenierung.
Zunächst frage ich mich, woher dieser Professionalitätsschub und das dahinter stehende Geld kommt. Der immer wieder exponierte Verweis auf die FPÖ und Vlaams Belang – erinnert sich jemand noch an die Israelreise von Strache und Wilders? – weist in eine bestimmte Richtung.
In Frankreich hat die génération identitaire Alain Soral, der an einer Achse zwischen Europäern und Muslimen im Widerstand gegen die Globalisierung arbeitet, sehr scharf angegriffen. Das war keine konstruktive Kritik, mit der man jemanden überzeugen will, das war ein wortreiches „Verpiß dich!“
Und was diesen Philippe Vardon angeht, so scheint er aus keinem anderen Holz geschnitzt als die Schleimbolzen Wilders und Strache. Hier kann man seine Rede anhören:

Man vermißt eine klare Positionierung zu den wirklich drängenden Fragen.
Inselbauer
Samstag, 10. November 2012, 15:55 (URL) | Kurz-URL
Das hört sich alles recht fremd an, und ich glaube nicht, dass man mit einer solchen Jugendkultur in Deutschland ein großes Publikum für Deutschland gewinnen kann. Wir hätten am Zwischentag zum Schluss das Deutschlandlied singen können, da wäre keiner vor der Tür gestanden.
Ich finde es gut, dass Kubitschek so realistisch ist, sich von den antiautoritären und kirchentagsmäßigen Auswüchsen zu distanzieren. Urlaub ist ja schön, und Frankreich auch, trotzdem müssen wir mit dem Eigenen zurecht kommen, die halbe Pro-Bewegung ist in den letzten Tagen hopsgenommen worden, und Stürzenberger wird im ZDF für den Verhetzungsparagraphen reif gemacht.
Martin
Samstag, 10. November 2012, 17:14 (URL) | Kurz-URL
Dr. Schneider,
wir könnten alle froh sein, wenn wir in Deutschland Leute mit einem Erfolg wie Strache oder Wilders hätten oder so etwas wie Vlaams Belang … im Vergleich zu unserem Establishment immer noch besser.
Im Moment schaut es sehr schlecht aus in Deutschland für jegliche Bewegung, die auch in Richtung Parlament oder öffentliche Posten schielt (s. auch den Beitrag von Inselbauer).
Der Repression und auch der juristische Verfolgungsdruck ist erstaunlich hoch – da gilt es wohlüberlegt dagegen zu halten.
Und jetzt zum Thema, da habe ich auch noch eine Frage:
Wie stehen denn die franz. „Identitären“ zum Front National, der ja in Frankreich schon seit längerem einige Erfolge hatte. Das ist mir noch nicht so klar.
Inselbauer
Samstag, 10. November 2012, 20:04 (URL) | Kurz-URL
Lieber Dr. Schneider, Strache ist alles, aber kein Schleimbolzen, und er wird auch nicht von den Israeli finanziert. Ich kenne den Mann und das Milieu sehr genau, bitte schlagen Sie sich das aus dem Kopf. Überhaupt muss man sich von der Vorstellung verabschieden, dass die Islamkritiker von „Juden“ finanziert seien. Wenn PI einmal ein paar tausend Euro von denen eingesteckt hat, soll uns das wurscht sein, genauso wie die Lederschuhe von Strache (Budapester Schuhe…)
Schöner wird`s nicht
Samstag, 10. November 2012, 23:44 (URL) | Kurz-URL
Es ist längst an der Zeit und eine Situation entstanden, wo alte Germanen einfach das Schwert geschliffen haben und sich nicht in endlosen Diskussionen über die gesetzmäßige Legitimation ihres Handelns zerrieben hätten.
Sie hätten ganz simpel neue Tatsachen, Realitäten und angenehmere Lebenswirklichkeiten geschaffen!
Warum lange über das an sich schon Verrückte nachdenken, das klar den eigenen Untergang bringen wird, ja bringen muss?
Lange darauf gewartet, ob irgendwo ein Leidensgenosse am Horizont auftaucht, der irgendwie helfen könnte, hätte der mutige Germane wohl auch nicht.
Das Warten auf ein „Elan Vital“ aus dem Nirwana, auf einen Befehl eines mächtigen Gerechten, der das notwendige Handeln entschulden würde, führt nur in die Kälte des Universums.
Warum auf etwas warten,auf eine Stimme, das schon immer in uns ganz von selbst klingt?
FdF!
Sonntag, 11. November 2012, 12:15 (URL) | Kurz-URL
Was ist nun das Ergebnis der Debatte?
Durch den Besuch bzw. die Eindrücke der Sezessionisten in Orange sind wir sicher alle nicht dümmer geworden. Dass man dort den Königsweg nicht verraten bekommt, war auch offenkundig.
Die einen im Forum bleiben im Elfenbeinturm, die anderen wollen heraus.
Ich selbst verfüge über eine verhältnismässig exclusive Sammlung von KR-Literatur. Gelesen habe ich sie weitgehend. Geholfen ist damit niemand.
So langsam müssen wir uns aber selbst helfen, sonst ist es schlichtweg zu spät.
In eine Traditionskompanie mag ich mich noch nicht einreihen.
Das IfS könnte bspw. eine Veranstaltung zum Thema „Identitäre Perspektiven in Deutschland“ veranstalten. Wir benötigen einen Klärungsprozess und die Erkenntnis, dass es nicht ausreicht Heftchen zu sammeln.
Sixty
Sonntag, 11. November 2012, 15:16 (URL) | Kurz-URL
„wir könnten alle froh sein, wenn wir in Deutschland Leute mit einem Erfolg wie Strache oder Wilders hätten oder so etwas wie Vlaams Belang … im Vergleich zu unserem Establishment immer noch besser.“
Ja, aber doch nur das „kleinere Übel“ und als USA-/Israel-Fans im übrigen durchaus „mainstreamig“.
„Wie stehen denn die franz. „Identitären“ zum Front National, der ja in Frankreich schon seit längerem einige Erfolge hatte. Das ist mir noch nicht so klar.“
Das würde mich auch interessieren. Marine Le Pen steht ja (anders als ihr Vater) eher für eine „linksnationale“ Politik.
FdF!
Sonntag, 11. November 2012, 21:19 (URL) | Kurz-URL
Jean-Marie Le Pen war ein klassischer Rechter in Frankreich, hat alles mitgemacht. Über Poujade, Algerienkrieg und hin und her. Seine Tochter hat den Laden ein bischen modernisiert. Das Keltenkreuz lässt man schon mal zu Hause.
„Linksnational“ ist sicher der falsche Begriff. In jedem Rechten steckt ja in aller Regel ein kleiner Sozi, links wie rechts des Rheins. Mit Wirtschaftspolitik mag man sich sowieso nicht beschäftigen. Ist ja eher was für die Kameraden von der anderen Feldpostnummer.
Der Bloc Identitaire ist für den FN ein politischer Konkurrent, der auf kommunaler Ebene schon ordentlich Stimmen abgestaubt hat (z.B. Nizza). Die Begeisterung hält sich also in Maßen.
Zudem läuft der Regionalismus der Identitären den in Stein gemeißelten Zentralismus in Frankreich entgegen. Da sind die Verhältnisse doch ein bischen anders. Regionale Vielfalt wird in Frankreich nicht als Stärke betrachtet.
Selbst zu Zeiten der Kollaboration schlug diese Problematik immer wieder durch. Bei Interesse kann man sich bspw. mit Gerhard von Tevenar und seinen Bretonen beschäftigen.
Ernstfall
Sonntag, 11. November 2012, 23:16 (URL) | Kurz-URL
Das Vorhaben „identitäre Bewegung“ braucht m.E. Führung in Form eines Willens, der das Handeln auf ein Ziel ausrichtet und Schwerpunkte setzt. Die vorhandenen Kräfte sind begrenzt und sollten mit Bedacht eingesetzt werden. Aus dem dezentralen Vorhaben heraus ist die erforderliche Führung bislang nicht entstanden, so daß nun andere gefragt sind. Hier könnte das IfS eine Lücke schließen und die geistige Führung übernehmen. Welche Ziele können wie angegriffen werden? Wenn diese Frage nicht bald beantwortet wird, könnte der aus meiner Sicht vielversprechende identitäre Ansatz wieder an Schwung verlieren.
Dr. Schneider
Montag, 12. November 2012, 8:50 (URL) | Kurz-URL
@ Inselbauer
Also ich habe noch diverse TV-Duelle kurz vor Haiders tot in Erinnerung, in denen Strache Haider scharf angegriffen hat, wobei Haider stets auf Konsens und Verständigung aus war. Man hat gemerkt: Straches Hauptziel ist, zu verhindern, daß Haider wieder was zu sagen hat und es zu einer Bündelung der Kräfte kommt. Honi soit qui mal y pense.
Kubitschek hat schon recht, wenn er sagt, wir bräuchten einen Charismatiker, so einen wie Haider eben.
Der war aber nicht nur Charismatiker, sondern hatte auch klare Positionen, was wieder mal zeigt: Beides bedingt sich. Ein echter Charismatiker hat auch inhaltlich einen sichtbaren, wohldefinierten Standpunkt.
Mit den Retortenbabys von der PRO-Bewegung, Vlaams Belang (Post-Haider)-FPÖ, etc. etc. ist niemandem gedient.
Ernstfall
Montag, 12. November 2012, 13:31 (URL) | Kurz-URL
Hier ein Beitrag der Frankfurter Rundschau, die das IfS als treibende Kraft hinter den Identitären in Deutschland sieht und das ganze unter „Rechtsextremismus“ einordnet: http://www.fr-online.de/die-neue-rechte/rechtsextremismus-neueste-rechte
Inselbauer
Montag, 12. November 2012, 15:15 (URL) | Kurz-URL
Lieber Dr. Schneider, ich warne davor, die österreichischen Verhältnisse unter deutschen Vorzeichen zu beurteilen. Strache hatte nie etwas gegen Haider, und umgekehrt auch nicht; das sind Österreicher, sie meinen nicht das, was sie sagen. Es ist ein Land, in dem ein Drittel der Wähler „rechtsradikal“ denken und vor allem empfinden, das hat mit den gegenwärtigen deutschen Verhältnissen nichts zu tun.
Strache hat alles erfolgreich von Haider übernommen, was politischen Erfolg verspricht. Er steht viel weiter „rechts“ als es Haider jemals war. Sein Erfolg gründet sich auch auf gute Redenschreiber und eine starke Basis in der Arbeiterschaft. Beides hat auch mit den Verhältnissen in der deutschen Rechten nichts zu tun (..)
Von Haider und Strache kann man sicher lernen, dass man gute Leute braucht, um handwerklich gute Politik zu machen. Man kann von diesen Leute aber auch lernen, dass man gegenüber den „Feinden“ in der eigenen Bewegung ab und zu auch einmal die Klappe halten muss und dass es gar keinen Sinn hat, abwertend gegen Kameraden aufzutreten, sondern dass es auch um Zuwendung und Wärme (ja, Sie haben richtig gelesen!) in der Politik geht.
Alexander
Montag, 12. November 2012, 15:37 (URL) | Kurz-URL
Da der Verweis zur Frankfurter Rundschau weder hier noch auf Ernstfalls Seite funktioniert, hier der korrekte Pfad:
http://www.fr-online.de/die-neue-rechte/rechtsextremismus-neueste-rechte,10834438,20843510.html
Was die Führung der Identitären Bewegung betrifft, wird es durch die dezentrale Strukturierung wohl einen inneren Machtkampf geben, aus dem eine Führung mit (ihren) zentralen Leitlinien hervorgehen wird. Es wäre auch aus meiner Sicht wünschenswert, wenn das IfS oder ihre Mitglieder sich (zumindest von außen) an diesem Prozess beteiligen würden. Die Macher der Blauen Narzisse setzen bereits Akzente.
Möchte man – wie Ernstfall – gewisse Positionen in der Identitären Bewegung vertreten oder gar vorherrschend sehen, ist man jedoch vor allem selbst gefragt, sich und seine Meinung einzubringen.
Also Schluß mit dem ewigen Beobachten, Abwarten und enttäuschten Wegdrehen!
Alexander
Montag, 12. November 2012, 16:59 (URL) | Kurz-URL
Nachtrag:
Derselbe Beitrag der Franfurter Rundschau, wurde am gleichen Tag auch auf der Netzseite der Berliner Zeitung veröffentlicht:
http://www.berliner-zeitung.de/neue-rechte/rechtsextremismus-neueste-rechte,10911114,20843510.html
Ein Fremder aus Elea
Dienstag, 13. November 2012, 6:32 (URL) | Kurz-URL
Was die Führung der Identitären Bewegung betrifft, wird es durch die dezentrale Strukturierung wohl einen inneren Machtkampf geben, aus dem eine Führung mit (ihren) zentralen Leitlinien hervorgehen wird.
Glaube ich nicht. Wozu auch? Den Front National gibt es ja schon. Die Geschichte ist voll von föderalen Bünden, wenn auch nicht unbedingt in Frankreich.
Alexander
Dienstag, 13. November 2012, 16:39 (URL) | Kurz-URL
Ein Fremder aus Elea:
Wo gibt es den „Front National“ in Deutschland?
Es ging und geht mir um Deutschland, nicht um Frankreich.

Beim Bloc identitaire in Orange. Strukturen (Teil1)

Posted in Kubitschek on Januar 12, 2013 by androsch

Wer in der Lage ist, international einzuladen und die eigene Sache für ein paar Tage zum Mittelpunkt einer europäischen Bewegung zu machen, verbreitet an und für sich schon eine Atmosphäre des Professionellen. Wer zudem kurz vor dieser Zusammenkunft eine spektakuläre Aktion macht und sie professionell vermarktet, hat zweifellos das Heft in der Hand. So der Bloc Identitaire, so mit ihm die europäische Bewegung der sogenannten „Identitären“, die sich am vergangenen Wochenende in Orange/Rhonetal versammelten.

Die Erwartungshaltung, mit der Martin Lichtmesz und ich dorthin fuhren, war nicht frei von der Suggestionskraft des Erfolgs. Was würden wir lernen können? Und: Ist das die lange erwartete „nächste Generation“, die unsere Strukturen und Theoriearbeiten zwar kennt, aber mit dem Elan des „ganz Neuen“ einen sehr eigenen Weg geht? Gibt es Drähte nach Deutschland, von denen wir noch nicht wissen?

Um eines vorwegzunehmen: Das latente Gefühl, in politisch-dynamischen Fragen einer Bananenrepublik zu entstammen, hat sich nach den ersten ein, zwei Stunden verflüchtigt. Die Identitären aus Frankreich (und damit ein stabiler Ast aus neurechtem Stamm) sind atmosphärisch stark und können mittels Bildern, Filmchen und der gemeinsamen Aktion jene Szene-Geschichten erzählen, die Suggestivkraft ausüben. Das Rad aber haben sie nicht neu erfunden.

Das Ganze findet jenseits von Skin-Aufmärschen oder Demonstration freier Nationalisten statt, und es war aufschlußreich, daß einer der jungen Köpfe des Bloc Identitaire, Jean-David Cattin, mir das am Sonntag dezidiert auseinandersetzen wollte: Es sei sehr wichtig zu begreifen, daß am Anfang der politischen Arbeit des Blocs ein intensiver Reinigungsprozeß gestanden habe: keine NS-Symbolik, keine NS-Sympathisanten – dies nicht aus taktischer Erwägung, sondern aus grundsätzlicher Überzeugung. Letztlich, so Cattin, sei es darauf angekommen, daß man den oft nur an einer guten Gruppe oder an Aktion interessierten jungen Leuten etwas besseres würde anbieten können als das, was die Alte Rechte böte. Dies sei gelungen.

Ich kann das optisch bestätigen: Die jungen Männer und wenigen jungen Frauen waren beinahe zu leger gekleidet – Jeans, oft kombiniert mit irgendwelchen identitären Meinungshemden, und am Samstagnachmittag wurden dann an die Veteranen der Moscheebesetzung in Portiers unvorteilhaft geschnittene, knallgelbe T-Shirts ausgegeben. Der Sinn war klar: Hier kleidet sich ein, wer zum inneren Erlebniszirkel gehört, und sicher ist, daß etliche Anwärter demnächst nicht beseite stehen, sondern ebenfalls nach vollbrachter Tat ein Ich-war-dabei-Hemd sich überstreifen wollen.

Die beiden Tage waren organisiert wie bei uns ein ausgedehnteres Kolleg des Instituts für Staatspolitik: Einlaßkontrolle, ein Saal, Vorträge, ein paar Büchertische, ein Stand mit Kaffee und in den Pausen rauchende Teilnehmer vor den Türen. Lichtmesz brachte die Latrinenparole von rund 2000 Teilnehmern am Vorabend in unser zellenartiges, sehr günstiges „Hotel“-Zimmer mit. Es waren aber sicher nicht mehr als rund 450 Leute über die beiden Tage – eine Zahl, die mich erstaunte, denn das Treffen wurde als Aufbruchsereignis ausgerufen und zog immerhin Gruppen aus Italien, Spanien, Flandern, Östereich und Deutschland (uns) an.

Beim Bloc Identitaire in Orange: Massnahmen (Teil2)

Posted in Kubitschek on Januar 12, 2013 by androsch

+ Kontakt aufnehmen zu allen Gruppen, Internetseiten, virtuellen Initiativen, die sich in irgendeiner Form als „identitär“ verstehen; prüfen, wer sich dahinter verbirgt.
+ Eine Organisationsgruppe bilden, die den virtuellen Raum und den „Maskentanzball“ verläßt.
+ Inhaltliche und formale Richtlinien festlegen, die für jeden Teilnehmer an einer Veranstaltung oder Aktion zwingend verpflichtend sind (hinein bis in Fragen der Kleidung, der Symbolik usf.).
+ Formulierung eines Manifests (Manifeste sind derzeit wieder „in“), dabei konstruktive Auseinandersetzung mit den Richtlinien, die beispielsweise die Junge Freiheit zum Erscheinen ihrer 1000. Ausgabe formulierte oder die Blaue Narzisse in ihrem nächsten Thesenanschlag.
+ Mit der Organisationsgruppe ein Großtreffen organisieren, das als eine Art Gründungsveranstaltung einer deutschen Identitären Bewegung ausgerufen wird. Inhalte: Grundsatzvortrag über die Notwendigkeit; Grundsatzvortrag über das inhaltliche und formale Konzept; Grundsatzvortrag über die Organisationsform; Erweiterung der Organisationsgruppe um einige brauchbare regionale Führungsköpfe. – Unmittelbar in kleinem Kreis: Planung einer ersten großen Aktion, abgestimmt auf die deutsche Situation, den richtigen Gegner, die eigenen Möglichkeiten, die verwertbaren Bilder.
+ Kontakt zu den „Milieumedien“ (JF, Sezession, BN, Zuerst usf.) aufnehmen, mit Vorschlägen zur medialen Begleitung und mit Bitte um strukturelle Unterstützung.
+ Für einen extrem raschen Aufwuchs des eigenen Projekts und die damit verbundene Sog-Entwicklung sorgen, die es möglichen identitären Konkurrenten nahelegt, sich einzuordnen oder zu verschwinden. Dies bedeutet, die Zügel in die Hand zu nehmen, nicht auf basisdemokratische Führungsmodelle reinzufallen, sondern andersherum: unterhalb einer straffen Organisation regionale Kreativität zuzulassen und zu fördern, ohne sich in generelle Streitereien zu verwickeln und Runde Tische zu bilden.
+ Agieren, agieren, agieren: Aktion verbindet, Reden trennt.
+ Sich klar darüber sein, daß das – ernsthaft betrieben – zwei Semester Studium kostet (wie bei Dieter Stein, wie bei mir) und daß man mit dem Kopf durch die Wand muß, soll daraus eine Lebensperspektive entstehen.
+ Sich klar darüber sein, daß es schiefgehen kann, daß der eigene Name danach so oder so einen Stempel trägt und daß es kein Mitleid für gescheiterte „Nazis“ gibt (zumindest in Deutschland nicht). Über diese möglichen Konsequenzen gründlich nachdenken und lieber gleich sagen: Das ist nichts für mich.

Soweit. Natürlich stellte ich Cattin noch einige Fragen zum theoretischen Hintergrund des Blocs. Aber die Sprachbarrieren waren für einen differenzierten Austausch zu hoch. Klar ist mir, daß der Bloc bereits Gefahr läuft, seine Anziehungskraft nicht aus einem „Wofür“, sondern aus einem zentralen „Dagegen“ zu holen: Der antiislamische Affekt hat die meiste Aufregung hervorgerufen, aber das kann die Frage nach der Identität nicht im geringsten beantworten. Martin Lichtmesz wird sich dieser Frage in seinem nächsten Tagebuch-Eintrag annehmen.

