Beim Bloc Identitaire in Orange: Ideen (Teil3)

Posted in Lichtmesz on Januar 12, 2013 by androsch

In diesem Genre hat neulich wieder die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung zugeschlagen. Wolfgang Thierse ist sofort darauf angesprungen, und träumt wohl schon davon, ganz Mitteldeutschland einzumauern und in ein riesiges Freiluft-Umerziehungslager zu verwandeln. Mit der Umerziehung könnte man indessen gleich bei der Stiftung selbst anfangen, die doch nach einem berüchtigten Rechtsextremisten der Weimarer Republik benannt wurde, der für antidemokratische, revanchistische, rassistisch-völkische und verfassungsfeindliche Aussagen bekannt ist, wie etwa:

Das deutsche Volk ist frei, bleibt frei und regiert in alle Zukunft sich selbst.

Wenn der Tag kommt, an dem die Frage auftaucht: Deutschland oder die Verfassung, dann werden wir Deutschland nicht wegen der Verfassung zugrunde gehen lassen.

Deutschösterreich muss mit dem Mutterland für alle Zeiten vereinigt werden. Unsere Stammes- und Schicksalsgenossen dürfen versichert sein, dass wir sie im neuen Reich der deutschen Nation mit offenen Armen und Herzen willkommen heißen. Sie gehören zu uns, und wir gehören zu ihnen.

Die Einheitlichkeit unseres deutschen Vaterlandes ist für uns alle ein Stück unseres Glaubens, unserer Liebe und Hoffnung.

Die weitaus größere und schwierigere Reconquista, die bevorsteht, ist heute jene der Begriffe, die über der westlichen Welt liegen wie ein großes, feingesponnenes, aber beinah reißfestes Spinnennetz. Die Maurenherrschaft dessen, was man (vielleicht allzu-)griffig als „politische Korrektheit“ zusammenfaßt, ist total und despotisch; es gibt noch nicht einmal widerstehende Gallierdörfer, allenfalls versprengte Enklaven, denn die Infiltration ist nahezu komplett, und niemand kann dem Schicksal entkommen, Kind seiner Zeit zu sein.

Aus diesem Grund ist die Rechte in Europa heute so defensiv und anspruchsbescheiden wie wohl noch nie zuvor in ihrer Geschichte. Sie sitzt sozusagen auf der letzten verbliebenen Eisscholle, auf dem letzten fußbreit Boden unter ihren Füßen, kämpft nur mehr um die nackten Fundamente der Kultur ihrer Nationen, um bloße Selbstverständlichkeiten, im Namen und Interesse aller, auch derer, die nicht hören wollen, auch derer, die glauben, sie könnten auf Treibsand und auf der Luft gehen – und sie wird nichtsdestotrotz krasser und unversöhnlicher denn je verteufelt, bekämpft und diffamiert.

Die Maurenherrschaft dagegen gleicht einer aggressiv vorpreschenden, unduldsamen, tausendköpfigen Hydra, deren Köpfe verschiedene Aufgaben haben, die mal getrennt, mal gemeinsam zuschlagen: ein Kopf definiert, einer dekonstruiert, einer beschuldigt, einer „entlarvt“, einer „verdächtigt“, einer „warnt“, einer unterstellt, einer diffamiert, einer vernebelt, einer rechnet, einer lügt, einer beißt, einer zischt, einer wispert verführerisch… Dementsprechend sieht es auch in den Köpfen der im Netz Gefangenen aus: ihre Gehirne sind verknotet, verwachsen, verunkrautet, verkeilt, umwuchert, verkabelt, intoxiert, sediert, verbarrikadiert, manipuliert, konditioniert, lobotomisiert, programmiert, …

Kaum sind ihnen die einfachsten Wahrnehmungen mehr möglich, und der common sense ringt sich oft nur mühsam durch. Ideologisches Über-Ich und Wirklichkeitsapperzeption geraten in heftigen Konflikt und treiben seltsame Blüten. Und dann kommt oft genug jähe Angst, ja Panik auf, vor den Aus-und Anblicken, die sich auftun könnten, wenn das Gestrüpp einmal aus dem Weg geräumt ist.

Der Begriff des „Identitären“ ist nun vielleicht kein schlechter Anfang, um dieses kollektive Knäuel an Affekten, Konditionierungen, Ängsten, Neurosen und „korruptiven Gedankengängen“ (Hans Blüher) schrittweise zu entwirren. Denn er verweist darauf, daß es einer Gegenbewegung zu der Maurenherrschaft in den Köpfen nicht um eine extravagante Ideologie gehen darf – stattdessen muß man den Eroberten sagen: es geht um euch, nicht um unsere Partei, Bewegung, Bürgerinitiative oder Zeitschrift.

Und mehr noch: es geht um euren Kragen, eure Zukunft, euer Leben, eure Kinder. Und eure Identität ist nichts anderes als euer Leben. Diese Frage zu stellen ist durchaus „aktuell“ und von allgemeinem Interesse: alle Welt sucht heute „sich selbst“, will „sich selbst verwirklichen“, ob im Konsumrausch, auf Facebook oder beim Psychotherapeuten.

Das bedeutet freilich nicht, daß die Intellektuellen von der Aufgabe entbunden wären, zeitgemäße Theoriearbeit zu leisten. Die Linke wird natürlich wieder von „altem Wein in neuen Schläuchen“ sprechen, während sie selbst sich nicht die geringste Mühe gibt, neue Platten aufzulegen, egal, wieviel sie schon zerstört, egal, wieviele Millionen sie schon auf dem Gewissen hat. Das kommt,weil ihre Schlager Sendemonopol haben und ohnehin überall gespielt werden. Eine neue politische Theorie erfindet niemals das Rad neu; sie ist vielmehr eine Umwertung und Neubewertung von Werten und eine Neugruppierung von Bausteinen, die die Weltgeschichte immer wieder von neuem zusammenwürfelt.

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Veröffentlicht: Mittwoch, 14. November 2012, 11:00
Kategorie(n): Die Rechte, Heute, Wir
Schlagwörter: Bloc Identitaire, Demokratie, Extremismus, Frankreich, Friedrich Ebert, Génération Identitaire, Identitäre Bewegung, Identität, Orange, Reconquista
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59 Kommentare zu „Beim Bloc Identitaire in Orange: Ideen“

Inselbauer
Mittwoch, 14. November 2012, 11:14 (URL) | Kurz-URL
Man könnte zynisch anmerken, dass Stürzenberger eben NICHT dauernd über die Frage der eigenen Identität reden muss, weil er eine HAT (nämlich als BRD-Traditionalist mit allen Schattenseiten). Nicht bös sein, aber jemand wie Stürzenberger ist sich seines Milieus (nämlich dessen der Ostmünchener Hausbesitzersöhne) mit großer Selbstverständlichkeit gewiss. Eine „Sinnsuche“ oder Identitätssuche gibt es bei ihm wohl nicht. Unsereiner muss sich die Frage gefallen lassen, ob er seinen täglichen Popanz nicht in der abwertenden Kritik der „minderwertigen“ Kameraden bezieht, die sich in der Exegese ein wenig vom gebildeten Uni-Mainstream abheben.
Gottfried
Mittwoch, 14. November 2012, 11:45 (URL) | Kurz-URL
„Kaum sind ihnen die einfachsten Wahrnehmungen mehr möglich, und der common sense ringt sich oft nur mühsam durch.“
Wahrnehmen heißt unterscheiden (discriminare). Womöglich unter gröbster Mißachtung der Realität, also des Rahmens der von den Herrschenden erwünschten oder gerade noch geduldeten Kategorien, aus der subjektiven Lebenswirklichkeit heraus zu sehen, zu fühlen, zu tasten, zu riechen, zu urteilen, zu entscheiden und zu handeln. Wahrnehmung ist – auch – ein sinnlicher Vorgang. Die Erkenntnisse dieser Wahrnehmung können und müssen nicht unbedingt im All-Gemeinen „kommunizierbar“ sein.
„… es geht um euren Kragen, eure Zukunft, euer Leben, eure Kinder.“
So ist es! Es geht um das Leben, das – auch – biologischen Gesetzen unterliegt. Es geht um das Eigene, das Vorrang hat vor dem Gemeinen. Es sei denn, man erlebt es als lustvoll, sich vorrangig als objektiv digitalisierter Kunde eines global auftretenden Unternehmens zu sehen.
Eine brilliante Vorlage der Franzosen – und ein ganz besonders gelungener Kommentar aus Ihrer Feder, Herr Lichtmesz, der mir viel Freude bereitet!
Rumpelstilzchen
Mittwoch, 14. November 2012, 12:52 (URL) | Kurz-URL
Die einzelnen Punkte sind durchaus interessant und können adaptiert werden. Da waren die Deutschen ja schon immer gründlich.
In Kürze: Punkt 3 scheint mir der Entscheidende, ganz im Marx‘chen Sinne:
Das Sein bestimmt das Bewußtsein.
Das ist klischeehaft gesprochen der Raubtierkapitalismus privater Großbanken, gegen die auch die Ideen eines Karl Marx ausgedient haben.
Die Elenden, die Proletarier dieser Welt sind strukturell überflüssig. Sie haben keinerlei Funktion mehr außer für ein paar linksgrüne Gutmenschen, die den Zerfall ihrer Welt noch nicht realisiert haben und langsam begreifen, daß auch Ökoschweine sterben müssen und styroporverpackte Häuser das Leben nicht verlängern!
D.h. Auch der aufklärerische Liberalismus ist am Ende, er hat über den „freien“ , „gleichberechtigten“ Einzelmenschen die gleichursprüngliche Wirklichkeit der sozialen Gemeingebilde übersehen.
Hier könnte eine christliche Sozialethik eigene Formen der Gerechtigkeit bieten. (was z. B. auch der Islam tut).
Aus den ökonomischen Gegebenheiten der heutigen Welt leiten sich die anderen Punkte ab, Europa, Regionale Kulturen usw.
Das Identitäre muß m.E. authentisch und selbstbewußt werden.
Dann hat es die Chance, die Linke abzulösen, die eigentlich schon zerfallen ist.
Albert
Mittwoch, 14. November 2012, 13:29 (URL) | Kurz-URL
Lichtmesz‘ Texte sind immer genial und wirken auf mich wie ein ferner Leuchtturm auf einen Schiffbrüchigen. Ich kann nicht genug davon kriegen…
Raskolnikow
Mittwoch, 14. November 2012, 13:38 (URL) | Kurz-URL
Bei mir im Garten,
stehen Bäume: Äpfel, Birnen, Walnuss, Kirschen und Pflaumen. Ich saß im Sommer oft darunter, hab gelesen, geträumt, gesungen und Kindern beim Spielen zugeschaut. Und irgendwann, ein jeder zu seiner Zeit, warfen mir die schönen, knorrigen Schattenspender ihre frugalen Präsente hinab.
Alles ohne Aktionen und Zentralkommitees, ohne Bass und Affenmaske!
Schmutzig habe ich mich übrigens auch nicht gemacht …
Wie immer,
R.
Mauretanier
Mittwoch, 14. November 2012, 13:41 (URL) | Kurz-URL
Das Manifest der Franzosen sagt mir sehr zu.
Gerade weil es, wie von Ihnen, Herr Lichtmesz, herausgearbeitet, Abgrenzungsreflexe nicht nötig hat.
Bzgl. der neo-nationalsozialistisch gesinnten Kameraden bin ich zu keienm abschließendem Ergebnis gekommen. Einerseits habe ich mich langer als solcher betrachtet, auch nachdem ich über die sezession Zugang zur neu-rechten Szene gefunden habe.
Die Distanz zwischen beiden Lagern hat mich immer verwundert.
Alle großen Denker der neuen Rechten sind auch im NS Sinne verwertbar.
Nietzsche, Spengler, Jünger.
M.L.: Da waren aber Spengler und Jünger dezidiert anderer Meinung, und Nietzsche wäre es mit Sicherheit auch gewesen.
Über Sie habe ich zu dem Buch Drachensaat von QRT gefunden, eine äußerst lohnende Lektüre.
Dort wird der NS als heroischer Idealismus von der konservativen Revolution abgegrenzt, die als heroischer NIhilsmus bezeichnet wird.
Wie auch immer:
Meiner Meinung nach müssen „alte“ Themen wie bspw. die Wiedergewinnung der Ostgebiete und die Wiederveinigung mit Österreich unverrückbare Ziele jeder deutschen Rechten sein, auch wenn diese jetzt im Angesicht drängenderer Probleme nicht in den Vordergrund gestellt werden müssen.
In diesem Sinne plädiere ich für einen Schulterschluss mit Kameradschaftsszene.
M.L.: Viel Spaß dabei, auch dort gibt es Agents provocateurs in Hülle und Fülle.
Natürlich erfüllen diese die Goldstein-Funktion in der BRD, aber das tut die neue Rechte auch.
Ein Fremder aus Elea
Mittwoch, 14. November 2012, 13:47 (URL) | Kurz-URL
Eine politische Theorie ist nach meinem Verständnis ein Werkzeug zur Analyse, das andere ist ein politischer Entwurf.
Was den angeht… vielleicht wäre es nicht schlecht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Das Wesentliche ist doch, daß die wirtschaftliche Situation alle Beteiligten dazu treibt zu tun, was sie tun, die Wirtschaft drückt die Lohnkosten durch Wanderarbeiter, und gleichzeitig sind sie alle in Zeiten beliebiger Investitionsmittel davon abängig, daß sie „in“ sind.
Gut, die Identitären in Frankreich reden von einem langsamen Rückbau, Kooperation mit Rußland… ich sähe Frankreichs Perspektiven eher woanders, aber wie auch immer, das sind die eigentlichen, harten Fragen.
Die Erlangung wirtschaftlicher Unabängigkeit ist der zentrale Punkt, und für Einzelne leichter zu erreichen als für große Gruppen. Nun, die müßten auch nicht völlig unabängig sein, aber frei genug, um andere davon zu überzeugen, daß es besser für sie ist, die Konfrontation nicht zu suchen. Im jetzigen Zustand werden die Leute wie Rinder durch’s Gatter manövriert.
Gottfried
Mittwoch, 14. November 2012, 15:14 (URL) | Kurz-URL
@ Rumpelstilzchen
„Hier könnte eine christliche Sozialethik eigene Formen der Gerechtigkeit bieten. (was z. B. auch der Islam tut).“
Mal als Gegenbeispiele den – auf PI ja nun bereits exzessiv getadelten – Koran herangezogen, das Pentateuch, den Talmud, dann fällt schon auf, daß das Neue Testament mit seinen Universalismus eine Lehre ist, die aus dem üblichen Rahmen fällt. Die anderen Schriften sind radikal ethnozentristisch, die Gruppenstandards des Alten Testamentes mit ihren zivilisierenden Geboten trennen schließlich deutlichst zwischen Innen- und Außenmoral:
„Du sollst nicht rachgierig sein gegen DIE KINDER DEINES VOLKES. Du sollst DEINEN NÄCHSTEN lieben wie dich selbst.“
(Leviticus 19.18.)
Sei es jetzt die Herrschaft der Finanzeliten – und keineswegs der Wirtschaft, die ja schließlich Güter und Dienstleistungen herstellt/anbietet – sei es jetzt die drohende Überfremdung, Latinos in den VSA, Schwarze, besonders in England, Araber, Türken, wenn gerade das Christentum als Lösung angepriesen wird, so scheint mir hier eher das Problem selber als Heilmittel angepriesen zu werden.
Frage mich, wie das Christentum diese Ethnozentrität der Fünf Bücher Moses immer so elegant umschiffen hat können und betrachte hierbei auch den atheistischen oder agnostizischen Gutmenschenhumanismus als ein Kind ausschließlich des Christentums.
Importprimat
Mittwoch, 14. November 2012, 15:18 (URL) | Kurz-URL
Bitte nicht böse sein – ich bin Linksliberaler durch und durch.
M.L.: Verziehen, das legt sich meistens mit dem Alter. Ansonsten kann ich einen guten Arzt empfehlen. ^^
Für mich seid ihr ein Baustein in meiner Multikulti-Welt. Was mir auffällt: Alles was ich von den Identitären gelesen habe, erinnert mich an Aufbruchsstimmung der Linken, als die erfolglosen Autonomen zu erfolglosen Antiimperialisten wurden. Das Treffen in Orange wirkt wie das Kick-off Meeting, als Raider zu Twix wurde. „euren Kragen, eure Zukunft, euer Leben, eure Kinder“ – schon klar. Aber wie sieht das aus? Überlegt euch doch lieber 5-6 konkrete Maßnahmen, die kurzfristig Umsetzbar sind und nichts mit Bewusstseinsbildung zu tun haben. Dinge, die jeder versteht und auch so will. „Indem wir unser Volk gegen die Exzesse des Liberalismus verteidigen, helfen wir zuerst den Unseren, ehe wir den Anderen helfen.“ Ich habe Tränen in den Augen vor Rührung. Aber weiß heißt das für mich? Muss ich als Elektrofacharbeiter im exportierenden Mittelstand dann zum Landschaftspfleger umschulen oder nicht? Werden Bananen billiger? Wenn nicht mehr globalisiert wird – wie viele Hosen kann ich meinem Kind kaufen? Welche Qualität haben die dann? Was ist mit meiner Hausfinanzierung? Von den Migranten nicht zu reden – was passiert mit den Millionen Menschen (nein, ich will bitte keine Antwort).
M.L.: Klar, das sind absolut berechtigte Fragen.
Nur Bewusstseinsgebildete können mit dem Text was anfangen, wozu wurde er dann geschrieben? Ihr macht denselben Fehler wie die Linke – ihr geht direkt aufs Ganze. Drei Identitätsebenen- die Satire auf das Thema könnt ihr euch ja vorstellen. Genießt den Moment der Selbstverliebtheit, aber es wirkt immer noch nach „von Nerds für Nerds“. Mit: „für eine weise Nutzung der Ressourcen durch eine Transformation der Produktionsmittel, sowie eine Reformation des Finanzsystems“ (könnte auch bei der SPD stehen) wird das nix, auch nicht als Avantgarde. Gebt den Leuten eine Chance. Mit sportlichen Grüßen…..
Amerikafreund
Mittwoch, 14. November 2012, 15:53 (URL) | Kurz-URL
Zu den gallischen Dörfern: in den USA gibt es sie. Uni Professoren die das heiligste aller Dogmen angreifen derer die Bewegung die im Artikel oben treffend als Hydra bezeichnet wird Gebrauch macht: es gibt keine menschlichen Rassen. Rund um solche Forschung herum hat sich eine sehr gebildete, intellektuell präzise und anspruchsvolle bloggerszene gebildet, die hbd Blogger. Im Kern stehen Blogs wie westhunt.wordpress khan’s gene expression, dazu kommen thosewhocansee, jaymans.wordpress, hbd chick, sehr populäre: Steve Sailers blog.
Walter
Mittwoch, 14. November 2012, 15:54 (URL) | Kurz-URL
Mauretanier:
Gerade wenn Sie die Kameradschaftsszene so gut kennen, wie Sie dies behaupten, dann müßten Sie aus eigener Erfahrung nur allzu gut wissen, daß diese bis heute in weiten Teilen aus im Grunde apolitischen Nostalgievereinen besteht, die durch plumpe Provokationen und 33er Fixierung die durchaus vorhandenen gestaltungsorientierten Kräfte verbrennt, bevor diese dann (nicht selten) demotiviert ins Privatleben oder, aus Verbitterung, gar zur „anderen Feldpostnummer“ getrieben werden.
