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Beim Bloc Identitaire in Orange: Hintergründe (Teil2)

Posted in Lichtmesz on Januar 12, 2013 by androsch

Vor zwei Jahren erschien etwa das Buch „Les yeux grand-fermés“ (Die weit geschlossenen Augen) von Michèle Tribalat, einer Wissenschaftlerin des staatlichen „Nationalen Instituts für Demographie“ (INED) mit Sitz in Paris. Darin stellt Tribalat eine wachsende Tendenz der freiwilligen ethnischen Segregation der Einwanderungsgruppen fest, verbunden mit dem Aufkommen von Rassismus gegen Weiße und der Ausbreitung des Islams in den Banlieues, den sie als eine „Bedrohung“ einstuft. Eine ehrliche Diskussion dieser Dinge werde durch die „Ideologie des Antirassismus“ und den Druck der Meinungsmacher verhindert.

Andere Hochrechnungen schätzen, daß bereits jede dritte Kind, das in Frankreich geboren wird, nicht-europäischer Herkunft ist. Der angesehene Schriftsteller Renaud Camus spricht inzwischen offen von einer „Kolonialisierung“ Frankreichs und vom „grand remplacement“, vom großen Bevölkerungsaustausch, der mit einem kalten (und manchmal bereits heißen) Bürgerkrieg einhergehe. In diesen Kontext muß man auch die virtuelle „Kriegserklärung“ der Génération Identitaire stellen, die seit Wochen ihre virale Runde durch das Netz macht.

Auf der Siegesfeier François Hollandes am Place de la Bastille wurden unter anderem algerische, kamerunische und marokanische Flaggen geschwenkt, neben roten und regenbogenfarbenen. Jene, die hier ihren Willen zu ihrer eigenen nationalen Identität und ihren Unwillen zur Assimilation bekundet haben, sehen in Hollande offenbar „ihren“ Präsidenten für ihre Interessen. Tatsächlich gaben die Stimmen der moslemischen Wähler den Ausschlag für den Wahlsieg des Sozialisten.

Der Mainstream-Bericht über den Kongreß von Orange wurde auf allen Verteilerseiten mit einem Archivbild geschmückt, das Demonstranten in Paris mit einer flatternden Trikolore zeigt. Das ist seltsam, denn es waren ausreichend Pressefotografen vor Ort, wo die Trikolore trotz der bunten Häufung heraldisch schöner, regionaler Fahnen so gut wie gar nicht zu sehen war. Darin drückt sich offenbar eine polemische Positionierung gegen die Republik aus, die Auffassung, sie habe sich heute vollends in eine links besetzte „Willensnation“ verwandelt, und, in den Worten Jean Raspails, „das Vaterland verraten“.

Der bewußte Verzicht auf die Tricolore ist von der inneren Logik her nachvollziehbar, wird auf Dauer der Breitenwirkung der Bewegung aber eher im Wege stehen: denn die Symbole der Nation, die 1789 geboren wurde, werden kaum mehr aus dem Fleisch, Blut, Herz und Hirn der Mehrheit der Franzosen zu entfernen sein.

Darüberhinaus brauchen auch die schönsten Regionen ein nationales Dach, das sie in eine politische Einheit bündelt, und das ist ebenso unerläßlich wie schwierig. Charles de Gaulle soll einmal bemerkt haben, daß es unmöglich sei, ein Land zu regieren, in dem es 200 verschiedene Käsesorten gibt. Jedenfalls hat auch die Frage nach regionaler und nationaler Identität durchaus Anschlußpotenzial, wobei zu klären ist, wie sich diese Identitäten in größere Zusammenhänge fügen sollen. Die SPD-nahe Antifa-Seite Blick nach Rechts über Marion Maréchal-Le Pens Absage:

Beim Fernsehsender BFM TV erklärte sie, der Bloc sei nach ihren Kenntnissen „eine Agitprop- und Aktivisten-Partei“, also nicht eine seriöse Erscheinung wie die von ihr geführte Partei. Ferner gebe es zu wichtige ideologische Differenzen: die „Identitaires“ seien „Europäisten und Regionalisten“. Tatsächlich setzt der Bloc auf eine Art Dreiklang der zu verteidigenden „Identitäten“ – regionale, nationale und europäische –, die wie eine Art russischer Puppen ineinander greifen sollen. Aus Sicht des FN dagegen muss allein die Nation im Mittelpunkt stehen.

Der „Dreiklang“ nun scheint eine sinnvolle Idee zu sein, auch als notwendiger Schritt über die alten Nationalismen und nationalistischen Befangenheiten hinaus. Wenn ich dergleichen auf einer linken Seite referiert lese, wie immer mit spitzen Fingern und spitzen Lippen formuliert, frage ich mich immer, was die Autoren sich denn als Alternativmodell vorstellen, um Europa eine politische Ordnung zu geben.

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Beim Bloc Identitaire in Orange: Hintergründe (Teil1)

Posted in Lichtmesz on Januar 12, 2013 by androsch

Ein paar Hintergründe zu der „Convention Idéntitaire“ in Orange von letztem Wochenende. Die kleine Stadt im südfranzösischen Bezirk Vaucluse ist seit 2009 Schauplatz der alljährlichen Gipfeltreffen der Gruppierung „Bloc Idéntitaire“, die nun ihr zehnjähriges Bestehen feierte. Ermöglicht wird dies durch den rechtskonservativen Bürgermeister Jacques Bompard, der die Stadt seit 1996 regiert.

Aus welcher Richtung in Orange der Wind weht, kann man etwa an einer Tafel ablesen, die an dem Veranstaltungsort „Prinzenpalast“ angebracht wurde, einem exiquist scheußlichen Kasten, der das von malerischen, sandfarbenen Häusern geprägte Bild des Place Portoules gewaltsam auseinandersprengt:

Dieses zweifellos äußerst häßliche Gebäude wurde von der vorhergehenden sozialistischen Landesregierung geplant und gebaut… Kosten: 19,5 Millionen Euro. Die Bürger von Orange bezahlen seit 15 Jahren dafür.

Dergleichen liest man mit nicht geringer Genugtuung. Als Trost befindet sich in unmittelbarer Nähe ein herrlich erhaltenes römisches Theater aus dem 1. Jahrhundert. Steigt man auf den Hügel gegenüber dem Veranstaltungsort kann man in der Ferne den sich wuchtig in die Landschaft schiebenden Block des Mont Ventoux, den Petrarca im Jahre 1336 mit erheblichen Folgen für die abendländische Literatur bestieg. Im Herzen der Innenstadt steht eine Statue des Kreuzfahrers Raimbaut II. aus dem 19. Jahrhundert, die von den identitären Veranstaltern als Plakatmotiv gewählt wurde. (Nichtsdestotrotz gibt es freilich auch hier Dönerbuden, Chinarestaurants, McDonald’s und eine islamische Minderheit.)

Orange bietet also eine angemessene historische Einbettung für die Selbstdarstellung einer Gruppe, die vor rund drei Wochen landesweit Aufsehen durch die Besetzung einer sich im Bau befindlichen Moschee in Poitiers erregte. Bis dato bleibt der „Bloc idéntitaire“ allerdings eher eine Randerscheinung der französischen Rechten: erschienen sind insgesamt nicht mehr als 500 Besucher, deutlich weniger als bei unserem hauseigenen zwischentag.

Die das rechte Lager Frankreichs dominierende Front National blieb auf Distanz, und deren Jungstar Marion Maréchal-Le Pen sagte kurzfristig ihren Besuch auf der Convention ab. Fern blieb auch die ebenfalls geladene FPÖ (die, wie wir feststellen konnten, unter den französischen Rechten ziemliches Ansehen genießt), und der flämische Vlaams Belang sendete lediglich ein „Grußwort“ der Abgeordneten Hilde de Lobel. Allein von der italienischen Lega Nord war ein Vertreter erschienen, der sich mit ein paar ungeschickten Statements hervortat.

Auf diesen eher unbedeutenden Nebendarsteller Mario Borghezio hat sich in der Folge auch die Presse gestürzt: der einzige Bericht, der via AFP-Verteiler in die französischen Mainstreammedien einging, und noch während der Tagung erschien, berichtet von Applaus für als Bäh-bäh eingestufte Sager Borghezios wie „unsere Rasse“ und „die Weißen von Europa“. Überflüssig war auch seine Lobpreisung des 1945 als Kollaborateur hingerichteten Schriftststellers Robert Brasilach – natürlich ebenfalls ein gefundenes Fressen für den AFP-Journalisten, dem daraufhin am nächsten Tag wegen „unausgewogener Berichterstattung“ der Zutritt verweigert wurde.

Während sich zwei Drittel des Artikels dem reizwörtergesättigten Auftritt Borghezios widmen, wird die vorgehende Rede von Bloc-Identitaire-Häuptling Fabrice Robert nur kurz gestreift: danach würden jene Gesetze, die die „Aufstachelung zum Rassenhaß“ unter Strafe stellen, in erster Linie benutzt, um den autochthonen Selbstbehauptungswillen zu kriminalisieren, während der „anti-weiße“ oder „anti-französische“ Rassismus ignoriert werde.

Es hat wohl Methode, daß sich der Pressebericht über andere auf dem Kongreß behandelte Themen wie Islamisierung und Multikulturalisierung, die durchaus breiteres Anschlußpotenzial haben, ausschweigt. In diesem Zusammenhang wurden ebenso die „laizistische“ Frage (das französische Pendant zur Grundgesetzdebatte) wie die demographische Krise diskutiert – zu letzterem Thema sprach kein Geringerer als der „französische Herwig Birg“ Yves-Marie Laulan. Das ist eine Debatte, die in Frankreich kaum mehr zu unterdrücken ist.

Beim Bloc Identitaire in Orange: Ideen (Teil3)

Posted in Lichtmesz on Januar 12, 2013 by androsch

In diesem Genre hat neulich wieder die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung zugeschlagen. Wolfgang Thierse ist sofort darauf angesprungen, und träumt wohl schon davon, ganz Mitteldeutschland einzumauern und in ein riesiges Freiluft-Umerziehungslager zu verwandeln. Mit der Umerziehung könnte man indessen gleich bei der Stiftung selbst anfangen, die doch nach einem berüchtigten Rechtsextremisten der Weimarer Republik benannt wurde, der für antidemokratische, revanchistische, rassistisch-völkische und verfassungsfeindliche Aussagen bekannt ist, wie etwa:

Das deutsche Volk ist frei, bleibt frei und regiert in alle Zukunft sich selbst.

Wenn der Tag kommt, an dem die Frage auftaucht: Deutschland oder die Verfassung, dann werden wir Deutschland nicht wegen der Verfassung zugrunde gehen lassen.

Deutschösterreich muss mit dem Mutterland für alle Zeiten vereinigt werden. Unsere Stammes- und Schicksalsgenossen dürfen versichert sein, dass wir sie im neuen Reich der deutschen Nation mit offenen Armen und Herzen willkommen heißen. Sie gehören zu uns, und wir gehören zu ihnen.

Die Einheitlichkeit unseres deutschen Vaterlandes ist für uns alle ein Stück unseres Glaubens, unserer Liebe und Hoffnung.

Die weitaus größere und schwierigere Reconquista, die bevorsteht, ist heute jene der Begriffe, die über der westlichen Welt liegen wie ein großes, feingesponnenes, aber beinah reißfestes Spinnennetz. Die Maurenherrschaft dessen, was man (vielleicht allzu-)griffig als „politische Korrektheit“ zusammenfaßt, ist total und despotisch; es gibt noch nicht einmal widerstehende Gallierdörfer, allenfalls versprengte Enklaven, denn die Infiltration ist nahezu komplett, und niemand kann dem Schicksal entkommen, Kind seiner Zeit zu sein.

Aus diesem Grund ist die Rechte in Europa heute so defensiv und anspruchsbescheiden wie wohl noch nie zuvor in ihrer Geschichte. Sie sitzt sozusagen auf der letzten verbliebenen Eisscholle, auf dem letzten fußbreit Boden unter ihren Füßen, kämpft nur mehr um die nackten Fundamente der Kultur ihrer Nationen, um bloße Selbstverständlichkeiten, im Namen und Interesse aller, auch derer, die nicht hören wollen, auch derer, die glauben, sie könnten auf Treibsand und auf der Luft gehen – und sie wird nichtsdestotrotz krasser und unversöhnlicher denn je verteufelt, bekämpft und diffamiert.

Die Maurenherrschaft dagegen gleicht einer aggressiv vorpreschenden, unduldsamen, tausendköpfigen Hydra, deren Köpfe verschiedene Aufgaben haben, die mal getrennt, mal gemeinsam zuschlagen: ein Kopf definiert, einer dekonstruiert, einer beschuldigt, einer „entlarvt“, einer „verdächtigt“, einer „warnt“, einer unterstellt, einer diffamiert, einer vernebelt, einer rechnet, einer lügt, einer beißt, einer zischt, einer wispert verführerisch… Dementsprechend sieht es auch in den Köpfen der im Netz Gefangenen aus: ihre Gehirne sind verknotet, verwachsen, verunkrautet, verkeilt, umwuchert, verkabelt, intoxiert, sediert, verbarrikadiert, manipuliert, konditioniert, lobotomisiert, programmiert, …

Kaum sind ihnen die einfachsten Wahrnehmungen mehr möglich, und der common sense ringt sich oft nur mühsam durch. Ideologisches Über-Ich und Wirklichkeitsapperzeption geraten in heftigen Konflikt und treiben seltsame Blüten. Und dann kommt oft genug jähe Angst, ja Panik auf, vor den Aus-und Anblicken, die sich auftun könnten, wenn das Gestrüpp einmal aus dem Weg geräumt ist.

Der Begriff des „Identitären“ ist nun vielleicht kein schlechter Anfang, um dieses kollektive Knäuel an Affekten, Konditionierungen, Ängsten, Neurosen und „korruptiven Gedankengängen“ (Hans Blüher) schrittweise zu entwirren. Denn er verweist darauf, daß es einer Gegenbewegung zu der Maurenherrschaft in den Köpfen nicht um eine extravagante Ideologie gehen darf – stattdessen muß man den Eroberten sagen: es geht um euch, nicht um unsere Partei, Bewegung, Bürgerinitiative oder Zeitschrift.

Und mehr noch: es geht um euren Kragen, eure Zukunft, euer Leben, eure Kinder. Und eure Identität ist nichts anderes als euer Leben. Diese Frage zu stellen ist durchaus „aktuell“ und von allgemeinem Interesse: alle Welt sucht heute „sich selbst“, will „sich selbst verwirklichen“, ob im Konsumrausch, auf Facebook oder beim Psychotherapeuten.

Das bedeutet freilich nicht, daß die Intellektuellen von der Aufgabe entbunden wären, zeitgemäße Theoriearbeit zu leisten. Die Linke wird natürlich wieder von „altem Wein in neuen Schläuchen“ sprechen, während sie selbst sich nicht die geringste Mühe gibt, neue Platten aufzulegen, egal, wieviel sie schon zerstört, egal, wieviele Millionen sie schon auf dem Gewissen hat. Das kommt,weil ihre Schlager Sendemonopol haben und ohnehin überall gespielt werden. Eine neue politische Theorie erfindet niemals das Rad neu; sie ist vielmehr eine Umwertung und Neubewertung von Werten und eine Neugruppierung von Bausteinen, die die Weltgeschichte immer wieder von neuem zusammenwürfelt.

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Veröffentlicht: Mittwoch, 14. November 2012, 11:00
Kategorie(n): Die Rechte, Heute, Wir
Schlagwörter: Bloc Identitaire, Demokratie, Extremismus, Frankreich, Friedrich Ebert, Génération Identitaire, Identitäre Bewegung, Identität, Orange, Reconquista
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59 Kommentare zu „Beim Bloc Identitaire in Orange: Ideen“