Seiten: 1 2

Veröffentlicht: Dienstag, 13. November 2012, 11:14
Kategorie(n): Tage und Taten, Wir
Schlagwörter: Bloc Identitaire, Neue Rechte
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41 Kommentare zu „Beim Bloc Identitaire in Orange: Maßnahmen“

Ernstfall
Dienstag, 13. November 2012, 12:23 (URL) | Kurz-URL
Ich habe in einem früheren Fall die berufliche Ächtung nur mit Glück vermeiden können, und das für ein Anliegen, bei dem ich dieses Risiko aus reiner Sturheit eingegangen bin, ohne das es irgendetwas gebracht hätte, wenn dieses Anliegen erfolgreich gewesen wäre. Ich kenne einige mittlerweile beruflich und gesellschaftlich einigermaßen etablierte Personen, die solche Risiken unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht bzw. nicht mehr eingehen würden, aber durchaus etwas beizutragen hätten. Sie würden die Risiken vermutlich auf sich nehmen, wenn das Vorhaben durch straffe Führung sicherstellen würde, daß Provokateure jeder Art ferngehalten werden und es bei aller provokativen Deutlichkeit in der Positionierung absolut seriös bleibt. Die erwähnten „inhaltlichen und formalen Richtlinien“ wären ein Mittel dazu. Ich werde diese Anregung praktisch aufnehmen und den Identitären entsprechende Erfahrungen aus dem Bereich der strategischen Kommunikation anbieten.
Weltversteher
Dienstag, 13. November 2012, 12:52 (URL) | Kurz-URL
Die vorgeschlagenen Maßnahmen scheinen zwar naheliegend, aber, wie ich fürchte, nicht originell genug.
Unter den herrschenden Verhältnissen wäre eine Entwicklung abzusehen wie bei Piraten und NPD zusammen. Jede verbindliche Vereinigung unterliegt heutzutage wohl Vorschriften über „Offenheit, Transparenz und Demokratie“. Das muß doch zur Durchspitzelung führen. Es macht auch die Mitgliederkontrolle schwer. Doch immerhin kann dann nicht jeder Provokateur behaupten, im Namen dieser Bewegung gehandelt zu haben.
Ich halte es für zweifelhaft, wenn Menschen, deren Einsatz für diese Bewegung auch noch so hoch sein mag, wirtschaftlich von ihr abhängig werden. Das klang hier an. Wohin das führt, ist doch klar (siehe Apfel u.a. einerseits, BRD-Verwaltung andererseits). Es gibt durchaus Bereiche, in denen man seinen Lebensunterhalt verdienen kann und doch nicht zwangsläufig wegen Mißliebigkeit angreifbar ist.
Insofern sollte die Lebensperspektive gerade nicht darin liegen.
Was noch nicht erwähnt wurde: Verdichten, was unter „identitär“ zu verstehen sein soll! Bisher erscheint es mir wie eine verklemmte Ausrede. Der Name läßt eine Definition durch Gegnerschaft gar nicht zu. Es ist schon grenzwertig, darunter hauptsächlich Aktionen gegenüber unseren Bedrängern durchzuführen.
Ich denke, die passenden deutschen Wörter hat mancher im Hinterkopf. Wenn sich die Gegner mit dem schwammigen Fremdwort vernebeln lassen, wenigstens was! Wir werden dann an den Früchten sehen, was darunter verstanden wird. (Die armen Franzosen, die auf solche Wörter angewiesen sind!)
An Kubitschek: Ich habe noch nichts gefunden, was eine Beteiligung von Männern über 30 ausschließt?
Inselbauer
Dienstag, 13. November 2012, 13:22 (URL) | Kurz-URL
Es ist ein schönes Foto, das zwei Deutsche zeigt, die schnell vom Kinderspielplatz weg wollen (…) und auch ihre Bärte sind noch gar nicht so lang. Solange Sie noch nicht 45 sind, gibt es keine Ausreden! Wie Lichtenberg sagt: „Mit dem 45. Lebensjahr erwirbt der Mensch das Recht, eine Gesellschaft zu verlassen und im Nebenzimmer ruhig seinen Humpen und allein zu leeren“.
Azo
Dienstag, 13. November 2012, 13:23 (URL) | Kurz-URL
Wenn man ehrlich ist, besteht Identität doch zu einem nicht geringen Teil aus: „Dagegen !“, bzw. „Nicht das !“ Unser deutsches Nationalbewusstsein hat sich aus einer Opposition gegenüber dem Napoleonischen Frankreich entwickelt.
Und das Abendland ist aus der Geschichtsperspektive der nicht-mohammedanische – übriggebliebene Teil – der christlichen Welt. Die Moscheebesetzung in Poitiers („732 !“) war genau die richtige, identitäre, Initialaktion des Bloc.
F451
Dienstag, 13. November 2012, 14:07 (URL) | Kurz-URL
Die Identitären brauchen weder einen Haider noch einen Strache. Für deren Aktionskonzept brauchen sie einen Gianluca Iannone. An der Frage ob sie so eine Person finden oder nicht, wird sich entscheiden ob das ganze mehr wird als ein Sturm im virtuellen Wasserglas.
Rumpelstilzchen
Dienstag, 13. November 2012, 14:13 (URL) | Kurz-URL
Solange die Neue Rechte nicht endlich mal eine geistige Hürde übersteigt, wird sie zwangsläufig immer wieder in die Nähe der Alten Rechten rückbar. So verquast muß sie sich definieren. Identitär ist ein ideologischer Begriff. Identität hat man.
Dazu gehört im Abendland nun mal auch das Christentum. Hier sollte sich die Neue Rechte endlich mal klar positionieren. Hat man grundsätzlich was gegen das Christentum und wenn ja warum ? Oder nur gegen bestimmte Ausprägungen des Christentums und gegen welche.
Wenn die Linie schon klar gezogen ist, im Sinne eines Heidentums, dann ist die neue Rechte auch die Alte.
Problem dabei: Die göttliche Linke kann die Moral weiter für sich pachten. Und sie wird genüßlich aufzeigen können, dass die Neue Rechte die Alte ist. Und das kann noch Jahre so gehen.
Soll endlich ein geistiger Durchbruch kommen, müssen die rechten christlichen Denker m.E. neu endeckt werden, solche, die einer Gesinnungsethik eine Tugendethik entgegensetzen und das Moralmonopol der Linken knacken. Christliche Nichtlinke mit radikaler Kapitalismuskritik, die die globale Ausbeutung von Menschen anprangern und die Zerstörung der Kulturen und Völker. Die gibt es . Da gibt es sogar Ideen für Europa jenseits von Staatenbund und Bubdesstaat.
Man muß nicht warten, bis man alt wird und dann katholisch werden wie Ernst Jünger. Es geht nicht um ein reaktionäres Christentum der Piusbrüder, wo Latein und Brimborium kultiviert werden, sondern um eine geistige Erneuerung der europäischen Identität. Wer hat Ideen?
Nihil
Dienstag, 13. November 2012, 14:38 (URL) | Kurz-URL
@Azo: Wenn dem so ist, dass die Deutschen und die Europäer ihre Identität (nur mehr) aus einer Negativität beziehen, dann läuft etwas gewaltig falsch. Und da ist es mir auch egal, wie lange das schon läuft. Dann müssen wir eben kompromisslos an einer Identität bauen, es gibt reichlich Material. Alles andere hat was von Aasfresserei.
Gottfried
Dienstag, 13. November 2012, 14:42 (URL) | Kurz-URL
@ Azo
„Dagegen!“ – Stömmt. Identität ist alles das, was man EIGENtlich nicht erklärt.
Eigen-tuom (mittelhochdeutsch), der eigene Machtbereich. Wer erfolgreich tümeln will, ist im Besitz der unmißverständlichen Zeichen, die Dominanz kann von Fremden gelesen werden, ohne das Worte fallen müssen. Das lernen fünfjährige Steppkes schon auf dem Spielplatz.
Die Frauenbewegung der 70er hat „Schwanz ab“ gekeift. Die positive Selbsterklärung:“Ich bin ein Mann“ ist weibisch, albern. Das SELBSTverständliche darzulegen ist ein wenig so, wie einen ganz einfachen Witz zu erklären.
Identität hat nichts mit dem Intellekt zu tun. Es ist ein Herzensband. Außerhalb der Kampffront, im Hinterzimmer, kann man sicher a posteriori Überlegungen anstellen. Diese laufen darauf hinaus, daß es vielleicht an der Oberfläche um „Kultur“ und sonstige Joghurts geht, aber die tiefste Grundlage liegt in der Biologie.
Keineswegs „O Prozent ****“, sondern mindestens „90 Prozent ***“ sind entscheidend (die „Menschen“ voneinander scheidend), und dann kommt der pöhse Subspeciecismus, der hierzulande … und das vor dem Hintergrund unserer deutschen Gesch …. und wenn sie nicht gestorben sind.
Dieter Urchblicker
Dienstag, 13. November 2012, 14:55 (URL) | Kurz-URL
Pkt.1: Der Ernstfall ist bereits eingetreten, es gibt One-Man-Shows die in „Wir“-Form schreiben
Pkt.2: Gegenvorschlag: Vielleicht sollte sich die Gruppe im realen Raum bilden und ggf. erst später den virtuellen betreten – würde die Wahrscheinlichkeit der Durchspitzelung verringern
Pkt.3: Bedarf einer straffen Führung. Was soll Delinquenten davon abhalten eine eigene Filliale aufzumachen?
Pkt.4: Erst wenn Pkt. 1-3 geklärt sind
Pkt.5: Im Optimalfall noch vor der BuTaWa‘13 – das wird eng
Pkt.6: Siehe Pkt. 3 – wie die „Markenrechte“ sicherstellen?
Pkt.7: Zustimmung, es eilt, siehe Pkt.5
Pkt.8: Lebensperspektive – finde ich eine Nummer zu groß (siehe auch Einleitung zur „Parteigründung von rechts“)
Pkt.9: Das ist der springende Punkt, alles auf eine Karte ohne Fangnetz.
@Weltversteher
Ich bin in den Dreissigern, welche Bereiche meinen Sie und wie kommt man an sie heran bzw. kann im Zweifel (Pkt.9) dorthin wechseln?
Andersherum: Ich scheitere bereits daran aus meinem pers. Umfeld (Pkt. 2) auch nur 5 geeignete Kanidaten zu benennen. Gründe: Karriere, Kinder, Abstottern des Eigenheims, Rückzug ins Private – so ist das in den Dreissigern.
Die Gründung auch nur einer regionalen Filliale kann nur aus von Personen ausgehen die genügend Auswahl an geeigneten Mitgliedern haben. Diese müssen tatkräftig, ein Stück weit wütend und wirtschaftlich noch nicht mit dem System verflochten sein. Es bleiben im Prinzip nur Universitäten, im geringeren Umfang Schulen und Vereine.
Ich verstehe Kubitscheck so, dass er eine Gründung von oben im Auge hat. Als Ogranisationsstruktur wohl das effizienteste, aber woher sollen die Mitglieder kommen, wenn nicht „von unten“?
„Wir“, die wir in der Masse wohl nicht zu Zielgruppe gehören, können Strukturen und Schützenhilfe anbieten, ggf. auch finanziell (Anwälte, Strafen) – das Heft des Handels selbst in die Hand nehmen können wir aber kaum. Wir können nur unterstützen was sich aus sich selbst heraus gebildet hat, wir können es nicht selbst schaffen.
Es gibt bereits ein Projekt für eine Art identitäres Facebook: http://identitaer.info
Beinhaltet derzeit nur Fake-Accounts, der Betreiber war Zwischentagsbesucher und ist redlich, kann bei Gefallen Kontakt vermitteln.
Ein Fremder aus Elea
Dienstag, 13. November 2012, 15:10 (URL) | Kurz-URL
Eine deutsche Variante des so genannten „Infowar’s“ wäre wahrscheinlich sinnvoller. Diese Sendung hier im besonderen ist hochgradig clever („Strategic Relocation“): http://www.youtube.com/watch?v=jzjm9MJFSA8
Ist ein schönes Beispiel dafür, wie man Leute auf Gedanken bringen kann, ich will dazu gar nichts weiter sagen.
Rumpelstilzchen
Dienstag, 13. November 2012, 15:24 (URL) | Kurz-URL
„Sinkende Zeit macht immer traurig; aber besonders tief liegt die Schwermut über einem Leben, das dem Untergang geweiht ist, und von dem man fühlt, es gehört zu uns. Da versinken eben Möglichkeiten zu leben…
Die unbedenkliche Selbstgenügsamkeit des Europäers ist erschüttert. Das Selbstbewußtsein des Orientalen erwacht. Haltung und Leistung des einzelnen Volkes rückt ins Licht einer Kritik aus dem Ganzen her.“
Aus Romano Guardini „Briefe vom Comer See“ 1926
Azo
Dienstag, 13. November 2012, 16:22 (URL) | Kurz-URL
@Nhil
Nicht nur die Deutschen/ Europäer, alle „Wirs“ beziehen ihre Identität zum größten Teil aus dem „Ihr“. Frag mal die selbstbewussten Moslems nach den „Ungläubigen“, die ja Schweinefleisch essen. Diese Speisegesetze/ -verbote z.B sind ein kongeniales Instrument der Identitätsbildung durch Selbstabgrenzung zu „den anderen“.
Ein „Wir“ spielt ohne „Ihr“ keine Rolle. Wenn diese Grenze erstmal gezogen ist, kann man zu den weiteren Details des Eigenen übergehen, aber sie ist konstitutiv für menschliche Identität.
Martin
Dienstag, 13. November 2012, 17:32 (URL) | Kurz-URL
Denke einen Gedanken zu Ende – und du vermagst die Welt zu verwandeln. Doch nimm ihn zurück, und er ist nicht geschehen, ist weniger als der Schatten eines Traumes. Die Tat jedoch – sie ist klar und eindeutig, aber unwiderruflich (Vicki Baum, Feme).
Darum geht es doch – um die Tat.
In Deutschland braucht man dazu mehr Mumm, dass ist evident. Um so mehr sollten auch die vermeintlich „alten“, die ihren Weg schon gegangen sind, mit in die Bresche springen. Rekurrieren auf das Alter der Protagonisten ist daher abwegig – alle sind aufgefordert und das Ganze als Jugendbewegung hilft nicht weiter, führt eher zu Verpuffungen. Die Entscheidungen, die das Land bestimmen, werden von der Altersgruppe 45 -65 bestimmt, dass zeigt bspw. der nicht abschwindende Erfolg der Grünen mehr als deutlich, obwohl diese immer noch so tun, als seien sie eine Jugendbewegung. In Wahrheit sitzt dort das Establishment der eben genannten Altersgruppe.
Lasst mal die „Jugend“ machen, ist das Falscheste überhaupt. Vernetzung über Altersgrenzen hinweg, der bessere Weg.
Weltversteher
Dienstag, 13. November 2012, 19:03 (URL) | Kurz-URL
Auf die Frage nach einer unabhängigen wirtschaftlichen Existenz:
Ich glaube, die meisten aus unseren Kreisen, die nicht ganz dumm sind, neigen dazu, nach Anstellungen zu streben, die mit geistiger Qualifikation verbunden sind. Man lasse a) Anstellung oder b) Qualifikation weg und es geht schon leichter. Man sollte allerdings die Weichen dafür recht früh im Leben stellen.
Auf der Universität herumdümpeln hat heute (mangels eigener Universitäten) eh schon wenig Sinn. Man stellt auch dort eher Weichen für eine Karrierere, als daß man dort fürs eigene Leben lernte.
Daher Bauunternehmer, Handwerker, Klauenschneider (echt!) usw., da kann man sich schon eine Menge erlauben.
Fred
Dienstag, 13. November 2012, 19:46 (URL) | Kurz-URL
Nun, der Plan ist klar umrissen. Kommentar überflüssig. Einschließlich diesem 😉
113Kilo
Dienstag, 13. November 2012, 20:00 (URL) | Kurz-URL
Zum Stichwort „Beruf und Engagement“: Durch Jahre der Selbstkasteiung in der Nähe bundesdeutscher Eliten sitzend, darf ich diesen für wenig Geld nun zuarbeiten. Die Schizophrenie an der ganzen Geschichte ist, dass ich auf das herrschende System keinen Pfifferling mehr setzen würde, da die Widersprüche ebenso wie das Ausmaß des Verrats einfach viel zu groß sind. Dennoch halte ich natürlich brav meinen Mund. Schließlich will man mal Frau, Kind und den ganzen Rest. Da könnten die eigenen Positionen tausendmal richtig sein, es ändert nichts daran, dass von Oben andere Parolen ausgegeben werden.
Und hier ist das eigentliche Problem für angeblich „Rechte“: Die bürgerliche Karriere ist in dem Moment beendet, in dem man es wagt das auszusprechen, was im Grunde ohnehin jeder mit ein wenig gesundem Menschenverstand weiß. Erschreckend, aber wahr. Deswegen passiert auch nichts, und deswegen haben andere trotz wirklich hanebüchenen Ideen freie Bahn. Weil man die machen lässt, andere nicht. Solange das System noch Posten vergeben kann, wird sich daran auch nichts Wesentliches ändern, Metapolitik und neue Logos hin oder her. Deshalb: Meine Hochachtung, aber ich könnt‘ es mir nicht leisten.
Sixty
Dienstag, 13. November 2012, 21:07 (URL) | Kurz-URL
„2. eine knallharte, per se provokante ns-nahe Kameradschaftsszene, die mit ihren Strukturen absorbiere, was eigentlich identitär ansprechbar wäre;“
Diese Szene ((NPD, „Sache des Volkes“, „Freie Kameradschaft Süd“ usw.) absorbiert nicht nur die „identitäre“, sondern erst recht die „nationale“ Sache.
Diese Elemente nutzen mit ihrem Extremismus nur dem antinationalen und anti-identitären linken/linksliberalen Mainstream. In ihrer sektenhaften Verblendung ist ihnen das natürlich nicht bewußt.
„Klar ist mir, daß der Bloc bereits Gefahr läuft, seine Anziehungskraft nicht aus einem „Wofür“, sondern aus einem zentralen „Dagegen“ zu holen: Der antiislamische Affekt hat die meiste Aufregung hervorgerufen, aber das kann die Frage nach der Identität nicht im geringsten beantworten.“´
Bei aller berechtigten Kritik am Islam und erst recht am Islamismus darf man sich keinesfalls auf das platte und eindimensionale Niveau von PI-News, Wilders, Strache usw. begeben.
cromagnon
Dienstag, 13. November 2012, 21:27 (URL) | Kurz-URL
Was tut man gegen Infiltration durch den Verfassungsschutz?
antwort kubitschek:
diese frage muß einem im großen und ganzen wurscht sein.
Th.R.
Dienstag, 13. November 2012, 21:45 (URL) | Kurz-URL
Das Thema, das hier angeschnitten wurde, ist so umfangreich und weitläufig, dass es unmöglich in einem einzigen Debattenlauf abschließend abgehandelt werden kann.
Von mir nur soviel:
Der Erfolg wird sich letztendlich nur insoweit einstellen, wie es gelingen wird, unsere Ideen als eine alternative Vorstellung effektiv in die Vorstellungswelt der Masse zu bringen.
Ja, unser „Produkt“ ist eine aus klassischen rechten Ideen abgeleitete Vorstellungswelt, die dem durchschnittlichen Intellekt des Durchschnittsdeutschen in Form und Inhalt angepaßt sein muß, und das bedeutet leider auch, dass bei der `Gestaltung dieser Vorstellung´ Abstriche inhaltlicher und stilistischer Art unumgänglich sein werden. `Vorstellung´ also als ein von den Kernideen heruntergebrochener, inhaltlich verwässerter, aber geistig leicht verdaulicher Anschauungsunterricht für die exoterische Masse ausserhalb des Kreises.
Idee und Vorstellung zusammengesehen gleichen, bildhaft gesprochen, hiernach einem Trichter, der auf dem Kopf steht: Oben, wo die enge spitze Öffnung ist, da steht die inhaltlich hochkonzentrierte Idee, und die verallgemeinert sich weiter nach unten zum Boden, zur Masse hin immer weiter. Und der Bereich zwischen Idee und Masse, das ist die `Vorstellung´, die beide verbindet. Und dabei geht der Weg einerseits inhaltlich absteigend von oben nach unten, als auch andersherum von unten nach oben inhaltlich aufsteigend zur puren Idee hin.
Die Frage muß uns hier umtreiben, welche die, hinsichtlich Inhalt und Form, effektivste Gestaltung wäre, um damit eine möglichst maximale Durchdringungskraft einer solchen `Vorstellung´ sicherzustellen.
Das dazu. Außerdem möchte ich hier noch den Gedanken in die Runde werfen, ob es denn nicht möglich wäre, so etwas wie ein rechtes Internetradio in Angriff zu nehmen? Selbstverständlich nicht ohne sich vorher über dieses neue Medium schlau gemacht, geplant und gerechnet zu haben. Im Netz hat sich nämlich über die letzten Jahre hinweg eine ganz beachtliche Szene kleiner und kleinster Internetradios entwickelt. Wegen ihrer niedrigen Betriebskosten und aufgrund des relativ beherrschbaren technischen Aufwandes dürften sie wohl zum nächsten kommenden Schreckgespenst für den etablierten Medienbetrieb heranwachsen.
Übrigens, aus gegebenen Anlass möchte ich das Glas erheben:
Ein Hoch auf den Untergang der roten Frankfurter Rundschau! Mögen SPIEGEL, SZ und taz ihr alsbald folgen! Prost.
Inselbauer
Dienstag, 13. November 2012, 21:57 (URL) | Kurz-URL
Ja, auf die Insolvenz der Frankfurter Rundschau mach ich jetzt einen Roten auf! Das war doch ein ganz schäbiges Dreckblatt (…)
Rumpelstilzchen
Dienstag, 13. November 2012, 22:09 (URL) | Kurz-URL
In einer globalen Konsumwelt gibt es keine Ihrs und keine Wirs mehr. Der einzelne steht unvermittelt der globalen Welt gegenüber. Ohne kulturellen Schutz eines Kollektivs. Völlig ohne Identität. Identität geschieht nur noch über Konsum. Ich konsumiere, also bin ich. Wer dies nicht tut oder tun kann, ist strukturell überflüssig. Hier ist auch die Linke am Ende.
Das Proletariat hatte noch eine Funktion. Der Hartz 4 Empfänger, der Arbeitsmigrant ist letztendlich strukturell überflüssig. Ebenso die Alten und die Kinder. Schwule Kulturen sind dagegen Superkonsumenten. Haben eine Riesenlobby.
Identität kann es nur geben, wenn die Definition menschlichen Seins nicht mehr ausschließlich über das Konsumieren erfolgt.
Ganz banal: wir haben unsere Seelen verkauft. Auch die „Islamisierung Europas“ ist keine Übernahme durch eine stärkere Kultur, sondern eher das Einströmen von wirtschaftlich Schwachen in eine übersatte hohle Konsumgesellschaft. Was daraus entsteht, ist noch offen.
Ulfric
Dienstag, 13. November 2012, 22:22 (URL) | Kurz-URL
Aufgabe der Indentitären muss es ebenso sein, den Jugendlichen in dieser dekadenten und entwurzelten Gesellschaft ihre eigene Identität wieder finden zu lassen. Christentum und Aufklärung, Volkstum und Moderne müssen im rechten Sinne wieder in Einklang gebracht werden. Da hat Kommentator Rumpelstilzchen Recht, da spielt das Christentum eine wichtige Rolle. Es muss klar sein, im Alltag, aber auch in der Politik, haben wir die Antworten, nicht die Linken, Gutmenschen, Kulturrelativisten, Egomanen und Verräter. Und auch nicht der Islam als scheinbarer Halt gegenüber dem hedonistischen Westen.
Und natürlich müssen unbedingt die Älteren sich auch mit in die Waagschale werfen! Die europäischen Völker haben einen schweren Stand und viel steht auf dem Spiel. Die Jugend von heute hat es noch schwerer als die Generation davor! Dabei ist klar, jeder bringt nur das ein, was er mit sich selbst vereinbaren kann, aber grundsätzlich, nur wegen dem Alter sollte sich niemand raushalten. Jeder wird gebraucht(Wobei natürlich klar ist, Klasse > Masse).
FdF!
Dienstag, 13. November 2012, 22:35 (URL) | Kurz-URL
Ja, ja jetzt wird es richtig schwierig. Wir sind am Punkt angekommen. Jeder will sein Einfamilienhaus samt Familie und Zubehör. Ist ja auch in Ordnung so. Natürlich wollen wir auch politisch etwas tun oder bewirken. Der ein oder andere hat es sicher schon versucht. Der Klassiker waren zu meiner Zeit die Republikaner, kaum einer meiner Bekannten war dort nicht ab und an Mitglied. Mankönnte jetzt viele Geschichten erzählen, aber ein bischen vorwärts kommen wollen wir schon.
Ich erwarte von G.K. nicht, dass er eine identitäre Bewegung ausbrütet. Er hat aber die Adressen und kann ein Forum bieten. Facebook ist nicht meine Welt und ich kann zudem nicht beurteilen, was dort an realem Strukturausbau wirklich läuft. Die „Bewegung“ sollte aber synchronisiert werden.