Sie schreiben:
„In diesem Sinne plädiere ich für einen Schulterschluss mit Kameradschaftsszene.“
Pauschal kann man das sowieso nicht angehen, solange die ostentative Hitler-Orientierung weiter Teile dieses Spektrums nicht überwunden wird. Und das wird schwer bis unmöglich. Dafür sorgen einerseits die kameradschaftsinternen Hardliner, die „ihre“ Szene brauchen, um überhaupt etwas in ihrem Leben zu besitzen, auf das sie sich positiv beziehen können; andererseits werden gewisse Behörden ihren ganz spezifischen Anteil an der vulgärnationalsozialistischen Prägung „freier Kameradschaften“ bzw. von dem, was man landläufig so bezeichnet, besitzen.
Vielmehr muß versucht werden, die idealistischen Erneuer innerhalb dieses Spektrums zu erreichen, geistig anzusprechen, um sie aus diesem Lager abzuziehen (- im besten Falle in eine neu entstehende „identitäre“, NS-ferne, rechte Jugend-“Bewegung“?)! Wenn vor Ort möglich, dann kann es in Einzelfällen sicherlich auch erfolgsversprechend sein, über diese eventuell vorhandenen vernünftigen Personen Einfluß auf aktivistische, aber noch inhaltsleere Gruppen zu nehmen.
Wo ich Ihnen rechtgebe, ist, daß Abgrenzungsreflexe nicht weiterhelfen und mitunter ermüdend bis lächerlich wirken. Egal wie oft sich rechte Gruppen oder Strömungen von NS und „Nazis“ abgrenzen: in der öffentlichen Wahrnehmung bleibt rechts gleich rechtsextrem gleich nationalsozialistisch und muß bekämpft werden. Alles andere ist utopisches Wunschdenken. Die von mir hier geäußerten Bedenken dürfen daher nicht als taktische „Abgrenzeritis“ gegenüber allem und jedem verstanden werden, sondern sollten m. E. einfach grundsätzlich bedacht werden, um realistisch an die Sache herangehen zu können, damit einsetzende Enttäuschungen ob des ideologischen Gehalts potentieller Mitstreiter eines „Schulterschlußes“ vermieden werden können. Geht man nüchtern an die Sache ran, kann man sich unter Umständen freuen, einzelne Fortschritte machen zu können.
Sie schreiben weiterhin:
„Meiner Meinung nach müssen „alte“ Themen wie bspw. die Wiedergewinnung der Ostgebiete und die Wiederveinigung mit Österreich unverrückbare Ziele jeder deutschen Rechten sein, auch wenn diese jetzt im Angesicht drängenderer Probleme nicht in den Vordergrund gestellt werden müssen.“
Genau solche Phantasmen, die mal unterschwellig, mal offen zu Tage treten, sind eben auch ein entscheidendes Hindernis für eine einigermaßen funktionierende außerparlamentarische Rechte in Deutschland. In Frankreich – weil es hier zuvorderst um den Bloc geht – hängt eine moderne Rechte als identitäre Bewegung ja gerade keinen Ideologieresten alter Nationalismen an; dort ist, allem Anschein nach, die Erkenntnis gereift und zum Konsens geworden, daß die Probleme, mit denen sich die Europäer heute konfrontiert sehen, ganz andere sind, als in Hinterstuben uneinladender Gaststätten die Schlachten der 1930er im Geiste wieder und wieder zu schlagen – und sich zu allem Übel dabei als Speerspitze radikaler Politik zu fühlen. Die dauerhafte, sektiererische Vergangenheitsbewältigung im „nationalen Widerstand“ zeigt schlicht, daß der „NW“ in seiner größeren Hälfte letzten Endes auch nur ein trauriges Produkt dieser Epoche ist.
„Alle großen Denker der neuen Rechten sind auch im NS Sinne verwertbar.
Nietzsche, Spengler, Jünger.“
Schnittmengen gibt es natürlich. Auch Mohler hat später eingeräumt, die positiven Elemente im NS (sicher nicht hitleristischer Natur) seien mit jenen der Kons. Rev. teilweise kongruent. Das ändert indes nichts daran, daß gerade Spengler und Jünger von den NS-Offiziellen weitgehend aus inhaltlichen Gründen abgelehnt wurden (und, zurecht, vice versa!), während Nietzsche gehörig uminterpretiert werden mußte, um ihn für das Regime philosophisch „verwertbar“ machen zu können.
Gottfried
Mittwoch, 14. November 2012, 16:20 (URL) | Kurz-URL
@ Importprimat
„Von den Migranten nicht zu reden – was passiert mit den Millionen Menschen (nein, ich will bitte keine Antwort).“
Auch wenn es Kopfschmerzen bereitet, Sie bekommen Sie aber: Die europäischen Staaten müssen wieder souveräne Rechtstaaten mit eigener höchstinstanzlicher Rechtsprechung werden. Die Gerichte müssen in den einzelnen Ländern wieder für Rechtssicherheit sorgen. Es muß unterschieden (discriminare) werden zwischen Staatsbürgern, Nichtstaatsbürgern und Illegalen. Zuordnungen wie „Tennisspieler“ oder „Menschen“ u.a. ergeben hier wenig Sinn.
Souveräne Staaten können selbstredend illegale „Menschen“ ausweisen. Sie sind in der Pflicht, den Schutz der Unversehrheit der Bürger dieses Staates und ihres Eigentumes an die erste Stelle zu setzen. Welche Aufgabe sollte ein Staat sonst haben?
Zu Diskutieren wäre ein umfangreiches Rückführungsprogramm, vor dem Migräne erzeugenden Hintergrund der katastrophalen Negativbilanz des
Di(e)versity-Programmes für die einzelnen Volkswirtschaften könnte hier jede Menge Geld großzügig ausgegeben werden.
Fred
Mittwoch, 14. November 2012, 16:39 (URL) | Kurz-URL
@Importprimat
„Muss ich als Elektrofacharbeiter im exportierenden Mittelstand dann zum Landschaftspfleger umschulen oder nicht?“
Wenn es sich ergibt, warum nicht? Möglicherweise macht es sogar mehr Spaß und ist besser bezahlt.
„Werden Bananen billiger?“
Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wer ist schon jemals ohne Bananen verhungert? Vom einen gibt es eben mehr als bisher, vom anderen weniger. Die Vielfalt wird nicht geringer sein. Und letztlich bestinmmt zu jeder Zeit der Geldbeutel inwieweit die Vielfalt auch in den Magen Eingang finden.
„wie viele Hosen kann ich meinem Kind kaufen? Welche Qualität haben die dann?“
Es gab zu jeder Zeit Hosen für das Kind. Meistens in besserer Qualität als heutzutage von Kik.
„Was ist mit meiner Hausfinanzierung?“
Es wird sich schon jemand finden, der den üppigen Zins kassieren will. In jeder Zeit hat sich noch jemand gefunden der mietet und kauft und der vermietet und verkauft – und Leute oder Banken die das alles finanzieren.
„Von den Migranten nicht zu reden – was passiert mit den Millionen Menschen“
Vielleicht wollen die von sich aus weg? Vielleicht auch nicht. Wenn nicht, dann gefällts ihnen auch bei uns. Beides ist doch klasse.
Alles in allem: Der Markt wird es richten. Das müßte ein Linksliberaler doch zumindest wissen und glauben. Sie sind völlig phantasielos. Der Geist völlig begrenzt im Hier und Jetzt.
eulenfurz
Mittwoch, 14. November 2012, 16:41 (URL) | Kurz-URL
Der Bezug auf Region, Nation und Europa im gleichberechtigten Nebeneinander ist sicherlich sinnvoll, eine Fixation allein auf den Nationalismus – warum gerade den? – ist schließlich auch nicht nachvollziehbar.
In dem Stufenmodell (das Naheliegendste zuerst) würden sicherlich auch noch Familie, Religion und Rasse einen Platz einnehmen, aber auch die vermeintlich „linken“ und „liberalen“ ideologischen Grundpfeiler Individualismus und Kosmopolitismus könnten als die beiden Polare Persönlichkeit und Menschheit darin vorkommen.
Soziale, kulturelle und biologische Bindungen jeder Form zwischen Individuum und Erdbevölkerung sind modernen Machthabern im Wege, welche die Menschheit konform formbar wünschen, um besser mit ihr als Verfügungsmasse kalkulieren zu können. Das entspricht dem ewigen Ziel der materialistischen Ideologen und Missionare, sowohl auf der kapitalistischen, als auch auf der sozialistischen Ebene.
Im Übrigen wurde die vom FES nachgewiesene Rechtsextremismus-Bedrohung von anderen Rechtsextremismus-Experten schon wieder relativiert – der bundesdeutsche Neofaschismus liege zerschlagen darnieder!
Yvonne
Mittwoch, 14. November 2012, 16:56 (URL) | Kurz-URL
@Mauretanier
Meine anfängliche Begeisterung für das Projekt (insbesondere nach dem ersten Lichtmesz-Artikel hier) war schnell wieder verflogen, als ich erkennen musste, wie ausdrücklich sich die hiesigen Identitären sofort von ns-nahen Personen abzugrenzen suchten. Auf Facebook ging es ja soweit, nicht mal rechts sein zu wollen, einfach nur Mitte, einfach nur… Ausländer raus …vermutlich. Das wirkt ängstlich, oberflächlich und unsouverän, und es wird keineswegs ein Qualitätsgarant fürs erhoffte Personal sein (wie man an diversen in diesem Sinne gemäßigten Gruppen gut sehen kann). Eine etwas unverkrampftere Haltung gegenüber unserer speziellen Geschichte würde ich mir wünschen, sie ist schließlich tatsächlich ein Teil unserer Identität, im Guten wie im Schlechten. Und eben weil viele neu- und altrechte Positionen im Kern deckungsgleich sind, werden wir ohnehin für alle anderen doch immer die Nazis sein.
Das eine deutsche identitäre Bewegung trotzdem keine neonazistische Bewegung sein wird oder sein sollte, bleibt davon unberührt. Es wäre aus meiner Sicht ein schöner Sammlungbegriff für die bereits bestehenden Grüppchen, sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner, und wenn es schön frisch und heiter daherkommt, kämen eben auch noch ein paar Neue mit.
Ein Fremder aus Elea
Mittwoch, 14. November 2012, 17:14 (URL) | Kurz-URL
Gottfried,
ist doch viel einfacher, die Sozialleistungen werden eh bald zurückgefahren werden.
Nordlicht
Mittwoch, 14. November 2012, 17:38 (URL) | Kurz-URL
@ Walter
Auch ich kenne die „Kameradschafts-szene“ sehr genau und ich muss ihnen teilweise widersprechen. Nach meiner Beobachtung ist die Mehrheit gar nicht mehr so Hitler-fixirt wie sie es sich vielleicht denken. Ich denke der Eindruck entsteht dadurch das solche Subjekte öfter in der medialen Öffentlichkeit stehen, ich jedenfalls kenne kaum solche extremen Beispiele. Sicherlich gibt es eine positive Grundstimmung dem historischen NS gegenüber aber keine Mehrheit die ihn aktiv verfolgt bzw. wiederbeleben möchte. Jedenfalls in meiner Region (Großraum Mecklenburg) würde ich die NS-Bewegung (zumindest die wichtigsten Strukturen) als relativ fortschrittlich, produktiv und kooperativ bezeichnen
Viele würden sich sofort einer neuen Bewegung anschließen wenn es nur eine Sicht auf Erfolg haben würde. Dazu brauch die neue Bewegung intellektuelle Köpfe die sie führt, dann würden tausende aus dem NS-Lager wechseln, da wäre ich mir sicher. Ich würde es machen und ich könnte viele davon überzeugen es mir gleich zu tun.
Nur im Moment schaut es nicht gut aus wenn sich die Identirären mit ihrer „0% Rassismus“ Parole beliebt machen wollen. Denn das ist eine Anbiederung an das System und ist nicht produktiv, es weckt den Eindruck man würde es mit Pro Deutschland etc. zu tun haben. Eines muss klar sein, wenn ein politischer und kultureller Kampf geführt werden soll, dann darf man sich nicht vor biologischen Grundlagen verstecken.
Mauretanier
Mittwoch, 14. November 2012, 17:54 (URL) | Kurz-URL
@Lichtmesz
„Viel Spaß dabei, auch dort gibt es Agents provocateurs in Hülle und Fülle.“
Man kann sich gegen derlei Unterstellungen im virtuellen Raum schlecht wehren, deshalb belasse ich es damit, dass ich erstens kein „Agent provocateur“ bin, sondern mir an konstruktiver Diskussion gelegen ist, und es Sie zweitens auch nicht davon entbindet, mir auf argumentativer Ebene zu antworten: nur dadurch dass ein „Agent provocateur“ etwas sagt, wird es ja nicht falsch.
„Da waren aber Spengler und Jünger dezidiert anderer Meinung, und Nietzsche wäre es mit Sicherheit auch gewesen.“
Zumindest Spenglers Abneigung gegen Hitler und den NS lag daran, dass er sie nicht ernst genommen hat und für Maulhelden hielt; leider starb er zu früh um seine Meinung ändern zu können.
Bei Jünger ist das auch alles etwas anders, als es auf diversen neurechten Blogs gerne dargestellt wird.
Jüngers Frühwerk einschließlich den Marmorklippen ist eindeutig und unverhohlen pro NS, bzw. geht in vielen Punkten noch darüber hinaus.
Der Kampf als inneres Erlebnis, Der Arbeiter, Auf den Marmorklippen(letzteres muss man natürluch zu lesen wissen, Jünger selbst hat explizit gesagt, es wäre KEINE Widerstandsliteratur gewesen, obwohl man es natürlich auch so lesen kann).
Und auch bei Stauffenberg handelt es sich im Grunde nur um einen NS-Häretiker, menschlich bewundernswert, politisch abschreckendes Beispiel.
Aber ich will gar nicht darauf hinaus, hier Leute zum NS bekehren zu wollen.
Die Zeiten habe ich hinter mir.
Ich verlange nur, dass eine wie auch immer geartete deutsche identitäre Bewegung die 12 Jahre spezieller deutscher Identität nicht verdammt, sondern im Sinne eines „Right or wrong, my country“ betrachtet.
Angela Brüning
Mittwoch, 14. November 2012, 18:02 (URL) | Kurz-URL
Leider wird es immer besonders peinlich, wenn sich rechte, identitäre Aktivisten zur Wirtschaft äußern. Was sind heute angebliche Rechte wert, die gegen den sog. Neoliberalismus und Kapitalismus wettern? In Kontinentaleuropa ist Neoliberalismus wohl, wenn die Staatsquote nur knapp unter 50 % des BIP liegt und noch der Faulste seine Happy – 1000 Euro – Grundsicherung (inkl. Mietkostenzuschuss, Kindergeld, Heizkostenzuschuss, etc.) erhält. Es ist ein ein ewiger Fehler der Rechten sich nicht vordergründig mit der Hebung des ökonomisch – militärischen Potentials durch drastischen Rückbau des Sozialstaates für In- und Ausländer zu beschäften, sondern von diesen Fragen mit diversen vernachlässigbaren Kulturkampfthemen abzulenken. Solange nicht identitäre und libertäre Positionen eine sinnvolle Symbiose eingehen, sehe ich einfach nur Kulturkampfgequassel. Es ist bezeichnend, dass die JF als Flagschiff der Neuen Rechten keinen ansprechenden Wirtschaftsteil hat und keine ANtworten auf die Zukunftsfragen der Nation geben kann. Zum nochmaligen Verständnis: Macht ist militärisch – ökonomischen Potential und sonst gar nichts.
Manuel M.
Mittwoch, 14. November 2012, 18:10 (URL) | Kurz-URL
Herr Lichtmesz,
ich kann ihre Begeisterung für die französiche identitäre Bewegung nicht so recht teilen (auch wenn sie mir im Ansatz durchaus sympathisch ist). Es werden völlig unnötige Grenzen gezogen, etwa die Fixierung auf die biologische Herkunft (ähnlich beim Zerfall der deutschen Burschenschaften zu beobachten), die die zahlreich vorhandenen und meiner Erfahrung nach durchaus willigen Nachkömmlinge außereuropäischer nichtmoslemischer Einwanderer außen vor hält. Auch die Grenzziehungen in ökonomischer Sicht halte ich zumindest für fragwürdig, auch kleine und mittelständische Unternehmen sind Bestandteil des globalen Kapitalismus und besitzen nicht qua Genetik ein größeres Verantwortungsgefühl der Gesellschaft gegenüber. Eine sinnvolle Grenzlinie sehe ich eher zwischen Realwirtschaft sowie dieser zugeordneten Banken (etwa Sparkassen) in ihrer Gesamtheit gegenüber der Spekulationsorientierten Fanianzwirtschaft, etwa Hedgefonds oder auch Börsen. Insgesamt muss man sich in Europa – meiner Meinung nach – darüber klar sein, daß man aufgrund von Ressourcenknappheit sich nicht komplett nach innen kehren kann (worauf die Identitäre Bewegung meines erachtens hinausläuft). Mit persönlich wäre es weitaus lieber, man könnte sich auf einige wenige, aber dafür existenzielle Fragen konzentrieren, etwa die Erhöhung der Geburtenrate, die Verbindung von Einwanderung mit Assimilation oder das Nichtzahlen von Sozialleistungen an Einwanderer. Die Frage, was die eigene Identität eigentlich ausmacht (m.M.n. nach mindestens 60 Jahren permanenter Fremdbeinflussung eh nur noch in Grundzügen zu beantworten und sowieso stetem Wandel unterlegen) sehe ich in der identitären Bewegung viel zu sehr konkretsiert (und damit ausgrenzend), um als Massenbewegung jeweils Erfolg zu haben.
Mit freundlichem Gruße
Rumpelstilzchen
Mittwoch, 14. November 2012, 18:39 (URL) | Kurz-URL
Hallo Gottfried
Der Universalismus des NT überschreitet soziale, ethnische, biologische , religiöse Grenzen das ist wahr. Dies hatte geistesgeschichtlich durchaus auch die von ihnen beschriebenen negativen Auswirkungen.
Allerdings ist das Neue Testament kein Parteiprogramm, trennt den religiösen vom staatlichen Bereich.
Und das ist sehr gut.
Reich Gottes meint eben gerade nicht ein weltliches Reich, sondern eine andere Seinsqualität, die immer unter Vorbehalt steht. Das dritte Reich hat diesen Gedanken pervertiert, der Kommunismus wollte das Reich auf die Erde und in die Zukunft verlegen. Der Raubtierkapitalismus verkündigt ein Paradies auf Erden, allerdings auch nicht mehr für alle. Trotzdem kann die abgehalfterte Lebedame Europa nicht mehr als Jungfrau anfangen.
Meine Frage an die Identitären Frankreichs ist nur eine:
– wenn „Khader“ nicht unser Bruder sein kann, wie kann „Hatun“ dann unsere Schwester sein ? –
Walter
Mittwoch, 14. November 2012, 19:10 (URL) | Kurz-URL
Nordlicht:

„Nach meiner Beobachtung ist die Mehrheit gar nicht mehr so Hitler-fixirt wie sie es sich vielleicht denken. Ich denke der Eindruck entsteht dadurch das solche Subjekte öfter in der medialen Öffentlichkeit stehen, ich jedenfalls kenne kaum solche extremen Beispiele.“
Das ist sicherlich bis heute von Region zu Region unterschiedlich, aber diese Fraktion dominiert in Gänze gesehen mMn definitiv. In der medialen Öffentlichkeit fällt diese Dominanz naturgemäß noch stärker aus, aber ich bin eben auch ohne Medienverfälschung der Überzeugung, daß eine Szene-interne Hegemonie auch den tatsächlichen Verhältnissen entspricht.
Wenn das in MV (ausgerechnet dort!?) anders ist, wäre das ja schön.
„Viele würden sich sofort einer neuen Bewegung anschließen wenn es nur eine Sicht auf Erfolg haben würde. Dazu brauch die neue Bewegung intellektuelle Köpfe die sie führt, dann würden tausende aus dem NS-Lager wechseln, da wäre ich mir sicher.“
Nun, „tausende“ bei einer bundesweiten Erscheinung von 1-2000 Menschen halte ich zwar für übertrieben, aber ja, ich denke auch, daß sich aus diesem Milieu bei entsprechender geistiger Auseinandersetzung einige Personen von ihrer Szene „emanzipieren“ würden.
„Nur im Moment schaut es nicht gut aus wenn sich die Identirären mit ihrer „0% Rassismus“ Parole beliebt machen wollen. Denn das ist eine Anbiederung an das System und ist nicht produktiv, es weckt den Eindruck man würde es mit Pro Deutschland etc. zu tun haben.“
Zunächst denke ich, daß diese Parole eine Kopie der gleichlautenden Parole Casa Pounds und der Identitären in Frankreich ist. Ansonsten haben die Verwender dieses „0 % Rassismus…“ zwar recht, wenn sie sich als nichtrassistisch einstufen, aber auch Sie haben recht, wenn Sie sagen, es sei nicht „produktiv“, weil es von denen, die damit konfrontiert werden, eh nicht ernstgenommen wird.
Mauretanier:
„Zumindest Spenglers Abneigung gegen Hitler und den NS lag daran, dass er sie nicht ernst genommen hat und für Maulhelden hielt; leider starb er zu früh um seine Meinung ändern zu können.“
Hier machen Sie es sich – wie bei Jünger – eindeutig zu einfach, wie ich meine…
Asenkrieger
Mittwoch, 14. November 2012, 19:38 (URL) | Kurz-URL
@ Amerikafreund
Ich empfehle im Netz The Occidental Observer und AlternativRight sowie Counter Currents Publishing aus den USA, die auch deutschsprachige Seiten haben. Gerade bei Letzteren wird viel zum Verhältnis der „alten“ zur „neuen“ Rechten publiziert.
Ich kann nur empfehlen, den NS endgültig als Vergangenheit zu betrachten. Wir haben andere Zeiten mit anderen Problemen. Daher bin ich für eine internationale Bewegung aller Weißen, jedoch nicht für ein neues totalitäres Regime.
Gottfried
Mittwoch, 14. November 2012, 19:41 (URL) | Kurz-URL
@ Rumpelstilzchen
„Allerdings ist das Neue Testament kein Parteiprogramm, trennt den religiösen vom staatlichen Bereich.“
Ja.
Den Herrschern („Kaisern“), also z.B. der EU oder Goldman Sachs oder ESM soll der Tribut gezollt werden, das Reich der „Kinder Gottes“ ist nicht von dieser Welt. Anderen Gruppenstrategien mit anderen Weltanschauungssystemen soll das Feld überlassen werden. Im Grunde ist das Christentum also – genauso wie ein säkularer Humanismus oder eine Hobbyesoterik, ein zeitgenössischer Privatbuddhismus u.ä. – absolut kompatibel mit einer „neuen Ordnung“ der ganzen Welt.
„Reich Gottes meint eben gerade nicht ein weltliches Reich, sondern eine andere Seinsqualität, die immer unter Vorbehalt steht.“
Weil dem so ist, kann uns das Christentum, sobald wir mehr wollen, als uns ins Radikalindividualistische und Private zurückzuziehen, politisch in keiner Weise dienen. Die Politik befaßt sich mit den Angelegenheiten der Polis, UNSERER Umgebung, man will uns immer weiter entnationalisieren, unsere Staaten sind nur noch Attrappen, Simulationen.
Die andere Seinsqualität kann doch nur das subjektive Miteinander-Sein bedeuten, wieder zum politischen Subjekt zu werden, befaßt mit der Frage, wie wir uns ein Reich, d.h. einen Staat erobern können, der uns gehört.
Als „Religion“/Weltanschauung schwebt mir das Leben der Gemeinschaft der Gleichen/Ähnlichen vor, deren Fleisch, Herz und Blut, deren Wille zum Leben und zum Eigentum. (tuom, mittelhochdeutsch —> Macht über das Eigene)
Also ein ganz klares Ja zum Partikularismus und zur Subjektivität.
Importprimat
Mittwoch, 14. November 2012, 19:42 (URL) | Kurz-URL
@Fred
Der Markt wird es richten. Der Geist völlig begrenzt im Hier und Jetzt.
Natürlich wird es der Markt richten – was sonst. Sie sollen das auch nicht mir erklären. Ich würde gerne sehen, wie sie einem Vati mit 20 Jahren Hausfinanzierung, Kind mit Studienabsicht und Dauerfeuer der Firmenrationalisierung sagen, sein Geist sei beschränkt im Hier und Jetzt. Das sich schon alles irgendwie finden wird. Er soll sich für Ihre Ideen begeistern und bitte doch nicht phantasielos sein. Der wird ihnen sagen: Junge, dann phantasier mal weiter. Ich glaube, Ihre Bewegung ist genau an der Stelle. Sie können mich arrogant abbügeln, aber wenn(!) sie ihre Basis verbreitern wollen, sollten sie die Sorgen der Menschen im Hier und Jetzt ernstnehmen. Die ablehnende Darstellung wird ihnen nicht gefallen, aber Götz Aly geht in „Hitlers Volksstaat“ der Frage nach, warum es eigentlich für Opi die gute alte Zeit war. Hat wenig mit Bewusstsein, viel mit Hausfinanzierung zu tun. Fragen sie sich, ob sie Rechthaben oder was bewegen wollen.
@Gottfried
Zu Diskutieren wäre ein umfangreiches Rückführungsprogramm
Das macht mir keine Kopfschmerzen, solange Sie sich keine bei der Planung machen. Die meisten Migranten sind deutsche Staatsbürger. Mischehen, Mischkinder, beste Freunde, Arbeitskollegen. Ihre Kreise vielleicht nicht, nur die „Umstellung“ würde viele Menschen betreffen. Wem nehmen Sie die Staatsbürgerschaft wieder weg? Wer kann sie behalten? Wer entscheidet das? Millionen von Menschen, deren Wohnungen leer stehen würden. Damit würden sie die Mieteinnahmen und damit die Ruhestandsplanung vieler Menschen über den Haufen werfen. Sollten Sie diese Menschen gewinnen wollen, was sagen sie denen? Was ist mit den Rückgeführten? Dürfen die ihre Immobilien verkaufen, werden sie enteignet oder entschädigt? Ich möchte nicht Ihre Motive hinterfragen. Menschen nach Kategorien abstempeln lässt sich einfach – sie reden von einer Völkerwanderung. Das ist ein logistischer und organisatorischer Aufwand, der alles da gewesene in den Schatten stellen würde. 33 gab es 1-2% Juden in Deutschland. Heute haben um die 20% einen Migrationshintergrund, sie verstehen was ich meine. Das Leben heute ist nicht einfacher geworden.Wenn Sie nicht ein Konzept haben, das die auffälligsten Fragen beantwortet, stehen Sie schnell da wie ein Aktivist der Grünen, der in der Fußgängerzone von Bottrop für die Rechte der Yanonami demonstriert.
nino
Mittwoch, 14. November 2012, 19:50 (URL) | Kurz-URL
Na ja, Jüngers Distanz zum NS beruhte ja gerade in den 20ern, als er wirklich noch als politischer Schreiberling mit Ambitionen in Erscheinung trat, vor allem auf dem legalistischen Kurs der NSDAP. Von daher wäre ein Jünger der 20er Jahre wohl noch eher bei den Kameradschaften zu suchen als bei irgendwelchen anderen Gruppen. Das aber nur am Rande.
Wenn man sich nicht im Neonazismus zuhause fühlt, muss man sich auch nicht dauernd davon abgrenzen. Das machen die Identitären schon einmal nicht schlecht. Und wenn man aus der Kameradschaftsszene die guten Köpfe anziehen will, sollte man auch nicht immer auf sie einschlagen. Man muss komunizieren wofür man steht und in alle Richtungen offen bleiben. Wer immerzu sagt, „Ich bin kein Nazi.“ hat wohl selber den Verdacht, er könnte einer sein.
PS: Gelungener Text von ML und die Identitären scheinen die richtigen Punkte anzusprechen.
Inselbauer
Mittwoch, 14. November 2012, 19:57 (URL) | Kurz-URL
Vielleicht löst sich der ganze modernistische und aktionistische Kleinkram bald in Luft auf und dann kommt eine große nationale Bewegung, in der man seine „Identität“ nicht in trotzkistischer Kameradenzerfleischung oder in ideologischer Sinnsuche oder in gelehrtem Gerede (das man selbst als Käse durchschaut) suchen muss. Ich kann der sicheren Gewissheit, dass die identitäre Geschichte ein ausländischer Hype ist, nur diese kitschige Hoffnung entgegen halten. Schön ist, dass man etwas aus einen solchen Scheitern lernen kann, nämlich dass wir zusammenstehen und endlich mit dem Klugscheissen aufhören müssen.
Toni Roidl
Mittwoch, 14. November 2012, 20:16 (URL) | Kurz-URL
Während in Villabacho hundert Leute ein Moscheedach besetzen, wird in Villariba erstmal über die reine Lehre diskutiert und darüber, wer in der Eimerkette mitmachen darf, wenn das Haus brennt. Es macht mich wahnsinnig!
Nordlicht
Mittwoch, 14. November 2012, 20:27 (URL) | Kurz-URL
@ Walter
Sicherlich gibt es regionale Unterschiede und natürlich gibt es überall hitlerafine Menschen in diesen Reihen, allerdings würde ich sie deshalb nicht abstempeln und für unbrauchbar erklären, schließlich war ich auch einer von der Sorte. Ich denke mit der nötigen Schulung lässt sich da viel machen.
Was die Zahlen angeht, ich denke schon das man ruhig von tausenden sprechen kann. Es sind ja nicht nur die Leute die man auf einer Demo zählen kann, die sich in nationalen Kreisen bewegen. Wenn ich mir zum Beispiel angucke wie viele Leute am Stammtisch bzw. gedanklich mit uns in der Stadt übereinstimmen(nur die die ich persönlich kenne) komme ich z.B. auf 50 Leute, davon sind aber nur 10, max. 15 auf Demos oder anderweitig öffentlich in Erscheinung getreten. Dieses Potential dürfte im gleichen Verhältnis in jeder Stadt so vorhanden sein und wenn nun die Kader die Bewegung „wechseln“ sollten, so denke ich das der Rest ebenfalls nachrücken würde und so, zumindest im Hintergrund, einige tausend Anhänger für die neue Bewegung vorhanden wären. Ähnlich wie bei der NS-Szene heute.
Aber wie gesagt ohne entsprechender geistiger Auseinandersetzung würde es nicht funktionieren.
Nur dazu brauch es eben auch eine starke und intellektuelle Führung die die Fäden zieht, ohne sie läuft nichts.
Dieter Urchblicker
Mittwoch, 14. November 2012, 20:53 (URL) | Kurz-URL
Auch nach diesem Artikel erscheint mir das „Dafür“ nach wir unkonkret, es sind, wenn auch eher konservativ besetzte, Gemeinplätze. Darin sehe ich aber kein wirkliches Problem.
So wie ich es verstehe geht es um den Vorpolitischen Raum, es ist überhaupt nicht notwendig Parteiprogramme o.ä. zu erstellen. Es gilt eine tatsächlich vorhandenen Stimmung in der Bevölkerung aufzunehmen und zu kanalisieren. Die Mündung des „Kanals“ sollte meiner Meinnung nach in einer „Neuen Identität“ bestehen, auf deren Basis eine politische Diskussion im Sinne von „Das Volk als Souverän“ überhaupt erst stattfinden kann, Stichwort Diskursfähigkeit.
Wie dieser Diskurs aussieht, welche Inhalte er hat und welche Fraktionen daran teilnehmen ist irrelevant. Der Acker muss entgiftet werden, erst dann kann wieder etwas gesundes auf ihm gedeihen.
Ich würde Linke (ungleich Gutmenschen) nicht per se ausschliessen. Auch dort gibt es Menschen die es durchaus ehrlich meinen, auch sie sollten mitgenommen werden – wenn sie denn wollen. Auch sie werden politisch kaum noch vertreten, siehe z.B. Friedensbewegung und Einsätze der Bundeswehr oder auch die ökologische Bewegung und Energiewendewahnsinn, auch Teilen der Frauenbewegung dürfte mitlerweile aufgegangen sein dass die propagierte Karrierefrau auch nur eine kleine Teilmenge weiblicher Identität darstellt.
Ich versuche mal ein Beispiel zu konstruieren:
Die Thesen eines Sarrazin sind eine solche „tatsächlich existierende Stimmung in der Bevölkerung“ und sie ist in grossen Teilen Mehrheitsfähig. Der „Sarrazin light“ Namens Buschkowsky griff vor einigen Wochen dieses Thema wieder auf und zog es auf eine eher sachlich/lokale Ebene herunter, die politisch gerade noch unter der Schwelle zur Hysterie lag. Seiner Analyse ist zuzustimmen, seine Rezepte dagegen im wesentlichen das altbekannte „Fördern und Fordern“.
Ein identitäre Ansatz zur Nutzung dieses Potenzials könnte nun so aussehen sich die Analyse zu eigen zu machen, die Gegenmaßnahmen aber bewusst aussen vor zu lassen.
Ob dieses „Fördern und Fordern“ die allein heilbringende Lösung darstellt oder ob es doch nur der letzte Glied im Dreiklang von „Nachschub stoppen, Raus was geht, fördern & fordern“ darstellt, wäre Teil einer politischen Auseinandersetzung, die es später zu führen gälte.
„Konservativ“ im identitären Sinne bedeutet nicht zwangsweise „rechts“, sondern, im wahrsten Sinne des Wortes, „erhaltend“. Auch ein eher Links orientiert junger Mensch wird jene Strukturen „konserviert“ sehen wollen, die ihn, so wie seinen Eltern zuvor, in Lohn & Brot bringen, die Gründung einer Familie erlauben und dem Lebensstandard zuträglich und nicht abträglich sind. Auf diese Definition des Konservativismus sollte man sich mMn nach im Zusammenhang mit dem Identitarismus beschränken. Man sollte nicht der Versuchung erliegen daraus etwas rechtskonservatives formen zu wollen.
Um es ganz klar zu sagen:
Wenn die Identitäre Bewegung nicht nur ein weiteres Kapitel im grossen Buch der Rohkrepierer werden soll muss das Angebot alle umfassen. Dieses „Alle“ muss, neben den z.T. schon oben erwähnten Gruppen, z.B. auch assimilierte Migranten umfassen.
Als Rechtskonservativer bedeutete dies sich bewusst zurückzunehmen. Das „Rechts sein“ hat nichts im Vorpolitischen Raum verloren, das Konservative dagegen schon – im oben genannten Sinne. Ja, vielleicht machen wir damit sogar ein Stück weit die Arbeit für Kräfte, die wir als Rechte selbst nicht mögen oder gar verachten, aber anders wird es nicht gehen weil sonst die bekannten politischen Fliehkräfte einsetzen.
Noch ein konkretes Beispiel: Aus identitärer Sicht würde ich jemanden der z.B. die Ostgebiete zurückhaben will entgegen dass er das gerne fordern kann, aber nicht in seiner Rolle als Identitärer, sondern ggf. als Parteimitglied. Ich würde ohnehin vorschlagen dass die Aufnahme in identitäre Zirkel die Mitgliedschaft in einer Partei/Jugendorganisation ausschliesst, so hält man sich zumindest zu Beginn Karrieristen, Wendehälse und notorische Quertreiber vom Hals.
Die Szene hier hat doch im wesentlichen keine Identitätsprobleme. Fast jeder kann von einem „Erweckungserlebnis“ berichten. Identitär sollte darauf abzielen auch andere in die Lage zu versetzen diese Erfahrung machen zu können. Ob diese dann die blaue oder rote Pille schlucken muss und soll jeder selbst entscheiden.
Ich breche es noch ein Stück runter:
Bevor sich das „rechte“ und das „linke“ Kind im Sandkasten heftig darum raufen können wem denn nun das gefundenen Förmchen gehören soll muss zuerst der tyranische Bully aus dem Sandkasten rausgeschmissen werden – er ist es nämlich der das Förmchen Kraft seiner Überlegenheit an sich nimmt und beide Kinder, in der Hoffnung Wohlgefallen würde ihnen das Objekt der Begierde bescheren, Männchen machen lässt.
Gottfried
Mittwoch, 14. November 2012, 20:54 (URL) | Kurz-URL
@ Importprimat
„Menschen nach Kategorien abstempeln lässt sich einfach.“
Dieses Konstrukt „Menschen“ bezeichnet Zweibeiner in Patagonien, im dörflichen China, Kongolesen, usw. usw. Es gibt davon etwa sieben Milliarden.
Wäre mal interessant, wenn die Freunde der Zurichtung der ganzen Welt für die Bedürfnisse der Eliten des Finanzwesen erläuterten, warum sie gerade dieses Konstrukt (und nicht Lebewesen, Milchstraßenbewohner, ALDI-Kunden, Flensburger, Deutsche, Männer, Kinder, Syrer, Greise) usw. EXZESSIV in jeder Rede überstrapazieren.
Welche Gemeinsamkeit, welchen Zusammenhalt soll es zwischen diesen Chinesen, Greisen aus Flensburg, Kindern aus dem Kongo usw. denn geben? Viel mehr als Banalkreatürliches wie Essen, Schlafen, Verdauung … fällt mir da nicht ein.
Die Zweibeiner, die sich in Deutschland aufhalten, lassen sich nach folgenden Grobkategorien abstempeln und unterscheiden (diskriminieren):
a I) Staatsangehörige mit deutschen Eltern
a II) Staatsangehörige mit ausländischen Eltern
b) Asylsuchende
c) abgelehnte Asylbewerber
d) Illegale
e) Ausländer, die hier eine erhebliche Straftat begangen haben
Der Ansatz der Staatsfeinde und Universalisten ist es, zu diktieren (wozu die „Menschen“-Rechte der VN und Co. ja auch legitimieren), daß es Aufgabe der Deutschen sei, allen „Menschen“ der Welt gerecht zu werden, was immer diese Gerechtigkeit auch bedeuten mag.
Der Ansatz von demokratischen Grundgesetzanhängern besteht hingegen darin, daß „Alle Macht vom Volke“ ausgeht.
Das Volk hat das Willenssubjekt der politischen Handlung zu sein. Der erste Schritt ist nun der, die minimalen Unterscheidungen vorzunehmen, die das Gesetz ja bereits vorgibt:
Straftäter nach Jugendlichkeit (bis 18 Jahre) bzw. Volljährigkeit (darüber hinaus) zu diskriminieren.
Illegale sind unverzüglich abzuschieben.
Ausländische Straftäter sind abzuschieben.
Welche Detaillösungen darüber hinaus getätigt werden müssen, ist eine müßige Frage, mit der oben beschriebenen Minimallösung wären wir schon drei Schritte weiter.
Außerdem wäre die sogenannte Eingliederung („Integration“) gänzlich zu streichen. Wer einen Raum betritt, der muß die Regeln dieses Raumes sofort anerkennen. Der Raum kann der Staat Japan sein als Beispiel, der Raum kann ein Restaurant sein, ein Privatwohnung oder eine deutsche Schule. Es gibt immer einen Dominus (Herrn im Hause). Wenn nicht, hat der Neueintretende die unangenehmen Folgen zu tragen.
Die „Integration“, die in der BUNTEN Republik stattfindet, inszeniert eine Art partnerschaftliches Gespräch, wer aber ohne Vorleistung bereits Partner auf „Augenhöhe“ ist, der hat – entsprechende Anspruchsunverschämtheit vorausgesetzt – nicht den geringsten Grund, irgendwelche Anpassungsleistungen zu erbringen.
Ein Fremder aus Elea
Mittwoch, 14. November 2012, 21:26 (URL) | Kurz-URL
Gottfried,
Sie argumentieren religionsbezüglich utilaristisch.
Und damit gerät die ganze Diskussion zwangsläufig einzig zu der Frage nach der Grenzziehung.
Einsatz für’s Gemeinwohl, aber was ist die Gemeinde?
Nun, die Gemeinde definiert sich aber gerade durch geteilte religiöse Überzeugungen.
Was von Rumpelstilzchen und Ihnen zum Christentum gesagt wurde, stimmt so auch nicht. Das Christentum ist keinesfalls beliebig, es hat nur den Machtkampf gegen seine Widersacher verloren, was allerdings ankündigt ist: der Teufel muß hin und wieder für eine kurze Zeit frei werden.
Sie unterschätzen Religion gleich zweifach: einmal ihre natürliche Rolle und zum anderen das Wissen derjenigen, welche sich mit ihr beschäftigen.
Völker sind immer auf geteilten Überzeugungen gebaut, das unterscheidet sie von Stämmen. Religionen legen sich gegebenenfalls über diese Überzeugungen, formulieren sie in ihrer Sprache, betten sie in einen größeren Kontext ein.
Wann immer Relgionen diesbezüglich mehr wollen, kommt es zu schweren Problemen. Und das gilt auch für sonstige Ideologien. Eine Ideologie, welche versucht, einen bestimmten Menschentypus zu erzeugen, muß scheitern, denn das ist nicht unsere Rolle.
Allenfalls kann eine solche Ideologie Reaktionen auslösen, zu welchen es sonst nicht käme.
Nun denn, ich hatte zuletzt versucht ein Gefühl für diese Fragen zu vermitteln: http://bereitschaftsfront.blogspot.com/2012/11/generalisierungen-des-guten.html
Im übrigen ist es natürlich so, daß, wenn an einer Religion irgendetwas Wahres dran ist, sie natürlicherweise nicht nur in einem Volk ein Interesse an ihr auslöst. Und mir ist auch keine Religion bekannt, welche sich isoliert entwickelt hätte.
Ahnenkult ist typisch für eine bestimmte Sorte Mensch, aber ich bezweifle, daß er uns weiterbringen würde. Es ist ja auch nicht verboten, der Toten zu gedenken.
Importprimat
Mittwoch, 14. November 2012, 21:44 (URL) | Kurz-URL
@Gottfried
Lassen sie uns nicht über Bewertungen von Vor und Nachteilen einer bunten oder völkischen Weg sprechen. Wir kennen die Argumente.
Mir fällt auf, wie visionär, sehr verträumt, Ihre Szene ist. Das macht mich manchmal sprachlos.
M.L.: Ist sicher ein spektakulärer Kontrast zu all den nüchternen, pragmatischen, knallharten Realisten unter Ihren Multikulti-Homies. ^^
Das von Ihnen formulierte Minimalziel können Sie im Rahmen des GG und mit politischem Willen durchsetzen. Damit haben Sie ein Thema, mit dem Sie die Gesellschaft hinter sich bringen können.
„Viel mehr als Banalkreatürliches wie Essen, Schlafen, Verdauung … fällt mir da nicht ein.“
Ich würde Innere Sicherheit und Integration (von mir aus „Unterwerfung unter Regeln“) als etwas Banalkreatürliches der offenen (liberalen) Gesellschaft bezeichnen. Das sind systemische Konfliktlinien und damit immer und für jeden ein Thema. Damit können Sie für einen Moment eine Sandburg errichten. Der zweite Schritt, die Sandburg stabilisieren, fällt schon schwerer.
„Welche Detaillösungen darüber hinaus getätigt werden müssen, ist eine müßige Frage, mit der oben beschriebenen Minimallösung wären wir schon drei Schritte weiter.“
Das wären Sie eben nicht. Damit hätten Sie das System erst mal stabilisiert. Und etwas erreicht, bei dem Sie die meisten Fans unter a II) hätten. Eskalieren führt auch zu nichts, das macht das System stärker, haben die Linken schon durchgespielt. Diese Themen werden nicht der Hebel sein.
Schon spät, danke für den Austausch.
Martin
Mittwoch, 14. November 2012, 21:46 (URL) | Kurz-URL