Inselbauer
Mittwoch, 14. November 2012, 11:14 (URL) | Kurz-URL
Man könnte zynisch anmerken, dass Stürzenberger eben NICHT dauernd über die Frage der eigenen Identität reden muss, weil er eine HAT (nämlich als BRD-Traditionalist mit allen Schattenseiten). Nicht bös sein, aber jemand wie Stürzenberger ist sich seines Milieus (nämlich dessen der Ostmünchener Hausbesitzersöhne) mit großer Selbstverständlichkeit gewiss. Eine „Sinnsuche“ oder Identitätssuche gibt es bei ihm wohl nicht. Unsereiner muss sich die Frage gefallen lassen, ob er seinen täglichen Popanz nicht in der abwertenden Kritik der „minderwertigen“ Kameraden bezieht, die sich in der Exegese ein wenig vom gebildeten Uni-Mainstream abheben.
Gottfried
Mittwoch, 14. November 2012, 11:45 (URL) | Kurz-URL
„Kaum sind ihnen die einfachsten Wahrnehmungen mehr möglich, und der common sense ringt sich oft nur mühsam durch.“
Wahrnehmen heißt unterscheiden (discriminare). Womöglich unter gröbster Mißachtung der Realität, also des Rahmens der von den Herrschenden erwünschten oder gerade noch geduldeten Kategorien, aus der subjektiven Lebenswirklichkeit heraus zu sehen, zu fühlen, zu tasten, zu riechen, zu urteilen, zu entscheiden und zu handeln. Wahrnehmung ist – auch – ein sinnlicher Vorgang. Die Erkenntnisse dieser Wahrnehmung können und müssen nicht unbedingt im All-Gemeinen „kommunizierbar“ sein.
„… es geht um euren Kragen, eure Zukunft, euer Leben, eure Kinder.“
So ist es! Es geht um das Leben, das – auch – biologischen Gesetzen unterliegt. Es geht um das Eigene, das Vorrang hat vor dem Gemeinen. Es sei denn, man erlebt es als lustvoll, sich vorrangig als objektiv digitalisierter Kunde eines global auftretenden Unternehmens zu sehen.
Eine brilliante Vorlage der Franzosen – und ein ganz besonders gelungener Kommentar aus Ihrer Feder, Herr Lichtmesz, der mir viel Freude bereitet!
Rumpelstilzchen
Mittwoch, 14. November 2012, 12:52 (URL) | Kurz-URL
Die einzelnen Punkte sind durchaus interessant und können adaptiert werden. Da waren die Deutschen ja schon immer gründlich.
In Kürze: Punkt 3 scheint mir der Entscheidende, ganz im Marx‘chen Sinne:
Das Sein bestimmt das Bewußtsein.
Das ist klischeehaft gesprochen der Raubtierkapitalismus privater Großbanken, gegen die auch die Ideen eines Karl Marx ausgedient haben.
Die Elenden, die Proletarier dieser Welt sind strukturell überflüssig. Sie haben keinerlei Funktion mehr außer für ein paar linksgrüne Gutmenschen, die den Zerfall ihrer Welt noch nicht realisiert haben und langsam begreifen, daß auch Ökoschweine sterben müssen und styroporverpackte Häuser das Leben nicht verlängern!
D.h. Auch der aufklärerische Liberalismus ist am Ende, er hat über den „freien“ , „gleichberechtigten“ Einzelmenschen die gleichursprüngliche Wirklichkeit der sozialen Gemeingebilde übersehen.
Hier könnte eine christliche Sozialethik eigene Formen der Gerechtigkeit bieten. (was z. B. auch der Islam tut).
Aus den ökonomischen Gegebenheiten der heutigen Welt leiten sich die anderen Punkte ab, Europa, Regionale Kulturen usw.
Das Identitäre muß m.E. authentisch und selbstbewußt werden.
Dann hat es die Chance, die Linke abzulösen, die eigentlich schon zerfallen ist.
Albert
Mittwoch, 14. November 2012, 13:29 (URL) | Kurz-URL
Lichtmesz‘ Texte sind immer genial und wirken auf mich wie ein ferner Leuchtturm auf einen Schiffbrüchigen. Ich kann nicht genug davon kriegen…
Raskolnikow
Mittwoch, 14. November 2012, 13:38 (URL) | Kurz-URL
Bei mir im Garten,
stehen Bäume: Äpfel, Birnen, Walnuss, Kirschen und Pflaumen. Ich saß im Sommer oft darunter, hab gelesen, geträumt, gesungen und Kindern beim Spielen zugeschaut. Und irgendwann, ein jeder zu seiner Zeit, warfen mir die schönen, knorrigen Schattenspender ihre frugalen Präsente hinab.
Alles ohne Aktionen und Zentralkommitees, ohne Bass und Affenmaske!
Schmutzig habe ich mich übrigens auch nicht gemacht …
Wie immer,
R.
Mauretanier
Mittwoch, 14. November 2012, 13:41 (URL) | Kurz-URL
Das Manifest der Franzosen sagt mir sehr zu.
Gerade weil es, wie von Ihnen, Herr Lichtmesz, herausgearbeitet, Abgrenzungsreflexe nicht nötig hat.
Bzgl. der neo-nationalsozialistisch gesinnten Kameraden bin ich zu keienm abschließendem Ergebnis gekommen. Einerseits habe ich mich langer als solcher betrachtet, auch nachdem ich über die sezession Zugang zur neu-rechten Szene gefunden habe.
Die Distanz zwischen beiden Lagern hat mich immer verwundert.
Alle großen Denker der neuen Rechten sind auch im NS Sinne verwertbar.
Nietzsche, Spengler, Jünger.
M.L.: Da waren aber Spengler und Jünger dezidiert anderer Meinung, und Nietzsche wäre es mit Sicherheit auch gewesen.
Über Sie habe ich zu dem Buch Drachensaat von QRT gefunden, eine äußerst lohnende Lektüre.
Dort wird der NS als heroischer Idealismus von der konservativen Revolution abgegrenzt, die als heroischer NIhilsmus bezeichnet wird.
Wie auch immer:
Meiner Meinung nach müssen „alte“ Themen wie bspw. die Wiedergewinnung der Ostgebiete und die Wiederveinigung mit Österreich unverrückbare Ziele jeder deutschen Rechten sein, auch wenn diese jetzt im Angesicht drängenderer Probleme nicht in den Vordergrund gestellt werden müssen.
In diesem Sinne plädiere ich für einen Schulterschluss mit Kameradschaftsszene.
M.L.: Viel Spaß dabei, auch dort gibt es Agents provocateurs in Hülle und Fülle.
Natürlich erfüllen diese die Goldstein-Funktion in der BRD, aber das tut die neue Rechte auch.
Ein Fremder aus Elea
Mittwoch, 14. November 2012, 13:47 (URL) | Kurz-URL
Eine politische Theorie ist nach meinem Verständnis ein Werkzeug zur Analyse, das andere ist ein politischer Entwurf.
Was den angeht… vielleicht wäre es nicht schlecht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Das Wesentliche ist doch, daß die wirtschaftliche Situation alle Beteiligten dazu treibt zu tun, was sie tun, die Wirtschaft drückt die Lohnkosten durch Wanderarbeiter, und gleichzeitig sind sie alle in Zeiten beliebiger Investitionsmittel davon abängig, daß sie „in“ sind.
Gut, die Identitären in Frankreich reden von einem langsamen Rückbau, Kooperation mit Rußland… ich sähe Frankreichs Perspektiven eher woanders, aber wie auch immer, das sind die eigentlichen, harten Fragen.
Die Erlangung wirtschaftlicher Unabängigkeit ist der zentrale Punkt, und für Einzelne leichter zu erreichen als für große Gruppen. Nun, die müßten auch nicht völlig unabängig sein, aber frei genug, um andere davon zu überzeugen, daß es besser für sie ist, die Konfrontation nicht zu suchen. Im jetzigen Zustand werden die Leute wie Rinder durch’s Gatter manövriert.
Gottfried
Mittwoch, 14. November 2012, 15:14 (URL) | Kurz-URL
@ Rumpelstilzchen
„Hier könnte eine christliche Sozialethik eigene Formen der Gerechtigkeit bieten. (was z. B. auch der Islam tut).“
Mal als Gegenbeispiele den – auf PI ja nun bereits exzessiv getadelten – Koran herangezogen, das Pentateuch, den Talmud, dann fällt schon auf, daß das Neue Testament mit seinen Universalismus eine Lehre ist, die aus dem üblichen Rahmen fällt. Die anderen Schriften sind radikal ethnozentristisch, die Gruppenstandards des Alten Testamentes mit ihren zivilisierenden Geboten trennen schließlich deutlichst zwischen Innen- und Außenmoral:
„Du sollst nicht rachgierig sein gegen DIE KINDER DEINES VOLKES. Du sollst DEINEN NÄCHSTEN lieben wie dich selbst.“
(Leviticus 19.18.)
Sei es jetzt die Herrschaft der Finanzeliten – und keineswegs der Wirtschaft, die ja schließlich Güter und Dienstleistungen herstellt/anbietet – sei es jetzt die drohende Überfremdung, Latinos in den VSA, Schwarze, besonders in England, Araber, Türken, wenn gerade das Christentum als Lösung angepriesen wird, so scheint mir hier eher das Problem selber als Heilmittel angepriesen zu werden.
Frage mich, wie das Christentum diese Ethnozentrität der Fünf Bücher Moses immer so elegant umschiffen hat können und betrachte hierbei auch den atheistischen oder agnostizischen Gutmenschenhumanismus als ein Kind ausschließlich des Christentums.
Importprimat
Mittwoch, 14. November 2012, 15:18 (URL) | Kurz-URL
Bitte nicht böse sein – ich bin Linksliberaler durch und durch.
M.L.: Verziehen, das legt sich meistens mit dem Alter. Ansonsten kann ich einen guten Arzt empfehlen. ^^
Für mich seid ihr ein Baustein in meiner Multikulti-Welt. Was mir auffällt: Alles was ich von den Identitären gelesen habe, erinnert mich an Aufbruchsstimmung der Linken, als die erfolglosen Autonomen zu erfolglosen Antiimperialisten wurden. Das Treffen in Orange wirkt wie das Kick-off Meeting, als Raider zu Twix wurde. „euren Kragen, eure Zukunft, euer Leben, eure Kinder“ – schon klar. Aber wie sieht das aus? Überlegt euch doch lieber 5-6 konkrete Maßnahmen, die kurzfristig Umsetzbar sind und nichts mit Bewusstseinsbildung zu tun haben. Dinge, die jeder versteht und auch so will. „Indem wir unser Volk gegen die Exzesse des Liberalismus verteidigen, helfen wir zuerst den Unseren, ehe wir den Anderen helfen.“ Ich habe Tränen in den Augen vor Rührung. Aber weiß heißt das für mich? Muss ich als Elektrofacharbeiter im exportierenden Mittelstand dann zum Landschaftspfleger umschulen oder nicht? Werden Bananen billiger? Wenn nicht mehr globalisiert wird – wie viele Hosen kann ich meinem Kind kaufen? Welche Qualität haben die dann? Was ist mit meiner Hausfinanzierung? Von den Migranten nicht zu reden – was passiert mit den Millionen Menschen (nein, ich will bitte keine Antwort).
M.L.: Klar, das sind absolut berechtigte Fragen.
Nur Bewusstseinsgebildete können mit dem Text was anfangen, wozu wurde er dann geschrieben? Ihr macht denselben Fehler wie die Linke – ihr geht direkt aufs Ganze. Drei Identitätsebenen- die Satire auf das Thema könnt ihr euch ja vorstellen. Genießt den Moment der Selbstverliebtheit, aber es wirkt immer noch nach „von Nerds für Nerds“. Mit: „für eine weise Nutzung der Ressourcen durch eine Transformation der Produktionsmittel, sowie eine Reformation des Finanzsystems“ (könnte auch bei der SPD stehen) wird das nix, auch nicht als Avantgarde. Gebt den Leuten eine Chance. Mit sportlichen Grüßen…..
Amerikafreund
Mittwoch, 14. November 2012, 15:53 (URL) | Kurz-URL
Zu den gallischen Dörfern: in den USA gibt es sie. Uni Professoren die das heiligste aller Dogmen angreifen derer die Bewegung die im Artikel oben treffend als Hydra bezeichnet wird Gebrauch macht: es gibt keine menschlichen Rassen. Rund um solche Forschung herum hat sich eine sehr gebildete, intellektuell präzise und anspruchsvolle bloggerszene gebildet, die hbd Blogger. Im Kern stehen Blogs wie westhunt.wordpress khan’s gene expression, dazu kommen thosewhocansee, jaymans.wordpress, hbd chick, sehr populäre: Steve Sailers blog.
Walter
Mittwoch, 14. November 2012, 15:54 (URL) | Kurz-URL
Mauretanier:
Gerade wenn Sie die Kameradschaftsszene so gut kennen, wie Sie dies behaupten, dann müßten Sie aus eigener Erfahrung nur allzu gut wissen, daß diese bis heute in weiten Teilen aus im Grunde apolitischen Nostalgievereinen besteht, die durch plumpe Provokationen und 33er Fixierung die durchaus vorhandenen gestaltungsorientierten Kräfte verbrennt, bevor diese dann (nicht selten) demotiviert ins Privatleben oder, aus Verbitterung, gar zur „anderen Feldpostnummer“ getrieben werden.
Sie schreiben:
„In diesem Sinne plädiere ich für einen Schulterschluss mit Kameradschaftsszene.“
Pauschal kann man das sowieso nicht angehen, solange die ostentative Hitler-Orientierung weiter Teile dieses Spektrums nicht überwunden wird. Und das wird schwer bis unmöglich. Dafür sorgen einerseits die kameradschaftsinternen Hardliner, die „ihre“ Szene brauchen, um überhaupt etwas in ihrem Leben zu besitzen, auf das sie sich positiv beziehen können; andererseits werden gewisse Behörden ihren ganz spezifischen Anteil an der vulgärnationalsozialistischen Prägung „freier Kameradschaften“ bzw. von dem, was man landläufig so bezeichnet, besitzen.
Vielmehr muß versucht werden, die idealistischen Erneuer innerhalb dieses Spektrums zu erreichen, geistig anzusprechen, um sie aus diesem Lager abzuziehen (- im besten Falle in eine neu entstehende „identitäre“, NS-ferne, rechte Jugend-“Bewegung“?)! Wenn vor Ort möglich, dann kann es in Einzelfällen sicherlich auch erfolgsversprechend sein, über diese eventuell vorhandenen vernünftigen Personen Einfluß auf aktivistische, aber noch inhaltsleere Gruppen zu nehmen.
Wo ich Ihnen rechtgebe, ist, daß Abgrenzungsreflexe nicht weiterhelfen und mitunter ermüdend bis lächerlich wirken. Egal wie oft sich rechte Gruppen oder Strömungen von NS und „Nazis“ abgrenzen: in der öffentlichen Wahrnehmung bleibt rechts gleich rechtsextrem gleich nationalsozialistisch und muß bekämpft werden. Alles andere ist utopisches Wunschdenken. Die von mir hier geäußerten Bedenken dürfen daher nicht als taktische „Abgrenzeritis“ gegenüber allem und jedem verstanden werden, sondern sollten m. E. einfach grundsätzlich bedacht werden, um realistisch an die Sache herangehen zu können, damit einsetzende Enttäuschungen ob des ideologischen Gehalts potentieller Mitstreiter eines „Schulterschlußes“ vermieden werden können. Geht man nüchtern an die Sache ran, kann man sich unter Umständen freuen, einzelne Fortschritte machen zu können.
Sie schreiben weiterhin:
„Meiner Meinung nach müssen „alte“ Themen wie bspw. die Wiedergewinnung der Ostgebiete und die Wiederveinigung mit Österreich unverrückbare Ziele jeder deutschen Rechten sein, auch wenn diese jetzt im Angesicht drängenderer Probleme nicht in den Vordergrund gestellt werden müssen.“
Genau solche Phantasmen, die mal unterschwellig, mal offen zu Tage treten, sind eben auch ein entscheidendes Hindernis für eine einigermaßen funktionierende außerparlamentarische Rechte in Deutschland. In Frankreich – weil es hier zuvorderst um den Bloc geht – hängt eine moderne Rechte als identitäre Bewegung ja gerade keinen Ideologieresten alter Nationalismen an; dort ist, allem Anschein nach, die Erkenntnis gereift und zum Konsens geworden, daß die Probleme, mit denen sich die Europäer heute konfrontiert sehen, ganz andere sind, als in Hinterstuben uneinladender Gaststätten die Schlachten der 1930er im Geiste wieder und wieder zu schlagen – und sich zu allem Übel dabei als Speerspitze radikaler Politik zu fühlen. Die dauerhafte, sektiererische Vergangenheitsbewältigung im „nationalen Widerstand“ zeigt schlicht, daß der „NW“ in seiner größeren Hälfte letzten Endes auch nur ein trauriges Produkt dieser Epoche ist.
„Alle großen Denker der neuen Rechten sind auch im NS Sinne verwertbar.
Nietzsche, Spengler, Jünger.“
Schnittmengen gibt es natürlich. Auch Mohler hat später eingeräumt, die positiven Elemente im NS (sicher nicht hitleristischer Natur) seien mit jenen der Kons. Rev. teilweise kongruent. Das ändert indes nichts daran, daß gerade Spengler und Jünger von den NS-Offiziellen weitgehend aus inhaltlichen Gründen abgelehnt wurden (und, zurecht, vice versa!), während Nietzsche gehörig uminterpretiert werden mußte, um ihn für das Regime philosophisch „verwertbar“ machen zu können.
Gottfried
Mittwoch, 14. November 2012, 16:20 (URL) | Kurz-URL
@ Importprimat
„Von den Migranten nicht zu reden – was passiert mit den Millionen Menschen (nein, ich will bitte keine Antwort).“
Auch wenn es Kopfschmerzen bereitet, Sie bekommen Sie aber: Die europäischen Staaten müssen wieder souveräne Rechtstaaten mit eigener höchstinstanzlicher Rechtsprechung werden. Die Gerichte müssen in den einzelnen Ländern wieder für Rechtssicherheit sorgen. Es muß unterschieden (discriminare) werden zwischen Staatsbürgern, Nichtstaatsbürgern und Illegalen. Zuordnungen wie „Tennisspieler“ oder „Menschen“ u.a. ergeben hier wenig Sinn.
Souveräne Staaten können selbstredend illegale „Menschen“ ausweisen. Sie sind in der Pflicht, den Schutz der Unversehrheit der Bürger dieses Staates und ihres Eigentumes an die erste Stelle zu setzen. Welche Aufgabe sollte ein Staat sonst haben?
Zu Diskutieren wäre ein umfangreiches Rückführungsprogramm, vor dem Migräne erzeugenden Hintergrund der katastrophalen Negativbilanz des
Di(e)versity-Programmes für die einzelnen Volkswirtschaften könnte hier jede Menge Geld großzügig ausgegeben werden.
Fred
Mittwoch, 14. November 2012, 16:39 (URL) | Kurz-URL
@Importprimat
„Muss ich als Elektrofacharbeiter im exportierenden Mittelstand dann zum Landschaftspfleger umschulen oder nicht?“
Wenn es sich ergibt, warum nicht? Möglicherweise macht es sogar mehr Spaß und ist besser bezahlt.
„Werden Bananen billiger?“
Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wer ist schon jemals ohne Bananen verhungert? Vom einen gibt es eben mehr als bisher, vom anderen weniger. Die Vielfalt wird nicht geringer sein. Und letztlich bestinmmt zu jeder Zeit der Geldbeutel inwieweit die Vielfalt auch in den Magen Eingang finden.
„wie viele Hosen kann ich meinem Kind kaufen? Welche Qualität haben die dann?“
Es gab zu jeder Zeit Hosen für das Kind. Meistens in besserer Qualität als heutzutage von Kik.
„Was ist mit meiner Hausfinanzierung?“
Es wird sich schon jemand finden, der den üppigen Zins kassieren will. In jeder Zeit hat sich noch jemand gefunden der mietet und kauft und der vermietet und verkauft – und Leute oder Banken die das alles finanzieren.
„Von den Migranten nicht zu reden – was passiert mit den Millionen Menschen“
Vielleicht wollen die von sich aus weg? Vielleicht auch nicht. Wenn nicht, dann gefällts ihnen auch bei uns. Beides ist doch klasse.
Alles in allem: Der Markt wird es richten. Das müßte ein Linksliberaler doch zumindest wissen und glauben. Sie sind völlig phantasielos. Der Geist völlig begrenzt im Hier und Jetzt.
eulenfurz
Mittwoch, 14. November 2012, 16:41 (URL) | Kurz-URL
Der Bezug auf Region, Nation und Europa im gleichberechtigten Nebeneinander ist sicherlich sinnvoll, eine Fixation allein auf den Nationalismus – warum gerade den? – ist schließlich auch nicht nachvollziehbar.
In dem Stufenmodell (das Naheliegendste zuerst) würden sicherlich auch noch Familie, Religion und Rasse einen Platz einnehmen, aber auch die vermeintlich „linken“ und „liberalen“ ideologischen Grundpfeiler Individualismus und Kosmopolitismus könnten als die beiden Polare Persönlichkeit und Menschheit darin vorkommen.
Soziale, kulturelle und biologische Bindungen jeder Form zwischen Individuum und Erdbevölkerung sind modernen Machthabern im Wege, welche die Menschheit konform formbar wünschen, um besser mit ihr als Verfügungsmasse kalkulieren zu können. Das entspricht dem ewigen Ziel der materialistischen Ideologen und Missionare, sowohl auf der kapitalistischen, als auch auf der sozialistischen Ebene.
Im Übrigen wurde die vom FES nachgewiesene Rechtsextremismus-Bedrohung von anderen Rechtsextremismus-Experten schon wieder relativiert – der bundesdeutsche Neofaschismus liege zerschlagen darnieder!
Yvonne
Mittwoch, 14. November 2012, 16:56 (URL) | Kurz-URL
@Mauretanier
Meine anfängliche Begeisterung für das Projekt (insbesondere nach dem ersten Lichtmesz-Artikel hier) war schnell wieder verflogen, als ich erkennen musste, wie ausdrücklich sich die hiesigen Identitären sofort von ns-nahen Personen abzugrenzen suchten. Auf Facebook ging es ja soweit, nicht mal rechts sein zu wollen, einfach nur Mitte, einfach nur… Ausländer raus …vermutlich. Das wirkt ängstlich, oberflächlich und unsouverän, und es wird keineswegs ein Qualitätsgarant fürs erhoffte Personal sein (wie man an diversen in diesem Sinne gemäßigten Gruppen gut sehen kann). Eine etwas unverkrampftere Haltung gegenüber unserer speziellen Geschichte würde ich mir wünschen, sie ist schließlich tatsächlich ein Teil unserer Identität, im Guten wie im Schlechten. Und eben weil viele neu- und altrechte Positionen im Kern deckungsgleich sind, werden wir ohnehin für alle anderen doch immer die Nazis sein.
Das eine deutsche identitäre Bewegung trotzdem keine neonazistische Bewegung sein wird oder sein sollte, bleibt davon unberührt. Es wäre aus meiner Sicht ein schöner Sammlungbegriff für die bereits bestehenden Grüppchen, sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner, und wenn es schön frisch und heiter daherkommt, kämen eben auch noch ein paar Neue mit.
Ein Fremder aus Elea
Mittwoch, 14. November 2012, 17:14 (URL) | Kurz-URL
Gottfried,
ist doch viel einfacher, die Sozialleistungen werden eh bald zurückgefahren werden.
Nordlicht
Mittwoch, 14. November 2012, 17:38 (URL) | Kurz-URL
@ Walter
Auch ich kenne die „Kameradschafts-szene“ sehr genau und ich muss ihnen teilweise widersprechen. Nach meiner Beobachtung ist die Mehrheit gar nicht mehr so Hitler-fixirt wie sie es sich vielleicht denken. Ich denke der Eindruck entsteht dadurch das solche Subjekte öfter in der medialen Öffentlichkeit stehen, ich jedenfalls kenne kaum solche extremen Beispiele. Sicherlich gibt es eine positive Grundstimmung dem historischen NS gegenüber aber keine Mehrheit die ihn aktiv verfolgt bzw. wiederbeleben möchte. Jedenfalls in meiner Region (Großraum Mecklenburg) würde ich die NS-Bewegung (zumindest die wichtigsten Strukturen) als relativ fortschrittlich, produktiv und kooperativ bezeichnen
Viele würden sich sofort einer neuen Bewegung anschließen wenn es nur eine Sicht auf Erfolg haben würde. Dazu brauch die neue Bewegung intellektuelle Köpfe die sie führt, dann würden tausende aus dem NS-Lager wechseln, da wäre ich mir sicher. Ich würde es machen und ich könnte viele davon überzeugen es mir gleich zu tun.
Nur im Moment schaut es nicht gut aus wenn sich die Identirären mit ihrer „0% Rassismus“ Parole beliebt machen wollen. Denn das ist eine Anbiederung an das System und ist nicht produktiv, es weckt den Eindruck man würde es mit Pro Deutschland etc. zu tun haben. Eines muss klar sein, wenn ein politischer und kultureller Kampf geführt werden soll, dann darf man sich nicht vor biologischen Grundlagen verstecken.
Mauretanier
Mittwoch, 14. November 2012, 17:54 (URL) | Kurz-URL
@Lichtmesz
„Viel Spaß dabei, auch dort gibt es Agents provocateurs in Hülle und Fülle.“
Man kann sich gegen derlei Unterstellungen im virtuellen Raum schlecht wehren, deshalb belasse ich es damit, dass ich erstens kein „Agent provocateur“ bin, sondern mir an konstruktiver Diskussion gelegen ist, und es Sie zweitens auch nicht davon entbindet, mir auf argumentativer Ebene zu antworten: nur dadurch dass ein „Agent provocateur“ etwas sagt, wird es ja nicht falsch.
„Da waren aber Spengler und Jünger dezidiert anderer Meinung, und Nietzsche wäre es mit Sicherheit auch gewesen.“
Zumindest Spenglers Abneigung gegen Hitler und den NS lag daran, dass er sie nicht ernst genommen hat und für Maulhelden hielt; leider starb er zu früh um seine Meinung ändern zu können.
Bei Jünger ist das auch alles etwas anders, als es auf diversen neurechten Blogs gerne dargestellt wird.
Jüngers Frühwerk einschließlich den Marmorklippen ist eindeutig und unverhohlen pro NS, bzw. geht in vielen Punkten noch darüber hinaus.
Der Kampf als inneres Erlebnis, Der Arbeiter, Auf den Marmorklippen(letzteres muss man natürluch zu lesen wissen, Jünger selbst hat explizit gesagt, es wäre KEINE Widerstandsliteratur gewesen, obwohl man es natürlich auch so lesen kann).
Und auch bei Stauffenberg handelt es sich im Grunde nur um einen NS-Häretiker, menschlich bewundernswert, politisch abschreckendes Beispiel.
Aber ich will gar nicht darauf hinaus, hier Leute zum NS bekehren zu wollen.
Die Zeiten habe ich hinter mir.
Ich verlange nur, dass eine wie auch immer geartete deutsche identitäre Bewegung die 12 Jahre spezieller deutscher Identität nicht verdammt, sondern im Sinne eines „Right or wrong, my country“ betrachtet.
Angela Brüning
Mittwoch, 14. November 2012, 18:02 (URL) | Kurz-URL
Leider wird es immer besonders peinlich, wenn sich rechte, identitäre Aktivisten zur Wirtschaft äußern. Was sind heute angebliche Rechte wert, die gegen den sog. Neoliberalismus und Kapitalismus wettern? In Kontinentaleuropa ist Neoliberalismus wohl, wenn die Staatsquote nur knapp unter 50 % des BIP liegt und noch der Faulste seine Happy – 1000 Euro – Grundsicherung (inkl. Mietkostenzuschuss, Kindergeld, Heizkostenzuschuss, etc.) erhält. Es ist ein ein ewiger Fehler der Rechten sich nicht vordergründig mit der Hebung des ökonomisch – militärischen Potentials durch drastischen Rückbau des Sozialstaates für In- und Ausländer zu beschäften, sondern von diesen Fragen mit diversen vernachlässigbaren Kulturkampfthemen abzulenken. Solange nicht identitäre und libertäre Positionen eine sinnvolle Symbiose eingehen, sehe ich einfach nur Kulturkampfgequassel. Es ist bezeichnend, dass die JF als Flagschiff der Neuen Rechten keinen ansprechenden Wirtschaftsteil hat und keine ANtworten auf die Zukunftsfragen der Nation geben kann. Zum nochmaligen Verständnis: Macht ist militärisch – ökonomischen Potential und sonst gar nichts.
Manuel M.
Mittwoch, 14. November 2012, 18:10 (URL) | Kurz-URL
Herr Lichtmesz,
ich kann ihre Begeisterung für die französiche identitäre Bewegung nicht so recht teilen (auch wenn sie mir im Ansatz durchaus sympathisch ist). Es werden völlig unnötige Grenzen gezogen, etwa die Fixierung auf die biologische Herkunft (ähnlich beim Zerfall der deutschen Burschenschaften zu beobachten), die die zahlreich vorhandenen und meiner Erfahrung nach durchaus willigen Nachkömmlinge außereuropäischer nichtmoslemischer Einwanderer außen vor hält. Auch die Grenzziehungen in ökonomischer Sicht halte ich zumindest für fragwürdig, auch kleine und mittelständische Unternehmen sind Bestandteil des globalen Kapitalismus und besitzen nicht qua Genetik ein größeres Verantwortungsgefühl der Gesellschaft gegenüber. Eine sinnvolle Grenzlinie sehe ich eher zwischen Realwirtschaft sowie dieser zugeordneten Banken (etwa Sparkassen) in ihrer Gesamtheit gegenüber der Spekulationsorientierten Fanianzwirtschaft, etwa Hedgefonds oder auch Börsen. Insgesamt muss man sich in Europa – meiner Meinung nach – darüber klar sein, daß man aufgrund von Ressourcenknappheit sich nicht komplett nach innen kehren kann (worauf die Identitäre Bewegung meines erachtens hinausläuft). Mit persönlich wäre es weitaus lieber, man könnte sich auf einige wenige, aber dafür existenzielle Fragen konzentrieren, etwa die Erhöhung der Geburtenrate, die Verbindung von Einwanderung mit Assimilation oder das Nichtzahlen von Sozialleistungen an Einwanderer. Die Frage, was die eigene Identität eigentlich ausmacht (m.M.n. nach mindestens 60 Jahren permanenter Fremdbeinflussung eh nur noch in Grundzügen zu beantworten und sowieso stetem Wandel unterlegen) sehe ich in der identitären Bewegung viel zu sehr konkretsiert (und damit ausgrenzend), um als Massenbewegung jeweils Erfolg zu haben.
Mit freundlichem Gruße
Rumpelstilzchen
Mittwoch, 14. November 2012, 18:39 (URL) | Kurz-URL
Hallo Gottfried
Der Universalismus des NT überschreitet soziale, ethnische, biologische , religiöse Grenzen das ist wahr. Dies hatte geistesgeschichtlich durchaus auch die von ihnen beschriebenen negativen Auswirkungen.
Allerdings ist das Neue Testament kein Parteiprogramm, trennt den religiösen vom staatlichen Bereich.
Und das ist sehr gut.
Reich Gottes meint eben gerade nicht ein weltliches Reich, sondern eine andere Seinsqualität, die immer unter Vorbehalt steht. Das dritte Reich hat diesen Gedanken pervertiert, der Kommunismus wollte das Reich auf die Erde und in die Zukunft verlegen. Der Raubtierkapitalismus verkündigt ein Paradies auf Erden, allerdings auch nicht mehr für alle. Trotzdem kann die abgehalfterte Lebedame Europa nicht mehr als Jungfrau anfangen.
Meine Frage an die Identitären Frankreichs ist nur eine:
– wenn „Khader“ nicht unser Bruder sein kann, wie kann „Hatun“ dann unsere Schwester sein ? –
Walter
Mittwoch, 14. November 2012, 19:10 (URL) | Kurz-URL
Nordlicht:

„Nach meiner Beobachtung ist die Mehrheit gar nicht mehr so Hitler-fixirt wie sie es sich vielleicht denken. Ich denke der Eindruck entsteht dadurch das solche Subjekte öfter in der medialen Öffentlichkeit stehen, ich jedenfalls kenne kaum solche extremen Beispiele.“
Das ist sicherlich bis heute von Region zu Region unterschiedlich, aber diese Fraktion dominiert in Gänze gesehen mMn definitiv. In der medialen Öffentlichkeit fällt diese Dominanz naturgemäß noch stärker aus, aber ich bin eben auch ohne Medienverfälschung der Überzeugung, daß eine Szene-interne Hegemonie auch den tatsächlichen Verhältnissen entspricht.
Wenn das in MV (ausgerechnet dort!?) anders ist, wäre das ja schön.
„Viele würden sich sofort einer neuen Bewegung anschließen wenn es nur eine Sicht auf Erfolg haben würde. Dazu brauch die neue Bewegung intellektuelle Köpfe die sie führt, dann würden tausende aus dem NS-Lager wechseln, da wäre ich mir sicher.“
Nun, „tausende“ bei einer bundesweiten Erscheinung von 1-2000 Menschen halte ich zwar für übertrieben, aber ja, ich denke auch, daß sich aus diesem Milieu bei entsprechender geistiger Auseinandersetzung einige Personen von ihrer Szene „emanzipieren“ würden.
„Nur im Moment schaut es nicht gut aus wenn sich die Identirären mit ihrer „0% Rassismus“ Parole beliebt machen wollen. Denn das ist eine Anbiederung an das System und ist nicht produktiv, es weckt den Eindruck man würde es mit Pro Deutschland etc. zu tun haben.“
Zunächst denke ich, daß diese Parole eine Kopie der gleichlautenden Parole Casa Pounds und der Identitären in Frankreich ist. Ansonsten haben die Verwender dieses „0 % Rassismus…“ zwar recht, wenn sie sich als nichtrassistisch einstufen, aber auch Sie haben recht, wenn Sie sagen, es sei nicht „produktiv“, weil es von denen, die damit konfrontiert werden, eh nicht ernstgenommen wird.
Mauretanier:
„Zumindest Spenglers Abneigung gegen Hitler und den NS lag daran, dass er sie nicht ernst genommen hat und für Maulhelden hielt; leider starb er zu früh um seine Meinung ändern zu können.“
Hier machen Sie es sich – wie bei Jünger – eindeutig zu einfach, wie ich meine…
Asenkrieger
Mittwoch, 14. November 2012, 19:38 (URL) | Kurz-URL
@ Amerikafreund
Ich empfehle im Netz The Occidental Observer und AlternativRight sowie Counter Currents Publishing aus den USA, die auch deutschsprachige Seiten haben. Gerade bei Letzteren wird viel zum Verhältnis der „alten“ zur „neuen“ Rechten publiziert.
Ich kann nur empfehlen, den NS endgültig als Vergangenheit zu betrachten. Wir haben andere Zeiten mit anderen Problemen. Daher bin ich für eine internationale Bewegung aller Weißen, jedoch nicht für ein neues totalitäres Regime.
Gottfried
Mittwoch, 14. November 2012, 19:41 (URL) | Kurz-URL
@ Rumpelstilzchen
„Allerdings ist das Neue Testament kein Parteiprogramm, trennt den religiösen vom staatlichen Bereich.“
Ja.
Den Herrschern („Kaisern“), also z.B. der EU oder Goldman Sachs oder ESM soll der Tribut gezollt werden, das Reich der „Kinder Gottes“ ist nicht von dieser Welt. Anderen Gruppenstrategien mit anderen Weltanschauungssystemen soll das Feld überlassen werden. Im Grunde ist das Christentum also – genauso wie ein säkularer Humanismus oder eine Hobbyesoterik, ein zeitgenössischer Privatbuddhismus u.ä. – absolut kompatibel mit einer „neuen Ordnung“ der ganzen Welt.
„Reich Gottes meint eben gerade nicht ein weltliches Reich, sondern eine andere Seinsqualität, die immer unter Vorbehalt steht.“
Weil dem so ist, kann uns das Christentum, sobald wir mehr wollen, als uns ins Radikalindividualistische und Private zurückzuziehen, politisch in keiner Weise dienen. Die Politik befaßt sich mit den Angelegenheiten der Polis, UNSERER Umgebung, man will uns immer weiter entnationalisieren, unsere Staaten sind nur noch Attrappen, Simulationen.
Die andere Seinsqualität kann doch nur das subjektive Miteinander-Sein bedeuten, wieder zum politischen Subjekt zu werden, befaßt mit der Frage, wie wir uns ein Reich, d.h. einen Staat erobern können, der uns gehört.
Als „Religion“/Weltanschauung schwebt mir das Leben der Gemeinschaft der Gleichen/Ähnlichen vor, deren Fleisch, Herz und Blut, deren Wille zum Leben und zum Eigentum. (tuom, mittelhochdeutsch —> Macht über das Eigene)
Also ein ganz klares Ja zum Partikularismus und zur Subjektivität.
Importprimat
Mittwoch, 14. November 2012, 19:42 (URL) | Kurz-URL
@Fred
Der Markt wird es richten. Der Geist völlig begrenzt im Hier und Jetzt.
Natürlich wird es der Markt richten – was sonst. Sie sollen das auch nicht mir erklären. Ich würde gerne sehen, wie sie einem Vati mit 20 Jahren Hausfinanzierung, Kind mit Studienabsicht und Dauerfeuer der Firmenrationalisierung sagen, sein Geist sei beschränkt im Hier und Jetzt. Das sich schon alles irgendwie finden wird. Er soll sich für Ihre Ideen begeistern und bitte doch nicht phantasielos sein. Der wird ihnen sagen: Junge, dann phantasier mal weiter. Ich glaube, Ihre Bewegung ist genau an der Stelle. Sie können mich arrogant abbügeln, aber wenn(!) sie ihre Basis verbreitern wollen, sollten sie die Sorgen der Menschen im Hier und Jetzt ernstnehmen. Die ablehnende Darstellung wird ihnen nicht gefallen, aber Götz Aly geht in „Hitlers Volksstaat“ der Frage nach, warum es eigentlich für Opi die gute alte Zeit war. Hat wenig mit Bewusstsein, viel mit Hausfinanzierung zu tun. Fragen sie sich, ob sie Rechthaben oder was bewegen wollen.
@Gottfried
Zu Diskutieren wäre ein umfangreiches Rückführungsprogramm
Das macht mir keine Kopfschmerzen, solange Sie sich keine bei der Planung machen. Die meisten Migranten sind deutsche Staatsbürger. Mischehen, Mischkinder, beste Freunde, Arbeitskollegen. Ihre Kreise vielleicht nicht, nur die „Umstellung“ würde viele Menschen betreffen. Wem nehmen Sie die Staatsbürgerschaft wieder weg? Wer kann sie behalten? Wer entscheidet das? Millionen von Menschen, deren Wohnungen leer stehen würden. Damit würden sie die Mieteinnahmen und damit die Ruhestandsplanung vieler Menschen über den Haufen werfen. Sollten Sie diese Menschen gewinnen wollen, was sagen sie denen? Was ist mit den Rückgeführten? Dürfen die ihre Immobilien verkaufen, werden sie enteignet oder entschädigt? Ich möchte nicht Ihre Motive hinterfragen. Menschen nach Kategorien abstempeln lässt sich einfach – sie reden von einer Völkerwanderung. Das ist ein logistischer und organisatorischer Aufwand, der alles da gewesene in den Schatten stellen würde. 33 gab es 1-2% Juden in Deutschland. Heute haben um die 20% einen Migrationshintergrund, sie verstehen was ich meine. Das Leben heute ist nicht einfacher geworden.Wenn Sie nicht ein Konzept haben, das die auffälligsten Fragen beantwortet, stehen Sie schnell da wie ein Aktivist der Grünen, der in der Fußgängerzone von Bottrop für die Rechte der Yanonami demonstriert.
nino
Mittwoch, 14. November 2012, 19:50 (URL) | Kurz-URL
Na ja, Jüngers Distanz zum NS beruhte ja gerade in den 20ern, als er wirklich noch als politischer Schreiberling mit Ambitionen in Erscheinung trat, vor allem auf dem legalistischen Kurs der NSDAP. Von daher wäre ein Jünger der 20er Jahre wohl noch eher bei den Kameradschaften zu suchen als bei irgendwelchen anderen Gruppen. Das aber nur am Rande.
Wenn man sich nicht im Neonazismus zuhause fühlt, muss man sich auch nicht dauernd davon abgrenzen. Das machen die Identitären schon einmal nicht schlecht. Und wenn man aus der Kameradschaftsszene die guten Köpfe anziehen will, sollte man auch nicht immer auf sie einschlagen. Man muss komunizieren wofür man steht und in alle Richtungen offen bleiben. Wer immerzu sagt, „Ich bin kein Nazi.“ hat wohl selber den Verdacht, er könnte einer sein.
PS: Gelungener Text von ML und die Identitären scheinen die richtigen Punkte anzusprechen.
Inselbauer
Mittwoch, 14. November 2012, 19:57 (URL) | Kurz-URL
Vielleicht löst sich der ganze modernistische und aktionistische Kleinkram bald in Luft auf und dann kommt eine große nationale Bewegung, in der man seine „Identität“ nicht in trotzkistischer Kameradenzerfleischung oder in ideologischer Sinnsuche oder in gelehrtem Gerede (das man selbst als Käse durchschaut) suchen muss. Ich kann der sicheren Gewissheit, dass die identitäre Geschichte ein ausländischer Hype ist, nur diese kitschige Hoffnung entgegen halten. Schön ist, dass man etwas aus einen solchen Scheitern lernen kann, nämlich dass wir zusammenstehen und endlich mit dem Klugscheissen aufhören müssen.
Toni Roidl
Mittwoch, 14. November 2012, 20:16 (URL) | Kurz-URL
Während in Villabacho hundert Leute ein Moscheedach besetzen, wird in Villariba erstmal über die reine Lehre diskutiert und darüber, wer in der Eimerkette mitmachen darf, wenn das Haus brennt. Es macht mich wahnsinnig!
Nordlicht
Mittwoch, 14. November 2012, 20:27 (URL) | Kurz-URL
@ Walter
Sicherlich gibt es regionale Unterschiede und natürlich gibt es überall hitlerafine Menschen in diesen Reihen, allerdings würde ich sie deshalb nicht abstempeln und für unbrauchbar erklären, schließlich war ich auch einer von der Sorte. Ich denke mit der nötigen Schulung lässt sich da viel machen.
Was die Zahlen angeht, ich denke schon das man ruhig von tausenden sprechen kann. Es sind ja nicht nur die Leute die man auf einer Demo zählen kann, die sich in nationalen Kreisen bewegen. Wenn ich mir zum Beispiel angucke wie viele Leute am Stammtisch bzw. gedanklich mit uns in der Stadt übereinstimmen(nur die die ich persönlich kenne) komme ich z.B. auf 50 Leute, davon sind aber nur 10, max. 15 auf Demos oder anderweitig öffentlich in Erscheinung getreten. Dieses Potential dürfte im gleichen Verhältnis in jeder Stadt so vorhanden sein und wenn nun die Kader die Bewegung „wechseln“ sollten, so denke ich das der Rest ebenfalls nachrücken würde und so, zumindest im Hintergrund, einige tausend Anhänger für die neue Bewegung vorhanden wären. Ähnlich wie bei der NS-Szene heute.
Aber wie gesagt ohne entsprechender geistiger Auseinandersetzung würde es nicht funktionieren.
Nur dazu brauch es eben auch eine starke und intellektuelle Führung die die Fäden zieht, ohne sie läuft nichts.
Dieter Urchblicker
Mittwoch, 14. November 2012, 20:53 (URL) | Kurz-URL
Auch nach diesem Artikel erscheint mir das „Dafür“ nach wir unkonkret, es sind, wenn auch eher konservativ besetzte, Gemeinplätze. Darin sehe ich aber kein wirkliches Problem.
So wie ich es verstehe geht es um den Vorpolitischen Raum, es ist überhaupt nicht notwendig Parteiprogramme o.ä. zu erstellen. Es gilt eine tatsächlich vorhandenen Stimmung in der Bevölkerung aufzunehmen und zu kanalisieren. Die Mündung des „Kanals“ sollte meiner Meinnung nach in einer „Neuen Identität“ bestehen, auf deren Basis eine politische Diskussion im Sinne von „Das Volk als Souverän“ überhaupt erst stattfinden kann, Stichwort Diskursfähigkeit.
Wie dieser Diskurs aussieht, welche Inhalte er hat und welche Fraktionen daran teilnehmen ist irrelevant. Der Acker muss entgiftet werden, erst dann kann wieder etwas gesundes auf ihm gedeihen.
Ich würde Linke (ungleich Gutmenschen) nicht per se ausschliessen. Auch dort gibt es Menschen die es durchaus ehrlich meinen, auch sie sollten mitgenommen werden – wenn sie denn wollen. Auch sie werden politisch kaum noch vertreten, siehe z.B. Friedensbewegung und Einsätze der Bundeswehr oder auch die ökologische Bewegung und Energiewendewahnsinn, auch Teilen der Frauenbewegung dürfte mitlerweile aufgegangen sein dass die propagierte Karrierefrau auch nur eine kleine Teilmenge weiblicher Identität darstellt.
Ich versuche mal ein Beispiel zu konstruieren:
Die Thesen eines Sarrazin sind eine solche „tatsächlich existierende Stimmung in der Bevölkerung“ und sie ist in grossen Teilen Mehrheitsfähig. Der „Sarrazin light“ Namens Buschkowsky griff vor einigen Wochen dieses Thema wieder auf und zog es auf eine eher sachlich/lokale Ebene herunter, die politisch gerade noch unter der Schwelle zur Hysterie lag. Seiner Analyse ist zuzustimmen, seine Rezepte dagegen im wesentlichen das altbekannte „Fördern und Fordern“.
Ein identitäre Ansatz zur Nutzung dieses Potenzials könnte nun so aussehen sich die Analyse zu eigen zu machen, die Gegenmaßnahmen aber bewusst aussen vor zu lassen.
Ob dieses „Fördern und Fordern“ die allein heilbringende Lösung darstellt oder ob es doch nur der letzte Glied im Dreiklang von „Nachschub stoppen, Raus was geht, fördern & fordern“ darstellt, wäre Teil einer politischen Auseinandersetzung, die es später zu führen gälte.
„Konservativ“ im identitären Sinne bedeutet nicht zwangsweise „rechts“, sondern, im wahrsten Sinne des Wortes, „erhaltend“. Auch ein eher Links orientiert junger Mensch wird jene Strukturen „konserviert“ sehen wollen, die ihn, so wie seinen Eltern zuvor, in Lohn & Brot bringen, die Gründung einer Familie erlauben und dem Lebensstandard zuträglich und nicht abträglich sind. Auf diese Definition des Konservativismus sollte man sich mMn nach im Zusammenhang mit dem Identitarismus beschränken. Man sollte nicht der Versuchung erliegen daraus etwas rechtskonservatives formen zu wollen.
Um es ganz klar zu sagen:
Wenn die Identitäre Bewegung nicht nur ein weiteres Kapitel im grossen Buch der Rohkrepierer werden soll muss das Angebot alle umfassen. Dieses „Alle“ muss, neben den z.T. schon oben erwähnten Gruppen, z.B. auch assimilierte Migranten umfassen.
Als Rechtskonservativer bedeutete dies sich bewusst zurückzunehmen. Das „Rechts sein“ hat nichts im Vorpolitischen Raum verloren, das Konservative dagegen schon – im oben genannten Sinne. Ja, vielleicht machen wir damit sogar ein Stück weit die Arbeit für Kräfte, die wir als Rechte selbst nicht mögen oder gar verachten, aber anders wird es nicht gehen weil sonst die bekannten politischen Fliehkräfte einsetzen.
Noch ein konkretes Beispiel: Aus identitärer Sicht würde ich jemanden der z.B. die Ostgebiete zurückhaben will entgegen dass er das gerne fordern kann, aber nicht in seiner Rolle als Identitärer, sondern ggf. als Parteimitglied. Ich würde ohnehin vorschlagen dass die Aufnahme in identitäre Zirkel die Mitgliedschaft in einer Partei/Jugendorganisation ausschliesst, so hält man sich zumindest zu Beginn Karrieristen, Wendehälse und notorische Quertreiber vom Hals.
Die Szene hier hat doch im wesentlichen keine Identitätsprobleme. Fast jeder kann von einem „Erweckungserlebnis“ berichten. Identitär sollte darauf abzielen auch andere in die Lage zu versetzen diese Erfahrung machen zu können. Ob diese dann die blaue oder rote Pille schlucken muss und soll jeder selbst entscheiden.
Ich breche es noch ein Stück runter:
Bevor sich das „rechte“ und das „linke“ Kind im Sandkasten heftig darum raufen können wem denn nun das gefundenen Förmchen gehören soll muss zuerst der tyranische Bully aus dem Sandkasten rausgeschmissen werden – er ist es nämlich der das Förmchen Kraft seiner Überlegenheit an sich nimmt und beide Kinder, in der Hoffnung Wohlgefallen würde ihnen das Objekt der Begierde bescheren, Männchen machen lässt.
Gottfried
Mittwoch, 14. November 2012, 20:54 (URL) | Kurz-URL
@ Importprimat
„Menschen nach Kategorien abstempeln lässt sich einfach.“
Dieses Konstrukt „Menschen“ bezeichnet Zweibeiner in Patagonien, im dörflichen China, Kongolesen, usw. usw. Es gibt davon etwa sieben Milliarden.
Wäre mal interessant, wenn die Freunde der Zurichtung der ganzen Welt für die Bedürfnisse der Eliten des Finanzwesen erläuterten, warum sie gerade dieses Konstrukt (und nicht Lebewesen, Milchstraßenbewohner, ALDI-Kunden, Flensburger, Deutsche, Männer, Kinder, Syrer, Greise) usw. EXZESSIV in jeder Rede überstrapazieren.
Welche Gemeinsamkeit, welchen Zusammenhalt soll es zwischen diesen Chinesen, Greisen aus Flensburg, Kindern aus dem Kongo usw. denn geben? Viel mehr als Banalkreatürliches wie Essen, Schlafen, Verdauung … fällt mir da nicht ein.
Die Zweibeiner, die sich in Deutschland aufhalten, lassen sich nach folgenden Grobkategorien abstempeln und unterscheiden (diskriminieren):
a I) Staatsangehörige mit deutschen Eltern
a II) Staatsangehörige mit ausländischen Eltern
b) Asylsuchende
c) abgelehnte Asylbewerber