Wir sollten uns nicht so viele Gedanken machen. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, glücklicherweise nicht immer persönlich. Wer soll uns sonst ein Forum bieten. Ich würde es als sehr entäuschend empfinden, wenn sich das IfS hier vornehm zurückhält. Treffen wir uns doch mal in Sachsen-Anhalt. Dort wird man nur wenig abgelenkt.
Johann t’Serclaes von Tilly
Dienstag, 13. November 2012, 23:53 (URL) | Kurz-URL
Das liest sich wie das Gründungsmanifest eines Kleingartenvereins.
Die französische Bewegung hat den Vorteil, dass sie charmant ist, im Gegensatz zum teutschen Militarismus. Sie zeigen weiterhin, wie aktuelle Themen besetzt werden, die von den etablierten Parteien geschnitten werden-wie z.b. die Rentenlüge. Es muss intellektuell der Finger in die Wunden des Liberalismus gelegt werden, anstatt Begriffsdefinitionen umzuformulieren.
Ernstfall
Mittwoch, 14. November 2012, 1:05 (URL) | Kurz-URL
@113Kilo
Ihre Situation kommt mir bekannt vor. Sie sind nicht zufällig Mitarbeiter eines Bundestagssabgeordneten? Sie wären nicht der Einzige, den grundsätzliche Zweifel bewegen. Sie sind nicht so alleine, wie Sie vielleicht meinen. Nutzen Sie ggf. ein Pseudonym. Mir selbst ist das schwergefallen, weil man als Konservativer ja prinzipiell gradlienig ist, aber die gegenwärtige Lage erfordert eine bewisse Beweglichkeit. Auch wenn Sie Ihren Klarnamen ebensowenig einsetzen können wie ich meinen einsetzen kann: Für Ihre Fähigkeiten gäbe es eine Verwendung, wenn Sie es wollen. Melden Sie sich, wenn Sie es ernst meinen.
F451
Mittwoch, 14. November 2012, 2:02 (URL) | Kurz-URL
Ich habe immer noch Probleme damit mir vorzustellen, daß sich die Identitären hierzulande, in nennenswerter Zahl, aus dem virtuellen Raum hinaus in die Realität bewegen. Das aber wird notwendig sein! Wie hätte die Aktion in Poitiers ausgesehen, wenn da nur 3-5 Leute auf dem Dach gestanden hätte? Lächerlich! Wie viele Leute waren auf der letzten Blocco Demo in Rom?
Woher soll die „Manpower“ kommen? Im Moment muß man wohl davon ausgehen, das sich der VS geführte NW dieses Label unter den Nagel reißt, da sie die einzigen sind, welche über gewisse personelle Kapazitäten und Aktionsfähigkeit verfügen. Außerdem hat der Staat natürlich ein Interesse daran, so eine neue Entwicklung sofort wieder in die alte NS Richtung zu manövrieren.
Ein Fremder aus Elea
Mittwoch, 14. November 2012, 8:00 (URL) | Kurz-URL
Th.R.
Es wäre schön, wenn man zu diesem Zweck positive Anknüpfungspunkte hätte, also Dinge, welche typisch deutsch sind und beliebt, aber da gibt es zu wenig, um etwas auf die Beine zu stellen.
Aus Liebe zur eigenen Küche, zu den eigenen Festen und Tänzen, Liedern, nun, aus Liebe dazu wird man nichts Verwertbares gebastelt bekommen.
Selbst Kinderlieder werden massenhaft falsch, quasi wie Trauermärsche, gesungen.
Das Problem in dieser Beziehung ist mehr ein zivilisatorisches, denn ein politisches. Alle Deutschen, gleich welcher politischen Ausrichtung, haben verinnerlicht, daß die Menschlichkeit für den Erfolg zu opfern ist, daß alles andere schwach wäre, lächerliche Sentimentalität.
Das Land hat die Dogmen des Materialismusses verinnerlicht, unsere Beziehung zur Welt ist die zwischen Herrscher und Beherrschtem.
Freilich wird diese Überzeugung von einem Jammerschwall begleitet, aber das ist sozusagen der Schweiß, welchen der angestrengte Körper ausschwitzt.
Den Trend gibt es weltweit, aber Deutschland ist mit Vorreiter.
Ich denke, man könnte mit einem solchen Projekt, Internetradio, nur Erfolg haben, wenn man knallhart die Bedeutung des politischen Geschehens im langfristigen Rahmen thematisiert und dabei auch über alles redet und über alles spekuliert, und entsprechend auch unterschiedliche Sichtweisen vorstellt.
Alleine schon durch diesen Ton, daß man nicht moralisiert, sondern schlicht Risiken und Chancen abwägt, würde man die gewünschte Wirkung haben.
Moralisierung ist ein Herrschaftsinstrument, das sollte man immer wieder an Beispielen verdeutlichen. Letztlich weiß es auch jeder, aber es wichtig zu zeigen, daß man Willens ist, dieses schmutzige kleine Geheimnis immer wieder ans Tageslicht zu zerren.
Festlegung auf etwas typisch Deutsches wäre ein Fehler, über das typisch Deutsche sollte man spekulieren. Letztlich besitzt jede Gruppe, welche sich auch nur über irgendetwas einig ist, etwas typisches. Aber da man Einigkeit in bestimmten Punkten ja erst herstellen will, sollte man mit der Feststellung des Typischen warten, bis die Gruppe existiert.
Die Selbstfestlegung sollte die der Stimme einer das Leben kennenden Vernunft sein, angetreten gegen die Stimme einer täuschenden, phrasendreschenden Vernunft.
Dazu muß man dann aber auch mal politisch zurückstehen. Wenn die Leute in Baden-Württemberg jetzt massig in Solarzellen investieren, sollte man das nicht blödsinnig nennen, sondern typisch schwäbisch, lieber das Geld für die eigene Solaranlage ausgeben als für den nächsten Urlaub. Schaffe, schaffe, Häusle baue.
So als Charakterisierung, wie so etwas funktionieren kann.
Hard Talk. Gibt es in Deutschland nicht, wird es auch nicht geben, es sei denn, Konservative nähmen sich der Sache an.
So… ich tue das selbst ja nicht wirklich, gerade zuletzt war ich doch recht sentimental, aber es macht einen großen Unterschied, ob man in die Tiefe oder in die Breite wirken will. Politik ist immer Breitenwirkung, darum geht es mir nicht, viel kann ich mit den Massen heute nicht anfangen.
Luise Werner
Mittwoch, 14. November 2012, 8:14 (URL) | Kurz-URL
Man sollte sich das Beispiel der Grünen durchaus vor Augen halten. Zunächst ging diese Bewegung aus diversen Bürgerinitiativen hervor, die Umwelt- und Naturschutz und Anti-AKW zum Ziel hatte. Es war sowohl eine „Gegen-etwas“- als auch „Für-etwas“ -Bewegung. Die Eskalationen bei Anti-AKW-Demos hatten ganz sicher initialzündenden Charakter, vor allem wenn die Staatsmacht als knüppelnder Sieger vom Platz ging.
Eine identitäre Bewegung muss m.E. von unten kommen. Dazu bedarf es eines Leidensdruckes der Jugend, der scheinbar noch nicht da ist. Aber dort, wo er da ist, müssen lokal „Ansprechpartner“ bzw. „Initiatoren“ da sein, um den Druck in AKTIONEN zu kanalisieren. So etwas kann nur von unten kommen, darf aber aufgefangen und angeleitet werden.
Und der Gegner muss irgendwann klar benannt werden. Es ist nicht der Moslem und es ist nicht der Zigeuner. Der Gegner ist das Konglomerat aus deutscher (europäischer) Politik, Medien und Großkapital, welches den Massenzustrom fremder und unkompatibler Kultur nach Deutschland (Europa) ermöglicht.
Dr Schneider
Mittwoch, 14. November 2012, 8:42 (URL) | Kurz-URL
Jean-David Cattin trifft mit seinen drei Gründen voll ins Schwarze, wobei Punkt 2 und 3 eigentlich einer sind:
Eben weil jeder, der im öffentlichen Dienst beschäftigt ist, mit der Vernichtung seiner Existenz zu rechnen hat, sobald er sich auch nur innerhalb des Rahmens dessen, was der Verfassungsschutz erlaubt bzw. nicht überwachen darf, „rechts“ positioniert (Punkt 3), eben deshalb bekennen sich abgesehen von einigen wenigen Glücklichen, die geerbt haben oder denen es gelungen ist, ihr Brot im Lager zu finden, nur diejenigen zu rechten Ideen, die nichts mehr zu verlieren haben (Punkt 2).
Müßten der Lehrer, der Professor, der Verwaltungsbeamte, der Richter, der Diplomat und der Polizist nichts fürchten, wenn sie sich im rechten Lager engagieren, würde der Bodensatz der rechten Bewegung, den es in jeder gesellschaftlichen Bewegung gibt, nicht so sehr auffallen und dominieren.
Daß diese Situation durchaus gewünscht ist, dürfte jedem klar sein. Ich halte es nun allerdings für wenig hilfreich – 113Kilo wird mir sicher zustimmen – einen paränetischen Ton anzustimmen und all denen, die sich bedeckt halten, mehr oder weniger zwischen den Zeilen Feigheit vorzuwerfen. Appelle an übermenschliche Opfer waren schon immer hohl.
Stattdessen sollte man grundsätzlichen Respekt gegenüber denen aufbringen, die ihre Identität schützen und nicht ihre ganze Existenz aufs Spiel setzen wollen. Vor allem aber sollte man nach neuen Formen a n o n y m e n Engagements suchen. Dem Internet an sich haben wir schon viel zu verdanken. Hier bläst auch der linken Presse, sobald sie ihre Artikel für den Kommentar freischaltet, ein scharfer Wind entgegen. (Auf den Untergang der FR stoße ich auch mit an.)
Ein Hauptproblem der Rechten ist, daß sie sich im richtigen Leben überhaupt nicht erkennen, weil niemand traut, sich zu offenbaren. Ich habe erst nach vier Jahren erfahren, daß mein Vorgesetzter die Junge Freiheit liest! Wo aber Menschen nicht zueinander finden, da entsteht keine Dynamik. Das Internet überwindet in der Anonymität diese Barrieren, und ich habe den Verdacht, daß die Möglichkeiten dieses Mediums noch lange nicht ausgeschöpft sind.
Wolf
Mittwoch, 14. November 2012, 8:57 (URL) | Kurz-URL
Noch vor dem Einstieg in die befreiende Tat ist die Diskussion hier geprägt von bürgerlichen Ängsten und Besorgnissen. Angetreten, unser Land zu verändern, sorgen sich die Protagonisten um so wichtige Dinge wie zwei verlorene Semester an der Universität oder auch davor, hinkünftig mit dem Stigmata des bösen Radikalen leben zu müssen.
Wenn die Sache schon so beginnt, dann sollte man die Aktion vielleicht doch lieber denen überlassen, die etwas davon verstehen und die nicht vor persönlichen Risiken zurückschrecken: Den Schmuddelkindern des Widerstandes aus den freien Gruppen und Strukturen.
Toni Roidl
Mittwoch, 14. November 2012, 9:01 (URL) | Kurz-URL
Das Wichtigste ist Vernetzung! Der GK hat doch ein Werkzeug dafür bereitgestellt: https://www.zwischentag.de/kontaktborse/vernetzungskartei/
Vor einem Jahr waren wir in meiner Stadt zu zweit, jetzt sind wir zwei Dutzend gute Leute und haben Kontakte in andere Regionen. Das ist es, was die Linken besser können und wir kopieren müssen.
Rumpelstilzchen
Mittwoch, 14. November 2012, 11:22 (URL) | Kurz-URL
Mit der Solarzelle auf dem Dach ist Deutschland nicht zu retten. Das wird auch der biederste Schwabe noch merken.
Woisch, es ist typisch deutsch zu jammern.
Man muß schon ein paar Federn lassen, wenn es Spass machen soll.
Geht wandern, singt Lieder, lest Gedichte sucht euch einen Schatz statt öder Beziehungskisten, bildet Parallelgesellschaften….verweigert euch denen, die eure Seele wollen!
FFlecken
Mittwoch, 14. November 2012, 13:43 (URL) | Kurz-URL
Die Berichte und Schlußfolgerungen zum Besuch in Orange hören sich allesamt recht interessant an. Jene Identitäre Bewegung könnte auch hierzulande eine wichtige Facette samt popkulturellem Einschlag (ohne den es, möglicher Zeigefinger hin oder her, kaum mehr gehen wird) auf Seiten der ns-fernen Rechten werden. Bezüglich der Franzosen stellt sich mir jedoch die Frage, wo sich die Initiatoren in ihrer nationalen politischen Parteienlandschaft in etwa parteipolitisch verorten. In der Tendenz Richtung UMP, oder eher FN? Oder lässt man sich diesbezüglich alle Freiheiten, je nach Thematik? So oder so, auf jeden Fall fungiert man bisher wohl recht erfolgreich als nicht-linker, medienwirksamer und junger politischer Resonanzboden. Allemal ein wichtiger Kontrapunkt zu den manischen Selbstzerstörern auf der jugednbewegten Linken.
Alexander
Mittwoch, 14. November 2012, 16:17 (URL) | Kurz-URL
Toni Roidl,
zwei Dutzend dank Vernetzungskartei? Ich habe leider noch keine Nachricht bekommen.
An die Macher:
Vernetzt die Kartei denn schon?
Michael Schlenger
Mittwoch, 14. November 2012, 23:10 (URL) | Kurz-URL
Unsere französischen Nachbarn in Ehren, aber für unsere Situation liefern sie weder Vorbild noch Lösung. Sie sind eben keine Deutschen, was als Kompliment wie auch als Distanzierung zu verstehen ist.
Schauen wir uns doch mal an, was die Neue Rechte in heutzutage maßgeblichen Medien zu sagen hat. Geben wir den Namen eines der führenden konservativen Intellektuellen bei youtube.com ein. Statt einer wohlüberlegten Selbstdarstellung eines klugen Kopfes in neutralem Weiß erleben wir einen kahlrasierten Schädel im Schwarzhemd:
„Das Deutschland, in dem ich leben möchte, ist das …. äh… das Land, in dem die Deutschen leben.“
Entschuldigung, bei allem Respekt für Ihre organisatorischen und intellektuellen Leistungen, Herr Kubitschek, die ich als Nationalliberaler bewundere, aber bei dieser banalen Botschaft können Sie es doch unmöglich belassen wollen.
Also: Wer ist denn das „Ich“ in Ihrer Aussage, wenn das politisch irgendetwas wert sein soll? Das sind doch „wir“, das sind doch Hunderttausende, vermutlich Millionen, vielleicht sogar die „schweigende Mehrheit“. Wenn Sie das meinen, dann sagen Sie das doch auch so bei passender Gelegenheit.
Und wer sind denn diese Deutschen? Sind das nur die Ewiggestrigen, die frustrierten Kriegsverlierer, die unfreiwillig Holocaust-Schuldigen, die Nicht-Anglophonen, die Nicht-Doktoranden, die Nicht-Audi-Besitzer, die materiell Zukurzgekommenen? Nein, es sind auch die dank deutscher Tugenden – der Tugenden von Protestanten, Katholiken, Freidenkern und Agnostikern – Selbstbewussten und Erfolgreichen, Nachdenklichen und Bescheidenen, Eloquenten und Stillen deutscher Zunge und deutschen Geistes.
Dies ist doch das Band, das uns verbindet, uns Deutsche, die Sprache und die in deutscher Sprache verfassten Märchen und Lieder, Romane und Opern, Sprichwörter und Scherze, Tugenden und Untugenden, ganz gleich, wann und wo und vom wem wir sie verinnerlicht haben.
Lächerlich ist die Vorstellung, dass das ausschließlich etwas mit Abstammung im Sinne von Rasse zu tun habe. Es hat etwas mit Abstammung im Sinne von Erziehung, Schulung und Vorbild zu tun.
Der Japaner, der Koreaner, der – wenn auch mit Mühen – deutsches Gedanken- und Kulturgut versteht, ausdrücken und interpretieren kann, ist mir nahe, er ist einer von uns. Der Frankfurter Prolet, der nur Äbbelwoi und Würstchen, Heinz Schenk und die Kastelruther Spatzen kennt, der ist es trotz bestem Hessisch nicht.
Herr Kubitschek, was fehlt, ist meines Erachtens ein klares Verständnis davon, was deutsch ist, warum es wertvoll ist und wer es vermitteln soll. Das kann aus meiner Sicht ruhig elitär sein und bleiben, da halte ich es mit Ernst Jünger. Das Deutsche braucht nicht mehrheitsfähig zu sein , im Gegenteil: So wie Grimmelshausens Simplicissimus für heutige Wikipedia-geschulte Abiturienten kryptisch ist, so wie Bachs Fugen und Beethovens späte Klaviersonaten für die MP3-geschädigte Masse unerträglich sind, so wie Hölderlin, Nietzsche und Mann für den von der Frankfurter Schule verstörten Akademiker zu wenig kritisch sind, so wenig hat das Deutsche heute hierzulande eine Chance. Aber vielleicht später, woanders, in einer anderen Sphäre.
Was liegt uns an der Unmöglichkeit des großen Erfolgs, des breiten Durchbruchs, des überwältigenden Siegs, solange das Deutsche nicht gänzlich verlorengeht? Beschäftigen Sie sich mit dem Überleben des Wissens und der Erkenntnisse der antiken Schriftsteller, Dichter und Denker über das Mittelalter. Eine hauchdünne Überlieferung verbindet uns über zwei und mehr Jahrtausende mit ihnen. Vielleicht ist es uns unsere Aufgabe, bloß Bewahrer der Flamme zu sein, während um uns herum alles in Schutt und Asche fällt.
Ich glaube, mit Ihrem Traum von einem baldigen Wiedererwachens Deutschlands sind Sie auf dem Holzweg, doch Ihr Wunsch nach einer Renaissance deutschen Geistes mag irgendwann in Erfüllung gehen. Daran lassen Sie uns arbeiten, auch auf youtube!
Beste Grüße
Michael Schlenger, Bad Nauheim
P.S. Das ängstliche Verbergen der eigenen Identität ist einfach jämmerlich, unmännlich und unsoldatisch, wenn das einigen Herrschaften und ängstlichen Hypothekenschuldnern etwas sagt. Das würde ich als Erstes abstellen.
Totentanz
Donnerstag, 15. November 2012, 12:02 (URL) | Kurz-URL
Es ist interessant, wie man sich innerhalb „der Rechten“ immer wieder durch Separation das eigene Licht ausknipst.
Einerseits fabuliert man davon, dass (partiell faulende und heutzutage durchaus kaum noch attraktive) Christentum in den Fokus der Betrachtungen zu rücken.
Andererseits schließt man kategorisch politische Flügel aus. Einen wirklichen Nutzen? Weit gefehlt – man verliert lediglich an Strahl- und Schlagkraft.
Antihunkebunk
Donnerstag, 15. November 2012, 14:08 (URL) | Kurz-URL
Gerade als Sympathisant tut es meinem Auge doppelt weh, wenn dieser mein Sympathieträger juvenil-blödsinnig (oder modern-links?) mit dem Hintern auf der Banklehne und den mehr oder weniger dreckigen Stiefeln auf der Banksitzfläche lümmelt.
Und ich sage jedem solchen Hunkebunken: Runter!
antwort kubitschek:
was Sie nicht sehen ist, daß wir vorher die ganzen spritzen von der bank getreten haben – anfassen wollten wir das zeug nicht. nachher haben wirs aufgefegt und kindersicher entsorgt.
Rumpelstilzchen
Freitag, 16. November 2012, 11:34 (URL) | Kurz-URL
Zunächst danke, dass die Diskussion hier so hart geführt werden kann.
Mir gefällt der Beitrag von Michael Schlenger sehr, auch und gerade, weil isch die Frankforder Äbbelwoi Prolls liebe!
Als alter Katholik trifft es mich schon, wenn hier Neurechte vom Balkensepp sprechen. Das kann ich aushalten, wissend , daß die erste in der Kunstgeschichte bekannte Kreuzesdarstellung einen gekreuzigten Esel zeigt, und das schon im 4. Jahrhundert, wenn ich mich recht entsinne.
Andere der Rechten Wohlgesonnene haben sicher mehr Probleme damit, wenn ihr Allerheiligstes verunglimpft wird.
Es zeugt allerdings von einer ungeheuren Ignoranz, wenn man nur auf das zugegebenermaßen widerliche rotgrünbunte Gutmenschenchristentum fokussiert, und dabei ganz wesentliche im besten Sinne konservative christliche Ansätze negiert.
Diese Ignoranz provoziert natürlich dazu, die geistige „rechte Elite“ zu ärgern. Gelinde gesagt.
Das kann ein christlicher Rechter besser als ein pseudochristlicher Linker.
Soweit so gut, lasst heftige Diskussionen zu, dann kann als nächstes MSM Organ der „Stern“ dichtmachen, der ja auch von der Zerstrittenheit unter der Rechten profitiert. Siehe Beitrag über die Identitären.
Sixty
Freitag, 16. November 2012, 18:44 (URL) | Kurz-URL
„Dichtmachen“ wird der „Stern“ wohl kaum, dazu ist er zu „populär“ bzw. populistisch. Diese Art von „Linkspopulismus“ geht freilich mit einer ungeheuren Plattheit und Oberflächlichkeit einher, was auch in diesem plumpen Geschreibsel zu Tage tritt.
Wieder einmal erweist sich der „Stern“ von allen linksliberalen Mainstream-Medien als die unappetitlichste Postille.
Und keines ist so tief gesunken, verglichen mit den 60ern oder 70ern, wo einmal ein Sebastian Haffner dort leitartikelte, und selbst noch mit den 80er oder 90er Jahren.
Waldemar Wolkenbruch
Dienstag, 20. November 2012, 20:02 (URL) | Kurz-URL
Ich habe den Eindruck dass sich hier mehrere „Gretchenfragen“ stellen, unter anderem aufgrund des Beitrags von Herrn Schlenger: 1) Beruhen kulturelle Besonderheiten nur auf Tradition oder auch auf Abstammung ? Darwin legt letzteres nahe, wer sie nur auf Tradition zurückführt, geht allerdings kein Risiko ein, seinen Namen zu nennen. 2) Ist der Untergang des Abendlandes aufzuhalten ? Oder kann man nur Überlieferung für andere Kulturen konservieren ? Hier hat Herr Schlenger, befürchte ich, Recht. – Allerdings ist immer noch die Frage, ob man wenigstens lebenswerte Parallelgesellschaften bilden und bewahren kann, als Rückzugsort.
Wifman
Freitag, 14. Dezember 2012, 17:27 (URL) | Kurz-URL
Es kann doch wohl nicht sein, daß wir uns auf das „Bilden von Parallelgesellschaften“ beschränken wollen?! In die wir uns verkriechen können? Fragt einmal die Kopten, wie gut das geklappt hat. Auch sie haben versucht, die Moslems von ihrem römischen Erbe zu überzeugen. Der fabelhafte Reichtum an Übersetzungen griechisch-römischer Bildungsliteratur ins Arabische war vor allem den Christen zu verdanken, die hofften, so ihre Welt retten zu können (Mohammed and Charlemagne – Revisited, Emett Scott).
Worum es gehen muß ist, einen glaubwürdigen Gegenentwurf zu der islamischen Besatzung zu liefern – auch für zweifelnde Moslems. Denn die Moslems können ja nichts. Die moslemischen Länder gehören weltweit zu den Ärmsten. Wo die Moslems eine Minderheit bilden, ist ihr Durchschnittseinkommen unter dem der Mehrheit.
Dem Islam fehlt die Fähigkeit, eine prosperierende Welt aufzubauen – im Gegensatz zum Christentum, das gerade im Sub-Sahara-Afrika Wunder tut mit 10% Wachstum und sinkender Kindersterblichkeit – bald unter der im reichen Saudi-Arabien.
Das sehen auch viele Moslems, wie zum Beispiel die „Free Minds“ Gruppe in Münster. Diese aus rassischen Überlegungen auszuschließen halte ich für moralisch, menschlich UND strategisch dämlich. Diese können genauso Deutsche werden wie die Kubitcheks unter uns.
Es ist aber nicht genug, den Mangel des Islams aufzutun, den die Bevölkerung weitestgehend wahrnimmt. Es braucht auch ein Ziel! In welchem Deutschland wollen wir denn leben?
Die größte Kugel, die sich hier die Identitäre Bewegung und andere „Rechte“ in den Fuß schießen ist hierbei der Antikapitalismus – Österreicher lesen dringend empfohlen (Mises, Hayek, Rothbard, Friedman).
Nur der freie Markt bringt freie Bürger! Alles andere ist linkes Geschwätz! Und keiner will in Armut leben in diesem neuen Deutschland, das glaub aber!
Die nächste Frage ist nun, was macht die Deutschen a) so erfolgreich und b) so angenehm? Diese Fragen müssen beantwortet und zu einer koherenten Zukunftsversion verknüpft werden. Die Jugend ist konservativ wie schon lange nicht mehr. Sie will Kinder, die im Herbstlaub spielen. Einen Garten, wo die Schaukel stehen kann. Laternelaufen, Nikolauslaufen, Kastanientiere basteln. Wenn die Masse bewegt werden soll, dann muß sich die Identitäre Bewegung vor allem überlegen, wie sie dies Realität werden lassen kann. Sonst krepiert sie im Rohr.