Während in Villabacho hundert Leute ein Moscheedach besetzen, wird in Villariba erstmal über die reine Lehre diskutiert und darüber, wer in der Eimerkette mitmachen darf, wenn das Haus brennt. Es macht mich wahnsinnig!
Richtig, Herr Roidl, wie sagte schon Herr Shaw:
Those who can, do. Those who can´t, teach.
Die Franzosen haben ein nettes Konzept, die von Herrn Lichtmesz übersetzten Punkte sind ok, auch wenn ich persönlich nicht für einen NATO Austritt bin und das vor kurzem in der JF veröffentlichte Manifest besser finde, also warten wir doch einfach ab, wer die „Macher“ in Deutschland sind, denn die bilden sich naturgemäß von alleine heraus – wird ja wohl noch mehr als 3 Faxen tanzende Hanswurste geben …
und dann handeln – Punkt.
Gottfried
Mittwoch, 14. November 2012, 22:01 (URL) | Kurz-URL
@ Ein Fremder aus Elea
„Nun, die Gemeinde definiert sich aber gerade durch geteilte religiöse Überzeugungen.“
Ja, richtig. Nehmen wir die vereinigende Kraft des Neuen Testamentes und das Beispiel der Latinos, der Schwarzen und der Europiden in den VSA.
Klappt doch prima, die gleiche Anschauung der Welt, die gleichen Schulen, Wohnen in den gleichen Vierteln, beste entspannte Nachbarschaftsverhältnisse.
In London gibt es wenig Latinos, aber viele Schwarze christlichen Glaubens, Engländer gibt es dort auch, siehe oben, was zählt die Nation (Ähnlichkeit durch die Geburt in ein bestimmtes Volk), wenn der christliche Glaube diese wunderbaren Brücken baut?
Ein Fremder aus Elea
Mittwoch, 14. November 2012, 22:32 (URL) | Kurz-URL
Gottfried,
religiöse Überzeugungen sind fast nie expliziert worden. Und aus gutem Grund, denn dann hätten Sie den Idealmenschen.
Und ich meinte auch nicht das Christentum, sondern die jeweiligen Überzeugungen, welche Völker verbinden.
Was die USA angeht, nun, das ist doch ein gutes Beispiel für das, was ich sage, denn ganz offensichtlich glauben Latinos an andere Dinge als die Yankees. Latinos selbst sind aber ein bunt zusammengewürfelter Haufen, und zum Teil treten sie auch zum Galuben der Yankees über.
Ich halte Biologie keineswegs für unwesentlich, aber wenn Sie sich nicht für die Überzeugungen verschiedener Menschen interessieren, wie können Sie da hoffen, jemals herauszufinden, was an der Biologie relevant ist?
Auch kommt natürlich hinzu, daß Staaten selbst ihre Bevölkerungen gegen einander aufhetzen. Und manchmal geschieht das auch innerhalb eines Staates. Hmmm… Wagner hat dazu was in „Erkenne dich selbst“ geschrieben, ich zitiere es besser nicht. Aber er berührt da einen wesentlichen Punkt. Gruppen bilden sich oft genug aus reinem Opportunismus, und wenn wir über dieses Stadium hinausgelangen wollen, müssen wir schon Anstrengungen unternehmen, uns zu verstehen, was wir wollen, und in wiefern wir also von einander verschieden oder auch gleich sind.
Gottfried
Mittwoch, 14. November 2012, 22:36 (URL) | Kurz-URL
@ Importprimat
„Ich würde Innere Sicherheit und Integration (von mir aus „Unterwerfung unter Regeln“) als etwas Banalkreatürliches der offenen (liberalen) Gesellschaft bezeichnen.“
Kreatürliches bedeutet Essen, Schlafen, Phänomene der Endausscheidung im Rahmen des Stoffwechselvorganges, geschlechtliche Interaktionen, Geburt, Tod, Triebaufwallungen, die bei mangelnder Kontrolle zur körperlichen Gewalt führen können, körperliche Berührungen. Universal.
Innere Sicherheit gibt es immer nur lokal. In unseren Breiten eine zivilisatorische Leistung per Gesetz, staatliches Gewaltmonopol usw.
Die „Integration“ bedeutet bei uns de fakto das genaue Gegenteil von Sich-Einfügen und damit Unterwerfen unter die herrschenden Regeln. Also Beseitigung der Herrschaftsverhältnisse, Enteignung, Entmachtung, endlose „Dialoge“ (die keine echten sind) als Selbstzweck.
Danke für das anregende Gespräch, einen Berührungspunkt mit Ihrer Parallelwelt habe ich (noch) nicht aufspüren können.
Michael Schlenger
Mittwoch, 14. November 2012, 23:19 (URL) | Kurz-URL
Ich grüße Sie, Herr Kubitschek und Herr Lichtmesz!
Unsere französischen Nachbarn in Ehren, aber für unsere Situation liefern sie weder Vorbild noch Lösung. Sie sind eben keine Deutschen, was als Kompliment wie auch als Distanzierung zu verstehen ist.
Schauen wir uns doch mal an, was die Neue Rechte in heutzutage maßgeblichen Medien zu sagen hat. Geben wir den Namen eines der führenden konservativen Intellektuellen bei youtube.com ein. Statt einer wohlüberlegten Selbstdarstellung eines klugen Kopfes in neutralem Weiß erleben wir einen kahlrasierten Schädel im Schwarzhemd:
„Das Deutschland, in dem ich leben möchte, ist das …. äh… das Land, in dem die Deutschen leben.“
Entschuldigung, bei allem Respekt für Ihre organisatorischen und intellektuellen Leistungen, Herr Kubitschek, den ich als Nationalliberaler empfinde, aber bei dieser banalen Botschaft im Netz können Sie es doch unmöglich belassen wollen.
Also: Wer ist denn das „Ich“ in Ihrer Aussage, wenn das politisch irgendetwas wert sein soll? Das sind doch in Wahrheit „wir“, das sind doch Hunderttausende, vermutlich Millionen, vielleicht sogar die „schweigende Mehrheit“. Wenn Sie das meinen, dann sagen Sie das doch auch so bei passender Gelegenheit.
Und wer sind denn diese Deutschen? Sind das nur die Ewiggestrigen, die frustrierten Kriegsverlierer, die unfreiwillig Holocaust-Schuldigen, die Nicht-Anglophonen, die Nicht-Doktoranden, die Nicht-Audi-Besitzer, die materiell Zukurzgekommenen? Nein, es sind auch die dank deutscher Tugenden – der Tugenden von Protestanten, Katholiken, Freidenkern und Agnostikern – Selbstbewussten und Erfolgreichen, Nachdenklichen und Bescheidenen, Eloquenten und Stillen deutscher Zunge und deutschen Geistes.
Dies ist doch das Band, das uns verbindet, uns Deutsche, die Sprache und die in deutscher Sprache verfassten Märchen und Lieder, Romane und Opern, Sprichwörter und Scherze, unsere Tugenden und Untugenden, ganz gleich, wann und wo und vom wem wir sie verinnerlicht haben.
Lächerlich ist die Vorstellung, dass das ausschließlich etwas mit Abstammung im Sinne von Rasse zu tun habe. Es hat etwas mit Abstammung im Sinne von Erziehung, Schulung und Vorbild zu tun.
Der Japaner, der Koreaner, der – wenn auch mit Mühen – deutsches Gedanken- und Kulturgut versteht, ausdrücken und interpretieren kann, ist mir nahe, er ist einer von uns. Der gebürtige Frankfurter Prolet, der nur Äbbelwoi und Würstchen, Heinz Schenk und die Kastelruther Spatzen kennt, der ist es trotz bestem Hessisch nicht.
Herr Kubitschek, was fehlt, ist meines Erachtens ein klares Verständnis davon, was deutsch ist, warum es wertvoll ist und wer es vermitteln soll. Das kann aus meiner Sicht ruhig elitär sein und bleiben, da halte ich es mit Ernst Jünger.
Das Deutsche braucht nicht mehrheitsfähig zu sein, im Gegenteil: So wie Grimmelshausens Simplicissimus für heutige Wikipedia-geschulte Abiturienten kryptisch ist, so wie Bachs Fugen und Beethovens späte Klaviersonaten für die MP3-geschädigte Masse unerträglich sind, so wie Hölderlin, Nietzsche und Mann für den von der Frankfurter Schule verstörten Akademiker zu wenig kritisch sind, so wenig hat das Deutsche heute hierzulande eine Chance. Aber vielleicht später, woanders, in einer anderen Sphäre.
Was liegt uns an der Unmöglichkeit des großen Erfolgs, des breiten Durchbruchs, des überwältigenden Siegs, solange das Deutsche nicht gänzlich verlorengeht? Beschäftigen Sie sich mit dem Überleben des Wissens und der Erkenntnisse der antiken Schriftsteller, Dichter und Denker über das Mittelalter. Eine hauchdünne Überlieferung verbindet uns über zwei und mehr Jahrtausende mit ihnen. Vielleicht ist es uns unsere Aufgabe, bloß Bewahrer der Flamme zu sein, während um uns herum alles in Schutt und Asche fällt.
Ich glaube, mit Ihrem Traum von einem baldigen Wiedererwachen Deutschlands sind Sie auf dem Holzweg, doch Ihr Wunsch nach einer Renaissance deutschen Geistes mag irgendwann in Erfüllung gehen. Daran lassen Sie uns arbeiten, auch auf youtube!
Beste Grüße
Michael Schlenger, Bad Nauheim
P.S. Das ängstliche Verbergen der eigenen Identität ist einfach jämmerlich, unmännlich und unsoldatisch, wenn das einigen Herrschaften und ängstlichen Hypothekenschuldnern etwas sagt. Das würde ich als Erstes auf dieser Netzseite abstellen. Man auch mit Familie zur Miete wohnen.
Harald Sitta
Mittwoch, 14. November 2012, 23:21 (URL) | Kurz-URL
Superb, liber ML >> also so klein ist die Eissscholle wieder nicht, aber wie OvH schon so schoen sagte : Wenn man mit dem Ruecken zur wand steht ist es ganz einfach, man kann nur mehr nach vorne, also angreifen ..
Harald, ein Wiener in Suedafrika
Nick N.
Donnerstag, 15. November 2012, 0:37 (URL) | Kurz-URL
Wie immer ein hervorragender Artikel aus Lichtmesz‘ Feder. Außerdem finde ich die Ansätze der Identitären, die hier vorgelegt werden, zumeist überaus positiv.
Nur dem guten Herrn Mauretanier muß ich mit seiner Einschätzung von Spengler und Jünger widersprechen. Es ist schon spät, und ich will ins Bett. Deshalb beschränke ich mich auf Spengler und führe ein paar Äußerungen aus seinem Nachlaß auf. Für ihn war die „Rassereligion“ der NSDAP „materialistisch“ und „infantil“. Er eiferte gegen „März 1933“, die „keine Revolution“, sondern „Trug“ sei. Er kritzelte Zeilen in seinem Tagebuch wie „Antisemitismus ist trottelhaft. Wer das zum Prinzip der ‚nationalen Befreiung’ erhebt […] scheidet damit aus der Reihe politisch ernst zu nehmender Mensch[en] aus“. Er machte Anmerkungen über „diese Krüppel, Schafsgesichter“ und „Minderbegabten“. Sie „reden von ihrer Rasse und zeigen auf den Bamberger Reiter, als ob er ihresgleichen wäre, ohne zu fragen, was er von ihrer Rasse denken würde. Was edle Rasse ist: Araberscheich, Bali, Java“, zischt der Schöngeist. „Wie jämmerlich sind sie dagegen!“.
Fazit: Spenglers Stellungnahme zum Hitlerismus kann man mit Hielschers Spruch „der Ausbruch des Gesindels“ beschreiben! Hätte er länger gelebt, bin ich mir sicher, daß er seine Meinung nicht geändert hätte. Vielmehr dürfte der Kurs der NSDAP ihn in seiner Ablehnung des Nationalsozialismus Hitlerscher Prägung bestätigt haben.
Martin Höfer
Donnerstag, 15. November 2012, 7:50 (URL) | Kurz-URL
Stark, das wird ja was! Eine identitäre Aktion, bei der sich maximal zwei Leute zusammenfinden und auf der Straße einem heftigen Wortgefecht über die Frage verfallen, wie viele Hitlers denn durch ein Nadelöhr gehen. Wenn das keine Sondersendung der Tagesthemen rechtfertigt, was dann? Es geht voran!
Dr Schneider
Donnerstag, 15. November 2012, 7:58 (URL) | Kurz-URL
Wunderbar! Ich bin von diesem Manifest begeistert. Viel wurde schon diskutiert, ich will deshalb nur einen Aspekt herausstreichen, der noch nicht erwähnt wurde. Es heißt unter Punkt 2:
„Die sozialistische Linke und die liberale Rechte sind die zwei Gesichter der ökonomischen Globalisierung, die die Völker zerstört und die Arbeiter verarmen läßt.“
Der Schlag gegen die l i b e r a l e R e c h t e hat gesessen, und der muß auch sitzen!
So wird ein allzu borniertes links/rechts-Schema hinterfragt, das in der momentanen Situationen effektiven Widerstand gegen die identitätsbedrohenden Globalisierungsprozesse lähmt.
Will heißen: Die Verbündeten der nicht-(wirtschafts)liberalen Rechten sind eher konservative Linke (Sarrazin ist SPD-Mitglied!) als irgendwelche fanatischen USA-Fans.
Aus diesem und anderen Gründen finde ich das, was Lichtmesz da übersetzt hat, besser als das JF-Manifest.
Walter
Donnerstag, 15. November 2012, 8:31 (URL) | Kurz-URL
Nordlicht:
„Sicherlich gibt es regionale Unterschiede und natürlich gibt es überall hitlerafine Menschen in diesen Reihen, allerdings würde ich sie deshalb nicht abstempeln und für unbrauchbar erklären, schließlich war ich auch einer von der Sorte.“
Ich stempel niemanden ab, definitiv nicht. Im Gegenteil – ich bin ja Ihrer Meinung, daß es dort durchaus fähige Leute, ehrliche Idealisten, gibt, die mit dieser NS-33-Hitler-Schiene nichts zu tun haben und daß diese Personen ihr Potential daher dort leider vergeuden, weil man den festgefahrenen Grundcharakter eines Milieus eben nicht ändern kann. Und ich bin aufgrund dieser Annahme der Meinung, daß man die aufnahmefähigen Leute aus dieser Szene ansprechen muß, um sie dort loszusagen. Das würde ich nicht fordern, wenn ich sie auf irgendeine Weise abstempeln würde oder sie pauschal für unbrauchbar hielte.
Worauf ich hinauswollte, ist lediglich zu empfehlen, auf illusorische und in ihrer Allgemeinheit irreführenden Dinge wie das Verlangen nach einem generellen „Schulterschluß“ zu verzichten.
Raskolnikow
Donnerstag, 15. November 2012, 9:11 (URL) | Kurz-URL
Lieber Herr Roidl!
Während in Villabacho hundert Leute ein Moscheedach besetzen, wird in Villariba erstmal über die reine Lehre diskutiert und darüber, wer in der Eimerkette mitmachen darf, wenn das Haus brennt. Es macht mich wahnsinnig!
Es hindert Sie doch niemand, auf einen Rohbau Ihrer Wahl zu steigen und dort pyrotechnische Artikel („Magische Fontäne super XXL“) in Gang zu setzen. Ebenfalls steht es Ihnen frei, sich mehr oder weniger originell zu vermummen und bei einer bedeutungslosen Ansammlung von Durchschnittsdeppen Ihre Gliedmaßen herumzuwirbeln. Bassen Sie los!
Im Umkehrschluss zwingt Sie auch niemand, hier unsere, in der Tat hanebüchenen, Disputationen zu verfolgen.
Wenn es Ihnen nur darum gänge, wohlfeile Stäbe über unseren Häuptern zu brechen, so sei Ihnen das natürlich, zumindest von meiner Seite, großzügig gestattet.
Aber bitte, beantworten Sie mir doch eine, nein zwei Fragen im Gegenzug!
Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass diese Etablierung einer Fussballfankurve auf einem Moscheerohbau mehr „Praktisches“ einbringt als hiesiges Geschnatter – nämlich nichts?
Wenn es eine Gemeinschaft von Männern gäbe, die von der Moschee nicht mehr runtergestiegen wären, nun gut, da lägen die Dinge anders, aber so …
Und warum um alles in der Welt muss immer alles „neu“ sein? Man nennt sich identitär, will aber zeitgemäß auftreten und moderne Menschen ansprechen. Dafür bin ich geistig leider zu unbeweglich, solchen Kabolz vermag ich kleines Gemüt nicht zu schlagen. Skateboard, Turnschuh, Hollywood-Ikonen und Fangesänge bekomme ich nicht unter die Überschrift „Meine Identität“.
Erwartungsvoll in jeder Hinsicht,
R.
Martin
Donnerstag, 15. November 2012, 9:51 (URL) | Kurz-URL
Sehr geehrter Herr Schlenger,
wer nicht weis, was deutsch ist, dem kann auch kein nach Mitteldeutschland gezogener Ravensburger mehr helfen …
Es geht nicht mehr um Hölderlin, Nietzsche und Bach, es geht um die Positionierung in ganz konkreten Macht- und Verteilungskämpfen, die bereits begonnen haben und sich noch verstärken. In dieser Kakophonie des „wir zuerst“ der Einwanderer, der Finanzjongleure und anderer Lobbygruppen hat die deutsche Bevölkerung bislang maximal nur ein vereinzeltes „ich zuerst“ entgegenzusetzen. Die Bildung einer ernsthaften deutschen Interessenvertretung, die dann auch machtvoll werden kann, ist das Thema.
Ideologischen, philosophischen Unterbau gibt es genug. Bekanntermaßen ist jeder einzelne Deutsche ein Philosoph aber man kommt hierzulande nur noch bestenfalls zu Stufe zwei dieses Sinnspruchs, dass zwei Deutsche einen Verein bilden. Wir müssen wieder zu Stufe drei kommen, dass drei Deutsche eine Kriegsgefahr sind und damit meine ich keine für das Ausland, sondern für das eigene Land und Kriegsgefahr stelle ich als Sinnbild für den konkreten Machtanspruch, denn wer die Macht hat, entscheidet über Krieg und Frieden. In dieser konkreten Situation ist mir der Äppler süffelnde Frankfurter Proll näher, als ein Geigenvirtuose aus Südkorea (es sei denn, dieser würde in Deutschland wohnen und für deutsche Interessen eintreten). Es geht nicht mehr ums Hochgeistige, es geht vielmehr darum, die „Ernährungsgrundlage“ zu sichern, die derartig spezifische Kulturausbildungen, nämlich die der deutschen, die wir alle so schätzen, überhaupt ermöglicht. Denn sonst findet das deutsche demnächst nur noch im Museum statt.
Importprimat
Donnerstag, 15. November 2012, 10:22 (URL) | Kurz-URL
@ M.L.: Ist sicher ein spektakulärer Kontrast zu all den nüchternen, pragmatischen, knallharten Realisten unter Ihren Multikulti-Homies. ^^
Touche!
@Gottfried
Eine Überlegung wollte ich Ihnen noch mitteilen:
Aufgrund der Demographie werden 1/3 der Deutschen einen Migrationshintergrund haben, bei Ihnen unter a II) fallen. Diese werden Sie nicht gewinnen, wenn Sie sie nicht als mögliche gleichberechtigte Mitspieler betrachten, wie Herr Schlenger es in seinem Kommentar vorgeschlagen hat. Salopp gesagt, wenn ich als Migrant niemals als Deutscher akzeptiert werde, selbst wenn ich die Loreley im Kanon furzen kann, dann werde ich gegen sie sein. Wenn Sie mir auch die Hoffnung für meine Kinder nehmen, dann haben wir einen offenen Krieg. Wenn ich hier in den Kommentaren lese, dass selbst diejenigen, die bereit sind, Migranten mit dem Wohlwollen eines Gutsherren zu betrachten, hier in der Minderheit sind, dann kann ich 1/3 der Bevölkerung aus Ihrer Zielgruppe getrost herausrechnen. Gehen wir in der verbliebenen Gruppe von optimistischen 50% erreichbarer Personen aus, die Gegner schlafen ja auch nicht, persönliche Bindungen zu a II) tun ihr übriges. Ihnen stehen für Ihre Ansichten mit viel Liebe und Rückenwind 1/3 der Bevölkerung zur Verfügung. Sie sind und werden somit niemals die schweigende Mehrheit sein. Fragt sich dann, welche Strategie Sie jetzt verfolgen wollen. Ich glaube, Herr Schlenger hat hier die Situation sehr gut beschrieben. Es wird ihnen nicht gelingen, mit extremen Positionen (wie ich sie hier lese, die ich Ihnen persönlich nicht unterstelle) den kulturellen Mainstream dieses Landes zu dominieren. Was heißt das dann konkret? Entweder sie verbreitern ihre Basis und geben dem 1/3 der a II) (die dann nicht mehr a II) , sondern einfach a) wären) eine Chance und weichen damit auch das 1/3 der politischen Gegner auf, oder Sie denken über eine Machtergreifung als Minderheit nach – d.h. sie würden gegen 2/3 der Bevölkerung regieren. Hand aufs Herz- wie wahrscheinlich ist das? Sollten Sie keinen Erfolg haben, bleiben Sie eine spleenige Elite (in der schmeichelhaften Eigenwahrnehmung). Ob diese strukturelle Minderheit für die Umsetzung Ihrer Ideen reicht, ich glaube es nicht. Was ich über die Identitären gelesen habe, so ist es die Mobilisierung innerhalb des eigenen 1/3 (naja, im Promille-Bereich). Selbst bei überwältigendem Erfolg (sagen wir 25% im eigenen Drittel), ist es eine strukturelle Minderheit ohne Machtoption und damit ein Sturm im Wasserglas. Zumal sie in einer Gruppe fischt, die in diesem System eine exzellente berufliche Aussicht hat, somit unter keinem ökonomischen Druck steht. Überlegungen, ob man Schlesien zurück fordern soll, erscheinen vor diesem Hintergrund besonders putzig. Für Menschen, die was bewegen wollen, muss das doch wie die Aufforderung klingen, Kuchen zu essen, wenn man schon kein Brot hat.
Rumpelstilzchen
Donnerstag, 15. November 2012, 10:37 (URL) | Kurz-URL
Hallo Raskolnikow,
Vielleicht wären besser halbnackte Frauen auf die Moschee gestiegen und hätten einen orientalischen Tanz aufgeführt?
soziologisch ist auffällig, dass Aktionen von eher humorlosen jungen Burschen frivole Aktionen von Mädchen gegenüberstehen.
Vielleicht muß zusammenkommen, was zusammengehört.
S. Pella
Donnerstag, 15. November 2012, 11:00 (URL) | Kurz-URL
Zeichensetzend war der Zug der beiden Angehörigen der „Division Antaios“ nach Orange allemal. Mit der Teilnahme an der Tagung des „bloc identitaire“ verdeutlichten und erhoben G.K. und M.L. die Meinungsführerschaft des Sezession-Umfelds über die identitäre Bewegung im deutschsprachigen Raum.
Oblgeich dies so nicht ausgesprochen wurde, konstatiere ich dies hiermit!
Nichtsdestotrotz besteht die äußerst reelle Gefahr, in deutschen Landen nicht aus den theoretischen Hinterzimmern herauszukommen und somit eine für die Menge anziehende, d.i. identitätsstiftende Aktion durchzuführen. Personelle, inhaltliche und organisatorische Abgrenzungen und Distanzierungen scheinen einmal wieder das Entstehen einer schlagkräftigen Bewegung auf Seiten der „Rechten“ im Keim zu ersticken.
Anzumerken sei abschließend, daß der „bloc identitaire“ in Frankreich bislang eher ein Schattendasein fristete und – im Gegensatz zur Front National – eben keine Massenbasis rekrutieren konnte. Selbst in konservativen und rechten Bevölkerungsgruppen sind die Identitären weitgehend unbekannt. Ein Beispiel aus eigenem Erleben:
am vergangenen Wochenende war – wie jedes Jahr im Herbst – ein junger Bauer und Jäger aus der Champagne (mit seinem Vater) zu Gast bei meiner Familie. Dieser zutiefst bodenständig und konservativ lebende Mann wurde schlicht und einfach identitär, d.h. traditional französisch, erzogen und besitzt durchaus politisch rechte Anschauungen, obwohl eher dem gaullistischen Flügel zugeneigt. Doch weder er noch sein weit gefächertes und großes persönliches Umfeld (mittelgroße Stadt in der Champagne) haben bislang etwas von den Identitären gehört – nur soviel zur Breitenwirkung!
Mauretanier
Donnerstag, 15. November 2012, 12:39 (URL) | Kurz-URL
@ Michael Schlenger
„Der Japaner, der Koreaner, der – wenn auch mit Mühen – deutsches Gedanken- und Kulturgut versteht, ausdrücken und interpretieren kann, ist mir nahe, er ist einer von uns. Der gebürtige Frankfurter Prolet, der nur Äbbelwoi und Würstchen, Heinz Schenk und die Kastelruther Spatzen kennt, der ist es trotz bestem Hessisch nicht.“
Das disqualifiziert Sie natürlich.