d) Illegale
e) Ausländer, die hier eine erhebliche Straftat begangen haben
Der Ansatz der Staatsfeinde und Universalisten ist es, zu diktieren (wozu die „Menschen“-Rechte der VN und Co. ja auch legitimieren), daß es Aufgabe der Deutschen sei, allen „Menschen“ der Welt gerecht zu werden, was immer diese Gerechtigkeit auch bedeuten mag.
Der Ansatz von demokratischen Grundgesetzanhängern besteht hingegen darin, daß „Alle Macht vom Volke“ ausgeht.
Das Volk hat das Willenssubjekt der politischen Handlung zu sein. Der erste Schritt ist nun der, die minimalen Unterscheidungen vorzunehmen, die das Gesetz ja bereits vorgibt:
Straftäter nach Jugendlichkeit (bis 18 Jahre) bzw. Volljährigkeit (darüber hinaus) zu diskriminieren.
Illegale sind unverzüglich abzuschieben.
Ausländische Straftäter sind abzuschieben.
Welche Detaillösungen darüber hinaus getätigt werden müssen, ist eine müßige Frage, mit der oben beschriebenen Minimallösung wären wir schon drei Schritte weiter.
Außerdem wäre die sogenannte Eingliederung („Integration“) gänzlich zu streichen. Wer einen Raum betritt, der muß die Regeln dieses Raumes sofort anerkennen. Der Raum kann der Staat Japan sein als Beispiel, der Raum kann ein Restaurant sein, ein Privatwohnung oder eine deutsche Schule. Es gibt immer einen Dominus (Herrn im Hause). Wenn nicht, hat der Neueintretende die unangenehmen Folgen zu tragen.
Die „Integration“, die in der BUNTEN Republik stattfindet, inszeniert eine Art partnerschaftliches Gespräch, wer aber ohne Vorleistung bereits Partner auf „Augenhöhe“ ist, der hat – entsprechende Anspruchsunverschämtheit vorausgesetzt – nicht den geringsten Grund, irgendwelche Anpassungsleistungen zu erbringen.
Ein Fremder aus Elea
Mittwoch, 14. November 2012, 21:26 (URL) | Kurz-URL
Gottfried,
Sie argumentieren religionsbezüglich utilaristisch.
Und damit gerät die ganze Diskussion zwangsläufig einzig zu der Frage nach der Grenzziehung.
Einsatz für’s Gemeinwohl, aber was ist die Gemeinde?
Nun, die Gemeinde definiert sich aber gerade durch geteilte religiöse Überzeugungen.
Was von Rumpelstilzchen und Ihnen zum Christentum gesagt wurde, stimmt so auch nicht. Das Christentum ist keinesfalls beliebig, es hat nur den Machtkampf gegen seine Widersacher verloren, was allerdings ankündigt ist: der Teufel muß hin und wieder für eine kurze Zeit frei werden.
Sie unterschätzen Religion gleich zweifach: einmal ihre natürliche Rolle und zum anderen das Wissen derjenigen, welche sich mit ihr beschäftigen.
Völker sind immer auf geteilten Überzeugungen gebaut, das unterscheidet sie von Stämmen. Religionen legen sich gegebenenfalls über diese Überzeugungen, formulieren sie in ihrer Sprache, betten sie in einen größeren Kontext ein.
Wann immer Relgionen diesbezüglich mehr wollen, kommt es zu schweren Problemen. Und das gilt auch für sonstige Ideologien. Eine Ideologie, welche versucht, einen bestimmten Menschentypus zu erzeugen, muß scheitern, denn das ist nicht unsere Rolle.
Allenfalls kann eine solche Ideologie Reaktionen auslösen, zu welchen es sonst nicht käme.
Nun denn, ich hatte zuletzt versucht ein Gefühl für diese Fragen zu vermitteln: http://bereitschaftsfront.blogspot.com/2012/11/generalisierungen-des-guten.html
Im übrigen ist es natürlich so, daß, wenn an einer Religion irgendetwas Wahres dran ist, sie natürlicherweise nicht nur in einem Volk ein Interesse an ihr auslöst. Und mir ist auch keine Religion bekannt, welche sich isoliert entwickelt hätte.
Ahnenkult ist typisch für eine bestimmte Sorte Mensch, aber ich bezweifle, daß er uns weiterbringen würde. Es ist ja auch nicht verboten, der Toten zu gedenken.
Importprimat
Mittwoch, 14. November 2012, 21:44 (URL) | Kurz-URL
@Gottfried
Lassen sie uns nicht über Bewertungen von Vor und Nachteilen einer bunten oder völkischen Weg sprechen. Wir kennen die Argumente.
Mir fällt auf, wie visionär, sehr verträumt, Ihre Szene ist. Das macht mich manchmal sprachlos.
M.L.: Ist sicher ein spektakulärer Kontrast zu all den nüchternen, pragmatischen, knallharten Realisten unter Ihren Multikulti-Homies. ^^
Das von Ihnen formulierte Minimalziel können Sie im Rahmen des GG und mit politischem Willen durchsetzen. Damit haben Sie ein Thema, mit dem Sie die Gesellschaft hinter sich bringen können.
„Viel mehr als Banalkreatürliches wie Essen, Schlafen, Verdauung … fällt mir da nicht ein.“
Ich würde Innere Sicherheit und Integration (von mir aus „Unterwerfung unter Regeln“) als etwas Banalkreatürliches der offenen (liberalen) Gesellschaft bezeichnen. Das sind systemische Konfliktlinien und damit immer und für jeden ein Thema. Damit können Sie für einen Moment eine Sandburg errichten. Der zweite Schritt, die Sandburg stabilisieren, fällt schon schwerer.
„Welche Detaillösungen darüber hinaus getätigt werden müssen, ist eine müßige Frage, mit der oben beschriebenen Minimallösung wären wir schon drei Schritte weiter.“
Das wären Sie eben nicht. Damit hätten Sie das System erst mal stabilisiert. Und etwas erreicht, bei dem Sie die meisten Fans unter a II) hätten. Eskalieren führt auch zu nichts, das macht das System stärker, haben die Linken schon durchgespielt. Diese Themen werden nicht der Hebel sein.
Schon spät, danke für den Austausch.
Martin
Mittwoch, 14. November 2012, 21:46 (URL) | Kurz-URL
Während in Villabacho hundert Leute ein Moscheedach besetzen, wird in Villariba erstmal über die reine Lehre diskutiert und darüber, wer in der Eimerkette mitmachen darf, wenn das Haus brennt. Es macht mich wahnsinnig!
Richtig, Herr Roidl, wie sagte schon Herr Shaw:
Those who can, do. Those who can´t, teach.
Die Franzosen haben ein nettes Konzept, die von Herrn Lichtmesz übersetzten Punkte sind ok, auch wenn ich persönlich nicht für einen NATO Austritt bin und das vor kurzem in der JF veröffentlichte Manifest besser finde, also warten wir doch einfach ab, wer die „Macher“ in Deutschland sind, denn die bilden sich naturgemäß von alleine heraus – wird ja wohl noch mehr als 3 Faxen tanzende Hanswurste geben …
und dann handeln – Punkt.
Gottfried
Mittwoch, 14. November 2012, 22:01 (URL) | Kurz-URL
@ Ein Fremder aus Elea
„Nun, die Gemeinde definiert sich aber gerade durch geteilte religiöse Überzeugungen.“
Ja, richtig. Nehmen wir die vereinigende Kraft des Neuen Testamentes und das Beispiel der Latinos, der Schwarzen und der Europiden in den VSA.
Klappt doch prima, die gleiche Anschauung der Welt, die gleichen Schulen, Wohnen in den gleichen Vierteln, beste entspannte Nachbarschaftsverhältnisse.
In London gibt es wenig Latinos, aber viele Schwarze christlichen Glaubens, Engländer gibt es dort auch, siehe oben, was zählt die Nation (Ähnlichkeit durch die Geburt in ein bestimmtes Volk), wenn der christliche Glaube diese wunderbaren Brücken baut?
Ein Fremder aus Elea
Mittwoch, 14. November 2012, 22:32 (URL) | Kurz-URL
Gottfried,
religiöse Überzeugungen sind fast nie expliziert worden. Und aus gutem Grund, denn dann hätten Sie den Idealmenschen.
Und ich meinte auch nicht das Christentum, sondern die jeweiligen Überzeugungen, welche Völker verbinden.
Was die USA angeht, nun, das ist doch ein gutes Beispiel für das, was ich sage, denn ganz offensichtlich glauben Latinos an andere Dinge als die Yankees. Latinos selbst sind aber ein bunt zusammengewürfelter Haufen, und zum Teil treten sie auch zum Galuben der Yankees über.
Ich halte Biologie keineswegs für unwesentlich, aber wenn Sie sich nicht für die Überzeugungen verschiedener Menschen interessieren, wie können Sie da hoffen, jemals herauszufinden, was an der Biologie relevant ist?
Auch kommt natürlich hinzu, daß Staaten selbst ihre Bevölkerungen gegen einander aufhetzen. Und manchmal geschieht das auch innerhalb eines Staates. Hmmm… Wagner hat dazu was in „Erkenne dich selbst“ geschrieben, ich zitiere es besser nicht. Aber er berührt da einen wesentlichen Punkt. Gruppen bilden sich oft genug aus reinem Opportunismus, und wenn wir über dieses Stadium hinausgelangen wollen, müssen wir schon Anstrengungen unternehmen, uns zu verstehen, was wir wollen, und in wiefern wir also von einander verschieden oder auch gleich sind.
Gottfried
Mittwoch, 14. November 2012, 22:36 (URL) | Kurz-URL
@ Importprimat
„Ich würde Innere Sicherheit und Integration (von mir aus „Unterwerfung unter Regeln“) als etwas Banalkreatürliches der offenen (liberalen) Gesellschaft bezeichnen.“
Kreatürliches bedeutet Essen, Schlafen, Phänomene der Endausscheidung im Rahmen des Stoffwechselvorganges, geschlechtliche Interaktionen, Geburt, Tod, Triebaufwallungen, die bei mangelnder Kontrolle zur körperlichen Gewalt führen können, körperliche Berührungen. Universal.
Innere Sicherheit gibt es immer nur lokal. In unseren Breiten eine zivilisatorische Leistung per Gesetz, staatliches Gewaltmonopol usw.
Die „Integration“ bedeutet bei uns de fakto das genaue Gegenteil von Sich-Einfügen und damit Unterwerfen unter die herrschenden Regeln. Also Beseitigung der Herrschaftsverhältnisse, Enteignung, Entmachtung, endlose „Dialoge“ (die keine echten sind) als Selbstzweck.
Danke für das anregende Gespräch, einen Berührungspunkt mit Ihrer Parallelwelt habe ich (noch) nicht aufspüren können.
Michael Schlenger
Mittwoch, 14. November 2012, 23:19 (URL) | Kurz-URL
Ich grüße Sie, Herr Kubitschek und Herr Lichtmesz!
Unsere französischen Nachbarn in Ehren, aber für unsere Situation liefern sie weder Vorbild noch Lösung. Sie sind eben keine Deutschen, was als Kompliment wie auch als Distanzierung zu verstehen ist.
Schauen wir uns doch mal an, was die Neue Rechte in heutzutage maßgeblichen Medien zu sagen hat. Geben wir den Namen eines der führenden konservativen Intellektuellen bei youtube.com ein. Statt einer wohlüberlegten Selbstdarstellung eines klugen Kopfes in neutralem Weiß erleben wir einen kahlrasierten Schädel im Schwarzhemd:
„Das Deutschland, in dem ich leben möchte, ist das …. äh… das Land, in dem die Deutschen leben.“
Entschuldigung, bei allem Respekt für Ihre organisatorischen und intellektuellen Leistungen, Herr Kubitschek, den ich als Nationalliberaler empfinde, aber bei dieser banalen Botschaft im Netz können Sie es doch unmöglich belassen wollen.
Also: Wer ist denn das „Ich“ in Ihrer Aussage, wenn das politisch irgendetwas wert sein soll? Das sind doch in Wahrheit „wir“, das sind doch Hunderttausende, vermutlich Millionen, vielleicht sogar die „schweigende Mehrheit“. Wenn Sie das meinen, dann sagen Sie das doch auch so bei passender Gelegenheit.
Und wer sind denn diese Deutschen? Sind das nur die Ewiggestrigen, die frustrierten Kriegsverlierer, die unfreiwillig Holocaust-Schuldigen, die Nicht-Anglophonen, die Nicht-Doktoranden, die Nicht-Audi-Besitzer, die materiell Zukurzgekommenen? Nein, es sind auch die dank deutscher Tugenden – der Tugenden von Protestanten, Katholiken, Freidenkern und Agnostikern – Selbstbewussten und Erfolgreichen, Nachdenklichen und Bescheidenen, Eloquenten und Stillen deutscher Zunge und deutschen Geistes.
Dies ist doch das Band, das uns verbindet, uns Deutsche, die Sprache und die in deutscher Sprache verfassten Märchen und Lieder, Romane und Opern, Sprichwörter und Scherze, unsere Tugenden und Untugenden, ganz gleich, wann und wo und vom wem wir sie verinnerlicht haben.
Lächerlich ist die Vorstellung, dass das ausschließlich etwas mit Abstammung im Sinne von Rasse zu tun habe. Es hat etwas mit Abstammung im Sinne von Erziehung, Schulung und Vorbild zu tun.
Der Japaner, der Koreaner, der – wenn auch mit Mühen – deutsches Gedanken- und Kulturgut versteht, ausdrücken und interpretieren kann, ist mir nahe, er ist einer von uns. Der gebürtige Frankfurter Prolet, der nur Äbbelwoi und Würstchen, Heinz Schenk und die Kastelruther Spatzen kennt, der ist es trotz bestem Hessisch nicht.
Herr Kubitschek, was fehlt, ist meines Erachtens ein klares Verständnis davon, was deutsch ist, warum es wertvoll ist und wer es vermitteln soll. Das kann aus meiner Sicht ruhig elitär sein und bleiben, da halte ich es mit Ernst Jünger.
Das Deutsche braucht nicht mehrheitsfähig zu sein, im Gegenteil: So wie Grimmelshausens Simplicissimus für heutige Wikipedia-geschulte Abiturienten kryptisch ist, so wie Bachs Fugen und Beethovens späte Klaviersonaten für die MP3-geschädigte Masse unerträglich sind, so wie Hölderlin, Nietzsche und Mann für den von der Frankfurter Schule verstörten Akademiker zu wenig kritisch sind, so wenig hat das Deutsche heute hierzulande eine Chance. Aber vielleicht später, woanders, in einer anderen Sphäre.
Was liegt uns an der Unmöglichkeit des großen Erfolgs, des breiten Durchbruchs, des überwältigenden Siegs, solange das Deutsche nicht gänzlich verlorengeht? Beschäftigen Sie sich mit dem Überleben des Wissens und der Erkenntnisse der antiken Schriftsteller, Dichter und Denker über das Mittelalter. Eine hauchdünne Überlieferung verbindet uns über zwei und mehr Jahrtausende mit ihnen. Vielleicht ist es uns unsere Aufgabe, bloß Bewahrer der Flamme zu sein, während um uns herum alles in Schutt und Asche fällt.
Ich glaube, mit Ihrem Traum von einem baldigen Wiedererwachen Deutschlands sind Sie auf dem Holzweg, doch Ihr Wunsch nach einer Renaissance deutschen Geistes mag irgendwann in Erfüllung gehen. Daran lassen Sie uns arbeiten, auch auf youtube!
Beste Grüße
Michael Schlenger, Bad Nauheim
P.S. Das ängstliche Verbergen der eigenen Identität ist einfach jämmerlich, unmännlich und unsoldatisch, wenn das einigen Herrschaften und ängstlichen Hypothekenschuldnern etwas sagt. Das würde ich als Erstes auf dieser Netzseite abstellen. Man auch mit Familie zur Miete wohnen.
Harald Sitta
Mittwoch, 14. November 2012, 23:21 (URL) | Kurz-URL
Superb, liber ML >> also so klein ist die Eissscholle wieder nicht, aber wie OvH schon so schoen sagte : Wenn man mit dem Ruecken zur wand steht ist es ganz einfach, man kann nur mehr nach vorne, also angreifen ..
Harald, ein Wiener in Suedafrika
Nick N.
Donnerstag, 15. November 2012, 0:37 (URL) | Kurz-URL
Wie immer ein hervorragender Artikel aus Lichtmesz‘ Feder. Außerdem finde ich die Ansätze der Identitären, die hier vorgelegt werden, zumeist überaus positiv.
Nur dem guten Herrn Mauretanier muß ich mit seiner Einschätzung von Spengler und Jünger widersprechen. Es ist schon spät, und ich will ins Bett. Deshalb beschränke ich mich auf Spengler und führe ein paar Äußerungen aus seinem Nachlaß auf. Für ihn war die „Rassereligion“ der NSDAP „materialistisch“ und „infantil“. Er eiferte gegen „März 1933“, die „keine Revolution“, sondern „Trug“ sei. Er kritzelte Zeilen in seinem Tagebuch wie „Antisemitismus ist trottelhaft. Wer das zum Prinzip der ‚nationalen Befreiung’ erhebt […] scheidet damit aus der Reihe politisch ernst zu nehmender Mensch[en] aus“. Er machte Anmerkungen über „diese Krüppel, Schafsgesichter“ und „Minderbegabten“. Sie „reden von ihrer Rasse und zeigen auf den Bamberger Reiter, als ob er ihresgleichen wäre, ohne zu fragen, was er von ihrer Rasse denken würde. Was edle Rasse ist: Araberscheich, Bali, Java“, zischt der Schöngeist. „Wie jämmerlich sind sie dagegen!“.
Fazit: Spenglers Stellungnahme zum Hitlerismus kann man mit Hielschers Spruch „der Ausbruch des Gesindels“ beschreiben! Hätte er länger gelebt, bin ich mir sicher, daß er seine Meinung nicht geändert hätte. Vielmehr dürfte der Kurs der NSDAP ihn in seiner Ablehnung des Nationalsozialismus Hitlerscher Prägung bestätigt haben.
Martin Höfer
Donnerstag, 15. November 2012, 7:50 (URL) | Kurz-URL
Stark, das wird ja was! Eine identitäre Aktion, bei der sich maximal zwei Leute zusammenfinden und auf der Straße einem heftigen Wortgefecht über die Frage verfallen, wie viele Hitlers denn durch ein Nadelöhr gehen. Wenn das keine Sondersendung der Tagesthemen rechtfertigt, was dann? Es geht voran!
Dr Schneider
Donnerstag, 15. November 2012, 7:58 (URL) | Kurz-URL
Wunderbar! Ich bin von diesem Manifest begeistert. Viel wurde schon diskutiert, ich will deshalb nur einen Aspekt herausstreichen, der noch nicht erwähnt wurde. Es heißt unter Punkt 2:
„Die sozialistische Linke und die liberale Rechte sind die zwei Gesichter der ökonomischen Globalisierung, die die Völker zerstört und die Arbeiter verarmen läßt.“