Beim Bloc Identitaire in Orange: Massnahmen (Teil1)

Posted in Kubitschek on Januar 12, 2013 by androsch

In einem abschließenden Gespräch in Orange, unmittelbar nach dem Ende des Kongresses, fragte mich Jean-David Cattin, wie ich die Chancen für eine identitäre Bewegung in Deutschland einschätzte. Er setzte, bevor ich antwortete, gleich nach und teilte mir seine eigene Einschätzung mit – wobei er sich als realistisch informierter Beobachter der deutschen „Szene“ präsentierte.

Cattin sieht im Wesentlichen drei Hürden:

1. die deutsche Vergangenheit in Form einer Denk-, Äußerungs- und Handlungshemmung jedweder deutschen Rechten oder identitären Bewegung;
2. eine knallharte, per se provokante ns-nahe Kameradschaftsszene, die mit ihren Strukturen absorbiere, was eigentlich identitär ansprechbar wäre;
3. die konsequente soziale (d.h. vor allem berufliche) Ächtung von Protagonisten, die den virtuellen Raum verlassen und mit offenem Visier agieren würden.

Ich bestätigte seine Einschätzung und beschrieb den „Zwischenraum“, in dem sich das befände, was als „Neue Rechte“ in Deutschland bezeichnet werden könnte (mit all den Problemen, die eine solche generelle Bezeichnung auch unter den Protagonisten dieses Milieus aufwürfe). Ich konnte von meinem Verlag, von der Sezession und beispielsweise von einem Großtreffen wie dem „zwischentag“ berichten, und auf Cattin machte dies deshalb Eindruck, weil er etwas von der Notwendigkeit von Strukturen und szenehaftem Hinterland versteht.

Danach zählte ich auf, was aus meiner Sicht nun zu tun sei und was ich tun würde, wenn ich jung wäre und DIESE Sache nun zu MEINER Sache machen würde:

Aus den Chroniken der ksa: Chemnitz – die Mutter aller Aktionen (Teil2)

Posted in Kubitschek on Januar 12, 2013 by androsch

Eigentlich will ich in diesem kurzen Beitrag nur noch einmal hinweisen auf die Wandbild-Aktion der ksa in Chemnitz: Ich halte diesen Einsatz für die „Mutter“ aller konservativ-subversiven Aktionen, für das beste Beispiel dafür, wie man als ein in jeder Hinsicht ordnend, bauend und formend tätiger Rechter nach einem Widerstandsakt ohne schales Gefühl von dannen ziehen kann.

Chemnitz war konstruktiv, war eine Schutzaktion: Wir wollten zunächst nur mit einem Mahnfeuer gegen die geplante Übermalung eines Wandbilds von Benjamin Jahn Zschocke protestieren, fanden aber beim Rundgang um das Schulgebäude ein offenes Fenster, stiegen ein und verrammelten die Tür zu jener Mensa-Wand, an der das Bild prangte.

Dieses Bild war künstlerische Identität: eine Stadtansicht von Chemnitz, flächig und farbenfroh gearbeitet, in die Zschocke graue Schatten zerbombter Kirchen und anderer Denkmäler integriert hatte – eine subtile Mahnung und Erinnerung, ein Werk, das den jungen Maler über Monate beanspruchte. Der Beschluß, das fertige Bild nicht „der Öffentlichkeit“ zu übergeben, sondern grau zu übermalen, fiel, nachdem sich die Gegner auf ein vermeintliches Keltenkreuz auf der Spitze eines Kirchturms eingeschossen hatten: groß wie eine Euromünze, gar nicht klar ausgearbeitet, man kann das alles nachlesen.

Wir verschanzten uns jedenfalls in dieser Schulmensa, um einen politisch-barbarischen Akt zu verhindern, hielten zwei, drei Stunden stand, widersetzen uns der Festnahme nicht, kamen am Nachmittag wieder frei und zahlten ein ordentliches Bußgeld. Auch das kann man alles nachlesen.

Wenn nicht fünf, sondern 200 Leute im Raum gewesen wären – als Sitzblockade, als renitente, unbewegliche Masse, die sich immer wieder neu vor das Bild würde geschoben haben: Wer weiß, wie lange diese Hausbesetzung aus besten Gründen hätte andauern können?

Hier war alles vorhanden: der Schutz von Kulturgut, der Widerstand gegen eine klar politisch motivierte Ungerechtigkeit, das konkrete, verortete, identitätstiftende Thema, eine unentschiedene Meinungslage im Volk, eine gewaltfreie Protestform. Es war, wie es immer sein sollte, wenn neurechte, konservative Leute ihre Arbeit liegenlassen, um auf die Straße zu gehen: nicht aus Jux und Tollerei, nicht aus Langeweile und für irgendeinen Lebenskitzel, sondern weil es ganz konkret und konstruktiv etwas zu tun gibt.

Daß der Puls nach oben geht, das subversive Moment ein Lebenselexier ist und Widerstand gegen hysterische Übermacht eine wahre Freude , wiegt dabei nicht gering. Wäre ja auch komisch, wenn man ganz rational durchrechnete, wann man sich verhaften läßt.

Seiten: 1 2

Veröffentlicht: Donnerstag, 29. November 2012, 22:15
Kategorie(n): Erbe, Gestern
Schlagwörter: Benjamin Jahn-Zschocke, konservativ-subversive aktion, Wandbild Chemnitz
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28 Kommentare zu „Aus den Chroniken der ksa: Chemnitz – die Mutter aller Aktionen“