Es geht hier nicht darum, mit wem Sie am besten können oder nicht.
Es geht um völkische Verbundenheit.
Wie lächerlich Ihre spätzivilisatorische Ansicht ist, wird Ihnen der Japaner schon sagen.
Das heißt natürlich nicht, dass sich in den letzten 70 Jahren nicht viel Müll in unserem Volk angesammelt hätte.
„Das ängstliche Verbergen der eigenen Identität ist einfach jämmerlich, unmännlich und unsoldatisch, wenn das einigen Herrschaften und ängstlichen Hypothekenschuldnern etwas sagt.“
Haben Sie schon mal was von Tarnen und Täuschen gehört, Sie Obersoldat?
Gottfried
Donnerstag, 15. November 2012, 12:52 (URL) | Kurz-URL
@ Importprimat
Eine ehemalige Klassenkameradin von mir hat nebst Mann und Familie über ein Jahrzehnt in Japan gelebt. Allen Freunden der „Menschen“, allen liberalen Universalisten kann ich nur die Lektüre des Werkes „Die Gelben, die Schwarzen, die Weißen“ von Frank Böckelmann (Eichborn-Verlag, 1998) empfehlen. Der Autor entstammt der Frankfurter Schule, war in den 60ern ein sehr engagierter linksradikaler Kampfgefährte Rudi Dutschkes. Eine überaus umfangreiche Studie, m.E. DER Kommentar in Sachen Fernstenliebe überhaupt, ein außergewöhnliches, auch sprachlich und analytisch sehr geschliffenes, feines Buch.
Wenn fremde Völker sich begegnen, dann können Sie die Zeichen des Anderen schlecht bis gar nicht interpretieren. Es fällt schwer, die Gesichter zu „lesen“, die Körpersprache einzuordnen.
Die Fernasiaten bzw. Europiden haben es Jahrhunderte probiert: Man blieb sich immer fremd.
Umgekehrt ist es freilich möglich, in einem funktionalen Zusammenhang, z.B. in einem Wirtschaftsunternehmen, miteinander zu arbeiten. Wobei es aber absurd wäre, wenn solche Deutschen in Kyoto jetzt auf die Idee kämen, als „Menschen“ und Japaner den gleichen Status einzunehmen.
„Salopp gesagt, wenn ich als Migrant niemals als Deutscher akzeptiert werde, selbst wenn ich die Loreley im Kanon furzen kann, dann werde ich gegen sie sein. Wenn Sie mir auch die Hoffnung für meine Kinder nehmen, dann haben wir einen offenen Krieg.“
Will keinen Hehl daraus machen, daß sich bei diesem Pathos meine Kopfschmerzen aus dem Hintergrund verstärken.
Sie können soziologisch jede Menge Mikrokosmen betrachten (Sportvereine, Wirtschaftsunternehmen, Dorfgemeinschaften usw. oder Makrokosmen (die Moslems insgesamt, die Norweger, die Japaner, die Schwarzen): Als Ergebnis werden Sie feststellen, daß Sie immer auf Innenkreise, Mittelkreise und Außenkreise stoßen werden.
Z.B. ist dann die Deutsche, die lange in Japan arbeitet, nur ein wenig zugehörig, nämlich vor allem durch den Funktionszusammenhang des dortigen Wirtschaftsunternehmens. Der Deutsche, der schon 15 Jahre in Norwegen lebt, gehört in der Lebenswirklichkeit dort nur halb dazu, denn er hat sich die Sprache des Landes nur durch seinen Fleiß angeeignet, nicht mit der Muttermilch aufgesogen, er hat andere Geschichten mit anderen geteilt, die Geschichten der Norweger hat er so nicht selber erlebt.
Eine identitäre Bewegung sehe ich als einen Entwicklung in der Zeit. Erster Schritt, wie ich schon sagte, Wiederherstellung der Rechtstaatlichkeit, Ausweisung Schwerkrimineller usw. Das ist ein unmißverständliches Zeichen der Dominanz, daß Deutschland das Haus der Deutschen ist. Es findet so ein Gespräch statt mit den Ausländern, die in jedem Falle nicht in gleichem Maße Deutsche sind wie wir Deutschen. Diese Ausländer werden nun – wie es ja auch die Deutschen in Japan müssen – darauf reagieren können, ob sie mit einer „Halb-“ oder „Viertelmitgliedschaft einverstanden sind.
Gottfried
Donnerstag, 15. November 2012, 13:06 (URL) | Kurz-URL
@ Martin
„In dieser konkreten Situation ist mir der Äppler süffelnde Frankfurter Proll näher, als ein Geigenvirtuose aus Südkorea …“
Der deutsche Kraftfahrer, der Herrn Schlenger die Pastetchenkonserven anliefert und die einfache deutsche Arbeiterin, die diese dann beim Feinkosthändler in die Regale einstellt, ist mir sehr sympathisch.
Es soll vorkommen, daß solche fleißigen Zeitgenossen irgendwann auch Feierabend haben, sich dann womöglich bei einen alkoholischen Getränk entspannen wollen.
Die Liebe zu einfach strukturierter Musik – wie sie z.B. dereinst der selige Heinz Schenk im Fernsehen dargeboten hat – dürfte wohl bei allen Völkern zu allen Zeiten weitverbreitet gewesen sein.
Sicher gab es auch immer mal wieder kultur-talibanäre Gegenbewegungen, puritanische Aufwallungen, denen dann selbst diese einfache unschuldige Lebensfreude des Nachbarn ein Dorn im Auge war.
(Und Ihren Beitrag zu dem Thema, Martin, weiß ich natürlich auch ganz besonders zu schätzen, selbst wenn Sie NATO-Befürworter sind ….)
Angela Brüning
Donnerstag, 15. November 2012, 13:53 (URL) | Kurz-URL
Meine Lust mir irgendwelche Diskussionen über die Haltung Ernst Jüngers am Ende der Weimarer Republik zu dieser und jener sozialistischen Partei anzuhören ist äußerst überschaubar. Rechte Politik stelle ich mir so vor, dass Ziele klasklar formuliert werden. Sozialisten, die ihren Vorhaben ein ökologisches Mäntelchen umhängen und vorgebliche Rechte, die Ihren ebenfalls sozialistischen Ideen mit Antiislamismus verkleiden haben wir wirklich schon genug. Ein rechter Poltiker wie ich in mir Vorstelle stellt sich hin und sagt: Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt, die Party ist vorbei. So und so vielen hunderttausend wird jetzt einmal die Rente drastisch gekürzt, so und so vielen die Krankenversicherung gestrichen. Wem es noch nicht aufgefallen ist: Wir haben zu wenige Kinder. Hohe Renten im Alter sorgen nicht unbedingt dafür, dass junge Menschen zur Absicherung im Alter Kinder in die Welt setzten. Wer sich dagegen ausspricht, ist ein Verräter an unserer Jugend, denn das Umlagesystem basiert auf einer Lüge. Das war alles bekannt. Für Jammereien ist nun wirklich keine Zeit. Im übrigen habe ich hier einen Entwurf für ein neues Arbeitsrecht, das Wort Kündigungsschutz werdet ihr darin in etwa so wenig finden wie das Wort Liebe im bürgerlichen Gesetzbuch von 1811…
Diese dauernde Gejammere, dass wir alle so schlimm islamisiert werden und die bösen Ausländer und die bösen Linken und überhaupt ist ja alles so schlimm….
Martin
Donnerstag, 15. November 2012, 14:52 (URL) | Kurz-URL
Gottfried,
ich bin kein NATO-“Befürworter“, ich sehe nur keinen akuten Handlungsbedarf in dieser Frage und außenpolitische Bündnissysteme können m.M.n. nur dann aufgegeben werden, wenn man echte Alternativen hat und davon sind wir fast schon Lichtjahre weit entfernt. Das Thema hat daher kurz- und mittelfristig für Deutschland keine Priorität und von daher halte ich eine solche Positionierung politisch für nicht notwendig.
Gut, bei den Franzosen, die ja immer auch die „Grande Nation“ im Hinterkopf haben, mag eine solche Positionierung politisch taktisch einen Sinn machen. Uns Deutsche drückt der Schuh meiner Meinung nach woanders heftiger. Im Übrigen gilt, was zukünftige Generationen für Bündnisse eingehen, sei diesen überlassen. Wir „heutigen“ haben erst einmal die Grundlagen dafür zu schaffen, dass diese zukünftigen Generationen überhaupt erst wieder zu dieser Entscheidungsmöglichkeit an und für sich kommen können.
Gottfried
Donnerstag, 15. November 2012, 15:15 (URL) | Kurz-URL
@ Martin
“ … ich bin kein NATO-“Befürworter …“
Kneifen gilt nicht: Als Strategiker sind Sie es.
„… außenpolitische Bündnissysteme können m.M.n. nur dann aufgegeben werden, wenn man echte Alternativen hat …“
Es ist allerhöchste Zeit für eine Annäherung an Rußland.
(Freundliches Tasten in Richtung China wäre sicher auch nicht ganz verkehrt.)
„Gut, bei den Franzosen, die ja immer auch die „Grande Nation“ im Hinterkopf haben, mag eine solche Positionierung politisch taktisch einen Sinn machen.“
Wir können uns doch nicht im Ernst als kleiner Staat von den Franzosen auseinanderdividieren.
Zusammen mit den Franzosen heraus aus der EU und hinein in das Vergnügen!
Importprimat
Donnerstag, 15. November 2012, 16:01 (URL) | Kurz-URL
@Gotfried
Diese Innenkreise, Mittelkreise und Außenkreise sind jedem Migranten bekannt. Die gläserne Decke. Das durchschreiten dieser Kreise nennt sich Integration. Wer diese Kreise nicht durchschreiten will oder kann, macht sich seine eigenen, die Parallelgesellschaft. Für mich ist eine kurdische PKK Ortsgruppe das gleiche wie eine einschlägige Kameradschaft – ich werde in beide nicht reinkommen, beide werden mit mir nicht zusammenarbeiten und beide werden gegen „rassische“ Durchmischung sein. Wer mehr Recht auf Klüngel hat ist müßig zu überlegen, beide Gruppen werden es machen, weil sie es können. Dass sie sich wünschen, zumindest die eine loszuwerden, macht sie nicht zu einem Rechten. Wer sich integrieren möchte, hat einen langen Weg vor sich – was, wie sie es beschreiben, das natürlichste der Welt ist. Ein Schwarzenegger ist die Ausnahme und nicht mal für die USA ein Beispiel. Die Kreise sind da. Sie sind informell, mal besser sichtbar, mal nicht. Wenn sie in ein Dorf im Westerwald ziehen, werden sie nicht Bürgermeister, trotz Stammbaum und Opa bei der Reichsmarine. An diesem Punkt liegen wir anscheinend nicht weit auseinander. Wie schnell jemand die Kreise durchläuft, ist individuell und nicht steuerbar.
„Das ist ein unmißverständliches Zeichen der Dominanz, daß Deutschland das Haus der Deutschen ist.“
Da muss ich Ihnen wiedersprechen. Das nennt sich einfach Rechtsstaat. Das, was Sie hier fordern, werden sie so von jedem integrationswilligen Migranten hören. Kollege, pass dich an oder geh. Das können sie mir jetzt glauben oder nicht.
„Es findet so ein Gespräch statt mit den Ausländern, die in jedem Falle nicht in gleichem Maße Deutsche sind wie wir Deutschen. Diese Ausländer werden nun – wie es ja auch die Deutschen in Japan müssen – darauf reagieren können, ob sie mit einer „Halb-“ oder „Viertelmitgliedschaft einverstanden sind.“
Hier beschreiben sie einen wirkenden Mechanismus. Ich möchte mich für den Pathos ihnen gegenüber entschuldigen, ich möchte ihnen bestimmt keine Kopfschmerzen machen. Es geht um ganz konkrete Befürchtungen: Dass auch 100 Gesetze nicht verhindern können, dass mein deutscher Chef einen Deutschen befördert, weil er sich dem näher fühlt, d.h. wie sie beschrieben haben, besser versteht, ist eine Tatsache. Und natürlich. Ich habe viele solcher Fälle im Berufsleben erlebt, ambitionierte Migranten finden Wege, meistens indem sich noch schneller anpassen. Der Markt regelt das also. Das ist nicht das Problem. Wenn sie „Halb-“ oder „Viertelmitgliedschaft“ so Explizit sagen und auch die Gruppe a II) explizit formulieren – was meinen sie damit? Gibt es gesetzlich etwas, was sie dann dürfen und ich nicht? Jenseits der informellen Kreise, die da sind, ob wir guten Willen haben oder nicht, klingt mir das alles ziemlich Institutionalisiert. Muss ich ihnen im Bus Platz machen? Gilt mein Wort vor Gericht weniger? Die Aussage eines Deutschen mit Migrationshintergrund zählt dann wie viel % eines Eingeborenen? Bis in welche Generation hat meine Familie formell diesen Migrationshintergrund, meine Enkel auch noch? Habe ich bei Elektrowaren eine kürzere Garantiezeit als sie? Mischehen? Diese Fragen stelle ich Ihnen, weil die Kammeraden eine recht eindeutige Antwort haben – was mich zu diesem durchaus ernstgemeinten Pathos verleitet. Ich fordere von ihnen keine Abgrenzung – ich möchte ihnen nur klarmachen, dass sie mit denen, nennen wir sie einfach Kameraden, alleine und eine Minderheit bleiben werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Migrant mit Liebe zu seiner neuen Heimat (warum nicht mal emotional werden), der einiges auch familiär auf sich genommen hat, sich von jemanden erzählen lässt, er sei rassisch Minderwertig. Das seine Kinder es bleiben werden. Wenn sie zum Beispiel als Identitärer sagen 0% Rassismus und dann mit Kameraden auftauchen, die einem Migranten (der hier ist um Deutsch zu sein) erzählen, wie toll die NS Rassenlehre ist, können sie es gleich lassen. Damit werden sie den Weg zur Mehrheit nicht öffnen. Nicht falsch verstehen, das verlange ich von Ihnen nicht. Nur Konservative müssen sich halt im Klaren sein, dass auch manche Migranten lesen können und sehr wohl wissen, wie die Konservativen ihre Kriegskameraden jüdischen Glaubens 33 haben über die NS-Klinge springen lassen. Wenn also hinter Identitär und 0% Rassismus die Idee steht, einen Schulterschluss bis zu denen zu machen – aufwachen, wir sind nicht doof. So wird das nichts. Sparen sie sich die Arbeit. Spielen sie lieber im Sandkasten zum 100mal mit denen Kursk nach.
Sixty
Donnerstag, 15. November 2012, 16:30 (URL) | Kurz-URL
„Will heißen: Die Verbündeten der nicht-(wirtschafts)liberalen Rechten sind eher konservative Linke (Sarrazin ist SPD-Mitglied!) als irgendwelche fanatischen USA-Fans.“
Dem, was Dr. Schneider hier schreibt, kann ich nur zustimmen, aus meiner „linksnationalen“ Sicht von der anderen Seite her 😉
Was die sog. „Kameradschaftsszene“ betrifft, da kann ich mich nur wiederholen:
„Diese Szene ((NPD, „Sache des Volkes“, „Freie Kameradschaft Süd“ usw.) absorbiert nicht nur die „identitäre“, sondern erst recht die „nationale“ Sache.
Diese Elemente nutzen mit ihrem Extremismus nur dem antinationalen und anti-identitären linken/linksliberalen Mainstream. In ihrer sektenhaften Verblendung ist ihnen das natürlich nicht bewußt.“
Mit diesen Leuten kann es keine Zusammenarbeit geben, was nicht ausschließt, zu versuchen, einzelne „idealistische“ Personen argumentativ zu überzeugen, diese Szene zu verlassen.
Und was den historischen „Nationalsozialismus“ betrifft, ist es doch ein alter Hut, daß dieser nicht „national“, sondern nationalchauvinistisch und nach dem Austritt von Otto Strasser & Cö. auch nicht mehr „sozialistisch“ war, sondern nach 1933 zum Steigbügelhalter des deutschen Monopolkapitals wurde. Und Leute wie Otto Strasser oder Ernst Niekisch waren für den NS-Staat ebenso gefährliche „Staatsfeinde“ wie Sozialdemokraten, Kommunisten oder auch konservative Regimegegner.
Ein Fremder aus Elea
Donnerstag, 15. November 2012, 18:49 (URL) | Kurz-URL
Zerfasert hier ein wenig. Letztlich wird aber jedes prinzipientreue Handeln neue Verhältnisse schaffen. Macht wird nicht entrissen, sondern langsam unterhöhlt.
Zum identitären Ansatz.
Es ist noch nicht lange her, als man sagte: „Wir können unsere Hühner selber treten.“
Besonders anziehend ist die Parole nicht.
Man muß aufpassen, daß man eine Identität wählt, welche etwas Anziehendes hat.
Wenn einem da nichts einfällt, sollte man besser unideologisch bleiben und pragmatisch argumentieren, sonst schießt man sich nur ins eigene Knie.
Martin,
das ist ein Witz. Die ganze romanisch kommunistische Schiene (meine Frau hat, bevor sie ihre Kordel als beste Jungkommunistin im Kindergarten gewonnen hat, Bandera Rossa auswendig gelernt) ist einer.
Ohne Zweifel kommen aus diesen Ländern einige der überzeugtesten Vertreter dieser Idee. Aber genau deswegen funktioniert es nicht. Die sind so überzeugt, weil sie an jeder Ecke sehen müssen, was ihnen verhaßt ist.
Ach, heute phantasieren sie wieder von einer sozialistischen Revolution, welche von Griechenland und Portugal ausgehen wird. Ne, ne… die Stecken sich einfach die Taschen voll und dann gehen sie wieder zu ihren persönlichen Geschäften über. Welcher Grieche oder Portugiese hat was mit Kollektivismus am Hut? Völlig lächerlich.
Auf PI gab’s heute einen schönen Artikel über die demographische Entwicklung in Frankreich (von alternativeright übernommen). Die Heimat der Menschenrechte. Ja, was ist denn möglich?
Entweder Frankreich geht vor die Hunde (dann scheidet es als Partner aus, egal für wen) oder Frankreich besinnt sich auf seine Wurzeln (katholisch), in welchem Fall Frankreich sich Richtung Südamerika orientieren wird. Da könnten wir uns dranhängen, keine Frage, aber Rußland nicht.
Ich dachte, Europa könnte jetzt in Libyen Fuß fassen, schließlich haben die Libyer so gewählt, aber den Amerikanern sind wohl einige tausend Raketen abhanden gekommen in Libyen. Das wird also wahrscheinlich dann doch nichts.
Gut, Marokko ist zur Zeit halbwegs brauchbar, aber es sieht mittelfristig in Nordafrika eher schlecht aus. Und was den Rest Afrikas angeht, nun, Frankreich wird wohl nicht auf ihn bauen wollen.
Und zugleich läuft Frankreich die Zeit davon. Frankreich hat eine hervorragende Forschung, vielleicht die beste der Welt. Man würde Frankreich schon aufnehmen, wenn Frankreich bereit wäre, sich einzugliedern. Mit Deutschland sieht es ganz ähnlich aus, auch wenn der Schwerpunkt da ein bißchen mehr Richtung Innovation liegt.
Aus eigener Kraft können beide aber nichts reißen. Es bedarf eines größeren Blockes. Im Moment ist das Europa. Und vielleicht bleibt es ja auch Europa, aber Europa steht vor großen Schwierigkeiten, sein eigenes Fundament zu formulieren.
Wohlstand. Naja, so ziemlich die schwächste Bindung. Wirkt prima in die Breite, aber nicht in die Tiefe. Rechte. Aber was für Rechte, wenn kein allgemeiner Konsens vorausgesetzt werden kann, sie zu achten? Es werden doch zwangsläufig die Rechte von Gefängnisinsassen werden.
Das alles ist transparent. Dann kommt noch das strukturelle Problem dazu, daß mittlerweile ein Großteil der Menschen sein Geld durch Loyalität zur Titanic verdient.
Ne… und ich wüßte auch nicht, was das Fundament Europas sein könnte, wenn nicht das Christentum, und was das Christentum angeht, so hat es zwei Schismen gegeben und das heute Europa ist dbzgl. dreigeteilt.
Und es gibt ja Gründe für diese Schismen. Der Preis für die Loswerdung war hoch genug, aber letztlich gab es stets die Bereitschaft ihn zu zahlen.
Das ist nunmal die Ausgangslage. Man versucht aus der Logik der Macht heraus, Steine zusammenzuschweißen, aber es gelingt nicht.
Und deshalb, fragen wir uns mal lieber wo wir stehen und stehen können, wenn der Laden schließlich auseinanderbricht.
Gottfried
Donnerstag, 15. November 2012, 19:12 (URL) | Kurz-URL
@ Importprimat
„Diese Innenkreise, Mittelkreise und Außenkreise sind jedem Migranten bekannt. Die gläserne Decke. Das durchschreiten dieser Kreise nennt sich Integration.“
Neien.
Sie können sicher in aller Muße und fern vom Alltag am Schreibtisch etwas Universales konstruieren, über alle ihre „Menschen“ und deren Gruppenbildungen legen und es Integration nennen, wenn jemand zum Zentrum dieser Gruppe vorstößt und alle sich schließlich gar auf einer Ebene in diesem Zentrum aufhalten sollten. M.E. ein rein rationales Konstrukt, nicht verortet, in keinen zeitlichen Rahmen gesetzt, jede Sinnlichkeit ignorierend, denn überall orientiert man sich nach Instinkten, aus dem „Kniegelenk“ heraus, mißtraut fremden Gesichtern, schon weil es sich in ihnen schlechter lesen läßt.
Integration ist ein Begriff in der BUNTEN Republik, der eine ganz konkrete Bedeutung hat in unserer politischen Realität. Diese Bedeutung haben ja auch Sie hier eingebracht.
Nun hat die Gleichschaltungsdiktatur aber den Alltag noch lange nicht gänzlich beseitigen können.
Wenn jemand in einer altgedienten Musikkapelle neu eintritt, wird man niemals sagen, der Neue habe sich – nach zwei Monaten, nach zwei Jahren – gut „integriert“.
Es wäre absolut unmännlich und weinerlich, wenn der Trompeter nach drei Monaten darüber klagte, daß es zwischen der restlichen Kapelle engere Beziehungen gibt und er noch nicht so ganz dazu gehörte.
So ist das in unserer Umgebung. Allerdings haben wir nun ein großes, vom arbeitenden Steuerzahler mitdurchgefuttertes Heer von Sozialarbeitern und Beflüsterern dieser besonderen Mitbürger und Mitbürgerinnen mit dem Kopfschmerzbegriff. Da trifft sich nun ein Volk, unter dem es die Ehrlosigkeit gibt, aus dem Opferstatus bei Fremden Gewinn schlagen zu wollen, mit der Arroganz dieser Sozialarbeiter, die diesen hilflosen und wenig lebenstüchtigen Ausländern unter die Arme meinen greifen zu müssen.
Die Musikkapelle indes bestimmt sich selber. Man hat Interesse an dem Neuen, weil der Trompeter ist und nicht etwa, weil der ein „Mensch“ ist oder vielleicht gar eine „Migration“ stattgefunden hat (es sei hier eine Jazzformation und der „Migrant“ kommt eher vom Salsa).
Ihr Axiom ist verkehrt. Sie machen etwas verhandelbar, wo es nichts zu verhandeln gibt. Die Musikkapelle ist der Dominus, der Trompeter hat nach deren Pfeife zu tanzen und wenn ihm die Noten nicht zusagen, dann muß er sich nach einem anderen Ensemble umsehen.
Weil Sie dieses Recht des Dominus nicht anerkennen (sie schalten die Kurden und die deutschen Kameradschaften gleich), schaffen Sie Zustände, die Sie mit Ihrer Integration wieder bereinigen wollen.
„Menschen“-Rechte sind mit Bürgerrechten und Staatlichkeit einfach nicht vereinbar.
Rumpelstilzchen
Freitag, 16. November 2012, 10:45 (URL) | Kurz-URL
Jetzt führen auch schon die Nichtrechten die Diskussion über die Identität. Ein neues Magazin nennt sich „THE GERMANS“ ,erschienen im zepterson Verlag 1. Ausgabe, was immer das sein mag.
man propagiert nicht weniger als den Aufbruch in eine NEUE ZEIT.
Weniger Wohlstand bedeute mehr Freiheit, mehr Chancen. Die Krise Europas raube einer Generation die Zukunft.
Lösungsansatz dieser GERMANS ganz neudeutsch: “ die Gesellschaft soll neu definiert werden“.
„Neudefinition der Gesellschaft “, „identitär“ gequirlte Scheiße!
wird höchste Zeit, dass die europäische Jugend sich auf die Suche nach ihren Wurzeln begibt. Je authentischer, umso besser.
Die altlinken Eltern sollen sich endlich verpissen.
Diskussion geschlossen. 🙂