Der Schlag gegen die l i b e r a l e R e c h t e hat gesessen, und der muß auch sitzen!
So wird ein allzu borniertes links/rechts-Schema hinterfragt, das in der momentanen Situationen effektiven Widerstand gegen die identitätsbedrohenden Globalisierungsprozesse lähmt.
Will heißen: Die Verbündeten der nicht-(wirtschafts)liberalen Rechten sind eher konservative Linke (Sarrazin ist SPD-Mitglied!) als irgendwelche fanatischen USA-Fans.
Aus diesem und anderen Gründen finde ich das, was Lichtmesz da übersetzt hat, besser als das JF-Manifest.
Walter
Donnerstag, 15. November 2012, 8:31 (URL) | Kurz-URL
Nordlicht:
„Sicherlich gibt es regionale Unterschiede und natürlich gibt es überall hitlerafine Menschen in diesen Reihen, allerdings würde ich sie deshalb nicht abstempeln und für unbrauchbar erklären, schließlich war ich auch einer von der Sorte.“
Ich stempel niemanden ab, definitiv nicht. Im Gegenteil – ich bin ja Ihrer Meinung, daß es dort durchaus fähige Leute, ehrliche Idealisten, gibt, die mit dieser NS-33-Hitler-Schiene nichts zu tun haben und daß diese Personen ihr Potential daher dort leider vergeuden, weil man den festgefahrenen Grundcharakter eines Milieus eben nicht ändern kann. Und ich bin aufgrund dieser Annahme der Meinung, daß man die aufnahmefähigen Leute aus dieser Szene ansprechen muß, um sie dort loszusagen. Das würde ich nicht fordern, wenn ich sie auf irgendeine Weise abstempeln würde oder sie pauschal für unbrauchbar hielte.
Worauf ich hinauswollte, ist lediglich zu empfehlen, auf illusorische und in ihrer Allgemeinheit irreführenden Dinge wie das Verlangen nach einem generellen „Schulterschluß“ zu verzichten.
Raskolnikow
Donnerstag, 15. November 2012, 9:11 (URL) | Kurz-URL
Lieber Herr Roidl!
Während in Villabacho hundert Leute ein Moscheedach besetzen, wird in Villariba erstmal über die reine Lehre diskutiert und darüber, wer in der Eimerkette mitmachen darf, wenn das Haus brennt. Es macht mich wahnsinnig!
Es hindert Sie doch niemand, auf einen Rohbau Ihrer Wahl zu steigen und dort pyrotechnische Artikel („Magische Fontäne super XXL“) in Gang zu setzen. Ebenfalls steht es Ihnen frei, sich mehr oder weniger originell zu vermummen und bei einer bedeutungslosen Ansammlung von Durchschnittsdeppen Ihre Gliedmaßen herumzuwirbeln. Bassen Sie los!
Im Umkehrschluss zwingt Sie auch niemand, hier unsere, in der Tat hanebüchenen, Disputationen zu verfolgen.
Wenn es Ihnen nur darum gänge, wohlfeile Stäbe über unseren Häuptern zu brechen, so sei Ihnen das natürlich, zumindest von meiner Seite, großzügig gestattet.
Aber bitte, beantworten Sie mir doch eine, nein zwei Fragen im Gegenzug!
Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass diese Etablierung einer Fussballfankurve auf einem Moscheerohbau mehr „Praktisches“ einbringt als hiesiges Geschnatter – nämlich nichts?
Wenn es eine Gemeinschaft von Männern gäbe, die von der Moschee nicht mehr runtergestiegen wären, nun gut, da lägen die Dinge anders, aber so …
Und warum um alles in der Welt muss immer alles „neu“ sein? Man nennt sich identitär, will aber zeitgemäß auftreten und moderne Menschen ansprechen. Dafür bin ich geistig leider zu unbeweglich, solchen Kabolz vermag ich kleines Gemüt nicht zu schlagen. Skateboard, Turnschuh, Hollywood-Ikonen und Fangesänge bekomme ich nicht unter die Überschrift „Meine Identität“.
Erwartungsvoll in jeder Hinsicht,
R.
Martin
Donnerstag, 15. November 2012, 9:51 (URL) | Kurz-URL
Sehr geehrter Herr Schlenger,
wer nicht weis, was deutsch ist, dem kann auch kein nach Mitteldeutschland gezogener Ravensburger mehr helfen …
Es geht nicht mehr um Hölderlin, Nietzsche und Bach, es geht um die Positionierung in ganz konkreten Macht- und Verteilungskämpfen, die bereits begonnen haben und sich noch verstärken. In dieser Kakophonie des „wir zuerst“ der Einwanderer, der Finanzjongleure und anderer Lobbygruppen hat die deutsche Bevölkerung bislang maximal nur ein vereinzeltes „ich zuerst“ entgegenzusetzen. Die Bildung einer ernsthaften deutschen Interessenvertretung, die dann auch machtvoll werden kann, ist das Thema.
Ideologischen, philosophischen Unterbau gibt es genug. Bekanntermaßen ist jeder einzelne Deutsche ein Philosoph aber man kommt hierzulande nur noch bestenfalls zu Stufe zwei dieses Sinnspruchs, dass zwei Deutsche einen Verein bilden. Wir müssen wieder zu Stufe drei kommen, dass drei Deutsche eine Kriegsgefahr sind und damit meine ich keine für das Ausland, sondern für das eigene Land und Kriegsgefahr stelle ich als Sinnbild für den konkreten Machtanspruch, denn wer die Macht hat, entscheidet über Krieg und Frieden. In dieser konkreten Situation ist mir der Äppler süffelnde Frankfurter Proll näher, als ein Geigenvirtuose aus Südkorea (es sei denn, dieser würde in Deutschland wohnen und für deutsche Interessen eintreten). Es geht nicht mehr ums Hochgeistige, es geht vielmehr darum, die „Ernährungsgrundlage“ zu sichern, die derartig spezifische Kulturausbildungen, nämlich die der deutschen, die wir alle so schätzen, überhaupt ermöglicht. Denn sonst findet das deutsche demnächst nur noch im Museum statt.
Importprimat
Donnerstag, 15. November 2012, 10:22 (URL) | Kurz-URL
@ M.L.: Ist sicher ein spektakulärer Kontrast zu all den nüchternen, pragmatischen, knallharten Realisten unter Ihren Multikulti-Homies. ^^
Touche!
@Gottfried
Eine Überlegung wollte ich Ihnen noch mitteilen:
Aufgrund der Demographie werden 1/3 der Deutschen einen Migrationshintergrund haben, bei Ihnen unter a II) fallen. Diese werden Sie nicht gewinnen, wenn Sie sie nicht als mögliche gleichberechtigte Mitspieler betrachten, wie Herr Schlenger es in seinem Kommentar vorgeschlagen hat. Salopp gesagt, wenn ich als Migrant niemals als Deutscher akzeptiert werde, selbst wenn ich die Loreley im Kanon furzen kann, dann werde ich gegen sie sein. Wenn Sie mir auch die Hoffnung für meine Kinder nehmen, dann haben wir einen offenen Krieg. Wenn ich hier in den Kommentaren lese, dass selbst diejenigen, die bereit sind, Migranten mit dem Wohlwollen eines Gutsherren zu betrachten, hier in der Minderheit sind, dann kann ich 1/3 der Bevölkerung aus Ihrer Zielgruppe getrost herausrechnen. Gehen wir in der verbliebenen Gruppe von optimistischen 50% erreichbarer Personen aus, die Gegner schlafen ja auch nicht, persönliche Bindungen zu a II) tun ihr übriges. Ihnen stehen für Ihre Ansichten mit viel Liebe und Rückenwind 1/3 der Bevölkerung zur Verfügung. Sie sind und werden somit niemals die schweigende Mehrheit sein. Fragt sich dann, welche Strategie Sie jetzt verfolgen wollen. Ich glaube, Herr Schlenger hat hier die Situation sehr gut beschrieben. Es wird ihnen nicht gelingen, mit extremen Positionen (wie ich sie hier lese, die ich Ihnen persönlich nicht unterstelle) den kulturellen Mainstream dieses Landes zu dominieren. Was heißt das dann konkret? Entweder sie verbreitern ihre Basis und geben dem 1/3 der a II) (die dann nicht mehr a II) , sondern einfach a) wären) eine Chance und weichen damit auch das 1/3 der politischen Gegner auf, oder Sie denken über eine Machtergreifung als Minderheit nach – d.h. sie würden gegen 2/3 der Bevölkerung regieren. Hand aufs Herz- wie wahrscheinlich ist das? Sollten Sie keinen Erfolg haben, bleiben Sie eine spleenige Elite (in der schmeichelhaften Eigenwahrnehmung). Ob diese strukturelle Minderheit für die Umsetzung Ihrer Ideen reicht, ich glaube es nicht. Was ich über die Identitären gelesen habe, so ist es die Mobilisierung innerhalb des eigenen 1/3 (naja, im Promille-Bereich). Selbst bei überwältigendem Erfolg (sagen wir 25% im eigenen Drittel), ist es eine strukturelle Minderheit ohne Machtoption und damit ein Sturm im Wasserglas. Zumal sie in einer Gruppe fischt, die in diesem System eine exzellente berufliche Aussicht hat, somit unter keinem ökonomischen Druck steht. Überlegungen, ob man Schlesien zurück fordern soll, erscheinen vor diesem Hintergrund besonders putzig. Für Menschen, die was bewegen wollen, muss das doch wie die Aufforderung klingen, Kuchen zu essen, wenn man schon kein Brot hat.
Rumpelstilzchen
Donnerstag, 15. November 2012, 10:37 (URL) | Kurz-URL
Hallo Raskolnikow,
Vielleicht wären besser halbnackte Frauen auf die Moschee gestiegen und hätten einen orientalischen Tanz aufgeführt?
soziologisch ist auffällig, dass Aktionen von eher humorlosen jungen Burschen frivole Aktionen von Mädchen gegenüberstehen.
Vielleicht muß zusammenkommen, was zusammengehört.
S. Pella
Donnerstag, 15. November 2012, 11:00 (URL) | Kurz-URL
Zeichensetzend war der Zug der beiden Angehörigen der „Division Antaios“ nach Orange allemal. Mit der Teilnahme an der Tagung des „bloc identitaire“ verdeutlichten und erhoben G.K. und M.L. die Meinungsführerschaft des Sezession-Umfelds über die identitäre Bewegung im deutschsprachigen Raum.
Oblgeich dies so nicht ausgesprochen wurde, konstatiere ich dies hiermit!
Nichtsdestotrotz besteht die äußerst reelle Gefahr, in deutschen Landen nicht aus den theoretischen Hinterzimmern herauszukommen und somit eine für die Menge anziehende, d.i. identitätsstiftende Aktion durchzuführen. Personelle, inhaltliche und organisatorische Abgrenzungen und Distanzierungen scheinen einmal wieder das Entstehen einer schlagkräftigen Bewegung auf Seiten der „Rechten“ im Keim zu ersticken.
Anzumerken sei abschließend, daß der „bloc identitaire“ in Frankreich bislang eher ein Schattendasein fristete und – im Gegensatz zur Front National – eben keine Massenbasis rekrutieren konnte. Selbst in konservativen und rechten Bevölkerungsgruppen sind die Identitären weitgehend unbekannt. Ein Beispiel aus eigenem Erleben:
am vergangenen Wochenende war – wie jedes Jahr im Herbst – ein junger Bauer und Jäger aus der Champagne (mit seinem Vater) zu Gast bei meiner Familie. Dieser zutiefst bodenständig und konservativ lebende Mann wurde schlicht und einfach identitär, d.h. traditional französisch, erzogen und besitzt durchaus politisch rechte Anschauungen, obwohl eher dem gaullistischen Flügel zugeneigt. Doch weder er noch sein weit gefächertes und großes persönliches Umfeld (mittelgroße Stadt in der Champagne) haben bislang etwas von den Identitären gehört – nur soviel zur Breitenwirkung!
Mauretanier
Donnerstag, 15. November 2012, 12:39 (URL) | Kurz-URL
@ Michael Schlenger
„Der Japaner, der Koreaner, der – wenn auch mit Mühen – deutsches Gedanken- und Kulturgut versteht, ausdrücken und interpretieren kann, ist mir nahe, er ist einer von uns. Der gebürtige Frankfurter Prolet, der nur Äbbelwoi und Würstchen, Heinz Schenk und die Kastelruther Spatzen kennt, der ist es trotz bestem Hessisch nicht.“
Das disqualifiziert Sie natürlich.
Es geht hier nicht darum, mit wem Sie am besten können oder nicht.
Es geht um völkische Verbundenheit.
Wie lächerlich Ihre spätzivilisatorische Ansicht ist, wird Ihnen der Japaner schon sagen.
Das heißt natürlich nicht, dass sich in den letzten 70 Jahren nicht viel Müll in unserem Volk angesammelt hätte.
„Das ängstliche Verbergen der eigenen Identität ist einfach jämmerlich, unmännlich und unsoldatisch, wenn das einigen Herrschaften und ängstlichen Hypothekenschuldnern etwas sagt.“
Haben Sie schon mal was von Tarnen und Täuschen gehört, Sie Obersoldat?
Gottfried
Donnerstag, 15. November 2012, 12:52 (URL) | Kurz-URL
@ Importprimat
Eine ehemalige Klassenkameradin von mir hat nebst Mann und Familie über ein Jahrzehnt in Japan gelebt. Allen Freunden der „Menschen“, allen liberalen Universalisten kann ich nur die Lektüre des Werkes „Die Gelben, die Schwarzen, die Weißen“ von Frank Böckelmann (Eichborn-Verlag, 1998) empfehlen. Der Autor entstammt der Frankfurter Schule, war in den 60ern ein sehr engagierter linksradikaler Kampfgefährte Rudi Dutschkes. Eine überaus umfangreiche Studie, m.E. DER Kommentar in Sachen Fernstenliebe überhaupt, ein außergewöhnliches, auch sprachlich und analytisch sehr geschliffenes, feines Buch.
Wenn fremde Völker sich begegnen, dann können Sie die Zeichen des Anderen schlecht bis gar nicht interpretieren. Es fällt schwer, die Gesichter zu „lesen“, die Körpersprache einzuordnen.
Die Fernasiaten bzw. Europiden haben es Jahrhunderte probiert: Man blieb sich immer fremd.
Umgekehrt ist es freilich möglich, in einem funktionalen Zusammenhang, z.B. in einem Wirtschaftsunternehmen, miteinander zu arbeiten. Wobei es aber absurd wäre, wenn solche Deutschen in Kyoto jetzt auf die Idee kämen, als „Menschen“ und Japaner den gleichen Status einzunehmen.
„Salopp gesagt, wenn ich als Migrant niemals als Deutscher akzeptiert werde, selbst wenn ich die Loreley im Kanon furzen kann, dann werde ich gegen sie sein. Wenn Sie mir auch die Hoffnung für meine Kinder nehmen, dann haben wir einen offenen Krieg.“
Will keinen Hehl daraus machen, daß sich bei diesem Pathos meine Kopfschmerzen aus dem Hintergrund verstärken.
Sie können soziologisch jede Menge Mikrokosmen betrachten (Sportvereine, Wirtschaftsunternehmen, Dorfgemeinschaften usw. oder Makrokosmen (die Moslems insgesamt, die Norweger, die Japaner, die Schwarzen): Als Ergebnis werden Sie feststellen, daß Sie immer auf Innenkreise, Mittelkreise und Außenkreise stoßen werden.
Z.B. ist dann die Deutsche, die lange in Japan arbeitet, nur ein wenig zugehörig, nämlich vor allem durch den Funktionszusammenhang des dortigen Wirtschaftsunternehmens. Der Deutsche, der schon 15 Jahre in Norwegen lebt, gehört in der Lebenswirklichkeit dort nur halb dazu, denn er hat sich die Sprache des Landes nur durch seinen Fleiß angeeignet, nicht mit der Muttermilch aufgesogen, er hat andere Geschichten mit anderen geteilt, die Geschichten der Norweger hat er so nicht selber erlebt.
Eine identitäre Bewegung sehe ich als einen Entwicklung in der Zeit. Erster Schritt, wie ich schon sagte, Wiederherstellung der Rechtstaatlichkeit, Ausweisung Schwerkrimineller usw. Das ist ein unmißverständliches Zeichen der Dominanz, daß Deutschland das Haus der Deutschen ist. Es findet so ein Gespräch statt mit den Ausländern, die in jedem Falle nicht in gleichem Maße Deutsche sind wie wir Deutschen. Diese Ausländer werden nun – wie es ja auch die Deutschen in Japan müssen – darauf reagieren können, ob sie mit einer „Halb-“ oder „Viertelmitgliedschaft einverstanden sind.
Gottfried
Donnerstag, 15. November 2012, 13:06 (URL) | Kurz-URL
@ Martin
„In dieser konkreten Situation ist mir der Äppler süffelnde Frankfurter Proll näher, als ein Geigenvirtuose aus Südkorea …“
Der deutsche Kraftfahrer, der Herrn Schlenger die Pastetchenkonserven anliefert und die einfache deutsche Arbeiterin, die diese dann beim Feinkosthändler in die Regale einstellt, ist mir sehr sympathisch.
Es soll vorkommen, daß solche fleißigen Zeitgenossen irgendwann auch Feierabend haben, sich dann womöglich bei einen alkoholischen Getränk entspannen wollen.
Die Liebe zu einfach strukturierter Musik – wie sie z.B. dereinst der selige Heinz Schenk im Fernsehen dargeboten hat – dürfte wohl bei allen Völkern zu allen Zeiten weitverbreitet gewesen sein.
Sicher gab es auch immer mal wieder kultur-talibanäre Gegenbewegungen, puritanische Aufwallungen, denen dann selbst diese einfache unschuldige Lebensfreude des Nachbarn ein Dorn im Auge war.
(Und Ihren Beitrag zu dem Thema, Martin, weiß ich natürlich auch ganz besonders zu schätzen, selbst wenn Sie NATO-Befürworter sind ….)
Angela Brüning
Donnerstag, 15. November 2012, 13:53 (URL) | Kurz-URL