Kurt Schumacher
Donnerstag, 29. November 2012, 23:00 (URL) | Kurz-URL
Nur ganz kurz: der Öko-Rechte gerät quasi ins Fadenkreuz! Ich las soeben, „Bioland“ positioniert sich aus heiterem Himmel „gegen rechts“. Ich weiß nicht, ob ich direkt auf deren Netzseite verweisen darf. Daher Google: „Bioland-Resolution gegen Rassismus“. Wie peinlich ist das denn?
ergänzung kubitschek:
wieso sollte man eine presse-erklärung nicht verlinken dürfen? hier ist sie.
Unke
Donnerstag, 29. November 2012, 23:01 (URL) | Kurz-URL
In aller Kürze sei ein Riesenlob und Dank der ksa ausgesprochen!
Das sind so Momente des „holla, es ist möglich!“, wenn einem bräsigen Altkommunisten und Maulaufreißer wie Daniel Cohn-Bendit in die Parade gefahren wird.
Hesperiolus
Donnerstag, 29. November 2012, 23:14 (URL) | Kurz-URL
Stelle mir vor, einer der vereinnahmten Verfallsdiagnostiker hätte im Jahr 1913 über das saeculum hinweg in visonärer Vorschau diesen kulturretterischen „Flashmob“ erschaut. Was hätten Spengler oder George dazu gesagt? Nächtens die Kuppel aus dem Reichstag sprengen oder jede einzelne der weissgetünchten Holocaust-Stelen mit dem Dollarzeichen signieren. Gäbe es eine Wucht des Aufbegehrens, sie liesse es an wuchtigen Zeichen und Taten nicht fehlen. Etliche sind vorstellbar. Doch was sollte dies? Das in der Neuen Rechten sich kultivierende Unbehagen würde weitergrummeln vor sich hin, mangels Masse würde das ehrenwerte Wagnis Einzelner nichts zünden. An einen Vorbürgerkrieg kann ich nicht glauben Man pflegt seine Szene, gut das es sie gibt. Verdienstlich. Ein paar Hundert oder Tausende späterer Entscheider werden infiziert und auf Kurs gebracht. Sie lesen die richtigen Bücher, halten in ein paar Jahren brauchbare Vorlesungen, sprechen aus etwas konservativerem Empfinden heraus Recht, in dies und jenes, das sie verantworten, wird ein kleiner rechter Schlenker hineinkommen. Und auf das Unabsehbare hin wird eine polit-pastorale Propädeutik geleistet. Schaden kann das nicht.
Manfred Kleine-Hartlage
Freitag, 30. November 2012, 2:32 (URL) | Kurz-URL
Ich schätze die KSA-Aktionen, aber sie haben einen Nachteil: Sie zeigen, für welche Werte man einsteht, aber sie sind keine Antwort auf den kalten Bürgerkrieg, der gegen uns geführt wird. Sie zeigen, wofür man ist, aber nicht, gegen wen man ist.
Die Aktionen der Identitären enthalten auch in ihrer gegenwärtigen, noch unausgereiften Form eine Symbolik, die dieser Lage gerecht wird und diesen Bürgerkrieg in symbolisch verdichteter, zugleich aber abgeschwächter Form annimmt und gegen seine Urheber kehrt:
Laute Musik dröhnen zu lassen statt Pamphlete zu verlesen spiegelt exakt die Argumentverweigerung der anderen Seite. Der Lärm, der dabei gemacht wird, spiegelt den gedankenverhindernden Störgeräuschteppich, den die Gegenseite rund um die Uhr auf allen Kanälen sendet. Dass Veranstaltungen gestört werden, entspricht exakt der gegnerischen Strategie, unsere Veranstaltungen zu verhindern (nur eben in abgeschwächter Form: Sie werden von den Identitären ja nicht verhindert, nur minutenweise gestört). Kurz und gut: Solche Aktionen senden die Botschaft: Eure Kriegserklärung ist angenommen.
(Und die chaotische Formlosigkeit der Aktionen ist genau das, was die Betroffenen uns in jedem anderen Zusammenhang als „kreativ“ und „emanzipatorisch“, gar als „Kunst“ verkaufen würden, enthält mithin einen guten Schuss Satire und zwingt die Leute, die „Pussy Riot“ zu Freiheitskämpferinnen verklären, sich lächerlich zu machen.)
Wahrscheinlich fällt es mir leichter als anderen Rechten, solche Aktionen gutzuheißen, weil meine Auffassung davon, wie Politik gemacht werden muss, sozialisationsbedingt von dem aggressiven und militanten Stil der Linken geprägt ist. Dass nicht Jeder diesen Stil goutiert, liegt in der Natur der Sache. Nur wird er eben vom Feind erfolgreich praktiziert. Man muss aufpassen, dass man nicht den Fehler jener preußischen Generäle macht, die eisern an den Methoden Friedrichs des Großen festhielten – bis zum Debakel von 1806.
Asenkrieger
Freitag, 30. November 2012, 7:42 (URL) | Kurz-URL
Alles nicht prinzipiell neu: Das erinnert mich irgendwie an die Sponti-Aktionen. Da gab es TEACH-INs, SIT-INs, GO-INs, usw. Die Spontis hatten aber einen Nachteil: Sie waren nur teilweise politisch, was ihnen die Kritik der Linken eingebracht hat und sie nicht über ein Randphänomen hinaus kommen ließ.
Aufmerksamkeit erregen ist heute noch wichtiger als damals, weil wir in einer Welt der Bilder und Symbole leben. Das Auffällige prägt sich ein und „arbeitet“ in den Köpfen – bewußt und unbewußt, sofern es sich tatsächlich von allem abhebt.
Das Symbol der Identitären ist schlicht und gut. Ihre ersten Aktionen erscheinen noch etwas infantil, doch das Echo darf nicht unterschätzt werden.
Es ist so, wie es Manfred Kleine-Hartlage und andere geschrieben haben: Der Gegner ist verunsichert und muß erstmals seit Jahrzehnten wirklich bei jeder Veranstaltung sich die bange Frage stellen, ob er nicht durch eine Gegenaktion gestört wird.
Die Störung des Gegners in seinem bisher unangefochtenen Raum – ohne Gewalt – ist der erste Schritt, selbst in die Offensive zu gehen und diese Räume wieder zu besetzen. Das bedeutet nicht nur Gebäude, auch die Straße.
Wer angreift, wer die Initiative übernimmt, bestimmt letztlich den öffentlichen Diskurs.
Kurt Schumacher
Freitag, 30. November 2012, 10:56 (URL) | Kurz-URL
Man müßte eine Zeitmaschine haben und in das Jahr 1968 zurückkehren, um Rudi Dutschke, Marcuse, Cohn-Bendit, und wie sie alle heißen, schon damals „wegzubassen“, bevor sie sich ausbreiten konnten! Die linke 68er-Bewegung gleich am Anfang lächerlich machen und überspielen. Wenn damals die Frontgeneration des 2. Weltkriegs nicht so schrecklich ehrbar gewesen wäre. Man schluckte den Schmerz um den Tod Deutschlands hinunter und stellte sich dem amerikanischen Kunstgebilde „BRD“ zur Verfügung. Denn Ordnung muß sein, dachte man, das Leben geht immer irgendwie weiter, also „packen wir’s“. Das war vielleicht zu anständig – und vielleicht auch ein kleines bißchen denkfaul. Denn während die deutschen Alten in harter Arbeit das Land wieder aufbauten (was davon halt übrig war), träufelten die Amerikaner das süße Gift der Anarchie in die jungen deutschen Hirne, und die verwöhnten Jungen saugten sich voll damit und sprengten 1968 den Kokon. Wie im Film „Alien“! Damals schon hätten sich Männer finden müssen, die „mehr mit überlegenem Lachen als mit Gewalt die Linken vom Marktplatz verscheuchen“ (das schrieb übrigens Julius Evola; ich glaube, in „Männer inmitten von Ruinen“, ich zitiere es aus dem Gedächtnis).
Teach-in, Sit-in usw. waren „natürlich“ typisch linke Aktionsformen, aber warum eigentlich „natürlich“? Warum hat nicht damals schon irgend jemand den Witz aufgebracht (an Mut fehlte es der Frontgeneration gewiß nicht!), sich den Linken mit einem Lachen entgegenzustellen…? Man stelle sich vor: Rudi Dutschke gegen Jochen Peiper!
Toni Roidl
Freitag, 30. November 2012, 11:13 (URL) | Kurz-URL
Gerade dass die Linken sich furchtbar darüber ärgern und empören, dass man ihnen »ihre« Protestformen wegnimmt (»pervertiert« schrieb irgendeine Zeitung), macht die Sache so lustig! Ich finde, davon kann man gar nicht genug adaptieren. Schon die altbekannten Sprüche, z.B. »Unter langen Haaren der Muff von 40 Jahren« oder »Erst wenn die letzte Frau verschleiert, das letzte Mädchen zwangsverheiratet und der letzte Ungläubige getötet ist, werdet ihr merken, dass Multikulti zu Scharia führt«, etc. etc.
Martin Höfer
Freitag, 30. November 2012, 11:31 (URL) | Kurz-URL
Man mag mich naiv nennen, aber ich bin davon überzeugt, daß die KSA massentauglich wäre, wenn Name und Symbolik stimmten. Der Name ist zwar als Persiflage gemeint, doch kommt er so juvenil daher wie Rainer Langhans in einer Talkshow. Und die Biene (oder Wespe?) als Symbol mag zwar treffend sein, doch kommt ihr keinerlei identitätsstiftender Effekt zu. Die Identitären greifen ebenfalls daneben, wenn sie ernsthaft die Aktionsform des Bassflashmobs (was für ein Wort!) wählen. Zudem ist das Lambdazeichen nicht nur für uns Deutsche nichtssagend, auch für Franzosen erscheint es untauglich und ist bei näherer Betrachtung sogar lächerlich. Spielen da junge Erwachsene „300″ nach? Sind wir jetzt alle Spartaner? Ein Symbol, das rein gar nichts mit unserer Identität gemeinsam hat, soll unsere Identität symbolisieren? Kommt schon, das können wir doch wesentlich besser!
Die Aktionsform muß sich zwingend an der KSA orientieren, eben weil es für etwas steht! Allein die Symbolik muß sitzen, angelehnt an das antios-Wappen und auf die deutsche Identität bezogen. Zeigen wir den hypnotisierten Konsumenten im Lande, wofür wir eintreten und was wir erhalten wollen! Negativabgrenzungen überlassen wir der Pro-Bewegung, ihr Mißerfolg spricht für sich. „Der OB gegen die Moschee“? Großer Gott!
Und schließlich zum Stil: Selbstredend übernehmen wir nicht das schlechte Benehmen der Antifa-Brüllaffen, das haben sich schon die autonomen Nationalisten angeeignet mit der Folge, daß sie von ersteren nicht mehr zu unterscheiden sind. Herzlichen Glückwunsch dafür! Wir sind nicht umsonst stolz auf die Jahrhunderte währenden Traditionslinien underes Volkes. Transportieren wir sie in die Gegenwart und stiften unsere Identität inmitten von Masse und Konsum endlich neu! Zum Donnerwetter!
Und noch eins: Wenn hier allgemein die Behäbigkeit der Konservativen/Rechten beklagt wird, kann ich das nicht ganz nachvollziehen. Gibt es nicht die Seminare des IfS, die Treffen in Schnellroda und jüngstens den Zwischentag? Ist da nicht schon unsere ureigene Aktionsform? Wenn wir uns noch zustäzlich auf der Straße einfinden und Bürger Schulz mit der Nase auf unser Anliegen stoßen, ist das schon sehr viel mehr, als überhaupt zu erwarten wäre. Allein die Außendarstellung hapert noch ein wenig. Aber wir sind schon auf einem guten Weg, wie mir scheint.
Inselbauer
Freitag, 30. November 2012, 14:19 (URL) | Kurz-URL
Die Parole „Konsumieren ohne Türken“ ist so ohne weiteres gar nicht von der Hand zu weisen; es wäre sicher angenehm, einen hohen Lebensstandard und tolle Mode für die Frau angesichts einer kräftigen Wendung nach Rechts zu genießen (…) Zumindest müsste es möglich sein, ein Leben nach der Demokratie ohne selbst gestrickte Socken und sorgfältig gehäufelte Kartoffeln zu denken. Von der Armut und dem asketischen Biobauerntum darf man auch als Rechter die Nase voll haben!
Ich bin der Ansicht, dass sich die Öko-Subkultur spätestens dann überlebt, wenn es ernsthaft um die soziale Wurst geht. Konsum ist sinnlos und schön; ich brauche ihn nicht, habe aber auch nichts dagegen, wenn Leute, anstatt linke Scheiße zu reden, konsumieren.
Cicero
Freitag, 30. November 2012, 15:44 (URL) | Kurz-URL
Die Störaktionen der Identitären durch die sog. Hardbass-Flashmobs begrüße ich uneingeschränkt. Die eitlen und blasierten Einlassungen einiger Kommentatoren zu dieser Aktionsform finde ich hingegen schwer erträglich. Um Breitenwirkung zu erzielen, müssen die Aktionsformen so schlicht wie nur irgend möglich gehalten werden, schon um das Mitmachen für politisch nicht so versierte Sympathisanten attraktiv zu machen. Aktionen, Happenings oder Sit-ins sind nun wahrlich nicht der Ort für gesteigerte Ästhetik, guten Benimm oder ausgefeilte Argumentation. Hier sollte man sich im übrigen auch nicht zu Schade dafür sein, vom Gegner zu lernen. Sonst scheitert die konservative „Revolution“ am Ende noch am „Betreten verboten“-Schild auf dem Rasen.
Überhaupt scheint mir ein Hauptproblem auf konservativer Seite die mangelnde Kampagnenfähigkeit zu sein. An Erkenntnissen mangelt es doch nun wirklich nicht. Zur Erkenntnis gehört aber auch, dass Welterklärungen wie hier auf der Sezession oder in Büchern von Thorsten Hinz, Günter Zehm oder anderen – so richtig und notwendig dies auch ist – immer nur eine verschwindend kleine Minderheit erreichen und somit zumindest unmittelbar keinerlei politische Wirkung entfalten werden.
Um Wirkung zu erzielen, braucht es einfache, klare Ziele. Um mal ein Beispiel zu geben:
Die größte Umverteilung von Vermögen seit dem 2. WK – und das in Friedenszeiten! – findet gerade zur Zeit statt. Durch die diversen Euro-Rettungsmaßnahmen wird das Vermögen der Deutschen unter begeisterter Mitwirkung unserer „Volksvertreter“ nach Südeuropa und weiter in die anglo-amerikanischen Finanzzentren betrieben. Dies geschieht äußerst wirkungsvoll durch den ESFS, den ESM, das Target 2 – System, die kommende Inflation usw.
Warum regt das nur eine kleine Minderheit auf? – Weil’s nur eine kleine Minderheit auch nur halbwegs versteht. Es ist auch vollkommen aussichtslos, dies einer größeren Menge von Menschen erklären zu können, dies wird unter gar keinen Umständen funktionieren. Das Mobilisierungspotential geht also gegen Null! Erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen und die Misere (extremer Wohlstandsverlust) da ist, werden es die Leute merken. Da werden die Propaganda-Medien aber auch noch Schuldige finden, die mysteriös-ominösen Märkte oder am Ende vielleicht doch die bösen „Rechten“.
Was ist also zu tun? Man sollte Schwachstellen im System finden, die für jeden nachvollziehbar sind. Für unserer Zwecke könnte dies das Gold der Deutschen sein. Die Bundesbank hält mindestens 2/3 der Goldreserven der Deutschen – ja es ist das Gold der Deutschen! – angeblich in physischer Form bei der FED in New York. Es gibt mannigfaltige Indizien dafür, dass das gelogen ist und die Bundesbank darauf in Wirklichkeit keinen Zugriff hat. Die Aktion „Holt unser Gold zurück.“ gibt es schon und lässt das System ins Schwitzen kommen, so dass es sich genötigt sah, seine Schreiberlinge bei SPIEGEL, FTD und in der ZEIT loszuschicken (besonders schön: Mark Schieritz in der ZEIT v. 31.10.2012: „Werft die Reserven der Bundesbank in New York einfach ins Meer.“)
Hier sollte eine konservative Kampagne ansetzen:
Das Sujet „Unser Goldschatz“ ist einfach, die mangelnde Souveränität Deutschlands kann daran kenntlich gemacht werden und das System wird nicht liefern können. Und Geld spricht die Leute nun mal an (schon Bismarck: „Beim Geld hört die Gemütlichkeit auf.“), aber auch hier ist eben darauf zu achten, die Dinge so einfach wie möglich zu halten.
Die Steinbrücks dieser Republik stolpern nicht darüber, dass sie das deutsche Volksvermögen zu hunderten und tausenden Milliarden Euro verschleudern, sondern über Dienstwagen-Affären, Bonusmeilen-Affären oder hohe Rednerhonorare bei den Stadtwerken in Bochum.
Fazit: Schwachstelle ausfindig machen, Kampagne starten und immer wieder auf die selbe Stelle hauen!
Nihil
Freitag, 30. November 2012, 16:03 (URL) | Kurz-URL
Die neurechte Praxis braucht dringend Lockerungsübungen um die bürgerliche Sozialisation zu überwinden. Und wenn es nur das ist, ist es schon gerechtfertigt. Die aktionistische Rechte in diesem Anfangsstadium niederzumachen ist unfair und – in Anbetracht der Lage, die jeden Versuch als Chance rechtfertigt – dumm.
Nils Wegner
Freitag, 30. November 2012, 16:48 (URL) | Kurz-URL
@ Asenkrieger & Kurt Schumacher:
Die Sponti-Aktionsformen stammen in keinster Weise von links. Urheber dieser Vorgehensweisen in der BRD waren die Hepp-Brüder Marcel und Robert mit ihrer »Katholischen Front« an der Universität Tübingen, Ende der 1950er Jahre.
Martin Höfer
Freitag, 30. November 2012, 17:14 (URL) | Kurz-URL
„Eitel“ und „blasiert“ schimpfen und sich selbst den Decknamen eines römischen Schönredners verleihen zeugt von einem ausgeprägten Sinn für Humor. Die Mär von Massentauglichkeit und Hardbassflashmobs glaube ich nicht, damit kann man höchstens ein paar Quartalsirre der Grünen Jugend zur Tanzveranstaltung am Karfreitag locken. Aber warum sollten wir so etwas wollen? Biedert sich die Sezession auf Bildzeitungsniveau den Massen an? Nein, natürlich nicht. Ich habe überhaupt nichts gegen reißerische Aktionen (siehe Störung des Linkenkongresses durch die KSA), aber man sollte schon den Widerspruch erkennen zwischen identitärer Zielsetzung und spastischem Rumgehampel zu völlig nihilistischer Akustikdröhnung. Die Aktion funktioniert nur, wenn die Botschaft darin klar wird. Bislang lautet die Botschaft: „Wir sind laut und die Schuld liegt irgendwie bei den Linken.“ Ein wenig mehr darf es schon sein.
Asenkrieger
Freitag, 30. November 2012, 18:48 (URL) | Kurz-URL
@ Nils Wegener
Lesen Sie bitte noch einmal, was ich geschrieben habe. Wie Sie es darstellen, wurde das nie behauptet. Fest steht aber, daß die Linken die Sponti-Bewegung vereinnahmen wollten und die Linken diese Formen imitiert haben – teilweise auch als Sponti-Aktionen. Das war mir aber nicht wesentlich.
Wichtig ist, diese alten Protestformen zu analysieren und daraufhin zu überprüfen, was wir davon übernehmen können, da es überhaupt nur eine begrenzte Palette solcher Aktivitäten bis zur Grauzone der Militanz gibt.
Wichtig ist auch: Handeln und nicht nur Labern. Ich bin dabei! Und Sie?
Kurt Schumacher
Freitag, 30. November 2012, 19:33 (URL) | Kurz-URL
@ Nils Wegner
Danke für die Information über die Hepp-Brüder. Von denen hatte ich noch nie gehört; ich habe eben in der Wikipedia nachgelesen. Ich muß allerdings sagen, daß mir Katholiken, Bayern und Strauß-Anhänger nicht sonderlich sympathisch sind. Auf solche Leute würde ich ein sehr strenges preußisches Auge werfen! Bayern geriert sich immer als selbsternannte „Ordnungszelle“ und ist in Wahrheit…aber das wäre wieder ein anderes Thema. Vielleicht eröffnet die Sezession ja mal eine Debatte zum Thema „Deutscher Regionalismus: Fluch oder Segen?“
Martin
Freitag, 30. November 2012, 19:49 (URL) | Kurz-URL
Denn während die deutschen Alten in harter Arbeit das Land wieder aufbauten (was davon halt übrig war), träufelten die Amerikaner das süße Gift der Anarchie in die jungen deutschen Hirne, und die verwöhnten Jungen saugten sich voll damit und sprengten 1968 den Kokon.
Sorry, Herr Schumacher,
aber ich habe selten so einen Schmarrn gelesen. Die konservative Mehrheitsbevölkerung der USA der 60er Jahre hatte ziemlich genau so die Schnauze voll von diesen kiffenden „Give-Peace-A-Chance-Hippies“ wie der hiesige Landwirt oder die nicht studierende deutsche Bevölkerung und die waren damals die absolute Mehrheit im Land. Im Übrigen haben auch die Generationen, die erst nach dem Krieg groß wurden, das Land maßgeblich aufgebaut und eine falsche Idealisierung der Kriegsgenerationen hilft keinem weiter. Studierende Müßiggänger, die auch noch politisieren konnten, gab es damals, prozentual zur Bevölkerung gesehen, nur sehr wenige – um so erstaunlicher im Nachhinein, wie diese dann später den Ton angeben konnten.
Außerdem bin ich der Meinung, dass es tatsächlich ein Skandal war, dass viele Nazi-Wendehälse den fast schon naht- und bruchlosen Übergang in die Ämter und Pfründe Nachkriegsdeutschlands schafften (ja sogar in der DDR gab es dieses Phänomen), so dass eine Unzufriedenheit der Jugend in diesem Punkt sogar gerechtfertigt war.
Das Phänomen 68 kann man nicht mit dem hier so üblichen à la mode „USA ist an allem Schuld“ fassen. Während dort die weiße jugendliche Mittelschicht sich in Vietnam verheizen hat lassen und zum Dank am Schluss die Linken unter Ausblendung dieses Umstandes nur sagten, „dafür waren die Neger ja gut“, kam bei uns der „Normalo“ eben sehr schnell zu einer Sattheit, die ihn die „Spinnereien“ der „Studenten“ erst einmal ertragen liesen.
Es wäre ja auch vieles als Spinnerei und Modeerscheinung durchgegangen, wenn nicht der Hauptteil dieser Generation dann – ganz spießig und da waren sie dann doch so richtig schön „deutsch“ und auch „konservativ“ – den Gang zu den Fleischtöpfen und durch die Institutionen angetreten hätte und damit die Zügel der Macht und des Zeitgeistes in die Hand bekommen hätte (der idealistischere Teil der 68er ging im Drogensumpf unter oder einige wenige davon haben sich als Geheimdienstmarionetten benutzen lassen oder wurden sogar zum (Neo)-Nazi oder zum Eso-Freak und Körnerfresser).
Wie auch immer, um jetzt auch etwas zum Thema zu schreiben, das „Identitäre“ kommt vom Franzmann (wie auch ein starker Impuls für 68 von Frankreich ausging) und es ist derzeit besser als nichts. Meine „moralische“ Unterstützung hat es, auch wenn ich bereits das Wort „identitär“ als ziemliche Wortverrenkung ansehe und es nicht für Deutschland (wozu ich Österreich zähle) hundertprozentig passend finde. Da mir aber selber nichts besseres einfällt, sage ich dazu „ok“ und hoffe aber, dass es die KSA bei passenden Anlässen dennoch weiterhin gibt …
Heinrich Heidmann
Freitag, 30. November 2012, 19:52 (URL) | Kurz-URL
(…)oder jede einzelne der weissgetünchten Holocaust-Stelen mit dem Dollarzeichen signieren(…)
Potzblitz, Hesperiolus, was da so in einem Nebensatz dahingesagt ist, hat verteufelt Charme. Das würde einschlagen wie eine Bombe.
Intellektuell auseinandergefieselt könnte ich selbst heftig dagegen argumentieren, aber der Knalleffekt würde alles überstrahlen. Mehr als nur eine Überlegung wert!
Kurt Schumacher
Freitag, 30. November 2012, 21:31 (URL) | Kurz-URL
@ Martin
Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. 1968 war der Krieg noch nicht so lange her wie heute! Damals lebten noch Menschen, die eine Vergleichsmöglichkeit kannten. Wenn damals jemand konservativ fühlte, dann, weil er vielleicht sogar noch das Kaiserreich real miterlebt hatte (denken Sie an Ernst Jünger). Dann stand man natürlich den Parolen der Umerzieher ganz anders gegenüber. Heute leben ja alle Deutschen von Geburt an in der künstlichen Blase „Bundesrepublik“.
Das Gift des Amerikanismus sind auch nicht allein die Hippies, sondern es ist die Umerziehung überhaupt: die Ent-Deutschung der deutschen Seele. „Nie wieder Deutschland“ – die Umerzieher selbst haben das auch immer offen ausgesprochen.
Vielleicht können wir die Diskussion ja später mal unter einem anderen Thema fortsetzen, ich will Herrn Kubitschek nicht seinen KSA-Artikel „zumüllen“.
Cicero
Freitag, 30. November 2012, 21:45 (URL) | Kurz-URL
@Martin Höfer
Herr Höfer, ich bezog mich mit meinen Zuschreibungen nicht auf Ihren Beitrag, sondern auf Kommentierungen zu dem Artikel von Julian Fosfer, die ich jetzt aber nicht genauer benenne, weil ich es damit gut sein lassen will. Sorry, wenn Sie sich dadurch beleidigt fühlten.
Cicero war übrigens keineswegs nur ein römischer Schönredner, obwohl er sicher schön reden konnte. Er hat es als „homo novus“, also Nicht-Patrizier, ins höchste politische Amt, das des Konsuls, gebracht und war insgesamt über einen langen Zeitraum eine der bestimmenden Figuren der späten römischen Republik. In dieser Zeit wurde das politische Spiel mit äußerster Härte gespielt, Bestechungen und Kauf von Wählerstimmen waren der Normalfall, üble Nachrede, Verleumdungen und Anklagen unter falschen Tatsachenbehauptungen keine Seltenheit, in einigen Phasen der späten Republik ging es sogar bis zu Mord und Totschlag. Von solchen Zuständen sind wir – und bleiben es hoffentlich – glücklicherweise weit entfernt.
Nun aber ein Wort zu Ihrem Wort vom „Bildzeitungsniveau“ gegen das Sie sich verwahren möchten. Nun, ich glaube gerade im Gegenteil, dass das genau das Niveau ist, welches eine erfolgreiche politische Kampagne auszeichnet – leider, ich wünschte, es wäre anders.
Auch dafür möchte ich ein Beispiel geben:
Ende der 1990er Jahre machte in Hamburg ein Strafrichter namens Ronald Barnabas Schill durch einige besonders harte Urteile auf sich aufmerksam. Er gründete dann 2000 eine Partei, die eigentlich nur ihn selbst als bekanntes und markantes Gesicht hatte. Dann prangerte er in Hamburg offensichtliche Missstände wie eine offene Drogenszene, mangelnde Verfolgung von Straftaten – nicht durch die Polizei, sondern vielmehr durch die Justiz – etc. an. Hierbei erhielt er freundliche Unterstützung vor allem – und eigentlich fast nur – durch die Bildzeitung. Das übrige politisch-mediale Establishment lehnte ihn als „Rechtspopulisten“ ab. Bei der Bürgerschaftswahl 2001 holte er aus dem Stand fast 20% der Stimmen und stellte zusammen mit der CDU und der FDP die Regierung, wobei er Innensenator und 2. Bürgermeister wurde.
Soviel zur Kampagnenfähigkeit der Bild-Zeitung – damals jedenfalls noch.
Was ich damit sagen möchte ist folgendes: Eine Kampagne muss schlicht sein bis hin zur Eindimensionalität. Und Sie muss vor allem Aufmerksamkeit erregen. Wenn einem die publizistischen Mittel einer Bild-Zeitung nicht zur Verfügung stehen, muss die Aufmerksamkeit eben auf andere Weise erregt werden – und dafür ist (fast) jedes Mittel recht. Guter Geschmack oder ein Fehlen desselben ist jedenfalls kein Kriterium, wenn man mitmischen will in der politischen Arena. Eine weitgehend totgeschwiegene und marginalisierte bzw. diffamierte Minigruppe wie die identitäre oder patriotisch-konservative kann sich derlei Etepetete-Einstellungen jedenfalls nicht leisten.
Martin Höfer
Samstag, 1. Dezember 2012, 11:59 (URL) | Kurz-URL
Cicero, schon in Ordnung, ich nehme hier nichts persönlich. Aber es geht nicht um „Etepetete“, es geht hier um Sinn oder Unsinn. Ich erkenne die Schwierigkeiten hinsichtlich der geringen Anzahl der Anhängerschaft, aber das darf keine Entschuldigung für nihilistischen Aktionismus sein. Im Gegenteil glaube ich, daß die Wahl der richtigen Mittel geeignet ist, durch Symbolkraft und Effektivität Aufsehen zu erregen und die Masse anzusprechen, gerade weil sie nicht Ortlosigkeit und Leere ausstrahlt wie hilfloses Rumgehopse zu dicken Beats.
Um das klarzustellen: Ich respektiere jeden, der sich auf die Straße wagt und etwas tut und nicht wie ich sich nur den Kopf darüber zerbricht, was denn getan werden könnte. Ich sehe ferner ein, daß man nonkonform agieren muß, um sich Gehör zu verschaffen. Mit Plakaten durch Einkaufstraßen zu spazieren und trillerpfeifend höhere Pendlerpauschalen zu verlangen hilft erkennbar nicht weiter. Aber nochmals: Identität und Loveparade in geschlossenen Räumen sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Wer die eigene Botschaft schon mit Baßgetöse erstickt und sich hinterher erklären muß, was das ganze überhaupt sollte, hat verloren, bevor es für ihn überhaupt angefangen hat.
Martin Höfer
Samstag, 1. Dezember 2012, 13:29 (URL) | Kurz-URL
Nachtrag: Aktionsformen dienen nicht allein der Selbstbestätigung, sondern haben stets einen handfesten Grund. Da verbietet sich von vornherein jede Inhaltsleere.
Kurt Schumacher
Samstag, 1. Dezember 2012, 14:07 (URL) | Kurz-URL
@ Cicero
Korrekt! Nur so erzielt man politische Erfolge. Ohne das Volk geht es nicht. Adolf Hitler – von dessen Verbrechen und Diktatur ich mich selbstverständlich DEUTLICH DISTANZIERE! – sagte auch mal (von mir aus dem Gedächtnis zitiert):
„Jawohl, ich gestehe: Ich habe vom Kommunismus unendlich viel gelernt. Nicht von dieser verlogenen marxistischen Heilslehre natürlich. Aber von ihren Methoden! Die roten Plakate, die schreienden Überschriften, die Massenaufmärsche, die schlagenden Parolen!
Du lieber Gott, wie die braven Bürger zusammenzuckten, wenn unsereins mal ohne Krawatte auf die Rednerbühne kletterte… Für die begann der Mensch doch erst beim Oberstudienrat. Daß aber auch die deutschen Arbeiter legitime Interessen hatten: das sahen sie nicht. Beim Stapellauf eines Kriegsschiffes sah man immer nur Zylinder feierlich herumstehen – aber die deutschen Arbeiter fehlten, die doch diese Schiffe überhaupt erst gebaut hatten. Unter „Volk“ verstanden diese feinen Herren immer nur sich selber. Deshalb haben sie ihre Wählerstimmen dann ja auch alle an die Sozialdemokratie und den Marxismus verloren. Ich sage daher: Alles für das Volk, alles mit dem Volk, alles durch das Volk. Falsche Hochnäsigkeit führt nur in die parlamentarische Sackgasse.“
Das habe ich irgendwann einmal in einer Broschüre der „Bundeszentrale für politische Bildung“ gelesen, wofür ich mich bei den Herausgebern herzlich bedanke.
Weltversteher
Samstag, 1. Dezember 2012, 16:34 (URL) | Kurz-URL
Lieber Inselbauer,
die Generationen nach dem Krieg hatten von Armut und Kartoffelhäufeln auch genug. Das hat zu dem geführt, was wir heute erleben!
Selbstgestrickte Socken und gehäufelte Kartoffeln, mithin Spartaner-Leben, das erzieht und hält aufrecht. Und zwar jedes Geschlecht aufs Neue!
FFlecken
Samstag, 1. Dezember 2012, 19:58 (URL) | Kurz-URL
Weitgehende Unterstützung meinerseits bezüglich der Aussagen Cicero`s zur debattierten Thematik. Eine gewisse Massenkompatibilität muss, bei Beachtung grundsätzlicher und theoretischer Positionierungen, schon vorhanden sein. Da hat man sich zu entscheiden und es geht ab einem gewissen Grad auch schlicht um die Verbreiterung und Intensivierung der eigenen politischen Wirkung. Einer, zumindest im deutschsprachigem Raum, in den Anfängen liegenden Bewegung wie jener der Identitären, sollte man nicht mit detailliert-destruktiver Kritik begegnen. Erstmal machen lassen. Sie unterstützen zumindest nicht den politischen Gegner, sondern attackieren ihn, Form der Aktionen hin oder her, und dies ist heutzutage schon etwas wert. Außerdem sind diese Leute nunmal von ihrer Zeit und Umgebung geprägt, diverse Elemente dieser Aktionen gehören wohl auch zu den sich jeweils ausformenden Persönlichkeiten und man lebt nun mal in der Zeit in der man lebt – grundlegend überzeitliche Einsichten vorbehalten.
P.S. Der alltägliche Verrat unserer politischen Klasse am eigenen Volk infolge des Euro-Wahnsinns, sollte, auch wenn es nervt, unentwegt benannt werden! (wieder und immer wieder)
Inselbauer
Samstag, 1. Dezember 2012, 21:53 (URL) | Kurz-URL
Lieber Weltversteher! Ich will nicht von Biobauern erzogen werden, sondern ein flottes Leben führen! Nach meiner Auffassung sind dieser Armutsvisionen nichts anderes als sozialistische Komplexe, die man nicht einmal in Nordkorea jemals ernst genommen hat – nur in Deutschland!
Enickmar
Sonntag, 2. Dezember 2012, 17:53 (URL) | Kurz-URL
Und nun die Geister wieder zerreden, die man ausdrücklich rief (Linken-Kongress, Grass-Lesung) ?
Das Prinzip „Macht kaputt, was Euch kaputt macht“ liegt jeder Notwehrhandlung zugrunde. Auch der Krieg , das „Handwerk des Soldaten“ basiert auf diesem Prinzip.
Es findet ja auch im „Begriff des Politischen“ seinen klaren Ausdruck.
Carl Schmitt machte übrigens auch sehr klar, daß die Entscheidung darüber, ob das (physische) Negieren (Krieg, „kaputt machen“) des Feindes, also desjenigen, der einen selbst existenziell in Frage stellt, weil er das eigene „Seinsmäßige“ (Identitäre) negiert, folgerichtig ist, nur dem unmittelbar Betroffenen und entsprechend Handelnden selbst, und keinem Dritten zusteht.
Es ist zu bezweifeln, ob es am Ende einen Unterschied macht, ob man als ein schwaches Volk von belesenen Selbstversorgern, dem vor lauter Gärtnern keine KSA-Aktion mehr eingefallen ist, oder als ein verfettetes Volk vor der Glotze aus der Welt scheidet.
Nicht zufällig war die Grass-Aktion wohl die bisher medienwirksamste KSA.
Kurt Schumacher
Sonntag, 2. Dezember 2012, 21:14 (URL) | Kurz-URL
@ Enickmar
„Medienwirksam“, das ist so eine Sache. Wer kontrolliert denn die Medien? Wer entscheidet, was gesendet wird (und was totgeschwiegen wird)? Wer hat das Recht, seine Trauer um seine Opfer zu publizieren? Wer entscheidet darüber, wem ein Gedenkstein gewidmet wird? Und wem wird das Gedenken verweigert? Und nebenbei, wer schützt die einen Steine vor Schändung, macht gleichzeitig die anderen aber vogelfrei?
Um in beinahe aussichtsloser Lage auf sich aufmerksam zu machen, muß man schon Knüller liefern! Und die besten Knüller sind eben, wenn man den Linken vor laufenden Kameras eine lange Nase dreht. Eine rein konservative Aktion würde von den linken Medien einfach totgeschwiegen. Es muß schon etwas Salz in die Suppe!
niekisch
Mittwoch, 5. Dezember 2012, 21:50 (URL) | Kurz-URL
„nicht aus Jux und Tollerei, nicht aus Langeweile und für irgendeinen Lebenskitzel, sondern weil es ganz konkret und konstruktiv etwas zu tun gibt.“
Und zu tun gibt es fast jeden Tag, weil immer und überall durch die Scheindemokraten und ihre Helfershelfer Gelegenheit gegeben wird, z.B. an jedem Kindergarten über die Volkshochschulen bis zu den Unis.
Immer geben sie durch ihr PC – Gesülze Anlaß zur Gegenwehr.