Beim Bloc Identitaire in Orange: Ideen (Teil2)

Posted in Lichtmesz on Januar 12, 2013 by androsch

Man mag sich nun ausmalen, wie eine entsprechende Broschüre der Pro-Bewegung oder der Freiheit aussehen würde – wahrscheinlich wie ein Screenshot von pi-news, gepflastert mit 1001 gesammelten Tartarenmeldungen. Von dieser Warte aus fällt auch Licht auf die demagogischen Exzesse des Typus Stürzenberger: je weniger die eigene Identität Grund (nicht bloß Grundgesetz) und Boden hat, umso greller muß das Gegenbild gemalt werden, weil letztlich aus ihm nahezu der ganze Saft für die eigene Selbst-Behauptung gesogen wird.

Ein Grund nun, warum die Idee und Symbolik einer „identitären“ Bewegung in Deutschland einen solchen Reiz ausübt, ist wohl die Sehnsucht, endlich einen Begriff in die Hand zu bekommen, der die Kraft hat, aus den inneren wie äußeren Aporien und Korsetts der gesamten politischen Rechten auszubrechen. Dazu gehören bestimmte sensible historische Vorbelastungen ebenso wie deren massive Instrumentalisierung durch ihre politischen Gegner.

Das sind zwei verschiedene Dinge: die unbelehrbaren Ränder, die unfähig sind, mit der Vergangenheit kritisch abzuschließen, spielen nur die Komplementärnummer zum Stück der Linken und der Antifaschisten, machen sich damit zu den nützlichen Idioten des Systems und zum Krokodil im Kasperlespiel seines sinnstiftenden Narrativs. Es ist die Linke, die heute am dringendsten des Braunauer Aliens und seiner Entourage bedarf, um ihre Machtansprüche zu rechtfertigen, es ist die Linke, die ihn gleich einem Vampir am Leben hält. Es ist die wahre Rechte, die ihm endlich den Holzpflock verpassen will.

Die Rechte befindet sich heute in einer paradoxen Situation: die Anwaltschaft für die authentischen Interessen des Ganzen (Volk, Staat oder Nation) wird in ganz Westeuropa nur mehr von kleinen, abgedrängten Gruppen vertreten. In dem Maße, in dem globalistisch-liberalistische Ideen die Hegemonie ergriffen haben, und nicht nur zur Leitlinie der herrschenden Eliten geworden sind, sondern auch der gesamten Gesellschaft als Sinnstiftungsmodell dienen, sind fundamentale politische Prinzipien in Ecken abgeschoben worden, in denen sie mit Schlagwörtern wie „extremistisch“ gebrandmarkt, erledigt und entsorgt werden.

Mit anderen Worten: als „rechts“ oder „extremistisch“ gelten heute schon Haltungen, Positionen und Begriffe, die noch vor wenigen Jahrzehnten in allen Nationalstaaten Europas als allgemein akzeptierte Normen und Grundlagen galten. Und in demselben Maße, wie „Volk“, „Staat“ und „Nation“ aktiv aufgelöst und umgedeutet werden, verfällt schon ihre bloße Erwähnung zunehmend dem Ruch und dem Verdacht. Das hat natürlich Methode. Die allgemeine Ungebildetheit und historische Bewußtlosigkeit trägt dann das Ihrige dazu bei, daß niemandem auffällt, daß damit auch der Begriff der „Demokratie“ selbst seinen Sinn verliert und zum bloßen Wohlfühl- und Hypnose-Klingelton degradiert wird.

Die Definitionen, was nun „rechts“, „extremistisch“, „nationalistisch“, „rassistisch“ usw. sein soll, werden indessen selbst immer „extremer“, ausgreifender und dabei unerbittlicher. Wer etwa die unter Jubelrufen des Regierungsoberhauptes vollzogene Abgabe der Staatssouveränität und die schrankenlose Verschenkung der eigenen Steuergelder zugunsten von Goldman-Sachs für problematisch hält, darf heute ebenso mit diesem Hämmerchen rechnen, wie derjenige, der strengere Deutschkurse für Einwanderer oder härtere Strafen für sog. „jugendliche“ Straftäter fordert. In manchen Zonen gerät schon die bloße Wahrnehmung von Unterschieden unter Generalverdacht.

Klonovsky bemerkte:

Einst galt es als Rassismus, wenn jemand sagte, schwarz sei schlecht. Heute handelt es sich bereits um Rassismus, wenn einem auffällt, dass schwarz schwarz ist.

Gleichzeitig werden sogenannte, mit Staats- und Parteigeldern gefütterte „Experten“ nicht müde, Jahr für Jahr flächendeckend publizierte „Studien“ auszuspucken, die einen „Extremismus der Mitte“ nachweisen wollen, den sie freilich nicht unter dem Mikroskop gefunden haben wie einen Tuberkulosebazillus, sondern mithilfe ihrer eigenen, praktisch zurechtgeschneiderten Definitionskonstrukte aus dem Hut gezaubert haben.

Beim Bloc Identitaire in Orange: Ideen (Teil1)

Posted in Lichtmesz on Januar 12, 2013 by androsch

Mitreißende Aktionsformen, stimmungsvolle Selbstinszenierungen, knackiges „Image“-Design und einprägsame Symbole sind zwar wichtige Elemente für den Erfolg einer politischen Bewegung – darüberhinaus sollte aber die inhaltliche Kontur nicht vernachlässigt werden. Während die „identitären“ Ableger in Deutschland und Österreich noch auf der Suche sind, haben die französischen Vorbilder ihre Positionen recht gut durchdacht.

Eine Broschüre des „Bloc Identitaire“, die in Orange auflag, zählt folgende Punkte auf:

1. Komplementäre Identitäten
Dem herrschenden jakobinischen, ultra-republikanischen und desintegrierenden Diskurs stellen wir eine Vision des Menschen entgegen, der in seinen natürlichen und historischen Gemeinschaften verwurzelt ist. Der Begriff einer abstrakten (wörtl. désincarnée = entkörperlichten) republikanischen Staatsbürgerschaft, ohne Bezug auf die Abstammung, ist das Gegenteil zu unserer Vorstellung einer physischen (wörtl. charnelle = fleischlich) und verwurzelten Identität. Dem „Frankreich der Aufklärung“ ziehen wir die lebendige Wirklichkeit der Identitäten und der Vielfalt der Welt vor. (…)

Als Identitäre trachten wir danach, unsere dreifache Identität des Regionalen (physische Identität), des Französischen (historische Identität) und des Europäischen (zivilisatorische Identität) in Einklang zu bringen. Mit der Verteidigung unserer Identitäten einher geht nicht nur die Ablehnung der Islamisierung unserer Gesellschaft, sondern der außereuropäischen Einwanderung überhaupt.

2. Das Soziale
Obwohl sie schon seit Jahren an der Macht sind, haben weder die Sozialisten noch die Kommunisten das stetige, jahrzehntelange Ansteigen manifester sozialer Ungerechtigkeiten verhindern können. Als Parteigänger der Einwanderung haben die sozialistische und die kommunistische Partei dafür gesorgt, daß eine schiefe Lohnkonkurrenz entstanden ist, die die Löhne sinken und die Armut ansteigen ließ. (…)

Die sozialistische Linke und die liberale Rechte sind die zwei Gesichter der ökonomischen Globalisierung, die die Völker zerstört und die Arbeiter verarmen läßt. (…) Für sie ist der Arbeitnehmer eine Ware und eine quantifizierbare Ressource, wir dagegen sehen ihn als konkreten und verwurzelten Menschen. (…) Indem wir unser Volk gegen die Exzesse des Liberalismus verteidigen, helfen wir zuerst den Unseren, ehe wir den Anderen helfen.

3. Die Ökologie als Antwort auf die kapitalistische Ausbeutung
Die Errichtung einer globalen Konsumgesellschaft, die bis zum Jahr 2050 mehr als 10 Milliarden Menschen umfassen soll, ist der wahnsinnige Traum der herrschenden Klassen. Getrieben von einem nie dagewesenen Willen zur Kapitalkonzentration und zur Finanzierung der Banken über den Kapitalmarkt beherrschen und opfern sie die Völker, die Arbeitnehmer, die kleinen und mittelständischen Unternehmen, und organisieren die Ausplünderung des Planeten. Ihr System wird uns alle gegen die Wand fahren und in beispiellose Katastrophen stürzen. (…)

Wir wollen das Gleichgewicht und das richtige Maß wieder herstellen:

– für die allmähliche Wiederverortung der Wirtschaft, um soziale und verwurzelte Bindungen zu schaffen, um die Armut und den Nomadismus zu beschränken

– für eine weise Nutzung der Ressourcen durch eine Transformation der Produktionsmittel, sowie eine Reformation des Finanzsystems

– für die Kontrolle und Besteuerung des Kapitalverkehrs, um dem Produktiven, dem Arbeitnehmer, dem Arbeiter und dem Künstler seine Würde zurückzugeben. Geld mit Geld zu machen erscheint uns dagegen nicht als eine menschliche Aktivität, die es zu ermutigen gilt.

– für eine wahre Ehrfurcht vor dem, was aus dem Kosmos oder – je nach religiöser Überzeugung – aus der Hand Gottes hervorgegangen ist. Deshalb Respekt vor der Biodiversität und den Ökosystemen (Beziehungen zwischen den Lebewesen in einem bestimmten geographischen Raum), deshalb in letzter und äußerster Konsequenz auch Respekt vor den humanen Ökosystemen (den Beziehungen zwischen den Ethnien, den Völkern und ihrem geographischen und kulturellen Raum).

4. Europa
Wir wünschen uns ein politisch mächtiges Europa, das sich von den Banden der NATO losgesagt hat. Nur ein starkes Europa vereint mit Rußland kann in einer aus der Bahn geratenen, multipolaren Welt Frieden und Stabilität schaffen. (…) Wir verteidigen die Idee eines Frankreichs der Regionen in einem Europa der Nationen, mit Betonung von Subsidiaritätsprinzip und lokaler Selbstbestimmung. Es gibt in der Tat keinen Widerspruch zwischen der Bindung an die eigene Region, an das Vaterland und an ein starkes Europa, das die Herrschaft der globalistischen Technokraten und der sklerotischen Brüsseler abgeschüttelt hat.

Man sieht, die Programmbroschüre betont in sympathischer Weise (und ganz im Sinne von Kubitschek) eher das Wofür der Bewegung als ihr Dagegen. Die Positionierung gegen Islamisierung und Masseneinwanderung wird gerade mal in einem Satz erledigt, und leitet sich logisch aus dem Gesagten ab. Auch die Bebilderung verzichtet auf Negatives und die Evokation von Angst und Feindbildern.

Und mehr noch: es finden sich keinerlei „Distanzierungen“ von diversen Feindbegriffen (deren Gültigkeit man damit ja nur affirmieren würde) oder von Gruppen, die noch weiter rechts auf der Salami lokalisiert sind als man selber. In der Tat hat man diese Abgrenzungen und Säuberungen intern geregelt, ohne nach außen hin daraus eine große Sache zu machen (wovon sich auch ein Wiener Identitärer ein Bild machen konnte.)

Es wird daher auch nicht um Aufnahme in den Sandkasten des Mainstreams gebettelt. Nicht einmal der Begriff „rechts“ wird in Bezug auf sich selbst verwendet. Man will eine echte, im Wortsinn „radikale“ Alternative sein. Es gibt auch keinerlei Anbiederungen an die französischen Entsprechungen des FDGO-Sprechs, und das hierzulande übliche Pro-Israel/USA-Getue würde in Frankreich nur absurd wirken. Dies alles macht einen recht selbstsicheren, in sich ruhenden Eindruck.

Identitäre Basisarbeit (1): Berliner Ausspähung, Frankfurter Insolvenz (Teil2)

Posted in Sezession on Januar 12, 2013 by androsch

In der Frankfurter Rundschau erschien ein Artikel über unser Treffen. Es heißt darin unter anderem: „Eine erste geplante Aktion mussten sie (die Identitären in Berlin, J. S.) Ende vergangener Woche bereits absagen – aus Mangel an Mitstreitern.” Denn hinter Zeljko Baric steckte der Journalist Danijel Majic, und er hat unter dem Titel „Rechtsextremismus: Neueste Rechte” einen denunziatorischen und inhaltlich falschen Artikel über die Identitären geschrieben. Neben mir werden auch die zwei anderen Anwesenden genannt. Überflüssig zu erwähnen, dass der Typ Danijel Majic mit dem Pressekodex des Deutschen Presserates wenig zu schaffen hat. Es liegt nicht in der Art solcher Leute, Gesicht zu zeigen.

Nichts ist in Deutschland einfacher, als unter einem suggestiv braunen Spinnennetz und der Überschrift „Rechtsextremismus” mahnend den Zeigefinger zu heben. Der Typ Danijel Majic durfte wenig später wieder über sein Lieblingsthema schreiben: „Braune Gedanken breiten sich aus”. Garniert mit einem kleinen szenischen Einstieg zählt er im Pressemitteilungs-Stil die neusten „alarmierenden Befunde” der Friedrich-Ebert-Stiftung auf. Die taz hat beim gleichen Thema genauer hingeschaut.

Im übrigen hat der Leser erwartbar entschieden: Anfang dieser Woche mußte die Frankfurter Rundschau Insolvenz anmelden, trotz aller investigativen Mühe, die sich der Typ Danijel Majic gab. vermutlich darf er bald bei anderen Blättern über alarmierende, identitäre Gruppen schreiben. Ich vermute, er wird alle Hände voll zu tun bekommen.

Seiten: 1 2

Veröffentlicht: Donnerstag, 15. November 2012, 12:00
Kategorie(n): Tage und Taten, Wir
Schlagwörter: Berlin, Danijel Majic, Frankfurter Rundschau, Identitäre
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15 Kommentare zu „Identitäre Basisarbeit (1): Berliner Ausspähung, Frankfurter Insolvenz“

godeysen
Donnerstag, 15. November 2012, 12:34 (URL) | Kurz-URL
Es wundert mich nicht, dass die hoffnungsvolle Bewegung die üblichen Pawlowschen Reflexe und Jagdinstinkte weckt.
Etwas anderes: Gibt es eine Münchner Gruppe der Identitären? Anfragen über facebook werden offenbar nicht beantwortet, möglicherweise aus nachvollziehbarem Misstrauen heraus. Doch die nötige Ausbreitung wird natürlich nur funktionieren, wenn man sich nicht geheimbündlerisch verkapselt.
Yvonne
Donnerstag, 15. November 2012, 15:03 (URL) | Kurz-URL
Jetzt bin ich aber wirklich froh, dass ich Euch abgesagt hatte (da ich mich selbst unter den „Extremismusvorbehalt“ stellen mußte), ich hätte mich unter Feindbeobachtung glatt um Kopf und Kragen geredet…
Trotzdem schade, daß Ihr den Kreis so eng zieht! Und gebracht hat es offensichtlich nichts. Die Redlichkeit und Nützlichkeit einer Person lässt sich nicht allein an ihrem Verhältnis zur Vergangenheit festmachen.
Wenn Ihr bisher so wenig Resonanz hattet, wäre es dann nicht erst mal wichtig, alle einzuladen, die Interesse haben (grobe Spinner sind selbstverständlich auszuschließen)? Gemeinsam ließen sich Ziele und Aktionsformen konkretisieren, und es dürfte schnell allen klar sein, dass sicher keine vordergründigen Naziparolen dazugehören werden, sondern daß das Anliegen rein gegenwartsbezogen zu formulieren ist (oder es findet sich der charismatische Anführer, der alle ins Boot holt und seine eigenen Regeln ausgibt und durchsetzt, aber da warten manche ja schon länger…).
Eine „saubere“ Bewegung wird es – mindestens in der Außendarstellung – nicht geben können, und nun sieht auch noch jeder hier, wie „gefährlich“ bereits ein reines erstes Treffen mit Euch sein kann, wer von Eurer erhofften Teilnehmerzielgruppe hält denn da seinen Kopf hin?
Ein Fremder aus Elea
Donnerstag, 15. November 2012, 15:39 (URL) | Kurz-URL
Ja, die Beschäftigung mit der Rechten ist die Spielwiese für anderweitig gebundene Journalisten.
Mauretanier
Donnerstag, 15. November 2012, 16:59 (URL) | Kurz-URL
„Eine „saubere“ Bewegung wird es – mindestens in der Außendarstellung – nicht geben können, und nun sieht auch noch jeder hier, wie „gefährlich“ bereits ein reines erstes Treffen mit Euch sein kann, wer von Eurer erhofften Teilnehmerzielgruppe hält denn da seinen Kopf hin?“
Was für eine entlarvende Frage.
Endsieg mit 100%iger Gewissheit ohne Verluste – vorher gehen wir nicht aus dem Haus, oder was?
Dieter Urchblicker
Donnerstag, 15. November 2012, 18:13 (URL) | Kurz-URL
Lehrgeld bezahlt, an Erfahrung gewonnen. Derlei Sabotageversuche wird es immer wieder geben.
Dass die Medien lügen, betrügen und sich ihre Geschichten selbst konstruieren wundert mich nicht, von der geringen Teilnehmerzahl bin ich allerdings etwas überrascht.
Über Anoymität sollte man sich bei Aktionen ohnehin keine Illusionen machen, früher oder später wird man mal eingesackt werden. Wie üblich werden Namen durchsickern, spätestens bei Akteneinsicht eines Anwalts. Anzeige reicht schon, selbst wenn nichts dabei rauskommt.
Ein Ansatz um Agents Provocateur zumindest zu minimieren wäre früherer Äusserungen von Bewerbern zu sichten, natürlich nur soweit vorhanden. Einige werden sich sicherlich bereits auf Blogs/Foren o.ä. geäussert haben.
Zur Verifikation eines Benutzernamen einfach in der einer Antwortmail eine individuelle Zeichenkette angeben, die in einem Kommentar erwähnt werden muss – schon sind Bewerber und Kommentator in Einklang gebracht.
Besonders in der Aufbauphase ist es extrem wichtig keine faulen Äpfel im Korb zu haben, komplette Neueinsteiger sind immer irgendwie verdächtig. Letztlich wird man es wagen müssen – aber vielleicht nicht gerade ganz am Anfang.
Unke
Donnerstag, 15. November 2012, 18:29 (URL) | Kurz-URL
Es lässt sich natürlich vom Sessel aus einfach räsonieren; aber hätte man von einem (dem einzigen!) Unbekannten nicht ganz freundlich den Ausweis verlangen können? Dann hätte sich die Diskrepanz zwischen behaupteter und tatsächlicher Identität behauptetem und tatsächlichem Namen schon vor Ort aufgetan. Oder sich bei der Ausrede „Ausweis / Führerschein / Bahncard habe ich nicht dabei“ Misstrauen eingestellt.
PB
Donnerstag, 15. November 2012, 19:06 (URL) | Kurz-URL
Dass Journalisten offene Neugier vortäuschen, ist nicht neu. Man muss jederzeit darauf gefasst sein.
Beim Gründungsparteitag der FVP, irgendwo in Niederbayern, war auch Niklas Frank zugegen, damals stern-Reporter, heute in Schulen auftretender Nazi-Aufklärer, der zeitlebens nicht damit klargekommen ist, die Gene des gewissenlosen Generalgouverneurs von Polen in sich tragen zu müssen.
Der stern-Reporter gesellte sich zu den Teilnehmern, gab sich jovial und neugierig, und die von Handlos begeisterten Parteigänger erzählten ihm bereitwillig alles Mögliche, mit dem guten Gewissen, den unberechenbaren Ego-Shooter Franz Schönhuber endlich los zu sein, um von nun an redliche Sachpolitik machen zu können u.s.w., das alles in dem erhebenden Gefühl, mit dem professionellen Vertreter einer (trotz der noch frischen Tagebücherblamage) berühmten und auflagenstarken Illustrierten sprechen zu dürfen.
Was Frank dann am Ende über Handlos geschrieben und im stern veröffentlicht hat, kann sich hier jeder denken.
Isabel
Donnerstag, 15. November 2012, 20:20 (URL) | Kurz-URL
Jeder derartige Versuch ist von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil der bereits im Kern angelegte Grundsatz der Distanzierung jedes kreative Anecken erstickt. Und ohne Anecken wird es nicht abgehen. Dann folgen die üblichen Distanzierungen nicht nur von Ansichten, sondern auch von Personen, und schon ist der Wurm drin in Form von Streit und negativer Emotionalität.
Nicht, daß ich Rassismus gutheißen würde oder an nostalgischer Dritte- Reich-Verehrung irgendeinen Sinn erkennen könnte.
Aber man muß doch so differenziert sein und nicht in jedem NPD-Mitglied einen NS-Nostalgiker sehen.
Wenn ich Texte wie diesen lese, frage ich mich immer, ob wirklich angenommen wird, man könne ohne üble Denunziation, Nachrede und Rufmord – mit allen auch persönlich spürbaren Folgen – in dieser Bundesrepublik irgendwie „nach rechts“ klingende Politik machen. Der Schritt aus dem Hinterzimmer und aus dem Netz nach draußen in die Realität wird immer wehtun, darüber muß man sich im Klaren sein. Ob man es aushalten kann, sieht man dann wahrscheinlich erst hinterher, aber es wird passieren wie das Amen in der Kirche.
Ich vermute allerdings, daß es nach jeder erlebten Ausgrenzung ein Stück schneller geht, bis man sich wieder davon erholt hat.
Wahr-Sager
Freitag, 16. November 2012, 14:19 (URL) | Kurz-URL
Trau, schau, wem! Man kann (leider) nicht jederman in den Kopf gucken, so dass die Gefahr, von einem Maulwurf infiltriert zu werden, gerade bei den Rechten allgegenwärtig ist.
Man sollte sich immer vergegenwärtigen, dass die größte Motivation eines Danijel Majic und seiner Genossen der schnöde Mammon ist, denn der Anreiz, „Nazis“ zu jagen, ergibt sich aus dem verheißungsvollen Ausblick, dafür mit Euronen entlohnt zu werden. Und das lohnt sich in der Antifa-Industrie durchaus.
Damals, im Mittelalter, wurden die Hexen, welche Kinder entführt und sie dem Teufel oder Trollen übergeben haben sollen, oft von Kindern angeschwärzt, die dafür Essen erhielten. Heute ist das ein weit geringerer Anreiz, da locken eher das topmoderne Smartphone oder der megagroße 3D-LED-Fernseher.
Na, wenigstens werden die Rechten heute nicht geköpft oder lebendig verbrannt…
Vulture
Freitag, 16. November 2012, 14:26 (URL) | Kurz-URL
1. Lasst Euch bei solchen Treffen die Personalausweise/Paesse zeigen und fuehrt eine Liste mit Namen und Ausweisnummern.
2. Kuendigt das vorher auch an. Es gibt ja Leute die staendig ohne Ausweis rumlaufen und extra daran erinnertwerden muessen. Und solche Inkognito-Journalisten wird gar nicht erst anreisen.
Wahr-Sager
Freitag, 16. November 2012, 16:15 (URL) | Kurz-URL
Die Idee mit dem Personalausweis finde ich übrigens sehr gut! Tatsächlich Interessierte wird das nicht abschrecken, Heuchler/Maulwürfe dagegen schon.
Weltversteher
Freitag, 16. November 2012, 19:24 (URL) | Kurz-URL
Man muß halt bedenken, daß die BRD-Verwaltung auch nicht auf unserer Seite steht, vorsichtig gesprochen. Das heißt also, entweder ihre Spielregeln einhalten, die nichts in unserem Sinne ermöglichen, oder damit rechnen, auch mal in den Bau zu müssen. Es gibt eben politische Gefangene in Deutschland. Und ratet mal, warum.
Yvonne
Freitag, 16. November 2012, 20:02 (URL) | Kurz-URL
@Mauretanier
Warum so unfreundlich und was gibts hier zu entlarven? Natürlich bin ich froh, daß ich nicht mit diesem investigativen Qualitätsjournalisten an einem Tisch sitzen musste. Die Dortgewesenen tun mir da wirklich leid.
Was ich sagen wollte: Insbesondere die, die sich eingeladen fühlen dürfen, werden sich durch solche Vorfälle leicht abschrecken lassen. Auch schon deshalb wäre es besser, sich ein wenig mehr zu öffnen (damit es nicht bei Kleinstgruppen bleibt).
Isabel möchte ich zustimmen, „kreative Anecker“ werden nicht schaden!
Kreuzweis
Montag, 19. November 2012, 13:18 (URL) | Kurz-URL
Wer tatsächlich glaubt, Stammtische ohne irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen aufziehen zu können, ist wohl nicht ganz von dieser Welt.
Solche Vorfälle sind aus einem Grunde sehr schädlich: sie demoralisieren!
Zweifelllos wäre persönliche Gruppenbildung nötig und auch von vielen Sympatisanten ersehnt. Aber nicht jeder, der an einen Stammtisch teilnehmen möchte, gehört zum „Habe-eh-nix-zu-verlieren“-Typus. Solche und ähnliche Sabotageakte zertören das Vertrauen in die Stammtischbetreiber, daß viele wertvolle Leute wieder wegbleiben oder gar nicht erst kommen.
Dabei kann man schon im Vorfeld mit wenig Fleiß die Spreu vom Weizen trennen. Meine besten Ideen dazu werde ich hier nicht ausbreiten, nur einige grobe Fragmente als Denkanregung:
(a) Will man mit einem „weißen Blatt Papier“ seine Zeit am Stammtisch vertrödeln? Will man jeden, der mal über einen rechten Blog stolperte, haben? Ihm langatmig die Grundlagen erklären müssen? Oder Sozialarbeiter spielen, als seelischer Müllabladeplatz fungieren?
Oder sollte man sich nicht trauen, von Neuen die Lektüre gewisser Literatur abzuverlangen? („Bringe 4 Bücher mit, die Du durchgearbeitet hat und erzähle uns zur Vorstellung, was Dir darin am besten Gefallen hat.“)
Kaum ein Linker wird sich die Mühe machen, „Naziliteratur“ zu studieren und Kommentare und Markierungen im Buch zu hinterlassen.
(b) Für die Linken gilt „Kauft nicht bei Nazis!“, und die meisten ließen eher ihre Hand abfaulen, als „Nazis“ etwas verdienen zu lassen.
Daher ist das Wissen, ob jemand ein Abo hat, ob er schon was bestellt (und bezahlt!) hat, ein deutlicher Hinweis für ein ehrliches Interesse. Da es jedoch auch Linke (und Ablinker) gibt, die bei rechten Firmen zwar bestellen und dann nicht zu bezahlen, wäre eine gewisse Mitarbeit des Verlages hilfreich.
(c) Da man dennoch nie sicher sein kann, ob einer nicht nach Jahren die Seiten wechselt um sich von EXIT alimentieren zu lassen (z.B. weil er sein Schwulsein entdeckt hat) ist es nicht dumm, wenn nur ein Vertrauensmann die Stammdaten kennt, man sich untereinder jedoch nur mit Spitznamen anredet. Der Vertrauensmann kann jedoch nur ein bewähter und ‚von oben‘ beglaubigter Mitstreiter sein. Und: alle wichtigen Daten dürfen nur in sicheren Datenkontainern (z.B. TrueCrypt) aufbewahrt werden; alles andere ist Sabotage!
(d) Bei jeder Bewerbung um einen schäbigen „Job“ muß man ziemlich viel von sich preisgeben und tut es auch, weil man sicher sein kann, daß die Daten die Firma nicht verlassen. Ich persönlich hätte auch gegenüber verdienten Deutschwilligen damit keine Probleme – vorausgesetzt, ich wüßte, daß diese bei denen auch wirklich in sicherster Verwahrung sind.
Soviel als Anregung in Kürze. Elaboriertere Maßnahmen zur technisch-organisatorischen Faule-Äpfel-Detektion diskutiert man nicht öffentlich, denn sie sind desto wirksamer, je weniger sie bekannt sind.
Will man jedoch wirklich gute Leute gewinnen, so muß man SELBER vertrauenswürdig sein. Leute, die nicht genügend Willen oder Intelligenz zu auch nur den einfachsten Vorkehrungen gegen die billigsten Tricks der Linken aufbringen wollen, sind für mich jedenfalls nicht vertrauenswürdig – und ich vermute, für andere auch nicht.
Wahr-Sager
Mittwoch, 21. November 2012, 17:48 (URL) | Kurz-URL
@Kreuzweis:
Absolut gute Ideen, die Sie hier vorgebracht haben! Während Linke oft heimtückisch agieren und Lügen als Fakten präsentieren, gehen Rechte oft zu blauäugig vor. Leider aber ist der Mensch von Natur aus nicht gut, und das zeigt sich dann auch heute wieder mal an einem beliebig manipulierbaren Mob, der sich in eine Richtung lenken lässt und daraus auch oft seinen Nutzen zieht.