Meine Lust mir irgendwelche Diskussionen über die Haltung Ernst Jüngers am Ende der Weimarer Republik zu dieser und jener sozialistischen Partei anzuhören ist äußerst überschaubar. Rechte Politik stelle ich mir so vor, dass Ziele klasklar formuliert werden. Sozialisten, die ihren Vorhaben ein ökologisches Mäntelchen umhängen und vorgebliche Rechte, die Ihren ebenfalls sozialistischen Ideen mit Antiislamismus verkleiden haben wir wirklich schon genug. Ein rechter Poltiker wie ich in mir Vorstelle stellt sich hin und sagt: Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt, die Party ist vorbei. So und so vielen hunderttausend wird jetzt einmal die Rente drastisch gekürzt, so und so vielen die Krankenversicherung gestrichen. Wem es noch nicht aufgefallen ist: Wir haben zu wenige Kinder. Hohe Renten im Alter sorgen nicht unbedingt dafür, dass junge Menschen zur Absicherung im Alter Kinder in die Welt setzten. Wer sich dagegen ausspricht, ist ein Verräter an unserer Jugend, denn das Umlagesystem basiert auf einer Lüge. Das war alles bekannt. Für Jammereien ist nun wirklich keine Zeit. Im übrigen habe ich hier einen Entwurf für ein neues Arbeitsrecht, das Wort Kündigungsschutz werdet ihr darin in etwa so wenig finden wie das Wort Liebe im bürgerlichen Gesetzbuch von 1811…
Diese dauernde Gejammere, dass wir alle so schlimm islamisiert werden und die bösen Ausländer und die bösen Linken und überhaupt ist ja alles so schlimm….
Martin
Donnerstag, 15. November 2012, 14:52 (URL) | Kurz-URL
Gottfried,
ich bin kein NATO-“Befürworter“, ich sehe nur keinen akuten Handlungsbedarf in dieser Frage und außenpolitische Bündnissysteme können m.M.n. nur dann aufgegeben werden, wenn man echte Alternativen hat und davon sind wir fast schon Lichtjahre weit entfernt. Das Thema hat daher kurz- und mittelfristig für Deutschland keine Priorität und von daher halte ich eine solche Positionierung politisch für nicht notwendig.
Gut, bei den Franzosen, die ja immer auch die „Grande Nation“ im Hinterkopf haben, mag eine solche Positionierung politisch taktisch einen Sinn machen. Uns Deutsche drückt der Schuh meiner Meinung nach woanders heftiger. Im Übrigen gilt, was zukünftige Generationen für Bündnisse eingehen, sei diesen überlassen. Wir „heutigen“ haben erst einmal die Grundlagen dafür zu schaffen, dass diese zukünftigen Generationen überhaupt erst wieder zu dieser Entscheidungsmöglichkeit an und für sich kommen können.
Gottfried
Donnerstag, 15. November 2012, 15:15 (URL) | Kurz-URL
@ Martin
“ … ich bin kein NATO-“Befürworter …“
Kneifen gilt nicht: Als Strategiker sind Sie es.
„… außenpolitische Bündnissysteme können m.M.n. nur dann aufgegeben werden, wenn man echte Alternativen hat …“
Es ist allerhöchste Zeit für eine Annäherung an Rußland.
(Freundliches Tasten in Richtung China wäre sicher auch nicht ganz verkehrt.)
„Gut, bei den Franzosen, die ja immer auch die „Grande Nation“ im Hinterkopf haben, mag eine solche Positionierung politisch taktisch einen Sinn machen.“
Wir können uns doch nicht im Ernst als kleiner Staat von den Franzosen auseinanderdividieren.
Zusammen mit den Franzosen heraus aus der EU und hinein in das Vergnügen!
Importprimat
Donnerstag, 15. November 2012, 16:01 (URL) | Kurz-URL
@Gotfried
Diese Innenkreise, Mittelkreise und Außenkreise sind jedem Migranten bekannt. Die gläserne Decke. Das durchschreiten dieser Kreise nennt sich Integration. Wer diese Kreise nicht durchschreiten will oder kann, macht sich seine eigenen, die Parallelgesellschaft. Für mich ist eine kurdische PKK Ortsgruppe das gleiche wie eine einschlägige Kameradschaft – ich werde in beide nicht reinkommen, beide werden mit mir nicht zusammenarbeiten und beide werden gegen „rassische“ Durchmischung sein. Wer mehr Recht auf Klüngel hat ist müßig zu überlegen, beide Gruppen werden es machen, weil sie es können. Dass sie sich wünschen, zumindest die eine loszuwerden, macht sie nicht zu einem Rechten. Wer sich integrieren möchte, hat einen langen Weg vor sich – was, wie sie es beschreiben, das natürlichste der Welt ist. Ein Schwarzenegger ist die Ausnahme und nicht mal für die USA ein Beispiel. Die Kreise sind da. Sie sind informell, mal besser sichtbar, mal nicht. Wenn sie in ein Dorf im Westerwald ziehen, werden sie nicht Bürgermeister, trotz Stammbaum und Opa bei der Reichsmarine. An diesem Punkt liegen wir anscheinend nicht weit auseinander. Wie schnell jemand die Kreise durchläuft, ist individuell und nicht steuerbar.
„Das ist ein unmißverständliches Zeichen der Dominanz, daß Deutschland das Haus der Deutschen ist.“
Da muss ich Ihnen wiedersprechen. Das nennt sich einfach Rechtsstaat. Das, was Sie hier fordern, werden sie so von jedem integrationswilligen Migranten hören. Kollege, pass dich an oder geh. Das können sie mir jetzt glauben oder nicht.
„Es findet so ein Gespräch statt mit den Ausländern, die in jedem Falle nicht in gleichem Maße Deutsche sind wie wir Deutschen. Diese Ausländer werden nun – wie es ja auch die Deutschen in Japan müssen – darauf reagieren können, ob sie mit einer „Halb-“ oder „Viertelmitgliedschaft einverstanden sind.“
Hier beschreiben sie einen wirkenden Mechanismus. Ich möchte mich für den Pathos ihnen gegenüber entschuldigen, ich möchte ihnen bestimmt keine Kopfschmerzen machen. Es geht um ganz konkrete Befürchtungen: Dass auch 100 Gesetze nicht verhindern können, dass mein deutscher Chef einen Deutschen befördert, weil er sich dem näher fühlt, d.h. wie sie beschrieben haben, besser versteht, ist eine Tatsache. Und natürlich. Ich habe viele solcher Fälle im Berufsleben erlebt, ambitionierte Migranten finden Wege, meistens indem sich noch schneller anpassen. Der Markt regelt das also. Das ist nicht das Problem. Wenn sie „Halb-“ oder „Viertelmitgliedschaft“ so Explizit sagen und auch die Gruppe a II) explizit formulieren – was meinen sie damit? Gibt es gesetzlich etwas, was sie dann dürfen und ich nicht? Jenseits der informellen Kreise, die da sind, ob wir guten Willen haben oder nicht, klingt mir das alles ziemlich Institutionalisiert. Muss ich ihnen im Bus Platz machen? Gilt mein Wort vor Gericht weniger? Die Aussage eines Deutschen mit Migrationshintergrund zählt dann wie viel % eines Eingeborenen? Bis in welche Generation hat meine Familie formell diesen Migrationshintergrund, meine Enkel auch noch? Habe ich bei Elektrowaren eine kürzere Garantiezeit als sie? Mischehen? Diese Fragen stelle ich Ihnen, weil die Kammeraden eine recht eindeutige Antwort haben – was mich zu diesem durchaus ernstgemeinten Pathos verleitet. Ich fordere von ihnen keine Abgrenzung – ich möchte ihnen nur klarmachen, dass sie mit denen, nennen wir sie einfach Kameraden, alleine und eine Minderheit bleiben werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Migrant mit Liebe zu seiner neuen Heimat (warum nicht mal emotional werden), der einiges auch familiär auf sich genommen hat, sich von jemanden erzählen lässt, er sei rassisch Minderwertig. Das seine Kinder es bleiben werden. Wenn sie zum Beispiel als Identitärer sagen 0% Rassismus und dann mit Kameraden auftauchen, die einem Migranten (der hier ist um Deutsch zu sein) erzählen, wie toll die NS Rassenlehre ist, können sie es gleich lassen. Damit werden sie den Weg zur Mehrheit nicht öffnen. Nicht falsch verstehen, das verlange ich von Ihnen nicht. Nur Konservative müssen sich halt im Klaren sein, dass auch manche Migranten lesen können und sehr wohl wissen, wie die Konservativen ihre Kriegskameraden jüdischen Glaubens 33 haben über die NS-Klinge springen lassen. Wenn also hinter Identitär und 0% Rassismus die Idee steht, einen Schulterschluss bis zu denen zu machen – aufwachen, wir sind nicht doof. So wird das nichts. Sparen sie sich die Arbeit. Spielen sie lieber im Sandkasten zum 100mal mit denen Kursk nach.
Sixty
Donnerstag, 15. November 2012, 16:30 (URL) | Kurz-URL
„Will heißen: Die Verbündeten der nicht-(wirtschafts)liberalen Rechten sind eher konservative Linke (Sarrazin ist SPD-Mitglied!) als irgendwelche fanatischen USA-Fans.“
Dem, was Dr. Schneider hier schreibt, kann ich nur zustimmen, aus meiner „linksnationalen“ Sicht von der anderen Seite her 😉
Was die sog. „Kameradschaftsszene“ betrifft, da kann ich mich nur wiederholen:
„Diese Szene ((NPD, „Sache des Volkes“, „Freie Kameradschaft Süd“ usw.) absorbiert nicht nur die „identitäre“, sondern erst recht die „nationale“ Sache.
Diese Elemente nutzen mit ihrem Extremismus nur dem antinationalen und anti-identitären linken/linksliberalen Mainstream. In ihrer sektenhaften Verblendung ist ihnen das natürlich nicht bewußt.“
Mit diesen Leuten kann es keine Zusammenarbeit geben, was nicht ausschließt, zu versuchen, einzelne „idealistische“ Personen argumentativ zu überzeugen, diese Szene zu verlassen.
Und was den historischen „Nationalsozialismus“ betrifft, ist es doch ein alter Hut, daß dieser nicht „national“, sondern nationalchauvinistisch und nach dem Austritt von Otto Strasser & Cö. auch nicht mehr „sozialistisch“ war, sondern nach 1933 zum Steigbügelhalter des deutschen Monopolkapitals wurde. Und Leute wie Otto Strasser oder Ernst Niekisch waren für den NS-Staat ebenso gefährliche „Staatsfeinde“ wie Sozialdemokraten, Kommunisten oder auch konservative Regimegegner.
Ein Fremder aus Elea
Donnerstag, 15. November 2012, 18:49 (URL) | Kurz-URL
Zerfasert hier ein wenig. Letztlich wird aber jedes prinzipientreue Handeln neue Verhältnisse schaffen. Macht wird nicht entrissen, sondern langsam unterhöhlt.
Zum identitären Ansatz.
Es ist noch nicht lange her, als man sagte: „Wir können unsere Hühner selber treten.“
Besonders anziehend ist die Parole nicht.
Man muß aufpassen, daß man eine Identität wählt, welche etwas Anziehendes hat.
Wenn einem da nichts einfällt, sollte man besser unideologisch bleiben und pragmatisch argumentieren, sonst schießt man sich nur ins eigene Knie.
Martin,
das ist ein Witz. Die ganze romanisch kommunistische Schiene (meine Frau hat, bevor sie ihre Kordel als beste Jungkommunistin im Kindergarten gewonnen hat, Bandera Rossa auswendig gelernt) ist einer.
Ohne Zweifel kommen aus diesen Ländern einige der überzeugtesten Vertreter dieser Idee. Aber genau deswegen funktioniert es nicht. Die sind so überzeugt, weil sie an jeder Ecke sehen müssen, was ihnen verhaßt ist.
Ach, heute phantasieren sie wieder von einer sozialistischen Revolution, welche von Griechenland und Portugal ausgehen wird. Ne, ne… die Stecken sich einfach die Taschen voll und dann gehen sie wieder zu ihren persönlichen Geschäften über. Welcher Grieche oder Portugiese hat was mit Kollektivismus am Hut? Völlig lächerlich.
Auf PI gab’s heute einen schönen Artikel über die demographische Entwicklung in Frankreich (von alternativeright übernommen). Die Heimat der Menschenrechte. Ja, was ist denn möglich?
Entweder Frankreich geht vor die Hunde (dann scheidet es als Partner aus, egal für wen) oder Frankreich besinnt sich auf seine Wurzeln (katholisch), in welchem Fall Frankreich sich Richtung Südamerika orientieren wird. Da könnten wir uns dranhängen, keine Frage, aber Rußland nicht.
Ich dachte, Europa könnte jetzt in Libyen Fuß fassen, schließlich haben die Libyer so gewählt, aber den Amerikanern sind wohl einige tausend Raketen abhanden gekommen in Libyen. Das wird also wahrscheinlich dann doch nichts.
Gut, Marokko ist zur Zeit halbwegs brauchbar, aber es sieht mittelfristig in Nordafrika eher schlecht aus. Und was den Rest Afrikas angeht, nun, Frankreich wird wohl nicht auf ihn bauen wollen.
Und zugleich läuft Frankreich die Zeit davon. Frankreich hat eine hervorragende Forschung, vielleicht die beste der Welt. Man würde Frankreich schon aufnehmen, wenn Frankreich bereit wäre, sich einzugliedern. Mit Deutschland sieht es ganz ähnlich aus, auch wenn der Schwerpunkt da ein bißchen mehr Richtung Innovation liegt.
Aus eigener Kraft können beide aber nichts reißen. Es bedarf eines größeren Blockes. Im Moment ist das Europa. Und vielleicht bleibt es ja auch Europa, aber Europa steht vor großen Schwierigkeiten, sein eigenes Fundament zu formulieren.
Wohlstand. Naja, so ziemlich die schwächste Bindung. Wirkt prima in die Breite, aber nicht in die Tiefe. Rechte. Aber was für Rechte, wenn kein allgemeiner Konsens vorausgesetzt werden kann, sie zu achten? Es werden doch zwangsläufig die Rechte von Gefängnisinsassen werden.
Das alles ist transparent. Dann kommt noch das strukturelle Problem dazu, daß mittlerweile ein Großteil der Menschen sein Geld durch Loyalität zur Titanic verdient.
Ne… und ich wüßte auch nicht, was das Fundament Europas sein könnte, wenn nicht das Christentum, und was das Christentum angeht, so hat es zwei Schismen gegeben und das heute Europa ist dbzgl. dreigeteilt.
Und es gibt ja Gründe für diese Schismen. Der Preis für die Loswerdung war hoch genug, aber letztlich gab es stets die Bereitschaft ihn zu zahlen.
Das ist nunmal die Ausgangslage. Man versucht aus der Logik der Macht heraus, Steine zusammenzuschweißen, aber es gelingt nicht.
Und deshalb, fragen wir uns mal lieber wo wir stehen und stehen können, wenn der Laden schließlich auseinanderbricht.
Gottfried
Donnerstag, 15. November 2012, 19:12 (URL) | Kurz-URL
@ Importprimat
„Diese Innenkreise, Mittelkreise und Außenkreise sind jedem Migranten bekannt. Die gläserne Decke. Das durchschreiten dieser Kreise nennt sich Integration.“
Neien.
Sie können sicher in aller Muße und fern vom Alltag am Schreibtisch etwas Universales konstruieren, über alle ihre „Menschen“ und deren Gruppenbildungen legen und es Integration nennen, wenn jemand zum Zentrum dieser Gruppe vorstößt und alle sich schließlich gar auf einer Ebene in diesem Zentrum aufhalten sollten. M.E. ein rein rationales Konstrukt, nicht verortet, in keinen zeitlichen Rahmen gesetzt, jede Sinnlichkeit ignorierend, denn überall orientiert man sich nach Instinkten, aus dem „Kniegelenk“ heraus, mißtraut fremden Gesichtern, schon weil es sich in ihnen schlechter lesen läßt.
Integration ist ein Begriff in der BUNTEN Republik, der eine ganz konkrete Bedeutung hat in unserer politischen Realität. Diese Bedeutung haben ja auch Sie hier eingebracht.
Nun hat die Gleichschaltungsdiktatur aber den Alltag noch lange nicht gänzlich beseitigen können.
Wenn jemand in einer altgedienten Musikkapelle neu eintritt, wird man niemals sagen, der Neue habe sich – nach zwei Monaten, nach zwei Jahren – gut „integriert“.
Es wäre absolut unmännlich und weinerlich, wenn der Trompeter nach drei Monaten darüber klagte, daß es zwischen der restlichen Kapelle engere Beziehungen gibt und er noch nicht so ganz dazu gehörte.
So ist das in unserer Umgebung. Allerdings haben wir nun ein großes, vom arbeitenden Steuerzahler mitdurchgefuttertes Heer von Sozialarbeitern und Beflüsterern dieser besonderen Mitbürger und Mitbürgerinnen mit dem Kopfschmerzbegriff. Da trifft sich nun ein Volk, unter dem es die Ehrlosigkeit gibt, aus dem Opferstatus bei Fremden Gewinn schlagen zu wollen, mit der Arroganz dieser Sozialarbeiter, die diesen hilflosen und wenig lebenstüchtigen Ausländern unter die Arme meinen greifen zu müssen.
Die Musikkapelle indes bestimmt sich selber. Man hat Interesse an dem Neuen, weil der Trompeter ist und nicht etwa, weil der ein „Mensch“ ist oder vielleicht gar eine „Migration“ stattgefunden hat (es sei hier eine Jazzformation und der „Migrant“ kommt eher vom Salsa).
Ihr Axiom ist verkehrt. Sie machen etwas verhandelbar, wo es nichts zu verhandeln gibt. Die Musikkapelle ist der Dominus, der Trompeter hat nach deren Pfeife zu tanzen und wenn ihm die Noten nicht zusagen, dann muß er sich nach einem anderen Ensemble umsehen.
Weil Sie dieses Recht des Dominus nicht anerkennen (sie schalten die Kurden und die deutschen Kameradschaften gleich), schaffen Sie Zustände, die Sie mit Ihrer Integration wieder bereinigen wollen.
„Menschen“-Rechte sind mit Bürgerrechten und Staatlichkeit einfach nicht vereinbar.
Rumpelstilzchen
Freitag, 16. November 2012, 10:45 (URL) | Kurz-URL
Jetzt führen auch schon die Nichtrechten die Diskussion über die Identität. Ein neues Magazin nennt sich „THE GERMANS“ ,erschienen im zepterson Verlag 1. Ausgabe, was immer das sein mag.
man propagiert nicht weniger als den Aufbruch in eine NEUE ZEIT.
Weniger Wohlstand bedeute mehr Freiheit, mehr Chancen. Die Krise Europas raube einer Generation die Zukunft.
Lösungsansatz dieser GERMANS ganz neudeutsch: “ die Gesellschaft soll neu definiert werden“.
„Neudefinition der Gesellschaft “, „identitär“ gequirlte Scheiße!
wird höchste Zeit, dass die europäische Jugend sich auf die Suche nach ihren Wurzeln begibt. Je authentischer, umso besser.
Die altlinken Eltern sollen sich endlich verpissen.
Diskussion geschlossen. 🙂