Aus den Chroniken der ksa: Chemnitz – die Mutter aller Aktionen (Teil1)

Posted in Kubitschek on Januar 12, 2013 by androsch

Ich kann nachvollziehen, daß es Leute gibt, die lieber schlecht tanzen wollen, anstatt Scheiße zu reden. Wenn der Tanz-Schlag Hemmungen zu überwinden hilft und es den Identitären darauf ankommt, Hemmungen zu überwinden, dann mögen sie tanzen. Die konservativ-subversive aktion (ksa), die wir 2008 aus der Taufe hoben, ist allerdings unter anderem gerade deshalb in einen Winterschlaf verfallen, weil ihr sehr konservative, sehr respektable Hemmungen innewohnten: laut zu sein, Ordnungen zu stören, respektlos zu agieren, etwas kaputt zu machen.

Es ist kein Zufall, daß ein typischer 68er-Slogan wie „Macht kaputt, was Euch kaputtmacht“ allen neurechten, konservativen Addaptionsversuchen widerstand: Denn er ist im Grunde nichts anderes als die billige Legitimierung, gegen Ordnungen, Einrichtungen, Meinungen, Organe mit dem Ziel ihrer Zerstörung vorzugehen. Vor allem ist er die Verlagerung der eigenen Kaputtheit in die Verantwortung anderer.

Wenn ich meine Kinder vor dem Fernseher verrotten, bei McDonals verfetten und mit ihren Geschichtslehrern allein ließe – wer wäre Schuld? Die Zeit, die dies alles anbietet? Würde mich das legitimieren, die bedrängenden, möglicherweise subtilen, sicherlich hinterfotzigen Transmissionsriemen einer schlechten Gegenwart anzugreifen und – vielleicht auch nur symbolisch oder pars pro toto – kaputtzumachen?

Ich denke nicht. Was im Eigenen, also im innersten aller konzentrischen Lebenskreise geschieht, liegt in der Hand jedes Einzelnen. Es gibt keine Ausrede dafür, die Erziehung der eigenen Kinder so ganz und gar an fremde Leute, Institutionen und Programme abzugeben, es sei denn, man will gar nicht das Eigene (oder auch „identitäre“), sondern bloß eine reibungslose Gegenwart.

Die kürzeste Formel, die ich einmal für die schlechteste Form rechter Zukunftsvisionen hörte, lautet: „Konsumieren, aber ohne Neger an der Kasse.“ Ich war platt über diese ebenso dreiste wie vermutlich massenkompatible Minimalforderung. – Aber ich schweife ab und mache große Fässer auf (das vom Öko-Rechten, der mir der liebste und seiner Heimat am nächsten ist, während ihm die Identität aus allen Poren quillt, ohne daß er sie beschreiben könnte).

Schreibtisch, Garten, Alltag (XIV): Vergesst Broder!

Posted in Kubitschek on Januar 12, 2013 by androsch

Ich füttere taktisch. Wenn ich morgens mit einer Blechschüssel voll Küchenresten und Korn ins Hühnergehege trete, streue ich Futter-Achsen für die Guten und geheime Eckchen für diejenigen, die nicht an den Trögen stehen dürfen. Dann erst ziehe ich die Klappe an ihrer Kette nach oben und lasse die Hühner heraus. Der erste ist dabei immer der Hahn, ein selbstgefälliges Tier, das sich ein historisch erprobtes Verfahren zu eigen gemacht hat: an der Luke stehen und das Volk sortieren. Links gehts zum Napf, rechts zurück in die Kammer, und als ich neulich ein Gegengewicht in Form eines Junghahns einsetzte, lag dieser am nächsten Morgen tot im Stall. Eklig triumphierte krähend der Platzhirsch.

Laß über die ruhigeren Tage (an denen auch hier im Netz-Tagebuch Ruhe nichts geschah) das Manuskript eines kaplaken-Bändchens aus der feder von Günter Scholdt. Dessen Konservatives Prinzip ist seit ein paar Wochen vergriffen und wird derzeit nachgedruckt. Nun legt er sein zweites Bändchen vor, es trägt den Titel Vergeßt Broder. Sind wir immer noch Antisemiten? und wird im Februar erscheinen. Solches wäre derzeit noch keine Meldung wert, hätte nicht Henryk M. Broder jüngst wieder seiner Selbstgefälligkeit gefrönt und dafür gesorgt, daß der ab und an israelkritischen Publizisten Jakob Augstein unter die Top 10 der tollsten Antisemiten weltweit geraten ist.

Diese Liste wird jährlich vom Simon-Wiesenthal-Zentrum in Los Angelos veröffentlicht. Man verließ sich dort auf eine Empfehlung Broders, der Augstein in Anspielung auf den „Stürmer“-Herausgeber den „kleinen Streicher“ genannt hat. Augstein, der unter anderem die Wochenzeitung Freitag herausgibt, seine Ziergarten-Leidenschaft zu einem Buch ausgewalzt hat und „Im Zweifel links“ für den Spiegel als Kolumnist arbeitet, rangiert in der Liste auf Platz 9. Seither stammelt das deutsche Feuilleton vor sich hin und wägt zwischen der sehr ernsten Aufgabe eines „Wehret den Anfängen“ und der Irritation über die international für Augstein nicht ungefährliche Klassifizierung ab.

Mir ist das Los Augsteins wurscht, zumal er ab und an öffentlich in eine Deutschland-Fahne rotzt und aus seiner Arbeit an der Auflösung alles Deutschen keinen Hehl macht. Mich interessieren nur die Macht-Mechanismen, die Broder mit seiner Empfehlung offenlegt: Wie kann eine Institution wie das Wiesenthal-Zentrum, das als seriös bewertet wird und großen politischen Einfluß besitzt, die persönliche Antipathie einer Revolverschnauze aufgreifen und aus der eigenen Arbeit eine Karikatur machen? Wird durch die Nominierung Augsteins nicht die ganze Liste überdeutlich zu dem, was sie wohl zuvor schon war: eine Farce?

Broder also: Vergeßt ihn, schreibt Scholdt – und untermauert diese Empfehlung auf 96 Seiten mit vielen Zitaten aus Broders wiederum lehrmeisterlichem und selbstgefälligem Buch Vergeßt Auschwitz!, in dem er sein selbstverliehenes Amt als Schicksalsrichter auf die Spitze treibt: links lang zu den Guten, rechts in die Verdammnis.

Scholdts Abrechnung kommt also zur rechten Zeit – hier vorbestellen.

Veröffentlicht: Donnerstag, 3. Januar 2013, 18:10
Kategorie(n): Ereignis, Heute
Schlagwörter: Günter Scholdt, Henryk M. Broder, jakob Augstein
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48 Kommentare zu „Schreibtisch, Garten, Alltag (XIV): Vergeßt Broder!“

WF
Donnerstag, 3. Januar 2013, 18:28 (URL) | Kurz-URL
1) Ob das Wiesenthal-Zentrum seriös ist oder nicht bzw. von wem es als seriös erachte wird, ist eine Frage, die ich gar nicht mit dieser Selbstverständlichkeit beantworten wollte.
2) Dem WZ kommt eben die Existenzberechtigung abhanden, weswegen man sich schon munter nach neuen Betätigungsfeldern umsieht. Es wird auf ein Gefallen auf Gegenseitigkeit hinausgelaufen sein… Das WZ setzt den JA auf die Liste, dafür lesen wir alsbald in Welt und Bild ein paar tolle Artikel über die Förderungswürdigkeit des WZ und wieso gerade wir als Deutsche ein Interesse daran haben müssen diesen Laden zu finanzieren.
Stefanus
Donnerstag, 3. Januar 2013, 19:10 (URL) | Kurz-URL
Broder machte das, was das Wiesenthal-Zentrum seit Jahren macht. Spielen mit der Angst. Sie demonstrieren eine Macht, die sie nur deswegen besitzen, weil Macht und Einfluß (siehe Beschneidungsgesetzgebung) unklar sind.
Der Titel eines – nicht zu schreibenden – Buches lautet: Vergeßt! Broder, Simon-Wiesenthal und Auschwitz und „Anti-Semitismus“. Wer sich davon ins Bockshorn jagen läßt, sollte dort gar nicht mehr herauskommen. Zier- oder Nutzgartenpflege ist um den Faktor 100 gefährlicher.
Dennoch sind die Macht- und Einflußstrukturen interessant. Schließlich bestimmen sie die Geschicke unseres Landes, ja die der ganzen westlichen Welt. Diesen Einflüssen zu unterliegen ist geradezu das Wesen, die Definition, der westlichen Welt. Als Deutschland noch nicht der westlichen Welt anghörte, waren diese Einflüsse marginal.
Die Kraft der Deutschen macht aus Mitteleuropa eine Schlüsselregion. Deswegen richtet(e) sich die Aufmerksamkeit auf dieses Land. Es war zweimal Gegenstand eines Weltkrieges, um diesen Schlüsselraum der westlichen Welt zu unterwerfen, sprich den Macht- und Einflußstrukturen, denen die USA seit dem 20. Jhdt. völlig ausgeliefert sind.
Das Wort Antisemit, wie Rassist, ist bloß ein Indiz dafür, daß jemand seine eigenen ethnischen Interessen benennt und offen vertritt. Selten ist damit verbunden, andere Rassen oder Ethnien herabzusetzen. In der Regel reicht es aus, um sich diese Ehrenbezeichnungen zu verdienen, wenn man mit deren Privilegien oder Machtstrukturen benennt.
Augstein hat diese Lorbeeren nicht verdient.
Fredy
Donnerstag, 3. Januar 2013, 20:05 (URL) | Kurz-URL
Ich versteh, dass sich das wohl rechnen mag. Aber ein Buch über Broder ist wohl der Ehre zu viel. Besser ignorieren, dann muß man nichts vergessen.
Asenkrieger
Donnerstag, 3. Januar 2013, 20:10 (URL) | Kurz-URL
Das Simon-Wiesenthal-Zentrum soll „seriös“ sein? Die haben es fertig gebracht sogar schon ihren eigenen fanatischen Mitstreiter Edgar Bronfman auf die Liste der „Antisemiten“ zu setzen (Augstein ist mir ebenfalls egal).
Doch da finden sich auch hervorragende Gelehrte auf dieser dubiosen Liste, wie z.B. Prof. Kevin MacDonald, der durch interessante evolutionsbiologische Theorien hervorgetreten ist (seine Bücher bekommt man u.a. bei Amazon).
Was ist das übrigens für eine menschenverachende Idee, Menschen auf eine Negativ-Liste zu setzen? Gerade die Juden haben doch in ihrer leidvollen Geschichte mit solchen Listen schon böse Erfahrungen machen müssen.
Wir wissen, was alles passieren kann, wenn man derart öffentlich zum Abschuß freigegeben wird. Das ist bestimmt nicht „seriös“!
Gottfried
Donnerstag, 3. Januar 2013, 20:14 (URL) | Kurz-URL
Die Wahrheit werden sie nicht sagen. Aber ihre Lügen werden immer grotesker werden.
Leider fehlt mir dieser häßliche Zug der Schadenfreude ja gänzlich.
Schlechte Menschen wären jetzt sicher amüsiert, wie sich die Matrix der Weißen Schuld immer weiter hochschaukelt und erhitzt.
Aber „Broder vergessen“? Weiß ich nicht, auch dieses Zitat hier?
“Ich glaube tatsächlich, dass Europa ein übernahmereifer Kontinent ist… Ich finde es grundsätzlich gut, dass das so genannte “weisse, heterosexuelle, blonde, arische” Europa seinem Ende entgegengeht.” Henryk Marcin Broder, Berner Zeitung, 8.2.2007.
Kreuzweis
Donnerstag, 3. Januar 2013, 20:23 (URL) | Kurz-URL
Vorerst ein glückreiches neues Jahr Ihnen und den Ihren!
Ihr Beitrag bestätigt mir, daß das Gutmenschentum auch im rechten Lager verbreitet ist. Ich entsinne mich noch anderer mitfühlsamer Nutztiergeschichten. Doch Tiere kümmern sich nicht um moralische Gefühlsregungen guter Menschen. Der Instinkt sagte dem Hahn, daß wenn er den Konkurenten zu Kräften kommen ließe, der ihm das Leben schwer machen würde und oder ihn seinerseits umbrächte.
Die Biodeutschen ließen sich diesen Instinkt ausreden, weshalb ihnen nun die fremden „Hähne“ das Leben zunehmend sauer machen …
Was die Handlungsweise des S.-W.-Zentrums angeht, so erfüllt sie mich mit nicht nur klammheimlicher Freude. Auch kommt sie für mich nicht überraschend, da ich mir die Lehre der Fabel „Der Frosch und der Skorpion“ merkte: paßt wunderbar!
Ich habe nicht ganz verstanden, ob SIE vom S.-W.-Zentrum „seriöse“ Arbeit erwarteten, für mich paßt die Nominierung vollkommen in die „seriöse“ Arbeit dieses Zentrums. Eher würde ich von einem Al-Capnone-Zentrum eine seriöse Aufklärung der Vorurteile gegüber der Mafia erwarten.
Über den „ehrenwerten“ „Nazijäger“ Simon Wiesenthal (oder wie auch immer er hieß) schrieb Gerd Honsik ein luzides Buch mit dem Untertitel „Schelm und Scheusal“. Allein die Vergleiche seiner diversen autorisierten Biographien lassen vermuten, daß er im günstigsten Falle unter bipolaren Störungen gelitten haben muß; bei Metapedia werden Sie geholfen …
Broder, das Zentrum, Augstein und die ganze Mischpoke haben daher zumindest für mich nichts überraschendes – alles eine einzige Schmiere für Kriechwillige.
Kurt Schumacher
Donnerstag, 3. Januar 2013, 22:14 (URL) | Kurz-URL
Welche Ironie, ein Buch mit dem Titel „Vergeßt Broder“ zu schreiben, wenn man doch genau weiß, daß die Aufregung im bundesrepublikanischen Blätterwald mit 100 Prozent Wahrscheinlichkeit erfolgen wird. Kann ja gar nicht anders sein, bei einem so prominenten Namen wie Henryk M. Broder! Scholdts Buch ist doch wie Gratiswerbung für Broder! Das erinnert mich an die Geschichte vom weißen Elefanten (aus „1001 Nacht“?). Einem Mann wurde versprochen, er würde einen Schatz finden, wenn er bei Vollmond in seinem Garten grübe – aber um Himmelswillen dabei *nicht* an einen weißen Elefanten dächte. Tja! Natürlich dachte er beim Graben permanent an den weißen Elefanten, und der Schatz war weg. – Also ich hätte an Herrn Scholdts Stelle *kein* Buch über Broder geschrieben. Lieber noch ein zweites Buch über konservatives Leben.
D. Urchblicker
Donnerstag, 3. Januar 2013, 22:50 (URL) | Kurz-URL
Die Entscheidung war richtig, Herr Kubitschek. Alles andere hätte mich enttäuscht und wäre zudem das falsche Signal gewesen.
Mit Zustimmung nahm ich in Teil 12 zur Kenntnis daß man erstmal eine Schwanzfeder ausbilden solle. Groß mein Entsetzen in Teil 13 daß gerade jener Junghahn, der sich gegen vier Brüder druchgesetzt hatte, in den Kochtopf wandern sollte. Ich war schon drauf und dran eine befreundete Tierfreundin mit grossem Garten zu bitten dem Hahn Asyl zu gewähren, wäre da nur nicht die grosse Entfernung gewesen.
Geholfen hat es zwar nichts, aber lieber stehend sterben als um seine legitime Chance beraubt im Kochtopf zu enden.
Biobrother
Freitag, 4. Januar 2013, 0:15 (URL) | Kurz-URL
Das im obigen Text verlinkte Streitgespräch mit dem tatsächlich in die Deutschlandfahne rotzenden Walser-Sohn Jakob Augstein ist in der Tat interessant. Besagte Fahnenschändung ist natürlich – auch wenn man tumben Nationalismus ablehnt – unmöglich, in einem anderen Land wäre er damit beruflich erledigt, sein Ruf wäre ruiniert, oder er hätte sogar rechtliche Konsequenzen zu befürchten, hier gehört das wohl zur Grundausstattung eines (selbsternannten) Linksintellektuellen. Ansonsten ist Herr Augstein wohl (ebenso wie Herr Reemtsma) in die Kategorie des Salonsozialisten einzusortieren, das zeigt sich ja ebenfalls ganz gut in dem Video. Der Euro muss um jeden Preis gerettet werden (was auch passieren wird), auch wenn inflationäre Entwicklungen die zu erwartende Folge sind, aber die lassen eben nur den Normalbürger verarmen. Dazu passt ja auch, dass beim Freitag nun – so gar nicht solidarisch – massiv entlassen werden soll. Was Herrn Broder anbelangt: ich finde ihn recht geistreich, das muss ich ganz ehrlich sagen (wobei hier auch ein Stück weit liberale Solidarität mitspielen mag). Immerhin: Er lässt, auch auf der von ihm mitbetriebenen Achgut-Seite, an seiner Subjektivität keinen Zweifel, das mildert die oft sehr pointierten Ausritte dann m.E. etwas. Ebenso dürfte ihm klar sein, dass er hier quasi Narrenfreiheit genießt. Die überharsche Kritik an Herrn Augstein ist vielleicht also auch der Empörung geschuldet, dass diese Narrenfreiheit hier vom Gegenüber nicht hinreichend gewürdigt wird (was aus Herrn Augsteins Sicht wiederum folgerichtig sein mag, lastet doch die Vergangenheit auf einem Kämpfer gegen den Nationalismus weniger als auf etwaigen Ewiggestrigen). Den Sinn und Zweck solcher Prangerlisten entwertet das natürlich deutlich.
Biobrother
Freitag, 4. Januar 2013, 0:26 (URL) | Kurz-URL
Nachsatz: Falls besagte Prangerlisten denn überhaupt einen Sinn und Zweck haben.
neocromagnon
Freitag, 4. Januar 2013, 1:47 (URL) | Kurz-URL
Broder ist ein Aufschneider, wie alle in dem Zirkus, aber manchmal schreibt er wirklich witzig, was man nicht von allen behaupten kann.
Wie wäre es eigentlich, wenn einem diese Liste und die Leute dahinter egal sind? Was können sie einem wirklich tun und was ist von Leuten zu halten, die einem auf deren Geheiß Knüppel in den Weg schmeißen? Sollte man sich von denen nicht eh fern halten? Nach dem Motto, viel Feind viel Ehr.
Unke
Freitag, 4. Januar 2013, 1:48 (URL) | Kurz-URL
Gockel meldet 297(!!) ‚Verstöße‘, wenn man es wagt, nach „Wiesenthal site:metapedia.org“ zu suchen:
Aus Rechtsgründen hat Google 297 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt.
Wenn man hinter die Suchanfrage /ncr eingibt wird zwar nur noch 1 Suchergebnis „entfernt“, aber es gibt immer noch kein Suchergebnis.
Versteh‘ das jemand…
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Ob man Broder solch eine Plattform bieten sollte?
Für so einen -selbst für einen Publizisten- eitlen Maulaufreißer definitv zu viel der Ehre. Sein Blog (die Achse des Juten) finde ich gar nicht einmal so schlecht; unsägliche Figuren wie Hannes Stein (dieselbe Fakultät wie Broder; wohnt, übrigens, passenderweise in Brooklyn) oder Dr. (ganz wichtig!) Wolfgang Weimar werden durch erfrischende Autoren wie Wolfgang Röhl oder fleißige Aufklärer wie Benny Peiser aufgewogen.