Identitäre Basisarbeit (1): Berliner Ausspähung, Frankfurter Insolvenz (Teil1)

Posted in Sezession on Januar 12, 2013 by androsch

von Johannes Schüller

Die Identitäre Bewegung faßt vorerst virtuell Fuß in Deutschland. Die Presse-Resonanz blieb erwartbar: Der Zeit-Blog „Störungsmelder”, das „Netz gegen Nazis” und die „Frankfurter Rundschau” werfen die ersten Blendgranaten. Um den verhassten Gegner zu bekämpfen, schrecken Journalisten auch nicht vor naiver, rechtsextremer Provokation zurück. So geschah es auch in Berlin, als wir Maßnahmen ergriffen und uns zum ersten, außervirtuellen Treffen der örtlichen Identitären-Gruppe trafen.

Über Facebook meldete sich ein kroatischstämmiger Interessent, „Zeljko Baric”. Er drängte auf eine baldige Zusammenkunft. Baric freute sich. So etwas wie die Identitären sei er von Deutschen bislang nicht gewohnt gewesen. Bei Bedarf könne er auch kroatische Freunde fragen. Politisch äußerte er sich nicht. Baric war einer der ersten, der in Berlin mit anpacken wollte. Kein Schwätzer, dessen intellektueller Radius sich auf virtuelle Wutausbrüche beschränkt, dachte ich. Neben alten Bekannten war er dann der einzige, der dann zum groß beworbenen Treffen in Berlin erschien. Ich war froh über einen, bei dem ich echtes Interesse und Anteilnahme an der Zukunft Deutschland und Europas vermuten durfte.

Wir würden ihn an „brauner Lederjacke und Kapuzenpulli” erkennen. Die Beschreibung blieb unpräzise, weil Baric sich ein sogenanntes „Fakeprofil” zugelegt hatte, auf dem er unter anderem offen mit seiner Sympathie für die faschistische kroatische Ustascha warb. Der kleine identitäre Kreis traf sich an dezentraler Stelle und ging in eine Kneipe. Seine Verwandten seien von Muslimen in Bosnien vertrieben worden, erzählte Baric gleich. Er stünde deshalb auch der Islamisierung in Deutschland ablehnend gegenüber. Jeder konnte seine Geschichte erzählen, seine Erfahrung berichten. Baric gab uns das Bier aus, er müsse eh noch Geld wechseln.

Ob er denn als Kroate an der identitären Bewegung Deutschland teilhaben dürfe? Warum auch nicht, dachte ich mir, wo doch die meisten identitären, virtuellen Deutschen in Berlin zu dieser Zeit Polizeiruf 110 schauen oder bei Facebook surfen.

Baric freute sich über „null Prozent Rassismus“ und wurde im Ton radikaler. Warum die Identitären denn nichts vom Nationalen Widerstand und der NPD wissen wollten? Er, der aus Frankfurt am Main käme, habe da zwar kuriose, aber auch kreative und sympathische Köpfe kennengelernt. Mein Beharren auf den unüberbrückbaren Gegensätzen zwischen uns und den NS-Nostalgikern stellte ihn nicht zufrieden. Wir sollten doch keine Berührungsängste haben. Auch sie würden gegen den Islamismus kämpfen. Aber er selbst müsse sich leider zurückhalten. Denn er arbeite in einer Anwaltskanzlei, und privat wohne er in Kreuzberg, „aber einer harmlosen Ecke”. Auch für unsere Adressen interessierte er sich. Einen Tag vor der geplanten Aktion schrieb Baric, er liege mit einer Grippe im Bett. Das hatte seinen Grund, denn er war anderweitig beschäftigt:

Identitäre Basisarbeit (3): Beschreibung eines aufziehenden Sturms (Teil2)

Posted in Sezession on Januar 12, 2013 by androsch

Es war dieser Zirkel, der als Avantgarde den Begriff „identitär“ vor über einem Jahr, nach Wien und in den deutschen Sprachraum brachte. IDENTITÄR: Das ist es, das muß es sein! Worum ging es denn in allen Debatten über Zuwanderung, Überfremdung, Menschheitsfortschritt, Gender, Vergangenheit und Gesellschaft? Um die Identität! Was ist der Goldgrund aller rechten, konservativen, traditionalistischen, nationalen und patriotischen Fragen? Die Identität! Mit einem Mal spülte dieser Begriff alle Formen, Begriffe und Theorien fort und ließ einen neuen Anfang zu: den totalen Bruch mit allen Ideologien und allen gewohnten Strategien. Die gemeinsame Lektüre von Werken der neuen Rechten und der Konservativen Revolution leistete ein Übriges: Die Identitäre Bewegung in Wien war geboren.

Mittlerweile zieht diese Bewegung weite Kreise. Eine gewisse kritische Masse ist erreicht, die wie von selbst zu Aktionen, Treffen und Aktivitäten drängt. Eine völlig neue Ikonographie und Begrifflichkeit, ein ganz anderes Denken hat sich breit gemacht. Man hört bei den Identitären keine abfälligen Ausländer-Witze mehr, der Stammtisch-Zungenschlag hat sich verflüchtigt. Der Militarismus und Waffenfetisch sind nicht vorhanden und das diktatorische Häuptlingstum bleibt aus. Es gibt keine Feierabendrevolluzer mit Devotionalien-Lagern im Keller, keine haßerfüllten Gewaltphantasien, keine ohnmächtigen Rachesehnsüchte: unermüdliche politische Arbeit, ständige geistige Schulung und ein humorvoller, ja selbstironischer Gleichmut umspielt den knallharten Willen zur Veränderung. Der Slogan: „Wir sind die Guten“ – schneller, schlauer, kreativer, frecher, zahlreicher und entschlossener als alle andern.

Bisher klappt das sehr gut. Man dringt in Bereiche vor, die der Szenegänger des subkulturellen Politmilieus Wiens nie gesehen hat. Die Identitären kommen von den Unis, aus den Schulen, sie machen Lehren, arbeiten bei McDonalds, als Pagen, Tellerwäscher, und in Anwaltskanzleien. Sie lesen Heidegger und die Krone, sie hören Mozart und Techno, Volksmusik und Metal. Sie fahren Alpha Romeo oder mit der Bim, sie essen am Würstelstand und im Landtmann, sie sind Gourmands und Straight-Edge, tätowiert und konservativ, im Kapu und im Jackett, sie fechten, sind Proleten und Poeten. Alle eint die Liebe zur Heimatstadt und die Sehnsucht nach einer Zukunft, die Suche nach einem Ideal, das in der Konsumgesellschaft als Ware nicht zu finden ist.

Woche für Woche werden es mehr, die Bewegung sprüht nur so vor Ideen und Tatendrang. Aus der Rede eines Aktivisten:

Was wir wollen in Österreich und Wien? Wir wollen nicht mehr mit der Lüge leben! Wir wollen die identitäre Frage stellen – so laut und so fordernd, bis man uns antwortet. Wo sind wir in 50 Jahren? Und was tust Du dafür oder dagegen? Wenn man gegen uns schreibt, werden wir stärker, wenn man uns verschweigt, werden wir lauter. Wie ein Sommerregen wird der identitäre Aufbruch im Zeichen des Lambdas durch ganz Österreich gehen. Schon heute trifft man beim Spaziergang durch die Wiener Innenstadt auf ein Lambda, als Kreidezeichen oder an den Laternenmast geklebt.

Das gefällt nicht jedem aus der „Szene“. Doch das ist uns herzlich egal. Es war immer schon unser Stil, sich mit allen und jedem anzulegen. In Zukunft wird man an uns nicht vorbeikommen – in Wien, Österreich, in Frankreich, Italien, Deutschland und ganz Europa. Denn bei uns sammeln sich alle kritischen Geister, Suchende, Junge mit Temperaturerhöhung und Unangepaßte, deren Leiden am Zeitgeist ein Zeichen innerer Gesundheit ist. Unser Kampf um die Stadt, der für uns der Kampf um Europas Zukunft ist, wird weitergehen. Unsere Aktionen werden weiter Löcher der Provokation in die kulturelle Hegemonie schlagen.

Die Multikulti-Ideologen können sich warm anziehen: Ein identitärer Sturm zieht auf.

Im Internet: wirfuerwien.at und dieidentitaeren.
Beispielaktion: Zertanz die Toleranz