Beim Bloc Identitaire in Orange: Ideen (Teil2)

Posted in Lichtmesz on Januar 12, 2013 by androsch

Man mag sich nun ausmalen, wie eine entsprechende Broschüre der Pro-Bewegung oder der Freiheit aussehen würde – wahrscheinlich wie ein Screenshot von pi-news, gepflastert mit 1001 gesammelten Tartarenmeldungen. Von dieser Warte aus fällt auch Licht auf die demagogischen Exzesse des Typus Stürzenberger: je weniger die eigene Identität Grund (nicht bloß Grundgesetz) und Boden hat, umso greller muß das Gegenbild gemalt werden, weil letztlich aus ihm nahezu der ganze Saft für die eigene Selbst-Behauptung gesogen wird.

Ein Grund nun, warum die Idee und Symbolik einer „identitären“ Bewegung in Deutschland einen solchen Reiz ausübt, ist wohl die Sehnsucht, endlich einen Begriff in die Hand zu bekommen, der die Kraft hat, aus den inneren wie äußeren Aporien und Korsetts der gesamten politischen Rechten auszubrechen. Dazu gehören bestimmte sensible historische Vorbelastungen ebenso wie deren massive Instrumentalisierung durch ihre politischen Gegner.

Das sind zwei verschiedene Dinge: die unbelehrbaren Ränder, die unfähig sind, mit der Vergangenheit kritisch abzuschließen, spielen nur die Komplementärnummer zum Stück der Linken und der Antifaschisten, machen sich damit zu den nützlichen Idioten des Systems und zum Krokodil im Kasperlespiel seines sinnstiftenden Narrativs. Es ist die Linke, die heute am dringendsten des Braunauer Aliens und seiner Entourage bedarf, um ihre Machtansprüche zu rechtfertigen, es ist die Linke, die ihn gleich einem Vampir am Leben hält. Es ist die wahre Rechte, die ihm endlich den Holzpflock verpassen will.

Die Rechte befindet sich heute in einer paradoxen Situation: die Anwaltschaft für die authentischen Interessen des Ganzen (Volk, Staat oder Nation) wird in ganz Westeuropa nur mehr von kleinen, abgedrängten Gruppen vertreten. In dem Maße, in dem globalistisch-liberalistische Ideen die Hegemonie ergriffen haben, und nicht nur zur Leitlinie der herrschenden Eliten geworden sind, sondern auch der gesamten Gesellschaft als Sinnstiftungsmodell dienen, sind fundamentale politische Prinzipien in Ecken abgeschoben worden, in denen sie mit Schlagwörtern wie „extremistisch“ gebrandmarkt, erledigt und entsorgt werden.

Mit anderen Worten: als „rechts“ oder „extremistisch“ gelten heute schon Haltungen, Positionen und Begriffe, die noch vor wenigen Jahrzehnten in allen Nationalstaaten Europas als allgemein akzeptierte Normen und Grundlagen galten. Und in demselben Maße, wie „Volk“, „Staat“ und „Nation“ aktiv aufgelöst und umgedeutet werden, verfällt schon ihre bloße Erwähnung zunehmend dem Ruch und dem Verdacht. Das hat natürlich Methode. Die allgemeine Ungebildetheit und historische Bewußtlosigkeit trägt dann das Ihrige dazu bei, daß niemandem auffällt, daß damit auch der Begriff der „Demokratie“ selbst seinen Sinn verliert und zum bloßen Wohlfühl- und Hypnose-Klingelton degradiert wird.

Die Definitionen, was nun „rechts“, „extremistisch“, „nationalistisch“, „rassistisch“ usw. sein soll, werden indessen selbst immer „extremer“, ausgreifender und dabei unerbittlicher. Wer etwa die unter Jubelrufen des Regierungsoberhauptes vollzogene Abgabe der Staatssouveränität und die schrankenlose Verschenkung der eigenen Steuergelder zugunsten von Goldman-Sachs für problematisch hält, darf heute ebenso mit diesem Hämmerchen rechnen, wie derjenige, der strengere Deutschkurse für Einwanderer oder härtere Strafen für sog. „jugendliche“ Straftäter fordert. In manchen Zonen gerät schon die bloße Wahrnehmung von Unterschieden unter Generalverdacht.

Klonovsky bemerkte:

Einst galt es als Rassismus, wenn jemand sagte, schwarz sei schlecht. Heute handelt es sich bereits um Rassismus, wenn einem auffällt, dass schwarz schwarz ist.

Gleichzeitig werden sogenannte, mit Staats- und Parteigeldern gefütterte „Experten“ nicht müde, Jahr für Jahr flächendeckend publizierte „Studien“ auszuspucken, die einen „Extremismus der Mitte“ nachweisen wollen, den sie freilich nicht unter dem Mikroskop gefunden haben wie einen Tuberkulosebazillus, sondern mithilfe ihrer eigenen, praktisch zurechtgeschneiderten Definitionskonstrukte aus dem Hut gezaubert haben.

Beim Bloc Identitaire in Orange: Ideen (Teil1)

Posted in Lichtmesz on Januar 12, 2013 by androsch

Mitreißende Aktionsformen, stimmungsvolle Selbstinszenierungen, knackiges „Image“-Design und einprägsame Symbole sind zwar wichtige Elemente für den Erfolg einer politischen Bewegung – darüberhinaus sollte aber die inhaltliche Kontur nicht vernachlässigt werden. Während die „identitären“ Ableger in Deutschland und Österreich noch auf der Suche sind, haben die französischen Vorbilder ihre Positionen recht gut durchdacht.