Was wirklich nervt ist Broders Obsession mit seinesgleichen bzw. das Verhältnis der deutschen Linken (genauer: deutscher Intellektüllen aus Medienbetrieb, Partei-Vorfeldorganisationen und Politik) mit den Juden.
Als ob das außer den Mitgliedern dieser linksextremen Zirkel irgend jemanden interessieren würde, was da abgesondert wird.
Bringt dieses Kaplakenbändchen Aufklärung in die Schizophrenien des H.M. Broder? So richtig rückt er ja nicht raus mit der Sprache, ob alle Deutschen Nazis sind. Vom Tenor her würde ich entnehmen: ja, denkt er schon. Aber dann müßte man sich (oder besser: ihn) fragen, warum er ausgerechnet dieses Land zu seiner Wahlheimat erkoren hat…? (Ich weiß es natürlich.)
Wenn Scholdt die Heuchelei -nicht nur von Broder, sondern auch des Medienbetriebes, der ihm als Unberührbaren Narrenfreiheit gewährt (eine Freiheit, die ein Sarrazin oder Hohmann nie hatte)- thematisiert und er schlüssig darlegen kann, für was Broder eigentlich steht kaufe ich das Büchelchen!
Schnippedilderich
Freitag, 4. Januar 2013, 2:18 (URL) | Kurz-URL
Aus Sicht der Hennen sind krähende Hähne ohnehin nur reaktionäre Nihilisten und in der Bratröhre erhalten sie eine natürliche Bräune!
agentjoerg
Freitag, 4. Januar 2013, 7:53 (URL) | Kurz-URL
Man verließ sich dort auf eine Empfehlung Broders, der Augstein in Anspielung auf den „Stürmer“-Herausgeber den „kleinen Streicher“ genannt hat.
Mich interessieren nur die Macht-Mechanismen, die Broder mit seiner Empfehlung offenlegt:
eine sehr interessante frage zu den Macht-Mechanismen, herr kubitschek, die sie da aufwerfen? aber eine antwort wäre wohl zu verschwörungstheoretisch.
MKH hat auch seine eigenen erfahrungen damit gemacht:
http://korrektheiten.com/2011/12/21/deutschfeindlichkeit-erfahrungen-mit-bat-yeor/
Soziologisch besonders faszinierend ist das Buschtrommelsystem, dessen Funktionsweise hier so eindrucksvoll demonstriert worden ist: dessen Beteiligte, ohne einander zu kennen, einander so weit vertrauen, dass sogar offensichtliche Lügen dieses Vertrauen (und die Bereitschaft zur Befolgung von Ratschlägen) nicht zu erschüttern vermögen. Dieses Vertrauen und diese Bereitschaft basieren offenkundig nicht auf persönlicher Bekanntschaft, sondern auf einem anderen Faktor.
oder die professoren John Mearsheimer und Stephen Walt:
http://en.wikipedia.org/wiki/The_Israel_Lobby_and_U.S._Foreign_Policy
The book describes the lobby as a „loose coalition of individuals and organizations who actively work to steer U.S. foreign policy in a pro-Israel direction“.
Mearsheimer stated, „[w]e fully recognised that the lobby would retaliate against us“ and „[w]e expected the story we told in the piece would apply to us after it was published. We are not surprised that we‘ve come under attack by the lobby.“[102] He also stated „we expected to be called anti-semites, even though both of us are philo-semites and strongly support the existence of Israel.“
Gottfried
Freitag, 4. Januar 2013, 8:42 (URL) | Kurz-URL
Über die Lektüre von Kevin MacDonald bin ich u.a. – neben vielen historischen Recherchen – dazu gekommen, mal die Erkenntnisse der Hirnforschung ein wenig einzusehen. Daß zum Beispiel fremdenfeindliche Reaktionen über den Mandelkern (Amagdyla) nachweisbar sind. Die Versuchskandidaten werden mit Photographien Rassefremder konfrontiert und es erfolgen negative Reaktionen, wie auch positive Reaktionen nachweisbar sind, wenn ihnen vertrautere Gesichter entgegenblicken.
Es ist ungeheuerlich, wie der Humanismus den zentralen Schutz des Lebens („Selbsterhaltungstrieb“) über das körperlich verankerte System der Furcht zur Krankheit umgewertet hat.
Im Gefolge der Großen Kulturrevolution 1968ff sprach man verstärkt von sogenannten „Ängsten“ – die in der Mehrzahl natürlich als noch gewichtiger markiert wurden.
(Als albernen Konter könnte man hier von einer generellen „Bio-Phobie“ der Humanisten sprechen.)
„Was ist das übrigens für eine menschenverachende Idee, Menschen auf eine Negativ-Liste zu setzen?“
Hier – gut, ich bin dort vielleicht ja extrem sprachempfindlich – sehe ich immer die große Gefahr, bei Verwendung dieser semantischen Lehmklumpen die vordiktierte Matrix des Feindes noch zu bekräftigen.
Darf ich irgendeinen der sieben Milliarden, hundert Millionen und „ein paar zerquetschten“ Zweibeiner denn nun gar nicht verachten? Den genußfreudigen Spieljungen und Stalinfreund Ilja Ehrenburg? Lev Bronstein? „Hirsch“ Apfelbaum (Tarnname: „Zinoviev“)?
Falls doch: Ab wie vielen dieser „Menschen“, denen ich bereits meine Verachtung entgegengebracht habe, ist der moralisch abwertende induktive Rückschluß auf eine Verachtung der gesamten „Mensch“heit erlaubt, durch priviligierte Humanisten, die sich zur Fürsprache für alle sieben Millarden berufen fühlen?
Eine zentrale Kritik am Fundament des Humanismus: Wie viel Würde besitzt der „kultur“schaffende Räpper Bushido z.B.? Woran erkennt man diese „Menschen“würde denn beim Einzelnen ganz konkret mit den eigenen Augen, dem eigenen Verstand, dem eigenen Herzen, die das partiell humanistische Grundgesetz schützen will?
Toni Roidl
Freitag, 4. Januar 2013, 10:06 (URL) | Kurz-URL
Wiesenthal, Augstein, Broder… dafür extra ein Buch? „Vergesst Broder“, das ist so wie „Denken Sie immer daran, Broder zu vergessen“. Ich glaube nicht, dass sich Broder selbst so ernst nimmt. Ich glaube auch nicht, dass sich hier „Macht-Mechanismen“ entfalten; wer nimmt diese Top-Ten-Liste denn wirklich ernst? Die Kommentare sind doch eher gedrucktes Augenrollen. Und zu Augsteins „Israelkritik“: Es stimmt schon, dass er wie die linken Anti-Impis auf dem Standpunkt steht: Nur tote Auschwitz-Juden sind gute Juden. 1.500 Raketen p.a. auf Israel sind ihm egal, aber wenn die Israelis zurückschlagen, heult er. Ich habe diese Empathie für die primitiven „Palästinenser“ noch nie verstanden. Schreihälse, die nichts geregelt kriegen, während die Israelis die Wüste bewohnbar machen. Und das hat nichts mit dem Philosemitismus von pi-news zu tun.
Inselbauer
Freitag, 4. Januar 2013, 10:40 (URL) | Kurz-URL
Ihr kennt diesen Augstein nicht! Er führt sich in seiner Redaktion auf wie ein „Schriftleiter“ und Alpha-Hendl, und es ist natürlich wahr, dass er die volkstümlichen Affekte von seinem leiblichen Vater mitgenommen hat, der nach 4 Bier auf die Plutokraten schimpft. Ihr harmlosen Konservativen könnt euch sicher nicht so recht vorstellen, was bei einer „Verlagsbesprechung“ mit diesem Kerl abgeht, welche handfesten Hasskomplexe diese linksliberalen Clowns tatsächlich haben. Israel ist da nicht nur ein „Mörderstaat“, und dass sich der Broder in die polnischen Hosen macht, wenn er so etwas hört, ist doch nur verständlich. Ich gönne Herrn Augstein die Aufnahme in die Ehrenliste, auf dass er seine Kohle bald wieder in die mittelständische Industrie steckt und nicht in seine beschissenen publizistischen Projekte!
Karolinger
Freitag, 4. Januar 2013, 11:51 (URL) | Kurz-URL
Die teilweise hier auftretende Bewunderung für Broder wundert mich doch sehr. Er teil äußerst kräftig aus(gerne mit Nazi-Vergleichen) und rechtfertigt sich dann damit, dass man ja jetzt darüber diskutiert und das sei doch wunderbar. Hauptsache man redet darüber.
So einfach sollte man Broder dann doch nicht davon kommen lassen. Insofern freue ich mich auf die Analyse von Scholdt.
Mal sehen ob Scholdt dann nächstes Jahr auch auf der „seriösen“ Liste steht.
Irrlicht
Freitag, 4. Januar 2013, 11:54 (URL) | Kurz-URL
Wer meint, Broder sei nur ein harmloser, antiintellektueller Politclown, mit einem Faible für pro-israelische Propaganda, das er auf seinem mit Leuten aus der antideutschen Szene gegründeten Blog, manchmal auch in der Springer-Presse, auslebt, übersieht die im Artikel erwähnten existierenden Machtmechanismen, derer er sich bedient. Ken Jebsen z.B. kostete es den Job beim rbb.
Meyer
Freitag, 4. Januar 2013, 13:37 (URL) | Kurz-URL
Ad: Machtmechanismen
Diese reichen weit. So weit, daß ein Steinbrück Eurobonds forderte und eine Merkel einer unendlichen Geldmengenausweitung zustimmt. – Broder ist lediglich der Anus dieser Mechanismen.
Die längst beantwortete Frage lautet, wo die Epizentren dieser Machtmechanismen sitzen. Dies sicherlich nicht im Simon-Wiesenthal-Zentrum an der Westküste, sondern eher an der Ostküste selbigen Kontinents. Aber immerhin war die Aufnahme von Augstein in die Liste der Aussätzigen das Beste, was passieren konnte. Bei den einem Teil der Linken handelt es um Instinkt, der die Selbst- oder eher Fremdzerstörung einleitet. Bei dem anderen Teil, so dem „derzeitigen“ Augstein handelt es sich um dem „Sieger der Geschichte“ andienende Selbstzerstörung. Nun wird von Augstein diese Selbstzerstörung als universales Prinzip konsquent betrieben und umfaßt somit auch den Staat Israel. Der Selbstbetrug der Linken muß sich immer weiter steigern, damit es nicht auffällt, daß sie ganz simpel seit vielen Jahrzehnten die nützlichen Idioten fremden Interesses sind.
Besser man wettert (also: machtlos) gegen „die Plutokraten“, als man noch nicht einmal begreift, wer hier Politik macht. Und Broder macht es eben nicht. Er reicht, wie die Linken, die Scheiße nur in die Öffentlichkeit durch. Es handelt sich um die Fußtruppen des Hochadels des Kreditgeld-Feudalismusses.
Wie sich einige dazu hergeben, diese Machtmechanismen im besten Propaganda-Stil einfach „zu übersehen“, zu „überschreiben“, wundert mich nicht grundsätzlich. Allerdings bin ich doch erstaunt, diese hier vorzufinden.
Selbstbehauptung fängt da an, die Ketten, die mich halten, zu erkennen, sie nicht mehr zu wollen und zu ergründen, wie man sie löst.
Das erweiterte Feuilleton ist lediglich Nebenkriegsschauplatz.
Wer hat den Hauptnutzen dieser Fesseln? Um diese Frage drücken sich die Feuilletonisten!
nino
Freitag, 4. Januar 2013, 14:07 (URL) | Kurz-URL
@Karolinger
Versteh ich auch nicht. Ich kann mir das nur damit erklären, dass einige Konservative das eigene Denken (und ihre Autonomie) so gründlich verlernt haben, dass sie schon froh sind, wenn jemand wie Broder ab und zu mit den Wölfen (also ihnen) heult.
Dann kommen so Sprüche wie „Broder nimmt sich selbst nicht so ernst“, oder „er pisst den Gutmenschen wenigstens ab und zu ans Bein“ usw.
Das kann doch nicht interessieren bei einem Typen, der die Abschaffung Europas fordert! Für so jemanden machen sich Konservative noch stark? Es ist mir auch egal, mit wieviel Wortwitz er solche Postulate von sich gibt. Meist sind seine Texte ja sowieso ziemlich nah an der Satire. Das ist dann gleichzeitig seine Fluchtburg: „Depp, hast du die Satire nicht bemerkt?“ Das ändert aber nichts an seinen widerlichen Postulaten, die er ja meist unwidersprochen platzieren kann.
Nihil
Freitag, 4. Januar 2013, 14:09 (URL) | Kurz-URL
@Kreuzweis: Es ist fein, dass hier so eine offene Sprache gepflegt wird, aber Honsik als Gewährsmann zu zitieren ist einfach nur dumm. Dass Wiesenthal ein widerlicher Typ war, das weiß man auch so oder – von mir aus – mit Bruno Kreisky!
Zum Inhalt:
1) Der Titel gefällt mir gut, endlich mal ein bisschen Kontroverse. Von Langeweile(rn) sind wir ohnehin umgeben.
2) Ich glaube schon, dass sich eine Auseinandersetzung mit Broder in dieser Form lohnt, weil er medial relativ präsent ist und so manchem Dünnbrettbohrer rasche Polemik im Umgang mit dem Islam in Europa reicht. Am Ende werden damit PI-Fans produziert, das sollten wir nicht wollen. (Natürlich ist Broder nur ein Symptom und ich hoffe das Büchlein dreht sich nicht allzu sehr um die Person.)
3) Eine Auseinandersetzung mit Augstein halte ich hingegen für überflüssig. Augstein ist ideologisch von vorgestern, ein Schnösel ohne wirklichen Intellekt, ein „Edelprolo“ halt, der noch dazu seine Kuckuckseibiographie im Narzissmus ertränken will. Langweiliger, weil unpolitischer, gehts nicht mehr.
Kurt Schumacher
Freitag, 4. Januar 2013, 14:36 (URL) | Kurz-URL
Wer ist Ken Jebsen? Ich kannte den nicht, mußte erst mal googeln. Da lese ich dann (Wikipedia): „bürgerlicher Name Moustafa Kashefi… Künstlername Ken Jebsen“. Was verbindet uns mit dem? Also mich gar nichts. Ob so ein Broder sich mit so einem Kashefi streitet, geht mir am Grundgesetz vorbei. Nino und Karolinger, Sie haben recht. Als Konservativer sollte man wissen, auf welcher Seite man steht. Wenn Broder im TV kommt, schalte ich sofort weg (ich gucke sowieso wenig Fernsehen, da muß ich mir nicht die raren Minuten vergällen). Wenn ich über einen seiner Artikel im Netz stolpere, klicke ich ebenfalls sofort weg. Ich habe ihn früher mal gelesen, aber schon lange nicht mehr. Zum Glück „muß“ man ja nicht! Und daß er „gegen die Gutmenschen“ schriebe, ist ja nur eine fromme Selbsttäuschung. In Wahrheit spielt er den Hofnarren der Gutmenschen. Das hat er übrigens mit Augstein junior gemein. Also was soll dieser Pseudo-Streit? Ist doch alles nur Augenwischerei.
Aber eins wäre trotzdem mal interesant: Man könnte Henryk M. Broder zum nächsten Zwischentag vorladen, oder auch zu einer früheren konservativen Veranstaltung, und ihn dann argumentativ „entzaubern“ (so sagt man, glaube ich, in Gutmenschenkreisen). Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen trifft Broder ja immer nur auf eine Einheitsfront aus Plüsch. Aber wie geht er mit echtem Widerspruch um…?
Frieder
Freitag, 4. Januar 2013, 14:40 (URL) | Kurz-URL
In Sachen Antisemitismus hat sich Broder hierzulande zur absoluten Autorität ernannt. Er allein hat die Deutungshoheit über alles, was des Antisemitismus verdächtigt sein könnte. In seinen Definitionen bedient er sich einer geschlossenen Beweisführung, wie man es nur in der Freudschen Psychoanalyse oder im Marxismus antrifft; Systeme, die sich auch nicht „falsifizieren“ lassen. Mit einer Feststellung wie – beides „jüdische“ Erfindungen“ – würde ich mich schon als Antisemit zu erkennen geben. Aussagen wie „Ich mag Israel“ oder „Ich bin kein Antisemit“, „Ich mag Broder“, genauso wie „Ich mag Broder nicht“, besonders aber Sätze wie „Wir als Deutsche mit unserer besonderen Verantwortung…“, liebt Broder. Sie machen im Broderschen System nicht nur verdächtig, sondern sie sind entlarvend. Denn, wie stellt Broder fest: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.“
bernardo
Freitag, 4. Januar 2013, 15:59 (URL) | Kurz-URL
Was mich einigermaßen befremdet, ist der Untertitel des geplanten Bands:
„Sind wir (!) immer noch (!) Antisemiten?“
Er transportiert deutlich die Basis der Kollektivschuldlegende, daß alle „es“ gewußt, gewollt oder zu verantworten hätten. In Deutschland sind aber zu keiner Zeit Vele oder die Mehrheit oder gar Alle antisemitisch eingestellt gewesen. So etwas zu behaupten, ist Unsinn.
Diese Legende verbreitet übrigens ebenfalls und mit Freuden: Broder.
„Die Deutsche haben wieder zur Normalität gegenüber den Juden zurück gefunden. Und diese Normalität ist antisemitisch.“
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_antisemitismus_ist_ein_weltkulturerbe_er_sollte_unter_den_schutz_der_un/
Meyer
Freitag, 4. Januar 2013, 16:15 (URL) | Kurz-URL
Augstein: „Das SWC ist eine wichtige, international anerkannte Einrichtung. Für die Auseinandersetzung mit dem und den Kampf gegen den Antisemitismus hat das SWC meinen ganzen Respekt. Umso betrüblicher ist es, wenn dieser Kampf geschwächt wird. Das ist zwangsläufig der Fall, wenn kritischer Journalismus als rassistisch oder antisemitisch diffamiert wird.“
Sehr geehrter Herr Augstein. Ersetzten Sie SWC mit Spiegel-Freitag-ARD-ZDF-Welt-SZ-FAZ-DLR-DLF-DW-BZ-Bild-HAB-WAZ-usw. so wäre Ihr Satz ehrlicher. Nun erfahren Sie am eigenen Leib, was Sie täglich selbst ausüben: Primitive Hetze.
Gottfried
Freitag, 4. Januar 2013, 17:30 (URL) | Kurz-URL
@ nino
„Broder nimmt sich selbst nicht so ernst“
Wenn Broder in den BUNTEN Medien einen seinen zahllosen Auftritte hat, schießt er einen Elfmeter nach dem anderen lässig in das Netz. Hier mal ein anthropologisch sehr interessantes Thema, nämlich, wie sich jedes Lebewesen und natürlich auch unsereins als Zweibeiner mit Hilfe eines Systemes von Vorurteilen in der Umwelt orientiert.
Eine einzige geistige Sahelzone, in der Broder sich dann freilich als „Intellektueller“ abheben kann:

Trick Nummer 25 aus dem „Großen Handbuch für Roßtäuscher“:
Teile dem Auditorium drei, vier oder fünf Sachen mit, die wahr sind.
Anschließend kannst Du ihnen alles verkaufen, auch Deine Lügen.
Für nicht wenige Blinde ist Broder der Seher. DER Pseudotabubrecher der Nation.
Für meinen Geschmack – gänzlich unabhängig von seinen Inhalten – ist er mir viel zu laut.
„Was ich völlig im Ernst gut finde ist, dass diese demografische Struktur Europas nicht mehr zu halten ist. Je eher die Europäer das einsehen, desto besser. Einige Städte sind schon recht farbig und nicht mehr «arisch» weiss, und dagegen kann man überhaupt nichts sagen.“
(Archiv „hagalil“, 7/2006)
Bin in keiner Weise mehr bereit, auch nur ein einziges Wort aus der Matrix zu übernehmen, innerhalb der so ein Feind unseres Landes, unseres Volkes und unseres Europas hofiert wird.
Wenn Broder die Uhrzeit angibt, dann gucke ich auf meiner Uhr nach.
Wer bitte sind diese „Semiten“? Wir tragen auch keine Zylinder mehr. Warum sind wir bereit, so einen uralten Begriff von Wílhelm Marr anzuerkennen?
Falls es um Feindschaft gegen den Judaismus geht: Warum darf das als Meinungsäußerung nicht geduldet werden wie eine Meinungsäußerung gegen andere Gruppenimperialismen auch?
Falls es aber um behauptete Feindschaft gegen DIE Juden geht:
Wie viele Juden mag ein solcher Delinquent dann nicht, daß man ihn einen Gegner DER Juden schlechthin schimpfen darf?
Hier stellt sich die gleiche Frage, wie bei anderen humanistischen Kampfbegriffe auch, bei „Menschen“verachtung, „Frauenfeindlichkeit“, „Schwulen“feindlichkeit.
Ich finde es judenfeindlich, wenn Broder oder sonstwer, der diesem Volke angehört, instrumentalisiert wird, um darauf dann ein ganz anderes Süppchen zu kochen.
Wenn ich hier keine Millionen Araber wohnen haben möchte, dann kann ich auch sagen: ICH möchte das nicht. Dazu brauche ich einen erklärten Feind meines Landes und meines Volkes nicht.
Kurt Schumacher
Freitag, 4. Januar 2013, 19:00 (URL) | Kurz-URL
Eben habe ich nach dem Begriff „Glimpfwort“ gegoogelt – bekanntlich eine schöne Verdeutschung für „Euphemismus“. Dabei stieß ich auf folgende Geschichte von Johann Peter Hebel, die, finde ich, hier ganz gut in den Zusammenhang paßt. (Als Leser des 21. Jahrhunderts frage ich: War Hebel ein Antisemit? Oder ein Philosemit? Oder nur im Sinne Heinz Erhardts ein Schelm?)
Ich zitiere:
Glimpf geht über Schimpf (1813)
Ein Hebräer, aus dem Sundgau, ging jede Woche einmal in seinen Geschäften durch ein gewisses Dorf. Jede Woche einmal riefen ihm die mutwilligen Büblein durch das ganze Dorf nach: „Jud! Jud! Judenmauschel!“ Der Hebräer dachte: Was soll ich tun? Schimpf ich wieder, schimpfen sie ärger, werf ich einen, werfen mich zwanzig. Aber eines Tages brachte er viele neugeprägte, weißgekochte Baselrappen mit, wovon fünf soviel sind als zwei Kreuzer, und schenkte jedem Büblein, das ihm zurief: „Judenmauschel!“ einen Rappen. Als er wiederkam, standen alle Kinder auf der Gasse: „Jud! Jud! Judenmauschel! Schaulem leckem!“ Jedes bekam einen Rappen, und so noch etliche Mal, und die Kinder freuten sich von einer Woche auf die andere und fingen fast an den gutherzigen Juden liebzugewinnen. Auf einmal aber sagte er: „Kinder, jetzt kann ich euch nichts mehr geben, so gern ich möchte, denn es kommt mir zu oft und euer sind zuviel.“ Da wurden sie ganz betrübt, so daß einigen das Wasser in die Augen kam, und sagten: „Wenn Ihr uns nichts mehr gebt, so sagen wir auch nicht mehr Judenmauschel“ Der Hebräer sagte. „Ich muß mir’s gefallen lassen. Zwingen kann ich euch nicht.“ Also gab er ihnen von der Stund an keine Rappen mehr und von der Stund an ließen sie ihn ruhig durch das Dorf gehen.
Zitat Ende.
Couperinist
Freitag, 4. Januar 2013, 21:52 (URL) | Kurz-URL
Also mit dieser extremen Fixierung einiger sich als besonders „gut“ verstehender deutscher Intellektuellen auf Israel, hat Broder recht ! Was soll das ewige Getue um den Palästinakonflikt ? Der ist nicht mal dort mehr die treibende Kraft, vielmehr der kalte Krieg zwischen Iran und Saudi-Arabien/ Schiiten und Sunniten.
Warum fiel Augstein nichts Vergleichbares zum Sudan ein, zu Tschetschenien, Kaschmir, Syrien jetzt ? Das waren/ sind tlw. viel dramatischere Konflikte. Nein, immer gehts um Israel, ie bei einer Obsession.
Ich will Broders nervende Selbstgerechtigkeit gar nicht verteidigen, aber da hat er nicht so unrecht. Das ständige Hadern mit Israel, für das dieser Augstein steht, kann ich nicht nachvollziehen und mir nur mit einem Knacks in der Hinsicht erkären.
Gottfried
Freitag, 4. Januar 2013, 22:18 (URL) | Kurz-URL
@ Kurt Schumacher
„Als Leser des 21. Jahrhunderts frage ich: War Hebel ein Antisemit? Oder ein Philosemit?“
So ist es schön brav.
Fragen Sie sich auch, wenn Äußerungen über mongolide Völker (Koreaner, Japaner, Chinesen usw.) oder Angehörige mongolider Völker fallen, ob das philo- oder antimongolid ist?
Niedersachse
Freitag, 4. Januar 2013, 22:49 (URL) | Kurz-URL
Lieber Herr Kubitschek,
ich befürchte, dass die Veröffentlichung dieses Bandes keine gute Entscheidung ist. Zunächst einmal erschließt sich mir der Sinn nicht, warum sich der Autor gerade Henryk M. Broder zur publizistischen Zielscheibe auserkoren hat. Da hätte es lohnendere publizistische Angriffsiele gegeben, anstatt völlig unnötig eine neue Front aufzmachen. Hat Broder in letzter Zeit etwa die Sezession oder das IfS angegriffen oder nicht etwa Augstein jr. und Ken Jebsen? Und letztgenannte durchaus zu Recht. Augsteins Positionen zu Israel haben den Boden sachgerechter Kritik längst verlassen und sind durch Unfairness, Parteilichkeit und Hass gekennzeichnet. Er behandelt die Israelthematik genauso, wie er und seinesgleichen mit der demokratischen Rechten umgehen. Tut mir leid, aber mit Augstein empfinde ich keinerlei Solidarität. Und wer ist Ken Jebsen? Ein anständiger deutscher Patriot oder ein im Zweifel linksstehender Verschwörungstheoretiker?
Am Ende wird man gegen Kubitschek & Co die Antisemistimuskeule schwingen, fürchte ich. Und zwar werden es genau jene linken „israelkritischen“ Nationalstaatszerstörer vom Schlage eines Augstein sein, die hier gegen Antisemitismusvorwürfe in Schutz genommen werden. Wozu soll dieser Beitrag zur Selbstdemontage gut sein?
Gibt es zudem nicht dringendere Probleme, denen sich Konservative widmen sollten (Energie-/“Klimaschutz“-Politik, Europäisierungswahn, Genderpolitik, Ausländerkriminalität, Demografieproblem, Bildungspolitik, politische Handlungsspielräume für Konservative)?
Sicher, es gibt einzelne Äußerungen von Herrn Broder, die ich nicht teile, und gelegentlich schimmert seine politische Herkunft aus dem antideutschen Lager durch. Dem stehen aber auch viel Positives gegenüber. Broder und seine Achse des Guten kritisieren die Klimawandelhysterie und die verfehlte Energiepolitik, die Eurorettungspolitik und die Gewaltkriminalität von moslimischen Einwanderern. Dafür hat man ihn sogar von linker Seite als Stichwortgeber von Breivik hingestellt. Unlängst hat Broder zudem höchstselbst die europäische Integrationspolitik deutlich kritisiert, die auf die Abschaffung der Nationalstaaten und der politischen Handlungsfreiheit abzielt. Dass er Israel gegen unfaire Berichterstattung verteidigt, finde ich nicht unsympathisch.
Soll dieses Büchlein nun der Dank dafür sein, dass Broder der Blauen Narzisse ein Interview gegeben hat und unlängst ein Beitrag der Jungen Freiheit (mit positiver Bezugnahme) auf der Achse des Guten verlinkt wurde? Im übrigen stört mich die israelfeindliche Haltung einzelner Rechtsintellektueller (Sie, Herr Kubitschek, können sich vermutlich denken, welchen Ihrer Autoren ich speziell meine). Glauben Sie mir, es bringt der Rechten keinerlei Nutzen, wenn sie sich am Antizionismus der Linken ein Beispiel nimmt.
Schade, schade. Dabei leisten Sie insgesamt eine gute Arbeit. Den Kaplaken-Band von Manfred Kleine-Hartlage „Warum ich kein Linker mehr bin“ z.B. habe ich mit Gewinn gelesen.
Realist
Samstag, 5. Januar 2013, 0:17 (URL) | Kurz-URL
Vergeßt Auschwitz – ein Buch so zu betiteln und es dann de facto mit dem Fazit enden zu lassen, nur wer uneingeschränkte Solidarität mit Israel übe, sei wirklich frei vom Makel des Antisemitismus – diese intellektuelle Blutgrätsche ist in Intention und Ausführung so vulgär, daß Ignoranz die einzig konsequente Haltung dazu sein kann. Jede Re-Aktion würde hier nur einen taktischen Vorteil für den Gegner bedeuten. Eine ebenso perfide wie geniale Waffe, die Broder da in Stellung gebracht hat, in der Tat.
Nun hat er sie das erste Mal abgefeuert, auf einen offensichtlich arglosen Gegner, wie die beschriebene „Irritation des deutschen Feuilletons“ eindrucksvoll dokumentiert.
Augstein ist jedoch nur ein willkürlich gewähltes Bauernopfer. Letztendlich hätte es jede exponierte Person sein können, welche die Dummheit beging, den Kopf aus dem Schützengraben des gesamtgesellschaftlichen Konsens der Kollektivschuld zu stecken. Letztendlich agiert er wie ein Scharfschütze, der zwar objektiv gesehen wenig Schaden anrichten kann, jedoch durch die demoralisierende Androhung der Exekution aus dem Hinterhalt in der Lage ist, ein ganzes Bataillon niederzuhalten. „Schön den Kopf zwischen den Knien behalten“ ist die unmissverständliche Botschaft, der Erhalt weiteren Geldes und weiterer U-Boote das Ziel.
Nur läßt mich Scholdts Untertitel „Sind wir immer noch Antisemiten?“ befürchten, daß etlichen Zeitgenossen der Kopf bereits auf Höhe des Gemächts angewachsen ist.
Unke
Samstag, 5. Januar 2013, 10:01 (URL) | Kurz-URL
Man könnte Henryk M. Broder zum nächsten Zwischentag vorladen
(Kurt Schumacher, Freitag, 4. Januar 2013, 14:36)
.
Oh ja, bittebitte!
Ist die Anfrage schon draußen??
nino
Samstag, 5. Januar 2013, 15:44 (URL) | Kurz-URL
„Am Ende wird man gegen Kubitschek & Co die Antisemistimuskeule schwingen, fürchte ich.“
Und das entwertet dann alles was die Sezessionisten je sagten oder schrieben? Wird dann jegliche Analyse eines Kubitschek falsch?
Broder hat doch die Front gegen Leute wie die Sezessionisten schon lange eröffnet. Warum diese Angst?
„Dem stehen aber auch viel Positives gegenüber. Broder und seine Achse des Guten kritisieren die Klimawandelhysterie und die verfehlte Energiepolitik, die Eurorettungspolitik und die Gewaltkriminalität von moslimischen Einwanderern.“
Und jetzt? Muss man Broder applaudieren weil er sich einen eher unblutigen Untergang des Abendlandes wünscht, der sich bitte nur ethnisch und kulturell vollziehen soll, nicht aber auf wirtschaftlicher Ebene?
Meyer
Samstag, 5. Januar 2013, 19:11 (URL) | Kurz-URL
Würde man wesentliche Strukturentscheidungen Israels auf die Bundesrepublik übertragen, fände sich ein Broder hier im Status eines Palästinensers wieder.
Diese Strukturentscheidungen für Israel abzulehnen, beantwortet er mit einem „Antisemitismus“-Vorwurf. Den gleichen Vorwurf würde man sich einhandeln, wenn man dieselbe Strukturentscheidung für Deutschland verlangte.
Das ist nicht nur pervers. Das ist schlichtweg saudumm, weil es so durchsichtig verlogen ist oder es ist einfach nur saudumm.
Israel ist nach Merkel angeblich bundesrepublikanische Staatsraison, ohne daß etwa Deutschland israelische Staatsraison wäre. Bis dahin ist das lediglich lächerlich. Tragisch ist, daß Deutschland offensichtlich kein Gegenstand der bundesrepublikanischen Staatsraison darstellt. Wäre dies anders, wäre Israel im gleichen Atemzug auch kein Gegenstand deutscher Staatsraison mehr. Wozu auch? Damit ein Broder nicht „Haltet den Antisemiten!“ ruft? Wer gibt denn darauf einen Furz?
Kurt Schumacher
Samstag, 5. Januar 2013, 19:19 (URL) | Kurz-URL
@ Gottfried
Meine Fragen über Hebel waren selbstverständlich sarkastisch gemeint! Als eine direkte Replik auf den Untertitel von Professor Scholdts neuen Band der kaplaken (siehe weiter oben).
Gottfried
Samstag, 5. Januar 2013, 19:54 (URL) | Kurz-URL
@ Niedersachse
„Ein anständiger deutscher Patriot oder ein im Zweifel linksstehender Verschwörungstheoretiker?“
Nur mal zur Sicherheit, um vor dem weiteren Diskurs hier die Begrifflichkeit zu klären:
„Verschwörungstheoretiker“, sind das ganz allgemein solche Personenkreise, die behaupten, daß für die Öffentlichkeit bedeutsame Entscheidungen und daraus folgende Handlungen nicht immer öffentlich vorher angekündigt werden?
Die zum Beispiel etwas von vermeintlichen „Insider“-Geschäften an der Börse unken, von gesetzlich nicht erlaubten Preisabsprachen zwischen Großunternehmen, von geheimen Treffen organisierter Kriminalität, Seilschaften innerhalb von Parteien oder Großunternehmungen, die das offene Prinzip solcher Organisation konterkarieren?
Oder gar von Einflußnahme eines gesellschaftlichen Bereiches wie z.B. Finanzwesen auf einen gänzlich anderen gesellschaftlichen Bereich wie z.B. Politik, so daß möglicherweise durch den zu engen Kontakt von einflußreichen Finanzmenschen zur Politik das eigentliche Ziel selbiger, das Anstreben des Gemeinwohles der Polis, nicht mehr – oder nicht mehr hinreichend – angesteuert werden kann?
Gottfried
Samstag, 5. Januar 2013, 19:59 (URL) | Kurz-URL
@ Niedersachse
„gelegentlich schimmert seine politische Herkunft aus dem antideutschen Lager durch.“
„Abdel-Samed: “Die deutsche Angst ist eine Angst vor Veränderung. Hier ist so lange nichts passiert, dass die Menschen die statische Gesellschaft für das Maß aller Dinge halten.“ Broder: ‚“Da geh ich mit. Das ist auch meine einzige Kritik an Thilo Sarrazin, dass er auf dieser Panikwelle mitschwimmt. Deutschland schafft sich ab. Na und? Gesellschaften schaffen sich öfter mal ab und nicht zwangsläufig zu ihrem Nachteil.”
Mei, dann kommt halt irgendetwas anderes, wenn es unser deutsches Vaterland bald nicht mehr gibt.
Man muß ja auch nicht alles immer gleich auf die Goldwaage legen.
Irrlicht
Samstag, 5. Januar 2013, 21:01 (URL) | Kurz-URL
@Niedersachse
Sie befürchten, die scharf geladene Antisemitismuswaffe, mit der Broder seit geraumer Zeit gestikuliert, könnte nach Augstein die Sezessionisten treffen? Sie kann grundsätzlich jeden treffen, den Frontverlauf gibt er selbst vor. Seine Ansichten über Deutsche sind spätestens seit seiner Schrift „Der ewige Antisemit“ bekannt und seitdem unverändert. Im November des letzten Jahres äußerte er sich auf der „Achse des Guten“ folgendermaßen: „Die Deutschen haben wieder zur Normalität gegenüber den Juden zurück gefunden. Und diese Normalität ist antisemitisch.“
Kiki
Samstag, 5. Januar 2013, 22:05 (URL) | Kurz-URL
War es Dimitrij, war es Iwan Karamasow, den der große Fjodor Michailowitsch das unsterbliche (weil immer auf solche unappetitlichen Akteure zutreffende) Wort sprechen ließ: „Ein Ungeziefer vertilgt das andere.“?
Mehr ist zum hier angesprochenen Semit-Anitsemitgerangel nicht zu sagen.
Wer ein Büchelchen dazu veröffentlich möchte, bitte sehr, aber ob man seine knapp bemessene Lebens- und Lesezeit auf die Letüre des nämlichen verwenden sollte, bezweifele ich.
nino
Samstag, 5. Januar 2013, 22:56 (URL) | Kurz-URL
„Die Deutschen haben wieder zur Normalität gegenüber den Juden zurück gefunden. Und diese Normalität ist antisemitisch.“
Wäre dem so, hätte Broder in diesem Land nichts zu melden. Ist dem so und Broder darf doch schreiben was er will, dann haben die Deutschen in diesem Land nichts zu melden.
Niedersachse
Samstag, 5. Januar 2013, 23:17 (URL) | Kurz-URL
@nino
Nein, natürlich wird dadurch nicht alles falsch. Aber es bleibt bei solchen Anwürfen immer was hängen, was letztlich einen negativen Effekt haben kann, sodass die Möglichkeiten, auf den öffentlichen Diskurs einzuwirken, sich verschlechtern können. Zumal Sezession und IfS keine auch annähernd so starke Position auf dem „Meinungsmarkt“ haben wie der Spiegel. Augstein kann es sich leisten, Broder zum Feind zu haben.
Und ein weiteres Mal nein. Man muss Broder nicht zu allem applaudieren. Ich habe ja bereits angedeutet, dass ich nicht alles gut finde, ja teilweise ablehne, was er von sich gibt. Und Broder hantiert viel mit Polemik. Das geht manchem auf die Nerven. Aber dennoch halte ich es für falsch, gerade Broder aufs Korn zu nehmen. Ignoriert ihn doch besser. Nicht Broder, sondern einige seiner antideutschen Bekannten wie z.B. Samuel Salzborn und Clemens Heni hätte man ins Visiier nehmen sollen.
@Irrlicht
Ich glaube nicht, dass sich Broder von sich aus die Sezessionisten vorgeknöpft hätte. Aber ein solches Buch – verbunden mit einigen sehr israelkritischen bis -feindlichen Kommentaren auf dieser Seite – kann natürlich als Einladung aufgefaßt werden.
Ja, solche Zitate von Broder sind mir bekannt. Man darf sie aber weder auf die Goldwaage legen noch aus dem Kontext reißen. Sie fallen ja in der Regel dann, wenn er ganz konkrete Personen, die gesellschaftlich fest etabliert sind, kritisiert. Und ich bin überzeugt, er würde sich damit zurückhalten, wenn er nicht den Eindruck hätte, dass die Mehrheit der Deutschen eine sehr distanzierte bis feindliche Haltung gegenüber Israel einnähme.
Broder ist heute nicht mehr ganz so links wie er früher einmal war. Mit solchen unnötigen Angriffen treibt man ihn aber ins radikal-linke Lager zurück. Sicher, ein Rechter ist er nach wie vor nicht. Aber man muss auch nicht Neutrale zu Feinden machen, wenn sich das vermeiden läßt. Nicht Broder, sondern die Hardcore-Antideutschen, die Europafanatiker und die grünen Gutmenschen aller Parteien sind die eigentliche Herausforderung.
Und wozu das ganze? Es glaubt doch niemand ernsthaft, dass von Augstein und Konsorten jemand der Sezession oder dem IfS beispringt, bloß weil einige Sezessionisten Augstein gegen Broder und das SWC in Schutz genommen haben. So naiv kann doch keiner sein.
Hinzu kommt, dass Broder trotz mancher kritikwürdiger Äußerungen keine Schlüsselfigur für all das ist, was in diesem Land falsch läuft. Es sind andere, die man ins Visier nehmen und publizistisch angreifen sollte.
Und eines zum Schluß: Ich halte es für grundlegend falsch, wenn sich die deutsche Rechte auf dem Feld der Israelkritik meint zu profilieren zu müssen. Das bringt für den Kampf um Identität, Nationalstaatlichkeit und Souveränität nichts ein. Die Linke, auch und gerade die antizionistische Linke, wird das ausnutzen, um die Rechte des Antisemitismus zu bezichtigen. Man darf hier nicht auf Querfronteffekte hoffen, sondern muß sich vielmehr bewußt sein, daß die Linke mit doppelten Standards arbeitet.
Gottfried
Sonntag, 6. Januar 2013, 0:59 (URL) | Kurz-URL
@ Kurt Schumacher
„Meine Fragen über Hebel waren selbstverständlich sarkastisch gemeint!“
So habe ich sie auch gelesen.
Trotzdem finde ich die Überlegung sehr wichtig, wie wir diese vorgegebene Matrix verlassen können.
Broder ist innerhalb der Spaß- und Pornographiematrix der BUNTEN Medien fest etabliert.
Er gibt ein unerträgliches Statement ab, man solle die Gedenkstätte zum KL in Owiecim vergessen. Er lügt wie gedruckt, seine Absicht ist es nämlich, den Strahlungsradius dieser religiösen Stätte auszuweiten. Zugleich betreibt Broder permanent das, was er für Spaß hält bzw. als solchen vorgibt.
Eine der Vernebelungstaktiken der rabulistischen Berufsgaukler schlechthin: Die Verweigerung einer verbindlichen und kommoden Ebene, Allerernstestes und Plöhdestes wird zu einem ungenießbaren Brei vermengt.
Für mich als unter der Frisur eigentlich recht gut durchbluteter Leser ist es ein UNERTRÄGLICH lautes Geschrei, was Broder von sich gibt. Er hatte auch schon vor Jahren keinen Sinn für die Nuance. Da ist einfach keine Feinmotorik vorhanden, ein nur schlecht verborgener Suprematismus, der ihn wohl auch nicht bewegt, an sich zu arbeiten.
Mit diversen Prozessen pflegt er desöfteren vor Gericht nachzusorgen, wenn etwas nicht in seinem Sinne verläuft.
M.E. wäre es taktisch verkehrt, in Konfrontation mit Broder zu scherzen, ironisieren usw., weil man dann seine Vorgabe bedient und bestärkt. Auch wäre es verkehrt, Ihn zu ignorieren, er ist ein wichtiges Symbol bestimmter Machtverhältnisse.
Übrigens geht es nicht um deutsche Schuld. Es geht um indogermanische Schuld und da läuft etwas sehr viel verkehrter, als die allermeisten denken. In England oder Schweden ist die Situation noch viel schlimmer als bei uns.
Trotzdem ist, auch für die Schweden, als letzter moralischer Bezugspunkt der medial daueraufbereitete NASO Schicklgruber (gest. 1945) der Leibhaftige dieses religiösen Unterdrückungssystems, das ganz genau deshalb so gut funktioniert, WEIL es dermaßen IRRSINNIG wie zutiefst perfide ist.
Der Spießer glaubt immer, wenn er betrogen wird, daß der Betrüger ein gewisses Raffinement aufbringen muß. Das ist ein Irrtum. Der Spießer prüft das Kleingedruckte, derweil schlägt ihm der Betrüger unvermittelt in den Magen, bildlich ausgemalt.
Broder hat dieses Niveau, das unterhalb der geistigen Anflughöhe liegt, die man eigentlich vom Gegner erwartet, wenn man sich auf einen Fechtkampf einlassen will. Und genau das macht es so schwierig.
Nun geht das Spiel weiter wie beim „Hasen und dem Igel“. Der unangreifbare Clown kann mit seiner Rolle als Entertainer kontern, man muß also mit dem zweitschlimmsten Vorwurf rechnen, humorlos zu sein.
Würde Broder persönlich begegnen mit dem Eingeständnis, absolut – wie bei angeborener Farbenblindheit – einfach keinerlei Humor zu besitzen, die einfachsten Scherze nicht verstehen zu können. Und dann ganz dröge Punkt für Punkt seiner Aussagen angehen.
Couperinist
Sonntag, 6. Januar 2013, 10:35 (URL) | Kurz-URL
Warum sollte man gegen die Sezession die Antisemitenkeule schwingen ? Das Gute ist ja, dass man sich hier, anders als bei Jakob Augstein, ganz aus dem heraushält, warum „die Völker, drunten weit in der Türkei aufeinander schlagen“. An unserer deutschen Misere sind keine Juden, Moslems schuld, sondern wir selbst.
Sixty
Sonntag, 6. Januar 2013, 20:04 (URL) | Kurz-URL
@ Niedersachse
„Broder und seine Achse des Guten kritisieren die Klimawandelhysterie und die verfehlte Energiepolitik, die Eurorettungspolitik und die Gewaltkriminalität von moslimischen Einwanderern.“
Dieses „brauchbare“ im „Achgut-Blog“ (darauf hat auch schon Frau Unke weiter oben hingewiesen) stammt meist nicht von Broder, sondern von anderen.
„Sein Blog (die Achse des Juten) finde ich gar nicht einmal so schlecht; unsägliche Figuren wie Hannes Stein (dieselbe Fakultät wie Broder; wohnt, übrigens, passenderweise in Brooklyn) oder Dr. (ganz wichtig!) Wolfgang Weimar werden durch erfrischende Autoren wie Wolfgang Röhl oder fleißige Aufklärer wie Benny Peiser aufgewogen.“
„Im übrigen stört mich die israelfeindliche Haltung einzelner Rechtsintellektueller (Sie, Herr Kubitschek, können sich vermutlich denken, welchen Ihrer Autoren ich speziell meine). Glauben Sie mir, es bringt der Rechten keinerlei Nutzen, wenn sie sich am Antizionismus der Linken ein Beispiel nimmt.“
„Rechts“ und „Links“ hilft auch in dieser Frage mal wieder nicht unbedingt weiter. Sowohl auf „rechter“ als auch auf „linker“ Seite gibt es einerseits „Antizionisten“, wie auch andererseits erklärte Israel-Fans, die meist auch mehr oder weniger große USA-Freunde sind und von den Grünen, der SPD, Teilen der Linkspartei und dem linksliberalen Mainstream auf Seiten der „Linken“ bis hin zu CDU/CSU, FDP, Springer-Presse, PI-News und den „Pro“-Parteien auf Seiten der sog. „Mitte“, der „Konservativen“ bzw. der „Rechten“ reichen.
Hier bei der „Sezession“ habe ich erfreulicherweise BEIDES nicht angetroffen, und auch die JUNGE FREIHEIT bemüht sich, soweit ich das überblicke, beides möglichst zu vermeiden.
Gottfried
Sonntag, 6. Januar 2013, 21:06 (URL) | Kurz-URL
@ Niedersachsen
„Man muss Broder nicht zu allem applaudieren.“
Gibt es an diesem unsäglichen vulgären Rassisten denn IRGENDETWAS, was ihn auch nur geringfügigst exculpiert?
„Zumal Sezession und IfS keine auch annähernd so starke Position auf dem „Meinungsmarkt“ haben wie der Spiegel. Augstein kann es sich leisten, Broder zum Feind zu haben.“
Zentralrat befiehl, wir folgen dir! Wenn in mein Haus gewaltsam ein Zuhälterring eindringt, dann gibt es unter diesen pöhsen Buben immer noch bedrohlicher erscheinene Gestalten und weniger schreckenerregende.
Der Defätist ist hier dann gleich am „Differenzieren“. Seelenforscher haben dieses Wegrationalisieren der Selbstaufgabe bereits vor längerem als „Stockholmsyndrom“ klassifiziert.
nino
Sonntag, 6. Januar 2013, 22:02 (URL) | Kurz-URL
„Nicht Broder, sondern einige seiner antideutschen Bekannten wie z.B. Samuel Salzborn und Clemens Heni hätte man ins Visiier nehmen sollen.“
Broder ist antideutsch, ja antieuropäisch. Was genau verstehen sie an seiner Aussage nicht, wenn er sagt, er fände es gut, wenn Europas Völker vernichtet werden? Respektive, immer bunter werden, wie er sich so euphemistisch auszudrücken weiss. Dass er trotz solchen Aussagen bei einigen Konservativen noch auf einem Sockel steht, wäre Grund genug, ein Büchlein über ihn zu schreiben.
Broder gebraucht ja den Antisemitismusvorwurf inflationär. Soll ihn das nun auch noch vor Kritik schützen?
Ich werde auf alle Fälle mal einen Blick in das Büchlein werfen. Dann, aber erst dann, kann man auch ein Urteil darüber abgeben.
Götz Kubitschek
Sonntag, 6. Januar 2013, 22:52 (URL) | Kurz-URL
so, diskussion ist geschlossen.
dank und gruß!
götz kubitschek