Seiten: 1 2

Veröffentlicht: Dienstag, 20. November 2012, 7:54
Kategorie(n): Tage und Taten, Wir
Schlagwörter: Identitäre Bewegung, Wien, Wiener Aktionisten
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Kurt Schumacher
Dienstag, 20. November 2012, 9:25 (URL) | Kurz-URL
Nicht schlecht geschrieben! Erinnert an Moeller van den Bruck.
Rumpelstilzchen
Dienstag, 20. November 2012, 10:04 (URL) | Kurz-URL
Interessant an der identitären Bewegung finde ich, dass sich hier etwas zu artikulieren sucht, dass sich der Vereinnahmung durch die Allmacht der Ökonomie entzieht. In dieser Verweigerung gegenüber einer totalitären Konsumwelt erinnert die identitäre Bewegung Europas an die Samisdatbewegungen der 80- iger Jahre in den Ostblockstaaten. Vaclav Havel sprach vom „Versuch, in der Wahrheit zu leben“. Die Identitären wollen nicht mehr „mit der Lüge leben“.
Der große russische Philosoph Nikolai Berdjajew schrieb 1932:
Der Ökonomismus erweist sich als letztes Schiksal des Menschen, außerhalb diesem gibt es überhaupt kein Leben, kein Sein mehr. Die großen Ideen von Gott und dem Menschen werden endgültig ausgemerzt; mit ihnen fällt der gesamte geistige Inhalt des menschlichen Lebens, es bleiben nur mehr Wirtschaft und Technik“.
Die Ökonomie in einer globalen Multikultikonsumgesellschaft vereinnahmt Geschichte, Religion, Heimat, Herkunft, Zukunft , die Seele. Es gibt keinen Ausbruch daraus,
je authentischer die Identitären diesen Seelenverlust zur Sprache bringen, desto mehr Zustimmung kann sie finden.
Ideologische Engführungen sind eher hinderlich, Lambdazeichen, Aktionismus eher verwirrend, aber das kann sich ja noch entwickeln.
Kurt Schumacher
Dienstag, 20. November 2012, 11:44 (URL) | Kurz-URL
@ Rumpelstilzchen
Entschuldigen Sie, aber ich muß Ihnen widersprechen:
Aus dem Leiden am Seelenverlust (einem Minus) läßt sich keine Zukunft formen. Zukunft kann nur aus einem Kraftüberfluß (einem Plus) geformt werden. Wenn das deutsche Volk seine Identität nur noch in einem Minus erfühlt, dann tritt es zu Recht ab aus der Geschichte. Wo ist dann eigentlich noch der Unterschied zur offiziellen Meinung, die ja ebenfalls, was das Deutsche betrifft, nur negativ definiert wird?
Wenn das Identitäre überhaupt einen Sinn haben soll, dann muß es die innersten Kraftquellen unserer Identität anzapfen. Dann müssen wir uns fragen: wer hat denn eigentlich unser Europa geschaffen, von welchem inneren Kraftkern her geschah das? Ex oriente lux? Herkunft der Europäer aus Anatolien? Vom Altai? Out of Africa? Oder war nicht vielleicht doch alles ganz anders…Stonehenge, Goseck, Nebra? Dies nur als Schlagworte, die dem Denkenden aber genug sagen.
Die Ausstrahlungskraft des europäischen Kerns ist das Entscheidende. Ein „authentischer Seelenverlust“ ist eine traurige Angelegenheit; schmeckt nach „no future“. Das erinnert an die aussterbenden weißen Amerikaner, die sich nur noch ein kleines Gnaden-Eckchen erflehen, irgendein jämmerliches Flußtal in Alabama, wo sie vielleicht noch geduldet werden. Projekt „Letzte Zuflucht“ heißt das, glaube ich. Aber das kann doch nicht funktionieren! Wenn die Weißen in Amerika nicht in der Lage sind, als eine Ausstrahlungskraft für die Ordnung zu leben, dann werden sie verschwinden; so sind ja übrigens auch die Pruzzen verschwunden, und die Sorben sind nur als belächelte Spreewaldgurkenminderheit unter Naturschutz gestellt worden. Sonst wären sie auch futsch. Meiner Meinung nach ist ihnen das nur passiert, weil sie eben die Verbindung zum innersten Kern verloren haben, sonst wären sie in die neue Zeit mitgegangen und hätten sie auch mitgestaltet.
Das Identitäre darf – meiner Meinung nach – keine „Zuflucht“ sein, sondern muß ein Kraftquell bleiben.
Nils Wegner
Dienstag, 20. November 2012, 12:34 (URL) | Kurz-URL
Das Redezitat am Ende erinnert mich eher ein wenig ans »Manifest des Turbodynamismus«… Aber was soll’s, es gefällt!
Azo
Dienstag, 20. November 2012, 13:05 (URL) | Kurz-URL
Aber es muss etwas Spektakuläres kommen, irgendetwas, das die Medien nicht ignorieren können, ein identitäres „9/11″ sozusagen, ohne Mord natürlich. EU-Flagge vom Reichstag einholen, Lamda hissen, o.ä. Man muss Symbole angreifen und zwar in der Hauptstadt.
Kreuzweis
Dienstag, 20. November 2012, 13:57 (URL) | Kurz-URL
„Werde, der du bist!“ (Pindars Mahnung zum identitären Streben)
„Wir sind wir!“ (bayer. identitärer Volksspruch)
„Gleich und Gleich gesellt sich gern!“ (alte dt. Volksweisheit)
„Das ‚Alte Europa‘ ist noch lang nicht tot!“ (unbek.)
Kreuzweis
Dienstag, 20. November 2012, 14:18 (URL) | Kurz-URL
Ging mir eben durch den Kopf:
Wir haben doch Künstler und Kunsthandwerker in unter uns?
Mögen sie Wiedererkennungs-Zeichen schaffen!
Nicht als billige Palste- oder Blech-“Buttons“, nein, wertvoll mögen sie sein, vielfältig eigen. Nur ästhetisch sollte es stets sein. Und immer nur der eine Buchstabe, das Zeichen der der stolzen Spartaner.
Als Brosche – in Silber, als Emailarbeit, Intarsien, … – als Nadel, als Gürtelschnalle, als Schal, als Kopftuch, Mütze, Als gestickter Aufnäher für die Tasche, die Jacke – ach, was auch immer.
Es könnte -schöner Nebeneffekt – somanchem „Waldgänger“ eine nette Einkommensquelle eröffnen.
Die schöne Nützlichkeit solcher Zeichen (z.B. Irminsul) habe ich bereits einige male erleben dürfen: es wirkt …
Kolkrabe
Dienstag, 20. November 2012, 16:17 (URL) | Kurz-URL
@ kreuzweis
Das könnte zu erheiternden Missverständnissen mit ungeahnten Konsequenzen führen. Der Buchstabe Lambda wird lt. Wikipedia nämlich bereits für eine Identitätsbewegung verwendet – und zwar von der Schwulen- und Lesbenbewegung, er steht dort für Libertas.
Frage: Kann man ein Symbol kapern?
Angela Brüning
Dienstag, 20. November 2012, 17:20 (URL) | Kurz-URL
Mich wundert es überhaupt nicht, wenn die Identitären in Wien einen wachsenden Zulauf haben. Die FPÖ ist im Gegensatz zum Werbebild, das sie nach außen präsentiert, personell ziemlich gerontokratisch. Da gibt es Leute, die mit 45 Jahren noch Geschäftsführer der Jugendorganisation sind und Parteiobmänner, die seit den 80er Jahren den selben Bezirk leiten. Dazu kommt noch diese Stromlinienförmigkeit, die einem abverlangt wird und das dauernde Links – Überholen als Trumphkarte gegen die SPÖ ist auch nicht unbedingt für jeden attraktiv. Intellektualität erhöht in der FPÖ die Wahrscheinlichkeit, dass sich unideologische Karrieristen gegen einen verbünden und einem das Leben schwermachen. Andererseit muss man sich eingestehen, dass die FPÖ mit 26 % der Stimmen in der Mitte der Gesellschaft angelangt ist und da muss das Profil nach außen schon etwas verwaschen sein.
Weltversteher
Dienstag, 20. November 2012, 18:05 (URL) | Kurz-URL
Die Beschreibung im Anfang trifft es auf den Kopf. Soll diesen „Kulturbetrieb“ der Schutzmann holen…
Ob nun nach dieser schrecklichen Schilderung tatsächlich die Überwindung in besagter Form auf der Hand liegt, ist kaum zu glauben. Das wird sich hoffentlich zeigen.
Rumpelstilzchen
Dienstag, 20. November 2012, 18:08 (URL) | Kurz-URL
@ kurt schumacher
Aus einem „Leiden“ läßt sich durchaus Zukunft formen.
Aus einem Leiden an Sprachverlust, Heimatverlust, Geschichtsverlust usw. kann Stärke entstehen.
Die offizielle Meinung, die das Deutsche negativ definiert, leidet ja überhaupt nicht daran, ihre Identität verloren zu haben, im Gegenteil, man schafft sich genüßlich ab.
Es gibt verschiedene Kraftquellen Europas, Stonehenge, Nebra, Irminsul kein Problem damit, aber doch etwas wenig für eine positive Zukunft.
Bis jetzt sagt mir Identitär kaum was im positiven Sinne, außer einem entschiedenen Nein zum Status Quo. Ich sehe die Identitären als Entwurzelte, die sich ihrer Entwurzelung bewußt werden.
Ein chinesischer Wanderarbeiter, der sich ver-dingt hat genauso seine Identität verloren, wie ein junger Spanier, dessen Arbeitskraft im eigenen Land niemand mehr braucht. In einer globalen Welt ist Identitätsverlust ein globales Thema. Europa ist nicht mehr der Nabel der Welt und vielleicht schon bald nur noch ein Vergnügungspark für asiatische Touristen.
Mit etwas völkischem ChiChi ist es nicht getan. Die Europäer sollten schon mehr wollen.
lupus lusici
Dienstag, 20. November 2012, 20:33 (URL) | Kurz-URL
@Azo
Schicke Idee das mit dem Reichstag. Ich finde aber das sollte man vorerst lockerer angehen, immerhin gibt es keinen von den Identitären, dem ich so mir nichts dir nichts über den Weg traue. Dann lieber ein identitäres Wochenende, am liebsten in Prag, da zwischen Berlin und Wien (Außerdem pinkelt man nicht dahin, wo man isst.). Da könnte man wenigstens ein bisschen die Leute rausfiltern, die zu etwas zu gebrauchen sind. Dabei interessieren mich noch nichtmal die Propagandaaktionen, sondern wirklich subversive Sachen. Das Ruder rumreissen, pah, lieber Gas geben und den Kahn noch schneller gegen die Wand fahren.
Wenn durch das Lambda schon Bezug auf die Spartaner genommen wird, dann bitte auch auf das „…kämpfen wir im Dunkeln.“ Aber Begriffe wie Darknet, Bitcoins, Differenzkontrakte, Arbitage, Schattenkriege … sind hier Fehlanzeige. Es wird überhaupt kein Bezug auf eine zeitgemäße Auseinandersetzung genommen. Vorallem fehlen in modernen Sozialtechniken bewanderte Charismatiker, die dem Einzelnen als Vorbild dienen.
Wieso wird bei den Identitären das Kulturgequassel so hoch gehalten, statt sich nach modernen Machtmittel umzublicken?
Kreuzweis
Dienstag, 20. November 2012, 20:49 (URL) | Kurz-URL
Werter Kolkrabe,
Ihre Befürchtungen sind unnötig:
Die „schützenwerte Minderheit“ benutzt, obschon sie mit „Libertas“ nur wenig zu tun hat, doch viel mit Links, Lumperei und Larmoyanz, passenderweise den KLEINbuchstaben.
Der Größe der Identitären Idee angemessen ist jedoch nur das grosse Lambda!
Kurt Schumacher
Dienstag, 20. November 2012, 20:53 (URL) | Kurz-URL
@ Rumpelstilzchen
Eine spannende Diskussion!
Ich gebe Ihnen recht, daß das offizielle Antideutschtum nicht leidet, sondern sich eher suhlt. Das Leiden an diesem Antideutschtum ist auch an sich ein nobler Reflex. Aber was ich meinte, ist: der Reflex ist immer noch negativ. Nietzsche: „Frei willst du sein? Aber frei wovon, was schiert mich das. Wichtiger ist: frei wozu?“ (Nicht ganz wörtlich, von mir nur aus dem Gedächtnis zitiert. Die Fundstelle weiß ich im Moment auch nicht.) So möchte ich auch das Identitäre verstehen: nicht einfach „gegen die Globalisierung“, sondern „für das Eigene“. Nur: was dieses Eigene ist, das ist gerade die Frage! Ist es Deutschland als Gebiet?
Wären wir glücklicher, wenn Deutschland wieder größer wäre? Zum Beispiel, wenn Österreich wieder rechtmäßiger Teil Deutschlands wäre…? Wir alle wissen, wieviel „Germania irredenta“ rings um uns wartet. Seit Jahrzehnten sind wir immer weiter eingeschrumpft, 1990, 1945, 1918, ja im Grunde schon 1871. Andererseits haben Goethe und Schiller sich gegen den deutschen Nationalstaat als Machtstaat ausgesprochen; sie betonten unsere Mission als Dichter und Denker.
„Zur Nation euch zu bilden, ihr hofft es, Deutsche vergebens….bildet dafür, ihr könnt es, desto reicher zu Menschen euch aus.“
Und ich denke, das ist heute aktueller denn je. Ich finde nicht, daß das völkisches Chi-Chi ist. Als Machtstaat sind wir seit dem 8. Mai 1945 tot. Aber von innen her können wir die Welt noch immer bewegen, quasi aus dem archimedischen Punkt.
Rumpelstilzchen
Dienstag, 20. November 2012, 21:34 (URL) | Kurz-URL
@ kurt schumacher
Die Größe ist wie im richtigen Leben nicht immer das entscheidende, vielleicht die Intensität.
Wo kann man sich verständigen bei so viel Dummheit ?
Es tut z.b. weh zu sehen, wie deutsche Städte durch Shoppingmalls zerstört werden, wo Konsum zerstört, was nicht einmal Kriege geschafft haben.
Es tut weh, im Erfurter Dom zu stehen und eine „Horde Chinesen“ fällt laut lachend mit Kameras ein und man fühlt sich zum ersten Mal wirklich kolonialisiert, es tut weh, die Proletarisierung und Überfremdung der Städte zu sehen ohne die Hoffnung, daraus könnte sich etwas positives entwickeln, es tut weh, in einen Gottesdienst zu gehen und ein „schwuler“ Gutmenschenpfarrer labert dummes Zeug und und und , da tut es vielleicht gut, mal wieder mit ganz normalen menschen zu reden, die das genauso empfinden. Unabhängig von Politik eine Verständigung über diese Entwurzelung, vielleicht ist eine Be-sinnung zuerst nötig, bevor es ins politische geht. Jedem das Seine. Viele Wege sind möglich.
Sixty
Dienstag, 20. November 2012, 21:35 (URL) | Kurz-URL
„Interessant an der identitären Bewegung finde ich, dass sich hier etwas zu artikulieren sucht, dass sich der Vereinnahmung durch die Allmacht der Ökonomie entzieht. In dieser Verweigerung gegenüber einer totalitären Konsumwelt erinnert die identitäre Bewegung Europas an die Samisdatbewegungen der 80- iger Jahre in den Ostblockstaaten. Vaclav Havel sprach vom „Versuch, in der Wahrheit zu leben“. Die Identitären wollen nicht mehr „mit der Lüge leben“.“
Das finde ich jetzt aber wirklich eine ziemlich abenteuerliche Argumentation. Der Staatssozialismus im „Ostblock“ ist doch gerade in erster Linie an seiner ökonomischen Unfähigkeit gescheitert und nicht etwa an einer „totalitären Konsumwelt“ (die es da ja eben NICHT gab). Und ausgerechnet den grünen Oberliberalen Vaclav Havel hier zu zitieren, geht wohl auch eher daneben.
Die identitäre Bewegung, so wie ich sie verstanden habe, wendet sich doch vorrangig gegen die Multikulti-Ideologie und die „Entnationalisierung“ und erst dann auch gegen den „Konsumismus“, der ja so richtig eigentlich erst mit dem dot.com- und Internet 2.0-Hype sntstanden ist. Erst seitdem kann man tatsächlich von so etwas wie einer „totalitären Konsumwelt“ sprechen.
Rumpelstilzchen
Dienstag, 20. November 2012, 22:52 (URL) | Kurz-URL
Stimmt , natürlich spielte Konsumismus im Ostblock keine Rolle. Die Parallelen ergeben sich allein durch die totalitäre Vereinnahmung, hier durch Marxismus-Leninismus, heute durch „globalen totalitären Kapitalismus“.
Beides aber ausschließlich durch Ökonomie definierte Systeme.
Ansonsten bin ich der Meinung, dass die totalitäre Konsumwelt die basis für Entnationalisierung und Multikulti bildet. und nicht umgekehrt.
Wie Marx sagte :Das Sein bestimmt das Bewußtsein
Die Herausforderung des 21.Jhds. wird sein, wie zwischen global und individuell (liberalistisch) kollektive Identitäten (staaten, Völker, Ethnien) bestehen können und welche Funktion sie haben.
Raskolnikow
Mittwoch, 21. November 2012, 7:48 (URL) | Kurz-URL
„Haben Sie eine
unheilbare Krankheit?“
(H.Balzac)
Meine Fresse!
Heute in der Frühe sind mir die Lebkuchenherzen (Von Lambertz mit Überzug aus Zartbitter-Schokolade und Aprikosenfüllung) ausgegangen. Jetzt stellt sich die Schuldfrage, damit ich meine Feindschaften annoncieren kann. Wer ist dabei im Spiel?
Die Chinesen natürlich, der Erfurter Homopfarrer, die Ökonomie ganz allgemein (Finanzjudentum?), die alte Rechte (die Neue und Neueste habe ich auch im Verdacht), Moslems und Südländer kommen immer in Frage …. Mann, die Liste wird lang.
Und was hätte eigentlich Nietzsche dem (angenommenen Zeitgenossen) Ernst Jünger entgegnet, wenn der ihm offenbart hätte, es gäbe keine Lebkuchenherzen mehr? Wäre dieser Briefwechsel veröffentlicht worden, hätte Spengler da je den „Untergang“ geschrieben, oder wären vielleicht zwei Kapitel mehr drin gewesen? Trächte Hanns Heinz Ewers im Gegenzug gemeinsam mit Niekisch SS-Uniform und hätte dann nicht Doderer mit den beiden eine homoerotische Soirée veranstaltet. Da muss ich erstmal reflectieren, das will alles bedacht sein.
Ist der Pönitent dann identifiziert, werde ich Widerstand leisten. Natürlich ohne Gewalt, weil Gewalt ist nie eine Lösung; das wussten schon die alten Spartaner, und Karl Martell, und vor Wien wurden die Türken, ja auch nur weggebasst, die ganze Reconquista, war eine Anti-Gewaltkundgebung, ach was, Europa, das Abendland ist durch kreativen und zeitgemäßen Widerstand zu dem geworden, dessen Leichnam wir noch bewundern …
Aber nun mal im Ernst, sehr ernst sogar. Da ich, wie bereits gesagt, die Weisheit mit einem Löffel gefressen habe, der übergroß zu nennen ist, und darüber hinaus momentan etwas beschwippst bin, erlaube ich mir obstehendes Balzac-Zitat in die Runde zu werfen. Wirklich mal die ehrliche Frage gestellt:
Wollen wir SO schwul sein? Soll DAS unser Abgang werden? Tanzen, kreativ und bunt? Fähnchen, Masken, Schildchen schwenken? Transparente vor irrelevanten Menschlein hochhalten?
Ich hab zwar kein Manifest zur Hand und bei der Gründung unserer „Deutschen Gesellschaft gegen Trickbetrug“ war keine Webcam dabei; aber wir ziehen uns teure klassische Kleidung an, trinken und essen nur die erlesensten Dinge, verzichten bei Treffen auf elektrisches Licht und schlagen uns alle zwei Monate bei Sondersitzungen gegenseitig auf die Fresse und das meine ich wirklich im physischen Sinne. Darüber hinaus gibt es noch Aktivitäten gegen Trickbetrug, die der Verschwiegenheit unterliegen. DAS nenne ich einen Abgang, der vielleicht gar kein Abgang ist!
Das Problem sind nicht die „Kanacken“ oder die Ökonomie sondern das Problem sind wir, mehr bleibt da nicht zu sagen. Es geht nur um uns. Wir SIND der Niedergang Europas. Um ihn aufzuhalten, müssen wir uns aufhalten!
Bedenklich,
R.
Rumpelstilzchen
Mittwoch, 21. November 2012, 11:42 (URL) | Kurz-URL
Grüß Gott Herr Raskolnikow,
das nenn ich aber einen kreativen Widerstand, sich zu klebrigen Lebkuchenherzen am frühen Morgen schon zu beschwippsen.
Ja, wir sind wirklich der Niedergang, aber wie halten wir uns auf und warum überhaupt ? Wie schwul ist das denn, schon vor der Adventszeit Lebkuchen zu essen. Wer warten kann, hat mehr davon.
Azo
Mittwoch, 21. November 2012, 12:26 (URL) | Kurz-URL
Eine Sache ist allerdings vll etwas Problematisch: Das Lambda-Symbol selbst !
Es gibt nicht allzu viele wirklich Gebildete bei uns heutzutage. Ein zackiges Symbol im Kreis… Da wird wieder mächtig rumgehitlert werden, wenn die identitäre Bewegung sich verbreitet.
Das ist ein kleiner Schwachpunkt für die Öffentlichkeitsarbeit, zumal zwar viele, wenn nicht die meisten, unbewusst „identitär“ fühlen, aber nicht alle das Lambda kennen und allein durch den optischen Effekt sofort an „Faschismus“ denken. Das ist ein Minus.
niekisch
Mittwoch, 21. November 2012, 12:40 (URL) | Kurz-URL
„Es war dieser Zirkel, der als Avantgarde den Begriff „identitär“ vor über einem Jahr, nach Wien und in den deutschen Sprachraum brachte.“
Und woher hatte der Zirkel den Begriff „Identitär“? Anhand der IP – Nummern konnte ich feststellen, daß die jungen Leute damals fleißig „Metapolitika“ lasen, insbesondere auch dies:
http://metapolitika.wordpress.com/2010/10/29/wm-weltanschauliches-minimum-das-bild-vom-menschen/
Da war der Begriff „identitär“ schon längere Zeit im Diskurs. Es freut mich schon ein wenig, daß mein „Proletenblog“ ein wenig helfen konnte:-)
Kurt Schumacher
Mittwoch, 21. November 2012, 14:54 (URL) | Kurz-URL
@ Rumpelstilzchen
Es freut mich, daß wir anscheinend gar nicht so weit auseinander sind. Die chinesischen Touristen stören mich allerdings weniger. Touristen kommen und gehen. Andere Fremdgruppen dagegen kommen und – bleiben. Paradoxerweise scheint es aber gerade so zu sein, daß auch das Identitäre (pauschal genommen, nicht politisch) die Fremden an der Eindeutschung hindert. Ich kann mich täuschen, aber ich habe das Gefühl, daß bei unserer „Jungbürgerschicht“ (wie gefällt Ihnen mein Glimpfwort?) die „Kopftuchmädchen“ relativ gesehen immer zahlreicher werden; das mag ihr Widerstand gegen die Globalisierung sein. Sie konsumieren dann „Turka Cola“, „Allah Cola“ und „Mac Halal Burger“ („halal“ ist das muslimische „kosher“). Modern und mittelalterlich zugleich! Und unter dem Schleier schnattern sie permanent in ihr Mobiltelefon. Sie haben auch oft geschminkte Gesichter, benutzen Lippenstift und saugen an Zigaretten. Das ist eine ganz wirre Mischung, die aber, wie gesagt, der Versuch der Kopftuchmädchen und (mutatis mutandis) ihrer bärtigen Brüder sein mag, sich gegen die auflösende Wirkung der Globalisierung zu stemmen.
Anders herum gesagt: ist die ganze identitäre Bewegung vielleicht selbst ein „integrierender Bestandteil“ der NWO? Oder wenn sie es nicht ist, wird sie es über kurz oder lang werden…? Um noch einmal Goethes Faust zu paraphrasieren:
„Die Globalisierung hat einen großen Magen. Hat ganze Länder, Kulturen und Widerstandsformen aufgefressen, und doch sich niemals übergessen.“
Man denke auch an die Alt-68er, die damals – zumindest vorgeblich- als Rebellen auftraten und heute „die Stützen der Gesellschaft“ darstellen. Man denke an das Bild von George Grosz, besonders an den dampfenden Inhalt von Hugenbergs Schädel. Darüber lachen die 68er – – sie merken nicht, daß sie selber genau solche Karikaturen sind!
Das muß man auf jeden Fall vermeiden, sich korrumpieren zu lassen. Ein frischer Wind muß immer wehen, oder um es mit Ernst Jünger zu sagen: „Man muß den Punkt kennen, bis zu dem man zurückweichen darf.“ (da weiß ich die Quelle: „Blätter und Steine“). Bewahren und Verändern, jedes, wie es ihm gebührt, und furchtlos vor der Zukunft. Darum heißt es ja auch nicht einfach „konservativ“, sondern „Konservative Revolution“.
Holzknecht
Mittwoch, 21. November 2012, 18:55 (URL) | Kurz-URL
@Raskolnikow: Ihre Ausführungen sind wie immer fantastisch, fein pointiert und mit Häme gewürzt. Es sind die selben Gedanken die mir oftmals in den Sinn kommen bei all dem folgenlosen Geschwafel. Das mag aus der Inhalation von sechs Jahrzehnten bundesrepublikanischen Geistes resultieren. Würden die Polen heute (natürlich rein fiktiv) Fadschr-3 Raketen nach Vorpommern schicken, die Antwort von Konservativen bestünde wohl in einem Todessschwadron aus Worten und Diskussionen.
Beobachter
Mittwoch, 21. November 2012, 21:08 (URL) | Kurz-URL
Das interessiert sie aber nicht, und wenn sie studieren, dann ganz seltsame Richtungen, mit denen man „sicher kein Geld machen kann“.
…und für ihre desolate wirtschaftliche Situation wird dann sicherlich wieder der Kapitalismus, „Globalismus“, etc. verantwortlich sein, oder?
Volker Faust
Mittwoch, 21. November 2012, 23:21 (URL) | Kurz-URL
Nun, der Wille scheint da. Doch ich habe schon so einige Bewegungen kommen und gehen sehen, die „wollten“ und letztlich gingen. Ich wünsche dieser Bewegung alles erdenklich Gute und hoffe, Sie hat Erfolg. Und sei es nur dieser, dass Sie der Funke für etwas Neues ist.
Nihil
Donnerstag, 22. November 2012, 15:13 (URL) | Kurz-URL
Die Chance lebt, aber die Bewährung steht noch aus.
Citizen Kane
Donnerstag, 22. November 2012, 19:26 (URL) | Kurz-URL
Eine Sache ist allerdings vll etwas Problematisch: Das Lambda-Symbol selbst !
Es gibt nicht allzu viele wirklich Gebildete bei uns heutzutage. Ein zackiges Symbol im Kreis… Da wird wieder mächtig rumgehitlert werden, wenn die identitäre Bewegung sich verbreitet.
Warum schon wieder vorauseilenden Gehorsam gegenüber der Politischen Korrektheit üben?
Sich vom Feind die Symbolik aufdrängen lassen?
Welch eine Selbsterniedrigung, das wäre schon der Anfang vom Ende!
Sollen sie doch rumhitlern – Nahtzies sind wir sowieso.
Den „Titel“ sollten wir mit Stolz tragen, denn wir wissen, von welchem Pack er kommt!
Das große Lambda ist ein gutes Zeichen, leicht zu zeichnen, zu ritzen und zu sprayen, hervorragender Wiedererkennungswert.
Hart, auf Kampf stimmend, Klarheit und Unnachgiebigkeit signalisierend.
Wäre Ihnen ein Kussmund, eine Sonnenblume lieber, oder ein Apfelbäumchen , in zartem Grün gehalten?
niekisch
Dienstag, 27. November 2012, 20:00 (URL) | Kurz-URL
Zum Verhältnis PI und IBD:
http://diskuswerfer.wordpress.com/2012/11/27/hat-politically-incorrect-pi-mit-der-identitaren-bewegung-deutschland-ibd-ein-verhaltnis/
niekisch
Dienstag, 4. Dezember 2012, 18:48 (URL) | Kurz-URL
Yassim und Daveryon heißendie mutmaßlichen Mörder oder Totschläger des niederländischen Linienrichters:
http://www.geenstijl.nl/mt/archieven/2012/12/nieuwsloten_het_waren_a

Identitäre Basisarbeit (3): Beschreibung eines aufziehenden Sturm (Teil1)

Posted in Sezession on Januar 12, 2013 by androsch

von Julian Fosfer

Seit langem herrscht in den rechten Kreisen Wiens ein stickiger Burgfrieden, eine gemütliche Atmosphäre des „Nichtansprechens“ und „Nichtanpatzens“. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, einer besucht die Veranstaltungen des anderen. Und in bierseeliger Gemütlichkeit präsentiert sich Wien immer mehr als Paradies für Szenerechte jeglicher Couleur, als politisches Wunderland für bundesrepublikanische Besucher, die immer mit erwartungsvoll leuchtenden Augen ankommen und neidisch von ihrem Wienbesuch heimkehren.

Besonders angetan sind die Gäste stets von der Aura der politischen Macht, die in Wien die rechten Zusammenhänge umweht. Man trifft Nationalratsabgeordnete auf Partys, starrt auf großformatig plakatierte Botschaften, die „in Deutschland undenkbar wären“, und das gilt wohl auch für die Ergebnisse von Wahlen und Meinungsumfragen.

Wenn man die parteipolitische Szenerie in Wien vor einigen Jahren mit einem Bild beschreiben wollte, man müßte zum großen alljährlichen Stadtfest der FPÖ im Rathaus-Innenhof pilgern: Freibier im Vorhof der Macht, Schunkel-Musik, ein gemütliches Plaudern, Lachen und Raunzen. Alle politischen Ansichten und Gruppen, die man im weitesten Sinne als „rechts“ bezeichnen kann, sind hier vereint und teilen die Grundstimmung „daß ja alles doch nicht so schlecht sei“.

Dieses gemütliche Biotop, in dem jeder seinen Platz findet, dieses Potpurri aus verwachsenen Subkulturen, an dem man fast jeden Abend zu einer anderen „internen“ Veranstaltung gehen könnte, hat einen gewaltigen Nachteil: Es kann junge Idealisten nicht integrieren, einbauen, unterbringen und dulden, ohne sie vorher korrumpiert zu haben. Denn wer die absolute Wirkungslosigkeit und Selbstbespaßung, das totale Scheitern auf metapolitischer und kontrakulturelle Ebene durchschaut hat, kann nicht mehr mittun: Er will ändern, was er da sieht.

Unabhängig davon wächst in Wien seit einigen Jahren in der „Szene“ ein seltsamer Typ junger Männer heran. Sie tun nicht mit. Ihre Blicke sind nicht auf Posten oder private Karrieren gerichtet. Sie lesen viel, lesen querbeet, auch ganz seltsame Bücher, die es in deutscher Übersetzung gar nicht gibt, oder solche, die zur „kulturmarxistischen Feindliteratur“ zählen und in der „Szene“ nie angefaßt werden. Sie sind keine Außenseiter und Randfiguren, sondern oft in ihren jeweiligen Kreisen Nachwuchshoffnungen, denen man Karrieren in Aussicht stellt. Das interessiert sie aber nicht, und wenn sie studieren, dann ganz seltsame Richtungen, mit denen man „sicher kein Geld machen kann“.

Diese seltsamen jungen Männer fühlen sich in keiner der jeweiligen Gruppen, in die sie Schicksal, Geburt oder naive Suche gebracht hatte, richtig zuhause. Sie sind immer auf der Suche, voller Tatendrang, absolut, rastlos und politisch so recht eigentlich heimatlos. Weiß man bei ihnen je genau, was sie als nächstes planen? Und wird es unterhalb der Schaffung eines neuen Mythos und der Rettung Europas zu machen sein?

Glück und Schicksal: man fand sich in einen losen Zirkel zusammen, der sich mal im Caféhaus, mal im Uni-Arkadenhof, mal in einer Geheimtipp-Absinthbar, traf. Man war hier sehr eigentlich und tief. Gedichtfetzen, Zitatsplitter und philosophische Momentaufnahmen wechselten hin und her und kreisten immer um das eine gemeinsame, große politische Ziel: den Erhalt unserer Kultur, die geistige Wende, und das kommende Ereignis. Nur Außenstehende konnten diese Szenen als „abgehoben“ oder gar als „Gerede“ verstehen: man erlitt jeden Satz und erlebten jeden Gedanken.

Wahlerfolge interessierten nicht, man bekam doch Tag für Tag an den Unis, oder in den Medien die ungebrochene Dominanz einer feindlichen Ideologie mit. Rauschende Volksfeste und gut besuchte Wahlevents stellten nicht zufrieden, erlebten man doch in der Arbeit und der Freizeit Tag für Tag den Zerfall der eigenen ethno-kulturellen Identität.