Eine Broschüre des „Bloc Identitaire“, die in Orange auflag, zählt folgende Punkte auf:

1. Komplementäre Identitäten
Dem herrschenden jakobinischen, ultra-republikanischen und desintegrierenden Diskurs stellen wir eine Vision des Menschen entgegen, der in seinen natürlichen und historischen Gemeinschaften verwurzelt ist. Der Begriff einer abstrakten (wörtl. désincarnée = entkörperlichten) republikanischen Staatsbürgerschaft, ohne Bezug auf die Abstammung, ist das Gegenteil zu unserer Vorstellung einer physischen (wörtl. charnelle = fleischlich) und verwurzelten Identität. Dem „Frankreich der Aufklärung“ ziehen wir die lebendige Wirklichkeit der Identitäten und der Vielfalt der Welt vor. (…)

Als Identitäre trachten wir danach, unsere dreifache Identität des Regionalen (physische Identität), des Französischen (historische Identität) und des Europäischen (zivilisatorische Identität) in Einklang zu bringen. Mit der Verteidigung unserer Identitäten einher geht nicht nur die Ablehnung der Islamisierung unserer Gesellschaft, sondern der außereuropäischen Einwanderung überhaupt.

2. Das Soziale
Obwohl sie schon seit Jahren an der Macht sind, haben weder die Sozialisten noch die Kommunisten das stetige, jahrzehntelange Ansteigen manifester sozialer Ungerechtigkeiten verhindern können. Als Parteigänger der Einwanderung haben die sozialistische und die kommunistische Partei dafür gesorgt, daß eine schiefe Lohnkonkurrenz entstanden ist, die die Löhne sinken und die Armut ansteigen ließ. (…)

Die sozialistische Linke und die liberale Rechte sind die zwei Gesichter der ökonomischen Globalisierung, die die Völker zerstört und die Arbeiter verarmen läßt. (…) Für sie ist der Arbeitnehmer eine Ware und eine quantifizierbare Ressource, wir dagegen sehen ihn als konkreten und verwurzelten Menschen. (…) Indem wir unser Volk gegen die Exzesse des Liberalismus verteidigen, helfen wir zuerst den Unseren, ehe wir den Anderen helfen.

3. Die Ökologie als Antwort auf die kapitalistische Ausbeutung
Die Errichtung einer globalen Konsumgesellschaft, die bis zum Jahr 2050 mehr als 10 Milliarden Menschen umfassen soll, ist der wahnsinnige Traum der herrschenden Klassen. Getrieben von einem nie dagewesenen Willen zur Kapitalkonzentration und zur Finanzierung der Banken über den Kapitalmarkt beherrschen und opfern sie die Völker, die Arbeitnehmer, die kleinen und mittelständischen Unternehmen, und organisieren die Ausplünderung des Planeten. Ihr System wird uns alle gegen die Wand fahren und in beispiellose Katastrophen stürzen. (…)

Wir wollen das Gleichgewicht und das richtige Maß wieder herstellen:

– für die allmähliche Wiederverortung der Wirtschaft, um soziale und verwurzelte Bindungen zu schaffen, um die Armut und den Nomadismus zu beschränken

– für eine weise Nutzung der Ressourcen durch eine Transformation der Produktionsmittel, sowie eine Reformation des Finanzsystems

– für die Kontrolle und Besteuerung des Kapitalverkehrs, um dem Produktiven, dem Arbeitnehmer, dem Arbeiter und dem Künstler seine Würde zurückzugeben. Geld mit Geld zu machen erscheint uns dagegen nicht als eine menschliche Aktivität, die es zu ermutigen gilt.

– für eine wahre Ehrfurcht vor dem, was aus dem Kosmos oder – je nach religiöser Überzeugung – aus der Hand Gottes hervorgegangen ist. Deshalb Respekt vor der Biodiversität und den Ökosystemen (Beziehungen zwischen den Lebewesen in einem bestimmten geographischen Raum), deshalb in letzter und äußerster Konsequenz auch Respekt vor den humanen Ökosystemen (den Beziehungen zwischen den Ethnien, den Völkern und ihrem geographischen und kulturellen Raum).

4. Europa
Wir wünschen uns ein politisch mächtiges Europa, das sich von den Banden der NATO losgesagt hat. Nur ein starkes Europa vereint mit Rußland kann in einer aus der Bahn geratenen, multipolaren Welt Frieden und Stabilität schaffen. (…) Wir verteidigen die Idee eines Frankreichs der Regionen in einem Europa der Nationen, mit Betonung von Subsidiaritätsprinzip und lokaler Selbstbestimmung. Es gibt in der Tat keinen Widerspruch zwischen der Bindung an die eigene Region, an das Vaterland und an ein starkes Europa, das die Herrschaft der globalistischen Technokraten und der sklerotischen Brüsseler abgeschüttelt hat.

Man sieht, die Programmbroschüre betont in sympathischer Weise (und ganz im Sinne von Kubitschek) eher das Wofür der Bewegung als ihr Dagegen. Die Positionierung gegen Islamisierung und Masseneinwanderung wird gerade mal in einem Satz erledigt, und leitet sich logisch aus dem Gesagten ab. Auch die Bebilderung verzichtet auf Negatives und die Evokation von Angst und Feindbildern.

Und mehr noch: es finden sich keinerlei „Distanzierungen“ von diversen Feindbegriffen (deren Gültigkeit man damit ja nur affirmieren würde) oder von Gruppen, die noch weiter rechts auf der Salami lokalisiert sind als man selber. In der Tat hat man diese Abgrenzungen und Säuberungen intern geregelt, ohne nach außen hin daraus eine große Sache zu machen (wovon sich auch ein Wiener Identitärer ein Bild machen konnte.)

Es wird daher auch nicht um Aufnahme in den Sandkasten des Mainstreams gebettelt. Nicht einmal der Begriff „rechts“ wird in Bezug auf sich selbst verwendet. Man will eine echte, im Wortsinn „radikale“ Alternative sein. Es gibt auch keinerlei Anbiederungen an die französischen Entsprechungen des FDGO-Sprechs, und das hierzulande übliche Pro-Israel/USA-Getue würde in Frankreich nur absurd wirken. Dies alles macht einen recht selbstsicheren, in sich ruhenden Eindruck.

Richard Millet über Terrorismus und Literatur (Teil3)

Posted in Lichtmesz on Januar 12, 2013 by androsch

Nicht anders also als der oben zitierte Peter Weibel hebt Millet in seinem umstrittenen Essay hervor, daß es sich bei dem Attentäter um einen gescheiterten Autor handelt, als Verfasser eines „naiven“ 1,500-seitigen „Paste & Copy“-Kompendiums, dessen Machart ein durch und durch „wikipedisiertes“ Gehirn erkennen läßt. Seine Tat habe eine gewisse „formale Perfektion“ gezeigt, lange vorbereitet und wohl durchdacht in Bezug auf das, was sie mit Blut und Massenmord „kommunizieren“ wollte – durchaus vergleichbar mit der präzise gewählten Symbolik der Ziele des „9/11″-Attentats.

Und wie Weibel sieht auch Millet Breivik als Ausgeburt und Spiegel einer pathologischen Gesellschaft, als „Symptom für die sich abzeichnende Instabilität des Systems“:

Breivik ist in erster Linie ein exemplarisches Produkt der abendländischen Dekadenz im Habitus eines amerikanisierten Kleinbürgers… Er ist nicht nur das Kind der Zerrüttung der Familie, sondern auch des ideologisch-ethnischen Bruchs, den die außereuropäische Einwanderung nach Europa über fünfzig Jahre hinweg verursacht hat, und der lange vorbereitet wurde durch die Einwirkung der amerikanischen Massenunkultur, der ultimativen Konsequenz des Marshallplanes: des Planes einer absoluten Herrschaft des globalisierten Marktes, der Europa enthistorisiert, auf der wirtschaftlichen, kulturellen und ohne Zweifel auch ethnischen Ebene. (…)

Gleich Baudrillard sieht er in dem Terrorakt das grausame Wirken der Nemesis, die sich das System durch seinen eigenen Wahnsinn und seine Maßlosigkeit selbst heraufbeschworen hat:

Breivik ist zweifellos das, was Norwegen verdiente und was unsere Gesellschaften erwartet, die sich unablässig blind stellen, um sich besser selbst verleugnen zu können. (…)

Der Sommer (2011) brachte uns die Nuklearkatastrophe von Fukushima, das Abgleiten der internationalen Politik in die Lächerlichkeit durch die Affäre Strauss-Kahn, dem sozio-priapischen Terroristen und bisher ungewürdigten Gegenstück zu dem christdemokratischen Erotomanen Berlusconi, und, am Morgen nach dem Massaker von Utoya, den Tod von Amy Winehouse, der Breivik beinahe die Schau stahl, vor allem aber den vulkanartigen Ausbruch einer Finanzkrise, die seit dem Jahr 2008 vor sich hinschwelte, und die momentan dabei ist, Europa endgültig in die Knie zu zwingen.

Daß eine Finanzkrise dieses Ausmaßes auch den Bankrott der Zivilisation selbst offenbart, wollen nur die Schwachköpfe nicht sehen. Breivik ist, soviel steht fest, ein verzweifeltes und entmutigendes Symbol für die europäische Unterschätzung der Verheerungen des Multikulturalismus; auch das Symbol einer Niederlage des Geistes vor dem Profit des Geldes. Die finanzielle Krise ist eine Krise des Sinns, der Werte, also auch der Literatur.

Millet verzeichnet in diesem Zusammenhang die seit etwa zwei Jahrzehnten ansteigende Ausbreitung von Massenmorden „amerikanischen“ Stils (sozusagen „à la Columbine“) gerade in jenen (nord-)europäischen Ländern, die lange Zeit als sozial und politisch stabil galten: England, Schweiz, Frankreich, Deutschland und Finnland.

Dabei sieht Millet in Breivik nun durchaus keinen „Warhol des Anti-Multikulturalismus“, der nur auf seine 15 Minuten Ruhm aus gewesen sei und „l‘art pour l‘art“ betrieben hätte:

Weit entfernt, ein Konzeptkünstler zu sein, glaubte Breivik nicht an das, was Baudrillard die „Duplizität“ der zeitgenössischen Kunst nannte, mit ihrem Bekenntnis zur „Nichtigkeit, zur Bedeutungslosigkeit, zum Non-sens, da man ja bereits nichtig ist“ – die in der Tat jeglichen künstlerischen und existenziellen Ansatz zunichte macht. (…)

Er hat auch nicht bloß jene nach Breton einfachste surreale Geste nachvollzogen, die darin bestehe, „wahllos mit dem Revolver in die Menge zu feuern“; er hat auch nicht Cioran beim Wort genommen, der einmal schrieb, daß jeder Mensch, der noch bei Sinnen ist, schon aufgrund der Tatsache, sich auf einer Straße zu befinden, Ausrottungsgelüste bekommen müsse. Beide Sentenzen, sowohl Ciorans und als auch Bretons, wurden bisher viel zu wenig vor dem Untergrund der Kriege und Genozide des 20. Jahrhunderts gelesen, mit Adornos Diktum vom Ende der Kultur „nach Auschwitz“ im Hinterkopf.

Die Ausrottung als literarisches Motiv: das ist das Unrechtfertigbare schlechthin, und dieses beinhaltet die von Breivik indirekt (und gewiß unbeabsichtigt) aufgerollte Frage nach dem Problem der globalen Überbevölkerung und der ökologischen Katastrophe, die sich verkoppelt mit jener nach der demographischen Entvölkerung Europas und der Zerstörung der Homogenität der europäischen Gesellschaften, wie in Norwegen, Finnland, Schweden, Dänemark, Holland, allesamt Länder, in denen jene, die man schamhaft als Populisten bezeichnet, in die Regierungen gewählt wurden. (…)

Millet sieht einen engen Zusammenhang zwischen dem biologischen Tod Europas und dem vorangehenden Tod seiner Seele durch den Materialismus und die Verleugnung und Demontage seiner Identität. Auch im JF-Interview findet er hierfür drastische, harte Worte:

Die Europäer beklagen permanent ihr Schicksal. Spricht man zu ihnen von Zivilisation, antworten sie mit Ökonomie, sozial und ethisch, das heißt mit alltäglichstem Materialismus. Sie sind verfehlte Amerikaner so wie Breivik ein verfehlter Autor ist. Von dem Moment an, wo man sich selbst verleugnet, egal ob Franzose, Deutscher oder Europäer, begibt man sich in eine freiwillige Sklaverei, vollzieht die Unterwerfung der Gegenwart unter die Irrealität. Man selbst zu sein wird eine Art Schändlichkeit.

Würde ist das Empfinden für das, was man denen schuldet, die uns vorausgegangen sind, deren Erbe, die europäische Zivilisation, wir übernommen haben und deren Wurzeln christlich sind. Hat nicht Georges Bernanos gesagt, daß die moderne Zivilisation eine Verschwörung gegen jedwede Art von geistigem Leben ist?

Und er betont den bitteren Preis, den in Frankreich jeder zahlen muß, der es wagt, sich diesem Themenkomplex abseits der vorgeschriebenen Sprachregelungen zu nähern:

Die Gegenwartsliteratur kann sich damit nur unter der Maßgabe der politischen Korrektheit beschäftigen. Zu viele Journalisten fürchten die Justiz, falls sie sich solcher Themen annehmen. Die Darstellung des Ausländers, des Migranten, des illegalen Einwanderers muß explizit stark positiv erfolgen. Sagen Sie etwas anderes, laufen Sie Gefahr, als Faschist, ein anderes Wort für Rassist, beschimpft zu werden, was grotesk ist. Die Zensur hat ihre Form geändert: ständige Selbstzensur und Unterwerfung unter die Welt-Ideologie, post-rassistisch, postmenschlich. Die wenigen Intellektuellen, die es wagen, das Gegenteil zu denken – Alain Finkielkraut, Renaud Camus, Robert Redeker, ich selbst – werden vom größten Teil der Medien gehaßt.

Richard Millet über Terrorismus und Literatur (Teil2)

Posted in Lichtmesz on Januar 12, 2013 by androsch

Der 1953 geborene französische Romancier und Essayist Richard Millet steht also mit seinem im August des Jahres erschienenen Essay mit dem irritierenden Titel „Literarische Lobrede auf Anders Breivik“ durchaus in einer langen intellektuellen Tradition. Im Gegensatz zu Stockhausen und Baudrillard ist er aber nicht bloß mit einem blauen Auge davongekommen.

Alain de Benoist berichtete über die massive mediale Diffamierungs- und Ausgrenzungskampagne, die wider Millet einsetzte, und ihn schließlich seine Position als Lektor von Gallimard kostete (unter anderem hatte er die Herausgabe des Schlagers „Die Wohlgesinnten“ von Jonathan Littell maßgeblich mitverantwortet).

Über den Inhalt des Essays gelogen wurde auch in der deutschen Presse, die Millet übrigens bisher recht wohlgesonnen (no pun intended) war. Seinen Roman „Die drei Schwestern Piale“ (1998) pries die Süddeutsche Zeitung als „Kunstwerk von seltener Geschliffenheit und Eleganz“, und die Zeit lobte „Der Stolz der Familie Pythre“ (2001) für seine „klare und leuchtende Sprache“. Die Sprache und ihr Verfall zur Schablone der „Allgemeinheiten“ ist ein wesentliches Thema Millets: so seines Großessays „Langue Fantôme“ (Phantomsprache), zu dem die „Éloge littéraire“ nur eine kurze Bonusbeigabe ist.

In der Tat wird bei der Lektüre des inkriminierten Textes schnell klar, daß der Titel nicht nur ironisch, sondern geradewegs sarkastisch gemeint ist: in einer Zeit, in der die Sprache, die Kultur und die Literatur massiv verfallen und zerstört werden, kann man auch einen destruktiven Akt wie den Breiviks als „literarisch“ bezeichnen. Den Begriff der „Literatur“ faßt Millet dabei recht weit, gebraucht ihn geradezu synonym mit „Kultur“ selbst. In seinem Essay schreibt er:

Die Herrschaft der Zahl, der Multikulturalismus, die Horizontalität, der Taumel der Erschöpfung und der Verlust des Sinns, sowie das, was Renaud Camus die „Entzivilisierung“ nennt, zusammen mit seinem Korollarium, dem „großen Bevölkerungausstausch“: all dies bedeutet die Niederlage der Literatur.

In der aktuellen Jungen Freiheit (48/12) findet sich ein lesenwertes Interview mit Millet, in dem er den Hintergrund seines Aufsatzes erläutert:

Man muß sich dem Abscheulichen stellen, dem Unentschuldbaren. Dostojewski lieferte in den „Dämonen“ sehr gute Porträts von Monstern, Truman Capote in „Kaltblütig“. Von Breivik zu sprechen bedeutet also eine Methode, um vom Bösen zu sprechen. Ist das nicht die Aufgabe des Schriftstellers? (…)

Breivik ist ein verfehlter Schriftsteller – er selbst definierte sich im Laufe seines Prozesses als Schriftsteller. Meine „Eloge“ ist offensichtlich ironisch. Breivik symbolisiert den Tod der europäischen Kultur. Ich wollte zeigen, daß Literatur und noch viel mehr Kultur im Abendland keinen Wert mehr besitzen und daß es der Tod derselben ist, der das Vordringen des Multikulturalismus ermöglicht. Breivik und der Multikulturalismus verkörpern den Tod der Literatur insoweit, als daß letztere eine der gehobensten Ausdrucksformen dieser Kultur ist.

Breivik und sein algerisch-islamisches Pendant Mohammed Merah, der im März 2012 in Frankreich sieben Menschen erschoß, darunter drei jüdische Kinder, nennt er

…. Kriminelle, die die Schuld verbrecherischen Denkens zu Fragen der Nation und der Zivilisation tragen. Während Merah zum Dunstkreis
des internationalen islamischen Terrorismus gehört und Breivik zur Dekadenz, die er anprangert, so sind doch beide das Symbol eines Bürgerkriegs. Eines Bürgerkrieges, der noch nicht benannt wurde, weil das die Propaganda untersagt.

Dennoch ist er real: Die französischen Vorstädte befinden sich in der Gewalt von Jugoslawen oder Libanesen, da hier das Gesetz der Republik von Immigranten und einheimischen Taugenichtsen, die keinerlei Wunsch zur Integration haben, zum Versagen gebracht wird. Wenn Sie bewaffnete Soldatenpatrouillen in der U-Bahn, auf Bahnhöfen, im Hof des Louvre sehen, glauben Sie das sei Disneyland? Nein, sie sind die Konsequenz des islamistischen Terrors und der passiven Anwesenheit der Moslems, die den Islamismus auf hiesigem Boden mehr oder weniger begünstigen.